"Fokussierung" auf Themen Gesundheit/Krankheit

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Das Thema wurde aus dem Amalgambereich ausgelagert.
Janni spricht ein wichtiges Thema von allgemeinem Interesse an.
Inhaltlich kann uns das gemeinsam zum Nachdenken anregen.
Das Board bittet darum, dem User, der sich hier öffnet, mit Respekt zu begegnen.

Bodo H





Hi Malk,

nunja ich war jetzt beim hochgelobten Dr. Runte (Tochter) und habe (vermutlich) sehr viel Geld in die Hand genommen. Mir reicht das erst mal. Ich habe nun auch zig Leidensgeschichten gelesen (auch in Büchern) die meist immer ähnlich verlaufen. Von Arzt zu Arzt rennen, zigtausende Euros ausgeben, keine Besserung erleben. Dann Odysseen mit Heilpraktikern und wieder nach zigtausenden Euros und keiner Heilung dann den eigenen Weg finden. Ich hoffe die Heilpraktiker bleiben mir erspart. Ärzten hab ich nun schon mehr als genug Geld gegeben.

Ich sage mir auch immer wieder (was sicher auf sehr viele hier im Forum zutrifft) das wir unser ganzes Leben der perfekten Gesundheit hinterherjagen und dabei vergessen zu leben. Wenn ich mir meine Eltern oder Großeltern anschaue (toi toi toi), die essen alles was sie wollen, haben Amalgam, sind etwas übergewichtig und und und... Die leben ihr Leben und jagen nicht 24/7 der Gesundheit hinterher. Mein Opa ist 86 und fährt noch täglich Fahrrad. Der Mann isst fast jeden Tag Fleisch und Weißbrot und gönnt sich Zucker und Kuchen und vlt. 1 mal die Woche einen kleinen Salat. Vlt. 1 mal die Wochen nen Apfel. Also komplett entgegen allen Gesundheitsbüchern die gerade alle so in sind und nur noch Rohkost propagieren. Oder am besten eigentlich gar nicht essen denn Obst hat ja auch noch Fruchtzucker der uns umbringt. Das Buch von Dr. Mutter "Grün essen" ist ein blanker Alptraum. Sich von Kräutern ernähren, wenn das Leben ist dann weiß ich auch nicht weiter.

Er hat keine Backenzähne mehr und hat die Dritten im Mund. Röntgenpanorama, Zahnherde und Zysten? Hat er noch nie untersuchen lassen.

Dieses Forum und das Informieren um die Gesundheit hat mir sicher geholfen (vielen Dank euch allen) aber es hat mich auch in tiefe Depressionen gestürzt. Ich kann nahezu keine Mahlzeit mehr genießen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Nichts. Alles ist schlecht, alles ist Gift, alles ist tödlich. Ich achte so penibelst darauf keine "Gifte" zu mir zu nehmen und lebe um ein vielfaches beschissener als die Leute in meinem Umfeld die auf nichts achten und sich alles was verpönt ist gönnen.

Das Traurige ist, ich habe nun diese blaue Pille geschluckt und bin in diese Matrix eingetaucht. Ich werde mich von diesem Wissen wohl nie wieder erholen. Ich werde nie wieder einfach so friedlich und ohne Bedenken vor mich hinleben können wie die Leute in meinem Umfeld. Einfach mal was essen ohne dabei daran zu denken das es mich näher an mein Grab bringt. Mal Wasser aus ner Plastikflasche trinken ohne dabei "Todesangst" zu haben. Mal wieder Thunfisch essen ohne dabei zu denken das ich mich jetzt damit völlig vergifte. Einfach wieder glücklich sein und abschalten. Trotz Krankheit. Erscheint mir unmöglich. Ich bin zu einem totalen Hypochonder mutiert. Ich adaptiere mir inzwischen jede Krankheit. Letztens hab ich mir den Film Deadpool angesehen wo der Typ Darmkrebs hat. Ja das empfand ich dann gleich als "Zeichen" das ich das auch habe und unbedingt zum Arzt deswegen sollte. Ihr glaubt gar nicht was für ein Leidensdruck das alles ist.

