Ist das Herpes Zoster ? Facialparese seit 3 Tagen - Klinik kann nicht helfen

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Ist das Herpes Zoster ? Facialparese seit 3 Tagen - Klinik kann nicht helfen

Hallo Leute,

einige Teilnehmer kennen die Problematik bei mir bzw. meiner Mutter.
Meine Mutter ist 48 Jahre alt, Pflegefall, Pflegestufe 3, körperlich 100% behindert, geunfähig, stehunfähig und ohne Lehne auch sitzunfähig aufgrund starker Spastiken im Rumpf, Rücken und den Beinen und den damit einhergehenden Paresen.
Laut Neurologen ist es eine Multiple Sklerose, lauter diversen Internisten jedoch eher eine Borreliose. Im Jahre 2006 wurde sie intensiv antibios behandelt und konnte nach nur 3 Wochen aus ihrem Rollstuhl heraus und war das komplette Jahr über kein extremer Pflegefall mehr. Jedoch war der Erfolg nicht von Dauer.

Seit 10 Tagen wird sie wieder auf Borreliose behandelt:
- 2 Wochen Minocyclin
- ab der 3. Woche zusätzlich Quensyl
- ab der 4. Woche Rocephin Infusionen
Dauer der Therapie noch offen.

Seit kurzem ist folgendes Auffällig:
- Vor 6 Tagen begannen über bzw. hinter ihrem linken Ohr starke schubweise auftretende Schmerzen
- Vor 4 Tagen wurde ihr linkes Ohr dick und rot
- und seit 2-3 Tagen hat sie eine mittelstarke Parese des linken Gesichts.

Gestern waren wir dann in der Klinik wegen Verdacht auf einen Schlaganfall.
Laut CT und Blutbild deutet nichts auf eine ernste Ursache der Parese, jedoch sagte man uns dass es wohl Fälle gab bei denen ein Herpes Zoster zur einer Ohrentzündung führte, die dann den Gesichtsnerv lahm legte.
Laut HNO Abteilung ist aber dies ausgeschlossen. Ein anderer Arzt sagte auch, dass Minocyclin den Hirndruck erhöhen könnte.

Heute werden wir zwar den behandelnden Arzt kontaktieren, jedoch würde ich gerne mal in die Runde fragen ob jemand schonmal von soeinem Fall gehört hat.
Mir erscheint die Variante mit dem erwähnten Herpes Zoster jedoch garnicht so unwahrscheinlich. Wenn man sich ihre Ohrmuschel genau anschaut, sind kleine jedoch sehr wenige Blässchen zu finden.

Die Minocyclingabe für den gestrigen Abend habe ich vorsichtshalber ausgelassen.
Ich wäre für jede Anregung sehr dankbar.
Heute bin ich natürlich auch auf die Einschätzung des behandelnden Arztes gespannt, jedoch ist es für mich auch wichtig, anderweitig Ideen zu sammeln um diese gleich mit dem Arzt besprechen zu können.

Im Anhang noch ein Bild von der Ohrmuschel
 

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Hallo tito,

mein erster Gedanke war: jetzt wird die Borreliose behandelt und prompt zeigt sich eine Fazialisparese, die ja zu den möglichen Symptomen einer Borreliose gehört. Was sagt der Borreliose-Spezialist dazu?

Hier ein langer und ausführlicher Artikel zur Fazialisparese. Vielleicht findest Du da Hinweise?:

Fazialisparese Diagnose und Behandlung

Alles Gute und Grüsse,
Oregano
 
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Hallo,

wir waren eben bei der Vertretung unseres Arztes (er selbst ist nicht der Borreliose Guru, kenn sich aber auch aus). Für ihn ist es klar ein Herpes Zoster. Es wird nun auch Antiviral behandelt, jedoch nur oral, da meine Mutter nicht stationär aufgenommen werden möchte.

Ich finde es auch sehr merkwürdig, dass kurz nach Beginn der Borreliosetherapie soetwas auftritt, aaaaber ich habe versucht ein wenig zu kombinieren.

