Macht es Sinn, dasselbe Antibiotikum einzunehmen,das nicht half?

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Guten Tag!

Mein Großvater ist 71 Jahre alt, 163 cm groß und 70 kg schwer.

Er leidet an folgenden chronischen Erkrankungen: Hypothyreose (es gibt auch Hashimoto), Frühstadium des Nierenversagens, Arteriosklerose, Bluthochdruck, sekundärer Hyperparathyreoidismus, Zwölffingerdarmgeschwür, Darmpolypen (häufig während der Koloskopie), Cholesterinämie, Neuroforamenstenose + Stenose der Halswirbelsäulenkanal. Pathogene Mikroben sind immer in seinem Urin zu finden. Er hat bereits so viele Antibiotika geschluckt, aber die Keime kommen immer wieder zurück. Er hat auch Schmerzen im Auge, Kopf und Brust sowie Zittern der Beinmuskulatur, deren Ursache nicht bekannt ist.

Vor kurzem wurde er wegen einer vergrößerten Prostata operiert.

Außerdem wurde seine Gallenblase entfernt.

Er nimmt L-Thyroxin, Fluvastatin, Amlodipin, Vitamin D 20.000 + Vitamin K2 + Magnesium, B12, B9, häufig Metamizol, gelegentlich Pantoprazol.

Er raucht oder trinkt nicht, isst gesund und ausgewogen, trinkt 2 Liter pro Tag.

Mein Großvater hat Schmerzen im rechten Ei, Hodensack, sowie Juckreiz in der Harnröhre und schwacher Harnstrahl. Alles begann vor 2 Wochen oder eher zurückgekommen . Vor 4 Monaten unterzog er sich einer zweiten Operation aufgrund einer vergrößerten Prostata und 4 Monate lang war alles mehr oder weniger in Ordnung, obwohl es in der Harnröhre doch juckte. Zuvor hatte er sich bereits ein Jahr vor der ersten einer Operation ebenfalls wegen einer Prostatavergrößerung unterzogen, jedoch nicht mit einem Laser, sondern mit der neuesten Methode - Aquabim, aber das brachte absolut nichts und es war noch schlimmer. Nachdem er entlassen worden war, konnte er in der ersten Nacht nicht urinieren. Am nächsten Tag gingen wir ins Krankenhaus und bei ihm wurde eine Blasenentzündung diagnostiziert und ihm wurde ein Antibiotikum verschrieben. Ich denke, er hat entweder während der Operation eine Infektion bekommen oder er hatte bereits eine Infektion und die Operation wurde trotzdem durchgeführt und hat die Situation nur verschlimmert. Davor nahm er ungefähr 7 Jahre lang Duodart, begann aber immer weniger zu helfen.
Nach der zweiten bzw. letzten Operation war alles auch schlimm. Unmittelbar nach der Operation, als er sich von der Anästhesie erholte, bekam er Schmerzen im rechten Bauch, aber als ich den Arzt darauf hinwies, palpierte er den Bacuh für eine Sekunde oder eher leicht berührte und sagte, dass dies normal nach einer OP ist. In der Zwischenzeit nahmen die Schmerzen nur zu und die Schmerzmittel halfen nicht. Die Schmerzen waren so groß, dass es schon unerträglich war. Irgendwie überredete ich die Krankenschwester, ihm eine Infusion und Injektionen in eine Vene zu geben, und es wurde besser, aber am nächsten Tag war alles wieder da... Am Ende stellte sich heraus, dass es sich um ein akutes Nierenversagen handelte. Bevor er dann einschlief, bemerkte er außerdem, dass der Beutel, in dem der Urin durch den Katheter floss, fast voll war. Er bat das medizinische Personal, den Beutel zu leeren, aber sie lehnten seine Bitte ab und stritten sich sogar mit ihm, und dies trotz der verrückten Schmerzen durch akutes Nierenversagen. Infolgedessen erwachte er in der Nacht vor Schmerzen und Verspannungen in der Harnröhre. Der Urinbeutel lief über und lag auf dem Boden. Horror pur...