Wieder so "dumm und naiv" zu leben wie früher, das wäre mein großer Wunsch. Sterben werden wir so oder so. Ständig dem Leben hinterherjagen und dabei vergessen zu leben. Hier gibts Leute die wissen über jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Körper bescheid. Hunderte von Untersuchungen und hunderte von Werten worauf dann hunderte NEMs folgen. Ich empfinde das irgendwie als krank und unnatürlich. Doch je mehr ich mich dagegen wehre so zu werden desto mehr werde ich so.

Bin jetzt etwas abgeschweift aber musste mal niederschreiben was mir auf der Seele liegt. Das war jetzt nicht an dich gerichtet Malk. Sind nur meine Gedanken im Moment.
 
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wundermittel

Alan Harper

Hi Janni81,

kann das meiste was du schreibst nachvollziehen.
Die Menschen die sich die wenigsten Gedanken machen, haben meist die wenigsten gesundheitlichen Probleme. Ganz egal ob sie rauchen, trinken oder Amalgam im Mund haben.

Den ganzen Tag Wildkräuter zu sammeln und sich nur von Grünfutter zu ernähren kann auch nicht die Lösung sein. Im Gegenteil.

Ich habe auch schon zig Tausende ausgegeben. Leider ging es mir hierdurch immer schlechter. Den richtigen Arzt zu finden ist wie russisch Roulette.

Alan
 
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Luft

...Ich sage mir auch immer wieder ... das wir unser ganzes Leben der perfekten Gesundheit hinterherjagen und dabei vergessen zu leben. .... Oder am besten eigentlich gar nicht essen denn Obst hat ja auch noch Fruchtzucker der uns umbringt. Das Buch von Dr. Mutter "Grün essen" ist ein blanker Alptraum. Sich von Kräutern ernähren, wenn das Leben ist dann weiß ich auch nicht weiter.

Dieses Forum und das Informieren um die Gesundheit hat mir sicher geholfen ... aber es hat mich auch in tiefe Depressionen gestürzt. Ich kann nahezu keine Mahlzeit mehr genießen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Nichts. Alles ist schlecht, alles ist Gift, alles ist tödlich. Ich achte so penibelst darauf keine "Gifte" zu mir zu nehmen und lebe um ein vielfaches beschissener als die Leute in meinem Umfeld die auf nichts achten und sich alles was verpönt ist gönnen.....

Janni, ich kann dich gut verstehen.

Dieses extensive Kreisen um Gesundheit und besonders auch um die vielen unterschiedlichen "gesunden" Ernährungsformen kann krankhafte Züge annehmen und man muß bewußt gegensteuern.

Die dunkle Seite von „Nahrung als Medizin“

Orthorexia oder Orthorexia nervosa
= zwanghafte Fokussierung auf gesundes Essen

Eine Störung die durch intensive oder übermäßige Beschäftigung mit "gesunder" Nahrung gekennzeichnet ist.

1997 vom amerikanischen Arzt Steve Bratman definiert, der festgestellt hat, daß der Entzug bestimmter Nahrungsmittel zur Förderung der Gesundheit bei einigen empfänglichen Patienten paradoxer Weise zu ungesunden Konsequenzen führte: wie z.B. dem Verlust der Fähigkeit, auf natürliche und intuitive Weise zu essen. Diese Patienten hörten nicht mehr auf ihren Körper, sondern ausschließlich auf ein Dogma oder einer Ernährungstheorie.

Der Bratman Test für Orthorexie

•Denken Sie mehr als 3 Stunden am Tag über Ihre Ernährung nach?
•Planen Sie Ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus?
•Ist Ihnen der ernährungsphysiologische Wert Ihrer Mahlzeit wichtiger als die Freude an deren Verzehr?
•Hat die Steigerung der angenommenen Lebensmittelqualität zu einer Minderung Ihrer Lebensqualität geführt?
•Sind Sie in letzter Zeit mit sich strenger geworden?
•Steigert sich Ihr Selbstwertgefühl durch gesunde Ernährung?
•Verzichten Sie auf Lebensmittel, die Sie früher gerne gegessen haben, um nun “richtige” Lebensmittel zu essen?
•Haben Sie durch Ihre Essensgewohnheiten Probleme auszugehen und distanzieren Sie sich dadurch von Freunden und Familie?
•Fühlen Sie sich schuldig wenn Sie von Ihrer Diät abweichen?
•Fühlen Sie sich glücklich und unter Kontrolle wenn Sie sich gesund ernähren?
Wenn Sie 4 oder 5 dieser Fragen bejahen, ist es Zeit mehr Gelassenheit in Bezug auf Ihre Ernährung zu zeigen. Wenn Sie alle Fragen bejahen haben Sie bereits eine Besessenheit für gesunde Lebensmittel entwickelt
Quelle: Orthorexia nervosa