1. Laut Frau Dr. Hopf-Seidel und einer ihrer Veröffentlichungen ist der Herpes Virus, u.a. auch der Zoster (Virus der Gürtelrose) Wegbegleiter der Borreliose.
2. Laut meiner Prof. Dr. Obst verwenden Viren oftmals Bakterien als Wirt bzw. Transportmittel durch den Körper.
3. Hat die Borreliosetherapie nun also begonnen, könnte der virale Infekt bzw. die Gürtelrose im Ohr ein Zeichen dafür sein, dass Borrelien teilweise schon bekämpft wurden, die Viren die in diesen Borrelien aber "gelebt" haben, nun auf einen anderen Wirt übergegangen sind, in dem Fall auf den Körper selbst.

Der Arzt hat nun zusätzlich wegen der Ohrentzündung, ein orales Cephalosporin gegeben zusätzlich zum Zostex gegen den Virus.

Ich hoffe nur, dass die Therapie gegen den Virus anschlägt und die Facialparese wieder verschwindet.
 

Datura

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Hallo, Tito, Welches orale Cephalosporin? Da könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn man Cefurexim- Axetil gäbe, ein gegen Borrelien wirksames Cephalosporin der zweiten Generation (oder auch Podomexef, orales Cephalosporin der dritten Generation, welches aber sehr teuer ist.)

Liebe Grüße
Datura
 
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Gegen die Ohrentzündung soll sie nun 2x 500mg Cefuroxim (Wirkstoff: Cefuroximaxetil) nehmen für 12 Tage.
Wirkt das in der Dosierung bei Borreliose ?
 

Datura

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Ja, wirkt!
Datura

Quelle gefällig?
https://www.mlhb.de/lyme-borreliose.html

bisschen runterscrollen

Aber Du weißt sicher, dass es höchst umstritten ist, welche Antibiotika bei Borreliose wie lange gegeben werden sollten, nur, wenn Deine Mama gerade ein Antibiotikum bekommt gegen was auch immer, ist es meines Meinung nach sinnig, eins zu nehmen, was auch gegen Borrelien wirkt (wenn sich der Grund nicht beißt mit dem anderen Grund), das wollte ich nur zum Ausdruck bringen.

Ich hatte vorletzten Sommer eine langwierige Blasenentzündung, habe dagegen auch Cefuroxim axetil genommen über 10 Tage, das hat gleichzeitig bewirkt, dass ich längere Zeit Ruhe vor Borreliosesymptomen hatte.
 
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Danke für die Hilfe....

Ich hab nurnoch ein Problem. Ich lese vermehrt, dass zu dieser Antiviralen Therapie, meist auch noch Kortison gegeben wird um die Entzündung und die damit verbundene Schwellung im Gehirn zu verringern. Auch meine Hausärztin sagte, dass das eigentlich üblich sei.

Nun frag ich mich wieso der Borreliosearzt, der den Zoster erkannt hat, nur Zostex verschrieben hat.

Meine Hausärztin sagte, dass 2x 25mg Prednisolon für 10 Tage (ausschleichend) eigentlich ratsam sei. Kann mir jemand eine Einschätzung geben ? Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll, will aber gleichzeitig DAS RICHTIGE machen, damit die Facialparese wieder zurückgeht.

Das ganze hat übrigens einen Namen: Ramsay-Hunt-Syndrom
https://www.medicalforum.ch/pdf/pdf_d/2004/2004-08/2004-08-185.PDF

Darin wird auch erwähnt, dass ein antivirales Mittel + Kortison gegeben wird.
 

Datura

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Hi, bin kein Arzt, aber wenn Deine Mama Borreliose hat, wäre Kortison ungünstig, denn Kortison fährt ja auch das Immunsystem runter.

Ich verstehe ehrlich gesagt auch grad nicht, wieso bei antiviraler Therapie Kortison gegeben wird, denn man will ja eine Infektion bekämpfen, aber bin wie gesagt kein Arzt. Wenn die Facialisparese durch die Borre verursacht ist ( und da spricht ja was dafür, weil sie unter Antibiotika gegen Borre entstanden ist), wäre es richtig, kein Kortison zu geben.

Mir ist gerade noch was eingefallen. Das Zeugs am Ohr Deiner Mutter (das Ohr wurde dick und rot) könnte nicht auch ein "Borrelienlymphozytom" sein ("rötlich livider Tumor an typischen Lokalisationen wie Ohrläppchen")??

Wo es unter Antibiotikatherapie auftritt? Viele berichten ja, dass unter AB- Therapie neue und altbekannte Borreliosesymptome auftreten.

