Metallstift unter Goldkrone

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Hallo zusammen,

vergangene Woche wurde bei mir eine etwa zehn Jahre alte Goldkrone entfernt. Grund dafür war, dass die Krone verkantet war und zu hoch gesessen hat. Kinesiologisch war zuvor ausgetestet worden, dass der Zahn soweit in Ordnung war und ich das Gold vertrage, doch war der gegenüberliegende Zahn durch die zu hohe Krone bereits in Mitleidenschaft gezogen worden.

Als die Goldkrone entfernt worden war, entdeckte mein Zahnarzt darunter einen Metallstift. Er meinte, dass der frühere Zahnarzt diesen eingesetzt hätte, damit der Zahn zusammengehalten wird. Er riet mir, diesen Metallstift zu entfernen, da es heute bessere Methoden gebe, den Zahn zusammenzuhalten. Ich ließ also diesen Metallstift entfernen und mir eine provisorische Krone für einige Wochen oder Monate aufsetzen.

Ich kannte die Variante, dass unter einer Goldkrone ein Metallstift sein kann bisher nicht - kann mir jemand etwas dazu sagen?

Übrigens habe ich noch eine Info zum Zement: Obwohl ich auf einige Zahnmaterialien allergisch reagiere, komme ich momentan als Zement mit Temp Bond NE gut zurecht. Zuvor hatte ich bei einem anderen Provisiorium das normale Temp Bond, und auch wenn dies keine für mich klassiche Allergie ausgelöst hat, schlug es bei mir auf den Magen, so dass ich auch nach Wochen ständig aufstoßen musste. Wie gesagt, Temp Bond NE ist als Zement nicht die schlechteste Wahl, jedenfalls für mich.

Gruß, Evelyn
 
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Hallo Evelyn,
Stiftkronen sind auch unter dem Namen "Stiftzahn" bekannt. Sie stellen weniger eine eigene Kronenart als vielmehr eine spezielle Verankerung einer Krone im Wurzelkanal des Zahnes dar. Stiftkronen gelten als letzte Rettung des betroffenen Zahnes.

Vergrößerung der Zahnwurzel
Wenn ein Zahn an der Wurzel behandelt werden musste (beispielsweise wegen tiefer Karies oder Verletzungen) und auf diese Weise wieder schmerzfrei sowie kaufähig gemacht wurde, ist meist auch die Zahnkrone zerstört. Diese muss durch eine künstliche Krone ersetzt werden. Da diese Stiftkrone mangels Zahnsubstanz keinen Halt findet, wird die Zahnwurzel mit einem Stiftaufbau wieder vergrößert. Dazu wird ein Metallstift ("Stiftzahn"), eine Metallschraube oder neuerdings auch ein Keramik- oder Karbonstift (sogenannte Stiftaufbauten) eingesetzt, worauf nun die eigentliche Krone einen ausreichenden Halt findet.
http://zaehne.qualimedic.de/Kronen_typen_stiftkrone.html

Was ich nicht weiss: macht man so einen Siftaufbau nur bei wurzelbehandelten Zähnen oder auch bei Zähnen mit intakter Wurzel? Dann müßte ja der Stift neben der Wurzel reinge"rammt" werden, was ich mir gar nicht vorstellen kann :? .
Auf jeden Fall könnte ich mir vorstellen, daß eine Goldkrone über einem anderen Metall nicht unbedingt gut tut...

Gruss,
Uta
 

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12.08.04
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Hallo Uta,

vielen Dank für deine Nachricht und die Infos! Der überkronte Zahl ist noch lebendig, und dieser Stift war auch nicht im Wurzelkanal. Es war sehr seltsam: Mein Zahnarzt meinte zunächst schockiert, dass unter der Goldkrone Amalgam sei, revidierte dann aber sofort seine Meinung und erzählte mir von diesem Stift. Per Spiegel konnte ich dieses Metall auch sehen: Es war sehr schmal und von außen an dem Zahn angebracht, es lag mittig und an der Innenseite (Zungenseite).

Ich habe schon daran gedacht, dass der neue Zahnarzt einfach behauptet hat, es sei kein Amalgam, um mich nicht aufzuregen, aber das kann eigentlich nicht sein... Außerdem sah dieses Metall wie ein Stift aus. Dass unter der Goldkrone Amalgam wäre, dürfte auch nicht sein, da die Krone aus dem Jahr 1996 stammt, somit war Amalgam unter Gold damals bereits verboten.

