Meine Nitrostress-Ergebnisse

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Hallo liebe Forumsmitglieder!

Nachdem ich nun seit mehreren Monaten antibiotisch gegen Borrelien und Chlamydia-Pneumonia behandelt worden bin, wurde meine Aufmerksamkeit auf das Thema Nitrostress gelenkt. Deshalb habe ich mich entschlossen einen entsprechenden Urintest zu machen.

Anbei mein aktuelles Nitrostress Testergebnis. Da viele von euch sehr in Bezug auf Nitrostress sehr erfahren sind, hätte ich mir gerne ein kurzes Feedback eingeholt. Wie sind die Werte zu interpretieren?

Kreatinin im Urin 0,84 g/l (Referenzbereich 0,8 - 2,0 g/l)
Nitro-Phenyl-Essigsäure 0,00 yg/g (Referenzbereich < 3 yg/g Kreatinin)
Citrullin im Urin 13,58 mg/g (Referenzbereich < 2,9 mg/g Kreatinin)
Methylmalonsäure im Urin 2,50 mg/g (Referenzbereich < 1,60 mg/g Kreatinin)

Handelt es sich um ein eindeutiges Ergebnis? Was wären mögliche nächste Schritte?

Vielen Dank für eure Unterstützung!

Filou
 
wundermittel
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Nitrostressergebnisse

Hallo filou,

ich kenne mich mit den Werten zu Nitrostress nicht wirklich aus. Dieser Thread (und sicher noch andere) könnte aber wichtig für Dich sein:

https://www.symptome.ch/vbboard/oxi...citrullin-kreatinin-urin-aussagekraeftig.html
Die Methylmalonsäure ist bei Dir ja erhöht. Wie sieht es mit einem Vitamin B12-Mangel aus bei Dir? Wie sieht es mit anderen Mängeln aus?:
... Die Probanten mit den höchsten Ausscheidungswerten zeigten auch die niedrigsten Nährstoffkonzentrationen von Vitamin B 3, 5, 6, 12, Vitamin D, Magnesium, Zink, Kupfer, Eisen, Selen, Carnitin und Q 10 auf...
Borreliose Lorenz

Und dann gibt es ja auch noch das Wiki:
Nitrosativer Stress
Vitamin B12 als Stickoxid-Gegenspieler
Der Stickoxid-Peroxinitrit-Zyklus

Hast Du eine Ahnung, was sich bei Dir verändert hat, so daß Du Deine jetzigen Beschwerden hast? Welche Faktoren könnten da eine Rolle spielen?

Fazit: Nitrostress steht mit chronisch – entzündlichen Erkrankungen (z.B. einer chronischen Borreliose) in Zusammenhang.

Die Nitrostress-These ist eine Erklärung für viele Symptome, die im Rahmen der chronischen Borreliose vorkommen.
Borreliose Lorenz

Grüsse,
Oregano
 

Kate

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Nitrostressergebnisse

Hallo filou,

und willkommen hier :)

Oregano hat Dir schon einige wichtige Hinweise und Anregungen gegeben.


Wie sind die Werte zu interpretieren?

Kreatinin im Urin 0,84 g/l (Referenzbereich 0,8 - 2,0 g/l)
Nitro-Phenyl-Essigsäure 0,00 yg/g (Referenzbereich < 3 yg/g Kreatinin)
Citrullin im Urin 13,58 mg/g (Referenzbereich < 2,9 mg/g Kreatinin)
Methylmalonsäure im Urin 2,50 mg/g (Referenzbereich < 1,60 mg/g Kreatinin)

Handelt es sich um ein eindeutiges Ergebnis? Was wären mögliche nächste Schritte?

Generell muss man wohl leider sagen (dies schließe ich aus widersprüchlichen Labor-Ergebnissen hier im Forum und aus Aussagen von Dr. Burkhard Poeggeler, der hier auch Mitglied ist), dass es bislang keine wirklich verlässlichen Labormarker gibt, um Nitrostress zu messen.

Ich persönlich - aber das ist jetzt nur meine "Gesamteinschätzung" - würde wohl Nitrotyrosin im EDTA-Blut (mit einem modernen Verfahren, wie es z.B. bei GANZIMMUN angewendet wird) untersuchen lassen. Zwar soll die NPE (Nitro-Phenyl-Essigsäure) als Abbauprodukt von Nitrotyrosin im Prinzip das Gleiche messen (es geht um Peroxinitrit, siehe Labor-Wiki), aber wir hatten hier mehrfach Fälle, wo die Ergebnisse nicht zusammenpassten.

