Gicht: suche eine Lebensmittelliste, die wirklich hilft

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17.09.10
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381
Hallo!

Ich warte zwar noch auf meine Blutergebnisse, daher weiß ich nicht 100% ob ist Gicht habe oder nicht. Aber ich möchte davon unabhängig schon meine Ernährung umstellen, damit ich auch später keine bekomme. Aktuell habe ich starke Schmerzen im Fersenbereich (seit ca.1,5 Jahren) und davor waren es die Ballen bei den dicken Zehen. Es könnte auch eine Plantar Fasciitis sein, aber letztendlich ist es so, dass ich beobachtet habe, dass mein Fleischkonsum tatsächlich Auswirkungen auf die Schmerzen hat. Daher will ich meine Ernährung anpassen, auch wenn ich kein Gicht hätte. (Und das Blut wurde abgenommen, nachdem ich schon seit länger weniger Fleisch esse, als normal für mich- weiß nicht, ob die Ergebnisse dann vielleicht verfälscht sind.)

Kennt irgendjemand eine Seite/Lebensmittelliste gegen Gicht, das einem schon Mal tatsächlich geholfen hat? Ich bin inzwischen völlig überfordert, weil die von mir besuchten Seiten so widersprüchlich sind:
"Kein Fleisch, aber viele Hülsenfrüchte für die Proteine", dann auf der nächsten Webseite: "keine Hülsenfrüchte". Das Gleiche mit Eier und auch mit Obst und sogar mit Gemüse. Champignons sind super<--> sie sind purer Gift. Tomaten sind gut <--> darf man nicht.

Für Tipps wäre ich Euch sehr dankbar!
Danke!
 
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Hallo braunkappe,

vielleicht ist eine fleischarme Ernährung noch nicht das Ende der Fahnenstange. Auch andere Faktoren spielen bei der Vermeidung von Gicht eine Rolle:

... Der blinde Fleck der Gichttherapie: ein Drittel verlässt den Körper über den Darm
Fragen Sie zehn Menschen, wie der Körper Harnsäure loswird, und neun werden antworten: über die Niere. Das ist nicht falsch. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Tatsächlich verlässt rund ein Drittel der gesamten Harnsäure den Körper nicht über die Niere, sondern über den Darm.
Diese Erkenntnis hat die Forschung in den letzten Jahren grundlegend verändert. ... Unser Darm ist kein steriler Schlauch. Er beherbergt ein dichtes Geflecht aus Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Man kann sich dieses Ökosystem wie einen Garten vorstellen, in dem viele verschiedene Pflanzen im Gleichgewicht wachsen. Gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken, hat das Folgen, die weit über die Verdauung hinausreichen. ...
Schon vor einem akuten Gichtanfall verändert sich die Zusammensetzung des Darmmikrobioms messbar:
Die Vielfalt der Bakterien ist bei Gicht reduziert, der bakterielle Purinstoffwechsel hochgefahren. Der Darm ist damit weit mehr als ein Nebenschauplatz der Gicht.

Wenn der nächste Anfall sich bereits im Darm anbahnt, bevor das Gelenk schmerzt. ...

Kurz gesagt: die Beschaffenheit des Mikrobioms spielt bei der Ausscheidung von Harnsäure eine wichtige Rolle. Insofern wäre das ein weiiterer Ansatzpunkt bei der Entstehen und Vermeidung von Gicht.
Auch wenn der Text oben von Kijimea stammt, also auch Werbung ist, sollte man sich auch mit dem Darm beschäftigen beim Thema „Gicht“.
Übrigens:
... Risikofaktoren für eine Gichterkrankung sind Übergewicht, ein hoher Alkoholkonsum und Fleisch- beziehungsweise Meeresfrüchte-reiches Essen. Diese Liste sollte um den Punkt »erhöhter Fructosekonsum« ergänzt werden, wie die Studie von Joseph Jamnik und Kollegen von der University of Toronto nahelegt. ...

KI sagt: ...
    • Frische ist wichtig: Sowohl bei Gicht als auch bei Histaminintoleranz helfen frische, unverarbeitete Lebensmittel.
    • Verzicht auf Fertigprodukte: Künstliche Zusätze, lange gereifte oder fermentierte Produkte schaden bei beiden Beschwerden.
    • Alkohol meiden: Bier und Wein sind sowohl bei Histamin als auch bei Gicht starke Auslöser für Beschwerden. [1, 2, 3, 4, 5]
Unterschiede der Auslöser
    • Histaminintoleranz: Reagiert auf gereiften Käse, Rotwein, Salami, Fisch, Tomaten und Sauerkraut (wegen langer Reifung oder Lagerung).
    • Gicht: Reagiert auf purinreiche Lebensmittel wie rotes Fleisch, Innereien, bestimmten Fisch (Sardinen, Hering) und Hefeextrakt. [1, 2, 3] ...