Google

Alles Gute!
Datura
 
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Hi,

danke für deine Anregung.
Genau das Problem hatte ich bisher auch. Kortison ist meiner Meinung nach übles Zeugs, gerade in Bezug auf Infektionen.
Bei der Problematik handelt es sich wirklich um das Ramsay-Hunt-Syndrom so wie es auch in der verlinkten PDF zu sehen ist. Passt alles zueinander. Was natürlich nicht heißt, dass das Ramsay-Hunt-Syndrom total unabhängig einer bakteriellen Infektion ist.
Die Bilder die du mir verlinkt hast, passen in keinster Weise zu der Symptomatik bei meiner Mutter, in Bezug auf das Ohr.

Ich habe den ganzen Mittag gelesen und gelesen und bin auf einige deutschsprachige, aber auch ausländische Quellen gestoßen, die stets eine Kombitherapie aus Virustatikum und Kortison beschreiben. Bei einer Kombitherapie soll die Chance bei 80% liegen, dass die Facialparese sich zurückbildet. Ohne Kortison nur bei etwa 30%.
Die Aufgabe des Virustatikum ist ja nicht die Zerstörung der Viren, sondern das Unterbinden der Vermehrung. Alles andere müsste wohl der Körper machen. Deswegen auch kein hochdosiertes Kortison, da sonst der Körper nicht mehr in der Lage wäre. Dieses Kortison, Prednisolon, soll die Körpereigenen Entzündungsreaktionen zurückhalten und die Schwellung am Nerv reduzieren. Dadurch wird dann der Nerv entlastet und eine Regeneration des Nervs wäre denkbar.
Ne Monotherapie mit Prednisolon wäre absolut kontraindiziert.

Du glaubst garnicht wie ich mir den Kopf zerbrochen habe pro/contra Kortison. Auch die Hausärztin sagte, dass diese Kombitherapie bei diesem Zoster Virus (Gürtelrose) üblich sei, was natürlich nicht heißt, dass jede übliche Therapie die beste ist.

Als ich eben die Studien gesehen habe bezüglich der Heilungschancen wollte ich mir diese nicht nehmen lassen. Natürlich würde ich das Kortison nie ohne gleichzeitige Gabe von Antibiotikum und Virustatikum geben, da Sie aber Minocyclin, ein orales Cephalosporin und eben Zostex nimmt, musste ich den Ärzten und Quellen im Netz vertrauen. Ich glaube ich würde ihm Leben nicht mehr glücklich werden, wenn ich die Chance ausgelassen hätte. Natürlich hatte jede Therapie auch so seine Nebenwirkungen. Hoffe allerdings, dass diese ausbleiben.

Ich hoffe von Nacht zu Nacht, dass der nächste Tag eine kleine Verbesserung im Gesicht zeigt. Laut der PDF Datei der schweizer Klinik, kann es wohl mehrere Wochen und Monate dauern bis sich solch eine Facialparese zurückbildet. Ich hoffe es....
 
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Ach noch was: Ein bekannter Borreliosespezialist hat sogar mal gesagt, dass man bei der Borreliose ein Antibiotikum mit Kortison kombinieren könnte, einfach um neu aufflammende borreliosebedingte Reaktionen zu minimieren.
Aber damals war es kein Thema, so dass ich nicht weiter drauf eingegangen bin.
 

Datura

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einfach um neu aufflammende borreliosebedingte Reaktionen zu minimieren

Das stimmt, wenn jemand sehr schwer erkrankt ist an Borreliose, eine große Erregerlast hat und mit schweren Hexheimerreaktionen zu rechnen ist (Fieber, Schüttelfrost), gibt man Kortison dazu, ich ganz persönlich teile die Meinung nicht, Kortison dazuzugeben, um die aufflammenden Symptome zu minimieren, da wären mir die negativen Folgen des Kortison zu unabwägbar.

Die Bilder die du mir verlinkt hast, passen in keinster Weise zu der Symptomatik bei meiner Mutter, in Bezug auf das Ohr.

Okay, war ne Idee.

musste ich den Ärzten und Quellen im Netz vertrauen

würde ich auch machen in dem Fall, ja. Virenaufflammen ist auch bekannt bei Borre.

Liebe Grüße und alles Gute für Deine Mama
Datura
 
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