Impfungen für Babys und Kinder - Eure Meinungen

Es werden sich jetzt wieder ein paar Neugeborene von ihren drogenabhängigen Müttern anstecken und ein paar später vielleicht sogar dran sterben. Aber das macht ja nichts, das sind nur arme, schwarze Unterschichtbabies, von denen es eh viel zu viele gibt. Die bürgerliche Schicht spart ihren Kindern dagegen eine Impfung. Wo ist das Problem?

Das wäre schlimm, es könnten die Babys von drogenabhängigen Müttern gegen Hepatitis B geimpft werden als Neugeborene; die anderen Babys betrifft das ja nicht. Es sollte demnach individuell entschieden werden; wenn möglich.
In unserem Gesundheitssystem ist leider immer weniger Zeit für individuellen Umgang mit dem Patienten.
 
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Das wäre schlimm, es könnten die Babys von drogenabhängigen Müttern gegen Hepatitis B geimpft werden als Neugeborene
Aber genau das war doch der Grund für die frühere Empfehlung, einfach pauschal alle Neugeborenen zu impfen! Weil man dann auch die erwischt, über deren Mütter man nicht wissen kann, ob sie hepatitisinfiziert sind. Glaubst du, solche Frauen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen und sagen dort: hallo, ich bin oder war drogenabhängig? Manche haben nicht einmal eine Krankenversicherung.
 
Bitte lest euch ein ins Impfthema (welche Impfungen es gibt, welche die Kinder bekommen) und vA wie das Immunsystem funktioniert (vom Säugling bis zum Senior), bevor ihr hier absolute Falschinfos verbreitet und Neulingen damit eventuell schadet (wie schon so oft geschrieben: ich weiß es ja, mir tut mit dem unfundierten Hinterherunken keiner weh). Danke!

Hep B USA war imho (und der Meinung vieler Ärzte nach) immer ein Fehler gleich nach der Geburt. Es gibt meines Wissens auch kein Land außer USA, dass diese Impfung nach der Geburt gibt. (Meine detaillierten Recherchen dazu finden sich vermutlich noch unter meinem alten Usernamen - togian - im Forum. Die Einführung scheint auf "Schreibtischtäter" zurückzuführen zu sein, die keine Ahnung vom Impfthema hatten. Es dürfte etwas schwer lesbar gewesen sein und so kam es vermutlich zu dieser falschen - viel zu frühen - Einführung).

Dieser Fehler wurde nun (durch Kennedy und Team) korrigiert. Wer die Pressekonferenz gesehen hat (statt wie üblich sofort munter drauf los zu kommentieren und sich einfach wieder irgend ein Peanut rauszupicken, um irgendwas "dagegen" schreiben zu können :rolleyes: 🫣), hat gehört, dass Kennedy Explizit davon gesprochen hat Mütter auf Hep B zu testen und bei Bedarf med. Intervention (aka Impfung) zu geben. Auch wenn er es nicht im Detail ausgeführt hat, meine Erklärung dazu: wenn eine Mutter positiv ist, somit Gefahr besteht, dass sie ihr Kind bei der Geburt anstecken könnte, wird IMMER die Passivimpfung gegeben (so ist das in Ö und vermutlich den meisten anderen Ländern. Weil nur das Sinn macht). Also werden ANTIKÖRPER gespritzt, die eventuell übertragene Viren SOFORT bekämpfen (statt eine Woche und mehr warten zu müssen, bis das REIFE Immunsystem Antikörper bilden kann. Das Baby hat noch kein REIFES Immunsystem. Daher ist die Antikörperproduktion noch gar nicht "serienmäßig" am Start.)

(somit nicht die übliche Aktivimpfung, die in den USA bislang ohne Testung der Mütter ALLEN Neugeborenen verabreicht wurde, die bringt in dem Kontext ohnehin nix/schadet MEINER MEINUNG NACH viel mehr, als sie bringen kann (sofort nach der Geburt. Da hat das Neugeborene Immunsystem gar keine Kapazitäten dafür). Testung der Mutter auf Hep B war bislang NICHT Standard. Nur die Impfung wurde übernommen. (wenn man pos. Test hatte, wurde dann auch die Passivimpfung gegeben. Aber eben nur, wenn getestet wurde/das die jeweilige Krankenversicherung im Paket hatte).