oder auch hier
wikipedia und 2004 Spiegel online
 
regulat-pro-immune
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04.02.08
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Hallo janni81,

auch ich kann Deine Gedanken sehr gut nachvollziehen!

Ich würde sogar noch einen drauf setzten, es geht nicht nur um das
"giftige oder ungesunde" Essen, sondern auch um die ganzen
Negationen, die hier zu lesen sind.

Unwillkürlich liest man eine Überschrift und schwupp, den ganzen
Thread.

Heißt es nicht, wenn man sich nur noch damit beschäftigt, dann
zieht man auch solche (negativen) Dinge an?
Es kann nicht gesund sein, wenn sich alles nur noch darum dreht
und alles um einen herum gar nicht mehr wahr nimmt oder keinen
Spaß mehr macht.

Aber heißt es nicht auch, wenn einem etwas bewußt wird, so wie Du
es auch geschildert hast in Deinem Eingangsthread, dann ist das
bereits der 1. Schritt. Denn jetzt hat man die Möglichkeit, ganz
bewußt etwas daran zu ändern!?

VG, Destination
 

Clematis

Letztens hab ich mir den Film Deadpool angesehen wo der Typ Darmkrebs hat. Ja das empfand ich dann gleich als "Zeichen" das ich das auch habe und unbedingt zum Arzt deswegen sollte. Ihr glaubt gar nicht was für ein Leidensdruck das alles ist.

Wieder so "dumm und naiv" zu leben wie früher, das wäre mein großer Wunsch. Sterben werden wir so oder so. Ständig dem Leben hinterherjagen und dabei vergessen zu leben. Hier gibts Leute die wissen über jede noch so kleine Kleinigkeit in ihrem Körper bescheid. Hunderte von Untersuchungen und hunderte von Werten worauf dann hunderte NEMs folgen. Ich empfinde das irgendwie als krank und unnatürlich. Doch je mehr ich mich dagegen wehre so zu werden desto mehr werde ich so.

Hallo Janni,

ein sehr guter und wichtiger Beitrag, den wir uns alle, ob jung oder alt, hinter die Ohren schreiben sollten.

Du sprichst ja hier zwei Themen an:

Film gesehen und schon glaubt man, die dort geschilderte Krankheit zu haben. Presse und TV donnern uns zusätzlich mit leichtfertigen Diagnosen zu, ob als Werbung oder Gesundheitsbericht. Am nächsten Tag laufen die Wartezimmer der Ärzte über, mit Patienten, die meinen die Krankheit zu haben, die in der Sendung beschrieben wurde - so stark wurden die Menschen verunsichert. In Gesundheitsforen ist diese Gefahr noch viel größer, hier kann man unzählige Symptome lesen, von denen man mit Sicherheit welche bei sich selber wiederfindet. Dabei wird vergessen, daß alle Schilderungen immer nur Bruchstücke sind, nie eine komplette Darstellung. Wenn ich jetzt Ödeme habe, dann hat das eine jahrzehtelange Geschichte, einen Auslöser, verschiedene Verstärker, sich wiederholende Ereignisse und immer auch Behandlungen. Wäre ein Roman, den man in einem Forum nicht erzählen kann und wenn, dann würden beim Leser nur einzelne Bruchstücke haften bleiben, weil sie ihm bekannt vorkommen und er das gleich auf sich selbst bezieht. Und hier liegt die große Gefahr - da kann man leicht zum Hypochonder werden, weil man zu viele verschiedene Leidensgeschichten gelesen hat.