Seit einigen Jahren wurden Bakterien in seinem Urin gefunden und er hatte bereits eine Menge Antibiotika getrunken, aber die Bakterien verschwanden und tauchten wieder auf. Der Arzt sagte vor der Operation, dass eine Operation notwendig ist und danach die Bakterien von selbst herauskommen würden. Aber nichts davon ist passiert. Es wird nur noch schlimmer. Mein Opa suchte einen anderen Urologen auf und E. coli wurde erneut im Urin gefunden und ihm wurde erneut ein Antibiotikum verschrieben. Er hat es eingenommen, aber es wurde schlimmer. 2 Monate nach der Behandlung mit Cotrimoxazol gab er erneut eine Urinprobe ab und es gab denselben E. coli. Mein Großvater sagte dem Arzt, dass er nicht mehr so viele Antibiotika trinken würde, weil es nichts bringt und nur andere Krankheiten verschlimmert. Der Arzt sagte, dass es keine Wahl gibt und nur eine orale Antibiotikatherapie. Dies ist also nicht nur so, sondern er verschrieb auch das gleiche Antibiotikum. Damit haben wir die Hoffnung auf lokale Urologen aufgegeben. Der Wunsch zu helfen fehlt komplett, und sogar das Gegenteil. Ultraschall und Palpation von Hoden, Prostata, Nieren scheinen unauffällig zu sein.

Außerdem hat er von Zeit zu Zeit immer noch kleine Steine in seinen Nieren. Aber Ärzte sagen immer, dass man nur warten muss, bis sie herauskommen. Vor 16 Jahren wurde ihm ein großer Nierenstein entfernt. Im Moment wurden keine Steine durch Ultraschall gefunden und es gibt auch keine Schmerzen im Nierenbereich.


Ich verstehe sehr gut, dass aus der Ferne man nichts tun kann, aber im Prinzip habe ich eine Hauptfrage, nämlich die Zweckmäßigkeit desselben Antibiotikums, obwohl dieses nicht geholfen hat und überhaupt die Zweckmäßigkeit der peroralen Antibiotikatherapie als solche. Ich lege alle Ergebnisse der Urinanalyse bei, die sowohl das Antibiogramm als auch den Namen des Antibiotika enthalten, das jedes Mal verschrieben wurde: Urinwerte

Wie Sie den Testergebnissen entnehmen können, sind Keime fast immer vorhanden, obwohl bereits eine Reihe von Antibiotika getrunken wurden. Laut dem letzten Ergebnis (vom 22.01.21) ist klar, dass es sich um den gleichen Keim wie im vorletzten Ergebnis (vom 20.02.20) handelt und das Antibiotikum das gleiche wie beim vorherigen Mal zugewiesen und was nicht geholfen hat (Co-Trimoxazol).

Es gelang mir, den Arzt zu kontaktieren und zu fragen, warum das gleiche Antibiotikum verschrieben wurde, obwohl es überhaupt nicht half und die Keime gleich blieben sind und es keine Besserung brachte. Er sagt, dass es laut Antibiogramm notwendig ist, dieses Antibiotikum zu trinken. Dieses habe man nähmlich ausgetestet. Ich fragte, also, was ist, wenn dar gleiche Keim das nächste Mal wieder gefunden wird? Wir das gleiche Antibiotikum wieder verschreiben? Und er sagte, dass dies kein Telefongespräch sei und dass er keine Zeit habe.

Vielen Dank
 

Freesie

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Hallo Marned,

wie sinnvoll es ist das Antibiotika nochmal zu nehmen kann ich nicht beurteilen.

Es gibt hier mehrere Thread's in denen du evtl. Informationen findest was ihr alternativ, mit Hausmitteln tun könntet um die Keime zu bekämpfen?
https://www.symptome.ch/threads/blasenentzuendungen-natuerlich-behandeln.142529/#post-1256690
https://www.symptome.ch/threads/chr...-wege-aus-dem-teufelskreis.11792/#post-105958
über die Suche rechts oben findest du bei Bedarf sicher noch mehr zu dem Thema.