Kurzfassung/Erklärungen der relevanten Punkte, für jene die die Zusatzinfo brauchen:
es gibt Aktiv- und Passivimpfungen.
Bei einer Aktivimpfung muss das Immunsystem aktiv auf einen Impuls (die Impfung) reagieren und so genannte Antikörper erzeugen. Die Produktion von Antikörpern braucht ZEIT. Die das Neugeborene nicht hat (wenn es gleichzeitig geimpft UND angesteckt wird... - das verkürzt die Dauer der Antikörperproduktion nicht.)

Das Neugeborenen Immunsystem ist auf diese Art der Immunabwehr (selbst Antikörper zu erzeugen) nicht ausgelegt. Deswegen gibt es den "Nestschutz" für mehrer Monate von der Mutter ans Kind (Mutter gibt dem Säugling Antikörper mit (viel über die Nabelschnur, die leider in der "modernen Welt" viel zu früh durchgeschnitten wird. Damit nimmt man dem Kind viel von seiner ersten Immunabwehr. Aber das ist ein anderes Kapitel...)
Und mit der Muttermilch gibt es täglich weitere Antikörper, um auch "neue Gefahren" (neuen Infekt der Mutter) auf dem Weg beim Kind abzufangen).
Das Immunsystem muss erst "reifen", um überhaupt nenneswerte Antikörpermengen erzeugen zu können. (DESWEGEN wird Kindern unter 2 Jahren oft eine massiv höhere Impfdosis verabreicht, als älteren Kindern oder Erwachsenen. Eben weil die "regulären Impfdosen" - aus gutem Grund - nicht "effektiv" sind (wenn man "effektiv" mit Antikörpertitern messen will).
(siehe auch Beipacktexte - die Hersteller übernehmen keine Haftung, wenn man ein älteres Kind (älter als 2 Jahre) mit dem Säuglings-/Kleinkinderimpfstoff impft (eben weil die Immunreaktionen zu heftig ausfallen können, je älter das Kind ist).

Bei einer Passivimpfung ist es ähnlich wie beim Nestschutz - das Kind bekommt schon "fertige Antikörper", die dann soeben übertragene Viren sofort im Ansatz platt machen sollen (die wird auch als "Reiseimpfung" gegeben - also eine Impfung die nur "fertige Antikörper" überträgt und wenn die aufgebraucht sind (abgebaut sind), gibt es keine Spuren mehr davon. Das Immunsystem kennt den Erreger nicht mehr).

Somit nochmal: Kennedy hat da mMn eine absolut sinnvolle Änderung durchgeführt. Jenen Antikörper geben, die sie brauchen und sie nicht selbst erzeugen können (in der kurzen Zeit), und sie damit effektiv zu schützen. Und alle anderen (die es nicht brauchen) in Ruhe lassen.

Ich sehe Kennedys Maßnahmen als 1 Schritt. (mE sind auch die Impfungen nach 8 Wochen noch viel zu früh - siehe Nestschutz, Immunsystem von Säuglingen etc.). Soweit ich Kennedy "kenne", hat er das am Schirm, konnte es aber vermutlich im 1. Schritt nicht umsetzen.

Aus der Praxis: in gewissen Ländern bzw. Gegenden gibt es recht hohe Hep B Durchseuchung (Afrika, Asien, Südamerika) (in Zahlen knapp über 0% in USA, Europa, allerdings in manchen Länder bis zu 5%). Das erste bzw. 2 Kind einer positiven Mutter ist meist auch ohne Impfung gut geschützt (da es - wenn sie gesund ist und ihr Immunsystem gut arbeitet) ihrem Kind ihre Antikörper mit gibt. Wenn Kinder zu knapp hintereinander geboren werden UND während der Geburt eine Ansteckung erfolgen sollte, dann kann es sein, dass ihre Antikörper nicht mehr ausreichen*. Da kommt dann die Passivimpfung (also Antikörper in einer Spritze) ins Spiel. Und viele Familien fühlen sich sicherer, wenn ihre Kinder dann auch die Aktivimpfung bekommen, damit wenn positive Mama oder Papa bluten, keine Übertragung/Ansteckung erfolgen kann. (und ja, in manchen Ländern gibt man Kindern von positiven Müttern BEIDE Impfungen gleich nach der Geburt bzw. die Passiv gleich und die Aktiv ein paar Tage später. Das halte ich für einen Kunstfehler/die falsche Vorgangsweise. Passiv zählt mE, Aktiv belastet).

*Auch da wird VOR oder in der Schwangerschaft zumindest in Ö automatisch geschaut, wie hoch die Titer bei div. Erregern sind und Impfungen empfohlen, damit man eben mehr Antikörper hat die man dem Kind weitergeben kann. In das Fass (Impfungen für Schwangere) tauch ich jetzt nicht ein.

lg togi
 

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