Und wie kann man sich dagegen schützen? Eigentlich ganz einfach, indem man nur ganz gezielt das liest, was mit dem eigenen Krankheits- oder Gesundheitsbild zu tun hat und alles andere ausklammert. Sich nicht vom Hundertsten ins Tausendste verlaufen, dann irrt man letztlich nur noch ziellos durch die Gegend, schluckt Hunderte NEMs, sucht Dutzende Ärzte auf und nichts war. Ausgenommen hiervon sind nur solche Krankheiten, bei denen die Ärzte ratlos sind. Aber auch hier ist vorsichtiges, langsames, sorgsames und vor allem zielgerichtetes Vortasten angesagt.

Mit Ernährung ist das ähnlich, ganz abgesehen davon, daß niemand wirklich weiß, was die genau richtige gesunde Ernährung ist. Vegan kann es meines Erachtens nicht sein, wenn zusätzlich NEMs genommen werden müssen, um nicht krank zu werden. Hier hilft vielleicht ein Blick zurück in die Evolution, vom Neantertaler bis heute. Wie haben sich unsere Vorfahren ernährt? Denn genau so funktionieren wir heute immer noch. Dann sind wir alle etwas unterschiedlich: der Eine verputzt ein Kilo Erdbeeren und fühlt sich prima, der Andere bekommt davon schweren Ausschlag. Jeder verträgt irgendetwas sehr gut oder auch gar nicht. Deswegen ist der Betreffende aber noch lange nicht krank. Dann ißt man das nächste Mal nur 100 Gramm Erdbeeren oder gleich Bananen.

Da wir durch Amalgam u.v.m. belastet sind, reagieren wir bei vielem mit Allergie oder Unwohlsein. Da muß jeder für sich selbst herausfinden, was ihm bekommt. Nur wenn eindeutig unverträglich sollte man das weglassen oder nur in kleineren Mengen essen. Ansonsten sollte man wieder lernen auf seinen Bauch und Appetit zu hören, das sind letztlich die wirklich guten Ratgeber. So kaufte ich vor vielen, vielen Jahren mal ein Roggenbrot beim Biobäcker - ich wußte bis dahin gar nicht wie lecker das ist, nur mit dick Butter (mit Margarinekleister konnte man mich schon immer jagen!), hmmmm. Dann bemerkte ich noch, daß ich davon viel länger satt war, als bei dem Industriebrot. Ich blieb also bei Biobrot, weil es mir schmeckte und mich wohlig satt machte. Bei Besuchen bekam ich dann mal Industriebrot, das schmeckte im Vergleich gräßlich (Zusatzstoffe schmeckte ich nun raus, früher nie bemerkt), da machte ich dick Marmelade drauf, so war es für mich einigermaßen genießbar.

Als ich Deinen Beitrag eben las, bekam ich Hunger auf Chips. Auch die gönne ich mir, wenn mir danach ist, oder Kuchen, oder Eis. Und habe dabei gar kein schlechtes Gewissen, denn auch diese Gaumenfreuden brauche ich. Ernährung ist für mich - so abwechslungsreich wie möglich, von allem etwas und es muß mir schmecken. Was ich nicht mag, esse ich auch nicht und ich weiß inzwischen, daß mir das auch nicht gut tun würde. Meine Mutter war ein Fan von Nieren und Leber, die mir ein Graus waren. Aber was auf den Tisch kam, wurde gegessen. Also würgte ich die Nieren in Pürree verpackt runter, kurz darauf wurde mir schlecht und ich übergab mich. Danach wurden mir Nieren und Leber erspart. Den Fans wünsche ich dennoch guten Appetit und befriedige meinen lieber mit einem Rindersteak ;).

Mir ist durchaus bewußt, daß in der Nahrung vieles steckt, was besser nicht drin sein sollte, daß die Viehzucht alles andere als tiergerecht ist, das kritisiere ich ebenfalls. Doch wenn wir anfangen all das nicht mehr zu essen, wovon sollen wir dann überhaupt noch satt werden? Und an die Veganer und Vegetarier: Pflanzen empfinden Schmerz, zeigen eine starke Stressreaktion, wenn sie gepflückt und zerkleinert werden. Die dürften wir dann auch nicht essen, nicht wahr? Von der Luft leben? Einige wollen das geschafft haben, was ich bezweifele. Aber auch die Luft ist nicht rein und unbelastet! Also gleich in die Kiste springen? Verfrüht zur Bodenverschmutzung beitragen? Da sage ich eindeutig NEIN dazu, Janni.