Grüssle
Freesie
 
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Hallo Marned,

abgesehen davon, daß Cotrimoxazol nicht wirklich geholfen hat, würde ich es auch wegen der Gegenanzeigen nicht für Deinen Opa empfehlen:

Wann sollte man Cotrimoxazol nicht einnehmen?

Patienten dürfen Cotrimoxazol nicht einnehmen, wenn sie bereits allergisch auf den Wirkstoff reagiert haben. Ebenso ist eine Anwendung zu vermeiden, wenn die Patienten unter schweren Leber- und Nierenschäden oder einer Schilddrüsenfunktionsstörung leiden. Auch bei Blutbildveränderungen oder möglichem Folsäuremangel kann Cotrimoxazol kann mit anderen, gleichzeitig angewendeten Medikamenten in Wechselwirkung treten und so seine Wirkung verstärken oder einbüßen. So ist die gleichzeitige Anwendung von Lokalanästhetika (wie z.B. Benzocain), Magensäure-regulierenden Substanzen (mineralischen Antazida) und dem Beruhigungsmittel Paraldehyd zu vermeiden, da diese Medikamente die Wirkung von Cotrimoxazol herabsetzen.

Cotrimoxazol wirkt stärker als beabsichtigt, wenn gleichzeitig Medikamente eingenommen werden, die das Wasserlassen erleichtern (z.B. Probenecid) oder solche, die zu den nicht-steriodalen Entzündungshemmern (NSAR, z.B. Ibuprofenoder Acetylsalicylsäure) zählen. ...



Grüsse,
Oregano
 
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Hallo Marned,

ich weiß nicht, ob Dich das weiterbringt, aber ich kann Dir mal von meinen Erfahrungen aus der Familie berichten.

Mein Sohn hatte vor langer Zeit eine Harnröhrenentzündung, die sein behandelnder Arzt vor Ort einfach nicht in den Griff bekam, mein Sohn erhielt von ihm Mictonorm (mit Wirkstoff 15 mg Propiverinhydrochlorid). Auf Empfehlung meiner Freundin wechselte er zu einem anderen Urologen in ihrer Stadt, der ihm das Antibiotikum Tavanic 250 mg Wirkstoff Levofloxacin verschrieb und mit diesem wurde er endlich beschwerdefrei.
Dann 1,5 Jahre später trat wieder eine Harnröhrenentzündung auf und mein Sohn ließ sich noch einmal dieses Antibiotikum Travanic von seinem Hausarzt verschreiben, das zeigte sofort Wirkung und seitdem hatte er nie wieder eine Entzündung gehabt.

Da bei meiner Mutter die Nieren nicht mehr ablaufen und sich stauen, erhielt sie Nierenstents, sowie einen Dauerblasenkatheder. Durch diesen bilden sich leicht Bakterien, sie bekam öfters eine Sepsis und in ihrer Urinkultur befand sich ständig der Keim Klebsiella pneumonial, der einfach nicht verschwinden wollte. Sie erhielt deshalb mehrfach Antibiotikas, was zur Folge hatte, dass sie dann auf 3 Antibiotkia-Bakterienstämme resistent wurde. Im Krankenhausbrief an den behandelnden Urologen stand, dass nur noch diese zur Behandlung in Frage kämen:
Nitroxolin forte, Imipenem, Meropenem, Ertapenem.

Nachdem sie vom Amoxi-Clavulan Stada 875/125 mg ganz schlimmen Durchfall bekam, glaube ich, ignoriert man jetzt einfach auf Grund ihres hohen Alters (90) und der sonstigen Beschwerdefreiheit die Bakterien im Urin.

Gibt es denn inzwischen bei Deinem Großvater eine Besserung?

Grüsse

Adina
 
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