Gruß, Evelyn
 
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13.01.04
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Liebe Evelyn, wo wohnst du, dass du schreibst, ab 1996 sei Amalgam unter Gold verboten? Das wäre ja ein sehr fortschrittliches Land!!!! Also, zu meiner Zeit als Zahnarztgehilfin wurden solche Stifte oder Schrauben als Gerüst für einen Zahnaufbau gemacht- wenn zuwenig eigenes Zahnmaterial vorhanden war! Meistens waren allerdings diese Zähne tot- und die Schraube wurde in die Wurzelkanäle getrieben. Um diese Schraube gab es dann einen Amalgamaufbau- anschl. wurde dieser Amalgamblock für eine Krone konisch beschliffen! 3 verschiedene Metalle- waren die Folge!!!! Durch einen solchen "Metallcocktail" litt ich unter einer Trigeminusneuralgie!!! Das Gold noch mit Palladiumanteil- kaum war dieses Metall draussen- Neuralgie weg!! Ich kann nur hoffen, dass die heutigen Zahnärzte auf solche Zeitbomben verzichten! Sicher bin ich allerdings nicht!!! Darum - immer wieder meine Hinweis-
FRAGEN, FORDERUNGEN stellen, sagen was IHR wollt! Die Z.praxis ist ein Dienstleistungsbetrieb- wir sind die Kunden, mit unseren Wünschen!!!! Dir alles Liebe Susy
 
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Hallo,
irgendwo hatte ich gelesen, daß man tatsächlich manchmal Stifte neben den Wurzelkanal gesetzt hat und daß dadurch letzten Endes der Nerv auch noch kaputt ging :( . Ich finde die Stelle nur leider nicht mehr. Scheint auf jeden Fall ein leicht waghalsiges Verfahren zu sein.

Abgesehen davon glaube ich, daß man sich sehr gut überlegen sollte, ob man sich auf das Risiko eines solchen Stiftzahnes einlassen sollte. Da wird ja ganz schön an einem Zahn herumgewerkelt, der sowieso schon nicht mehr ganz in Ordnung ist und sicher schon eine Tendenz zum Absterben hat. Dann hat man also einen Risiko-Zahn (oder mehrere), teure Restaurationsarbeiten und die Ungewissheit, wann das ganze sich verabschiedet. Gut für den Zahnarzt und sein Konto :mad: .

Hier noch ein Link, in dem ausführlich beschrieben wird, wie so ein Stiftaufbau aussehen kann:
www.zm-online.de/m5a.htm?

Gruss,
Uta
 
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Hallo Susy, hallo Uta!

ich frage mich wirklich, was dieser Stift war und warum er neben dem Zahn platziert wurde. Auf der Rechnung von damals ist neben der Goldkrone nichts weiteres vermerkt. Und auf dem aktuellen Röntgenbild sieht man auch keine gefüllten Kanäle nach einer Wurzelbehandlung. Vor diesen vielen Jahren war ich wirklich noch sehr naiv, wie ich heute zugeben muss, denn ich kann mich überhaupt nicht mehr an diese ganze Prozedur erinnern. Es ist wie ein schwarzes Loch!

Bisher trafen meine kinesiologischen Zahn-Abfragungen durch den Heilpraktiker zu, daher hoffe ich, dass dieser Zahn, wie er es gesagt hat, ruhig und nicht störend ist. Beim nächsten Termin dort werde ich noch einmal den Zahn abfragen lassen, vielleicht gibt es dann bessere Informationen zu der Behandlung mit dem Stift.

Danke euch, Uta und Susy, für die Infos, die ihr mir gegeben habt! Falls euch oder jemand anderem noch etwas Konkretes zu diesem Metallstift einfällt, würde ich mich freuen, mehr davon zu erfahren.

Schönen Gruß,

Evelyn


[geändert von Evelyn am 05-21-05 at 03:29 PM]
 
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Liebe Evelyn, wurde eine Vitalitätsprobe gemacht! Bei dieser käme ja ganz klar hervor, ob dieser Zahn tot ist oder nicht! Wie gesagt, es gibt auch kleine Metallstifte, welche nicht in die Wurzelkanäle getrieben werden, sondern nur als Gerüst für eine grosse Füllung dienen! Wenn ich das Röntgenbild sehen könnte, wäre für mich sicher einiges klarer! Ich bin heute dankbar, dass ich vor 10 Jahren begann, jede Behandlung an mir, sei es von Arzt oder Zahnarzt, in einem Notizbuch festzuhalten - hilft mir heute enorm, bei meinem Buch, welches ich am schreiben bin!
Empfehlung an ALLE welche in diesem Forum lesen: Schreibt eure Erlebnisse, Frust, Freude, Ärger und die gemachten Behandlungen auf! Hilft 1. bei Bewältigung dieser unschönen Geschichte und 2. ist man oftmals froh, nach zu sehen, was, wann, wo gemacht wurde! Liebe Grüsse Susy
 
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