Janni, es geht kein Weg daran vorbei, ernähre Dich abwechslungsreich und mit dem was Dir schmeckt und was Du verträgst. Laß die Ernährungsberater reden - es gibt verschiedenste Diäten - wie Sand am Meer. Wenn nur eine davon die allein seelig machende wäre, gäbe es nur diese. Die Diätvielfalt zeigt doch nur, daß man nichts genaues weiß, es sind viele Meinungen und doch hat keiner den Beweis erbracht, daß SEINE Diät die einzig richtige ist. Das geht auch gar nicht, denn Du Janni verträgst ganz anderes gut als ich, und als jeder andere hier im Forum. Hör auf Deinen Bauch, Deinen Darm, Deine Intuition, Deinen Appetit - und laß es Dir schmecken. Das tue ich genau so und mir schmeckts auch.

Der vorangegangene Absatz gilt auch wenn man krank ist, vielleicht sogar ganz besonders: wenn man dann etwas nicht mag, würde es schaden. Bekommt man Heißhunger auf etwas, dann unbedingt das auch essen. Ein Beispiel: ich war mal schwer krank, auf 45kg bei 175cm geschrumpft und bekam Heißhunger auf ein Schmalzbrot. Ich bekam es sofort und erbrach danach sehr heftig und öfter. Danach ging es mit mir rapide aufwärts! Mein Körper hatte mir mit Heißhunger auf Schmalz genau das richtige Brechmittel vorgegeben, um irgend etwas gründlich los zu werden. Auch Dein Körper weiß, was er braucht und was nicht, höre auf ihn. Solltest Du das verlernt haben, wie leider viele von uns, mit Aufmerksamkeit läßt es sich wieder lernen. Ich mußte es auch erst wieder lernen.

Wenn Du von den Gedanken an falsche Ernährung und sonstigem Wahnsinn dieser Welt nicht los kommen kannst: übe Abstinenz in Bezug auf Informationen. Lies keine Zeitung, sieh nicht fern, komm nur bei ganz konkreten, dich betreffende Fragen ins Forum und laß alles andere links liegen. Geh statt dessen im Wald spazieren, schaff Dir einen Hund an, der fröhlich mitwandert. Die Natur ist das heilsamste Mittel und ganz und gar kostenlos. Mach Radtouren bei Wind und Wetter, laß Dir den Wind um die Nase pfeifen. Mach es mit guten Freunden, die so "naiv und dumm" sind, wie Du gern wieder sein möchtest. Es gibt so viel anderes, spannendes und schönes worüber man reden kann. Kehrt danach irgendwo ein, bestellt Euch was Leckeres, trinkt Wein oder Bier dazu. Erzählt Euch Witze... Diesen Rat bekam ich selbst mal und aus genau dem gleichen Grund und es hat geholfen. Seitdem betrachte ich die Dinge aus mehr Distanz, meist gelingt mir das sogar ganz gut.

Liebe Grüße,
Clematis
 
Beitritt
27.08.13
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Mit Ernährung ist das ähnlich, ganz abgesehen davon, daß niemand wirklich weiß, was die genau richtige gesunde Ernährung ist. Vegan kann es meines Erachtens nicht sein, wenn zusätzlich NEMs genommen werden müssen, um nicht krank zu werden. Hier hilft vielleicht ein Blick zurück in die Evolution, vom Neantertaler bis heute. Wie haben sich unsere Vorfahren ernährt? Denn genau so funktionieren wir heute immer noch. Dann sind wir alle etwas unterschiedlich: der Eine verputzt ein Kilo Erdbeeren und fühlt sich prima, der Andere bekommt davon schweren Ausschlag....