Citrullin scheint mir nicht sehr aussagekräftig, siehe Oreganos Link. Außerdem misst es NO und es gibt die Aussage, dass dies nicht der "Übeltäter" ist, sondern im Gegenteil wichtig. Siehe dazu: https://www.symptome.ch/vbboard/oxi...er-zeit-trat-euch-besserung-2.html#post840272 und folgende Beiträge (eine ausführlichere Darstellung ist geplant). "Übeltäter" sind demnach Folgeprodukte wie Peroxinitrit, deren Synthese aber nicht durch die verfügbare NO-Menge bestimmt wird, sondern durch das verfügbare Superoxid/Hyperoxid. Evtl. wäre noch eine Möglichkeit, dieses zu messen, aber das ist nur eine Idee von mir.

Einen funktionellen B12-Mangel hast Du mit ziemlicher Sicherheit - der Marker Methylmalonsäure ist nach meiner Information etabliert und verlässlich. Hierzu könntest Du den von Oregano schon verlinkten Wiki-Artikel mal lesen. Ein paar Gedanken über mögliche andere (als nitrosativer Stress oder die Infektionen) Ursachen solltest Du Dir machen, um nichts zu übersehen. Ansonsten könnte wohl ein Versuch aufschlussreich sein, B12 zu supplementieren.

Grüße :)
Kate
 
regulat-pro-immune
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Liebe Kate, lieber Oregano,

vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich bin ohnehin kein Fan von Labortests. Zum einen sind sie leider nie ganz zuverlässig, zum anderen kosten sie meistens sehr viel Geld ohne dass ein Cent davon in die Therapie geflossen ist. Aktuell geht es mir z.B. so dass es zwar möglich ist Nitrostress testen zu lassen (auch als Privater), kompetente Therapeuten zu finden ist dann aber schon um einiges schwieriger.

Kate hat es ja schon angesprochen, dass es u.U. sinnvoll sein könnte Vit B12 zu suplementieren. In welcher Darreichungsform/Dosis sollte das erfolgen? Nach welcher Zeit sollte eine Beschwerdenbesserung eintreten? Gibt es ein Behandlungsschema, welches für den Großteil der Nitrostressgeplagten wirkungsvoll ist? Wenn sich die Beschwerden bessern, dann wüsste ich zumindest, dass ich auf dem richtigen Weg bin, auch ohne weitere Tests.

Sind die Biogena Präparate für Nitrostress empfehlenswert? Hat jemand damit Erfahrung gemacht?

LG, Filou
 

Kate

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Hallo Filou

Kate hat es ja schon angesprochen, dass es u.U. sinnvoll sein könnte Vit B12 zu suplementieren. In welcher Darreichungsform/Dosis sollte das erfolgen? Nach welcher Zeit sollte eine Beschwerdenbesserung eintreten?
Hier gibt es keine allgemeingültigen Aussagen. Du könntest Dich an Kuklinski orientieren, dazu findest Du etwas im Wiki. Pall geht hier hochdosierter zur Sache, auch dazu findest Du Informationen in mehreren Wiki-Artikeln, Der Stickoxid-Peroxinitrit-Zyklus und Ausgewählte Vitamin B12-Präparate müssten es sein aus dem Gedächtnis.

Mit welchen B12-Formen, -Applikationsmethoden und Dosierungen jemand auf lange Sicht gut fährt, scheint sehr unterschiedlich zu sein. Zu den Erfahrungen findest Du mehrere Threads, u.a. im "Hauptthread" über B12. Schau dazu mal ins Inhaltsverzeichnis.

Gibt es ein Behandlungsschema, welches für den Großteil der Nitrostressgeplagten wirkungsvoll ist?
Das weiß ich nicht. Einige haben Besserungen erfahren durch Kuklinskis Konzept, zum Teil auch erst nach längerem Herumprobieren. Über eine Therapie nach Palls Vorgaben hat hier meines Wissens noch keiner berichtet. Kennst Du den Thread, wo mehrere Mikronährstoff-Konzepte verglichen werden (https://www.symptome.ch/vbboard/oxi...emeinsamer-nenner.html?highlight=Vergleich*)? ?

Wichtig ist natürlich immer auch die Suche nach der Ursache. Falls dafür z.B. eine Kopfgelenksinstabilität/dancing dens infrage kommt, gibt von Kuklinski auch für diesen Bereich Ideen.

Sind die Biogena Präparate für Nitrostress empfehlenswert? Hat jemand damit Erfahrung gemacht?
Ich habe sie nicht ausprobiert. Generell stehe ich aber Kombipräparaten skeptisch gegenüber. Man kann so weder herausfinden, was man evtl. nicht verträgt, noch individuelle Dosierungen der Einzelstoffe erreichen.

Gruß
Kate
 
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