Ist es das Herz, das schmerzt?

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Nicht immer sind Schmerzen in der Herzgegend, die sich genauso anfühlen, wie beim Herzinfarkt beschrieben, auch tatsächlich Schmerzen, die vom Herzen ausgehen:

Herzleiden können ausgelöst oder verstärkt werden durch:
1.) Fehlstellung des ersten und zweiten Halswirbels
Die Fehlstellung ist gut zu tasten. Auf Druck entstehen unangenehme Schmerzen am Halswirbel. Unter Umständen entsteht sogar eine Herzproblematik dabei. Der aufmerksame Patient hat einen Zusammenhang zwischen der jeweiligen Kopfhaltung und dem Auftreten der Herzbeschwerden bereits festgestellt.
Behandlung: Wir legen den Zeige- und Mittelfinger über den zu untersuchenden Wirbel. Der Patient wird jetzt aufgefordert verschiedene Armbewegungen zu tätigen. Z.B. soll er mit der linken Hand das rechte Schulterblatt berühren usw. Wir stellen dabei fest, daß bestimmte Bewegungen eine Korrektur der Halswirbel bewirken und andere die Fehlstellung fördern oder keinen Einfluß haben. Bei den auszuführenden Bewegungen ist die Kreativität des Therapeuten gefordert. Ein paar Beispiele finden sich in meinem Buch „Die Gänseblümchentherapie“.
Die zur Korrektur führenden Bewegungen erhält der Patient dann als Hausaufgabe. Nachkontrollen sind erforderlich, um die Bewegungsübungen auf ihre weitere Zweckmäßigkeit hin zu überprüfen.

2 .) Fehlstellung der Brustwirbel im Herzsegment
Die Herzbeschwerden, in der Regel scharfe Schmerzen die in den Rücken strahlen, lassen nach, werden ausgelöst oder gewinnen an Intensität, sobald wir den Schmerzpunkt am Wirbel mit dem Daumen stimulieren.
Behandlung: Manchmal schafft bereits ein Türreck Abhilfe, wenn der Patient sich täglich daran baumeln läßt. Einen positiven Einfluß auf die gesamte Wirbelsäule hat das Klettern. Manchmal hilft auch das hindurchkriechen unter einem Stuhl. Aber auch die Methode von Punkt 1 kann angewendet werden. Nur kommen jetzt auch noch die Beine zum Einsatz.

3.) Gasansammlung im linken Oberbauch
Bei einem ausgeprägten Roemheld-Syndrom sind die Klappentöne über dem Herzen kaum oder überhaupt nicht mehr zu hören. Beim Abklopfen ertönt im Herzbereich ein hoher (tympanitischer) Schall. Eine Herzdämpfung suchen wir vergeblich. Mit dem Stethoskop werden über dem Herzen deutlich Darmgeräusche wahrgenommen. Nicht selten nehmen die Herzbeschwerden nach dem Essen zu. Stuhlentleerung bringt oftmals Besserung.
Behandlung: Eine Darmsanierung mit Pankreasenzymen, Bitterpflanzen und Heilerde bringen vielfach Erfolg. Allerdings wird Geduld und eine Nahrungsumstellung gefordert. Bei schwerer Herzsymptomatik muß das Essen reduziert oder sogar für kurze Zeit eingestellt werden. Körperliche Bewegung ist unerläßlich.
Bei seelischer Anspannung werden manchmal vom Patienten auch große Mengen Luft geschluckt. Hier bleibt das medikamentöse Bemühen wirkungslos. Der Patient wird aufgefordert langsam und nur kleine Portionen zu essen.
Geben wir in 10ml Urin, ab einem spezifischen Gewicht von 1015, 0,5ml Nylanders Reagens, entsteht nach kurzem Aufkochen, wenn ein Meteorismus besteht, ein grauer Niederschlag, sofern sich kein Zucker oder Eiweiß im Urin befindet. Bei Aerophagie findet sich der graue Niederschlag nicht.

4.) Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße
Die Herzschmerzen nehmen unter körperlicher Belastung zu.
Bessern sich die Herzbeschwerden unter Belastung, liegt eine herzunabhängige Ursache vor.
Behandlung: Bei allen vom Herz ausgehenden Schmerzen, liegt die Indikation für Strophanthin vor. Hier soll der Nutzen von Strophanthin keinesfalls unversucht bleiben!

5.) Klappenfehler
Klappenfehler mit gesundheitlicher Auswirkung sind auskultatorisch durch Zischgeräusche deutlich zu hören. Ein veränderter Klappenton alleine, muß noch keine Herzbelastung bedeuten. Bei einem relevanten Klappenschaden entsteht Atemnot, anfänglich nur unter Belastung oder es lagert sich Wasser an den typischen Stellen am Körper ein.
Behandlung: Primär setze ich hier Cactus grandiflorus TM und Crataegus TM 2:1, 3X20 Tropfen ein.
Wassereinlagerungen können auch durch Herzmedikamente bewirkt werden. Die begleitende Diuresetherapie, die anfänglich Erfolge zeigt, führt durch den damit einhergehenden Kaliumverlust erneut zur Wassereinlagerung, nur mit schlimmeren Folgen. Verstopfung ist oft das erste Zeichen, Herzrhythmusstörungen die schwerwiegendere Folge eines Kaliummangels.

6.) Nachlassen der Herzleistung
Die Kranken sind körperlich nicht mehr belastbar. Bei körperlicher Belastung sinkt der Blutdruck. Kann die Herzschwäche noch kompensiert werden, erhöht sich der Blutdruck zeitverzögert, nach anfänglichem Druckabfall.
Normalisiert sich ein hoher Blutdruck unter körperlicher Belastung, liegt ein neurogener (emotionaler) Hochdruck vor. Die körperliche Belastung hat keine negative Auswirkung auf das Allgemeinbefinden.
Behandlung bei Herzinsuffizienz: Strophantus ist ein Versuch wert. Auch hier setzt die Wirkung in wenigen Minuten ein. Cactus und Weißdorn 1:1 können begleitend mit verordnet werden.

7.) Sobald sich der Patient flach niederlegt entsteht eine Atemnot
Behandlung: Hier handelt es sich um die typische Indikation für Digitalis. Aber auch Strophanthin kann versucht werden. Das natürliche Digitalis hat eine wesentlich bessere Wirkung als die synthetischen Nachahmungen.

8.) Eine Wasseransammlung in den Beinen
kann auch auf einen Kaliummangel zurück zu führen sein. Insbesondere dann, wenn trotz Wassertabletten kein großer Urinfluß zustande kommt.
Achtung: Auch Diuretika sind nicht selten für die Wasseransammlung verantwortlich, weil sie einen Kaliummangel provozieren.
Ergänzendes:
Plötzlich auftretende Schmerzen im Brustkorb, bei gleichzeitig einsetzender Atemnot, legen den Verdacht einer Lungenembolie nahe.
Strophanthin in der Herztherapie
 
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