Hier noch mehr allgemeine Informationen zur Gicht:


Grüsse,
Oregano
 
Gicht hieß früher in Frankreich nicht umsonst die Krankheit der Könige, da nur die sich das Essen leisten konnten die die Gicht auslöst. Alkohol, fettes Fleisch, Meeresfrüchte usw. Zu den Eiern ist zu sagen, das das Eiklar große Mengen Avidin enthält, das sich enorm stark an das Biotin bindet das für die Synovia benötigt wird und eben auch Entzündungen auslöst wenn nicht genug davon da ist. B7 ist allerdings dann auch wieder im Dotter. Eidotter sind auch in großen Mengen kein Problem normalerweise, ich esse seit gut 20 Jahren 6-10 davon täglich weil es die beste natürliche Quelle für Lecithin bzw. Cholin ist. Ich hatte von Kind auf eine latente Gallenschwäche weswegen das für mich relevant war und ich mich leidlich damit auskenne. Verabschiedet sich aber auch gerade wie vieles andere auch. Also ich hatte nie Gicht, dafür aber Heberden schon mit 35 was extrem ungewöhnlich für einen Mann ist da das üblicherweise mehr Frauen in den 50ern bekommen.
 
Übrigens:
Auf dem Stand bin ich auch. Eine Bekannte hatte erhöhte Harnsäure-Spiegel, obwohl seit Jahrzehnten fleischfrei lebend und auch nur sehr wenig Fisch essend (Meeresfrüchte i.e.S. wohl gar nicht). Sie aß aber viel - auch süßeres - Obst. Sie hat keinen Kontrollwert machen lassen, aber die Schmerzen sind wohl besser.
 
Ich hab das mal überflogen, wenn der Schreiberling sowas schreibt

High-fructose corn syrup (HFCS), zu Deutsch Fructose-Glucose-Sirup

fehlen grundlegende Kenntnisse. Zu deusch heißt das einfach Maissirup mit einem exorbitanten Fruktoseanteil, Glukose kommt in dieser Abkürzung gar nicht vor. Komplexe KH sind bei intaktem Darm überhaupt kein Problem, isolierte KH schon, darauf läuft es immer hinaus. In Europa wird der Industriezucker aus Zuckerrüben gewonnen, das ist zwar auch nicht gut aber immerhin nicht ganz so übel wie der HFCS. Ich habe seit 20 Jahren eine komplett ausgeheilte chronische Histaminintoleranz, früher Schwindelsymptome und Brainfog nach einer Handvoll Himbeeren oder ein paar Walnüssen. Heute esse ich manchmal 1 Kilo oder mehr Himbeeren am Tag ohne jede Symptomatik und auch beliebig Walnüsse. Leaky gut ist eben auch eine Folge der Industrienahrung. Fruktose kann eben nur über Insulin und Leber in Fett verstoffwechselt werden, für Glukose gibt es mehrere Abbauwege.
 
Ich habs gerade nochmal durch die KI laufen lassen weil ich nicht mehr 100% sicher war und auch zur Auffrischung. Die KI schreibt unter anderem:
Rübenzucker (Saccharose): Ist ein Zweifachzucker, bei dem Glucose und Fructose zu exakt 50:50 fest chemisch miteinander verbunden sind. Der Körper muss Energie aufwenden (Invertase-Enzym), um diese Bindung im Darm erst zu spalten.
HFCS / Isoglucose: Hier liegen Glucose und Fructose völlig ungebunden (frei) nebeneinander in flüssiger Form vor (meist im Verhältnis 55 % Fructose zu 45 % Glucose). Die freie Fructose flutet den Organismus ohne jede enzymatische Barriere schlagartig.
Glucose kann von jeder Zelle des menschlichen Körpers (Muskeln, Gehirn) direkt über Insulin als Energie verbrannt werden.
Fructose besitzt diesen Weg nicht. Sie muss zwingend zu fast 100 % in der Leber metabolisiert werden. Sie umgeht die regulatorischen Kontrollpunkte der Glykolyse (Phosphofructokinase). Bei isolierter Zufuhr im Übermaß schaltet die Leber sofort auf De-novo-Lipogenese (Fettneubildung) – die Grundlage für Fettleber und metabolischen Ruin.
Industrienahrung (Isolierte KH / Emulgatoren): Zerstört die Tight Junctions der Darmschleimhaut (Leaky Gut). Dadurch schlüpfen unverdauter Proteinschrott und Histaminmoleküle ungefiltert ins Blut und triggern das Immunsystem (Brainfog/Schwindel).
 

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