Liebe Clematis,

Wenn man vegan isst, braucht man normalerweise keine Nems nehmen, außer man isst nur Fertigprodukte.
Der Neantertaler hat keine Milch und keinen Käse von Kühen gegessen, die Medikamente bekommen, weil sie jeden Tag 20 oder 30 Liter MIlch geben müssen. Sie haben auch kein Fleisch aus Massentierhaltung gegessen und sowieso nicht jeden Tag.
Ihr Gemüse und Obst war nicht gespritzt und sie hatten keine Atomkraftwerke und keine Nuklearkatastrophen.
 

Clematis

Der Neantertaler hat keine Milch und keinen Käse von Kühen gegessen, die Medikamente bekommen, weil sie jeden Tag 20 oder 30 Liter MIlch geben müssen. Sie haben auch kein Fleisch aus Massentierhaltung gegessen und sowieso nicht jeden Tag.
Ihr Gemüse und Obst war nicht gespritzt und sie hatten keine Atomkraftwerke und keine Nuklearkatastrophen.

Hallo Ullika,

das, was Du schreibst stimmt, doch so hatte ich das nicht gemeint:
Blick zurück in die Evolution, vom Neantertaler bis heute. Wie haben sich unsere Vorfahren ernährt?
Ich meinte damit, wie sich der Mensch selbst entwickelt hat, vom Neandertaler über viele Jahrtausende bis heute. Es gab sicherlich Veränderungen und Anpassungen, doch die Körperfunktionen, die Verdauung und weiteres haben sich nicht allzu stark verändert. Auf Ernährung reagieren wir immer noch so wie vor langen Zeiten, etwa wie die Jäger und Sammler.

Gruß,
Clematis
 
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27.08.13
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Wenn ich mir meine Eltern oder Großeltern anschaue (toi toi toi), die essen alles was sie wollen, haben Amalgam, sind etwas übergewichtig und und und... Die leben ihr Leben und jagen nicht 24/7 der Gesundheit hinterher. Mein Opa ist 86 und fährt noch täglich Fahrrad. Der Mann isst fast jeden Tag Fleisch und Weißbrot und gönnt sich Zucker und Kuchen und vlt. 1 mal die Woche einen kleinen Salat....

Hallo Janni,

viele Menschen, die heute 80 oder 90 sind, haben mehr als die Hälfte ihres Lebens nicht jeden Tag Fleisch und Weißbrot gegessen und wir sprechen von denen, die noch leben, viele aus der Generation sind auch bereits mit 50, 60 oder 70 gestorben.
Es gibt auch jetzt viele Menschen, die können scheinbar alles essen ohne krank zu werden, aber eben nicht alle. Manchen sieht man ihre Krankheit auch nicht an, weil sie Schmerzmittel oder andere Medikamente nehmen oder Gelenke ausgetauscht haben.

Aber scheinbar sind Umwelt und Lebensmittel heute giftiger als früher, die Tiere, die wir essen, kranker, die Welt wird kleiner und dadurch verbreiten sich Krankheitserreger mehr.
 
regulat-pro-immune
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27.08.13
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.. doch die Körperfunktionen, die Verdauung und weiteres haben sich nicht allzu stark verändert. Auf Ernährung reagieren wir immer noch so wie vor langen Zeiten, etwa wie die Jäger und Sammler....

das stimmt schon, aber das Fleisch ist nicht mehr dasselbe und die Milch auch nicht, deshalb ist es möglich, dass vegan zu essen gesünder ist, obwohl es nicht artgerecht ist, aber eben das kleinere Übel.
Ich selber esse auch nicht rein vegan, ich hab eigene Hühnereier und esse manchmal Wildfleisch, aber nichts mehr von Massentierhaltung, auch nicht Bio und ich bin damit wieder gesund geworden, weitgehend ohne Nems.

Im Prinzip kommt meine Ernährung der Steinzeiternährung ähnlich, außer dass ich Getreide esse, aber keine Hefe, sondern aus Natursauerteig.

Was schon stimmt, dass der Mensch verlernt hat, was ihm gut tut, einerseits wegen der vielen Werbung, anderseits, wegen der viele Aromen und Geschmacksverstärker und zuletzt auch, weil ein Apfel nicht mehr ein Apfel ist, weil er gespritzt wurde, Milch nicht mehr Milch, weil Chloroform oder Antibiotika drinnen ist und wenn ich ein Ei esse, ist Fischmehl mit Penizillin drinnen....
 
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21.05.11
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Ich möchte der These widersprechen , dass die, die sich nicht um die Gesundheit kümmern gesünder sind.

Das kann ich aus meinem Umfeld nicht bestätigen. Im Gegenteil: Krankheit sowiet man sieht und das schon bei den Jungen, spätestens ab 30.
Meine Geschwister kümmern sich Null und sind nur krank. Meine Eltern genauso.
Mein Onkel und ich bekommen so gut wie nie Erkältungen, Gelenkschmerzen sind Vergangenheit. Er ist 70 und ich bin 50 und habe 22 Jahre Dialyse auf dem Buckel und ne nette Schwermetallvergiftung.
Was mich schafft ist das ständige Recherchieren und die Manie, die Menschheit heilen zu wollen. So werde ich mich hier auch allmählich rausziehen müssen, ich habe viel zu wenig Ausgleich und mein Fokus ist eben auch zu sehr auf Krankheit gerichtet.
Einige Schwerpunkte habe ich nun für mich herausgepickt, muss mich noch ein wenig schlau machen und dann ziehe ich mein Programm routiniert bis auf absehbare Zeit durch und komme dann auch wieder in die Entspannung.
Leider muss ich auch seit einem dreiviertel Jahr deutlich mehr arbeiten und unter schwierigeren Bedingungen.
Es gibt hier offenbar auf viele, die es besser hinbekommen als ich und das Leben dennoch weitaus mehr geniessen können.
Private Probleme spielen bei mir ja auch ne Rolle.

Ja : Wenn wir unser Leben an unserer evolutionären Entwicklung orientieren ,geht es uns gut....und das meine ich gerade auch im Hinblick auf die Ernährung. Davon sind leider die meisten Lichtjahre entfernt und bekommen den reinsten Horror wenn man darauf mal verweist, dass vielleicht ne Ernährungsumstellung hilfreich wäre. Was allein das Thema glutenfrei für Reaktionen hervorruft werde ich nie verstehen. Ich habe das damals ohne irgendeine Klage begonnen , genauso wie mein Onkel. Für mich war das wirklich total easy. Aber fast allen Unverträglichkeiten im Gepäck ist das eine ganz andere Nummer.Deshalb ist mein Fokus auch ,die Hit runterzubekommen und die Fructose weg. Die Hit wird mir ein Stück weit immer bleiben wegen des Nierenversagens.

Alles Gute.
Claudia.

PS: Demnächst mache ich den zweiten Anlauf mit Yoga.
 
Beitritt
27.08.13
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I Was allein das Thema glutenfrei für Reaktionen hervorruft werde ich nie verstehen.....

Wenn es nur glutenfrei ist, ist es vielleicht kein Problem, aber wenn dir jemand sagt, iss auch vegan, was dann?

Die meisten sagen: "dann bin ich lieber krank."

Das Problem sind nicht die Gluten alleine, unsere gesamte Nahrung ist nicht mehr gesund, weil es die Umwelt nicht mehr ist. Es wird immer schwieriger, sich gesund zu ernähren und gesundes Essen ist den meisten noch zuwenig wert.

Ich sage ein Beispiel: Ein normal langsam gewachsenes Huhn kannst du nicht mehr kaufen. Was man kauft, ist ein schnell wachsendes Turbohuhn, in 5 Wochen schlachtreif. Die Bauern, die noch alte Rassen haben, essen sie selber, weil der Verkauf sich nicht lohnen würde.

Legehennen legen ein Jahr lang jeden Tag ein Ei, dann werden sie entsorgt. Um jeden Tag ein Ei zu legen, müssen sie billiges Eiweiß bekommen, in Form von Fischmehl, das bekommen auch Schweine ins Futter oder eben Soja.

Ich glaube, mit dem Futter aus aller Welt kommen auch Parasiten(eier) und Krankheiten. Wir haben soviel Massentierhaltung, dass wir dafür zuwenig eigenes Futter haben. Über 80% des nach Deutschland importierten Sojas stammt aus Südamerika.
Bei Rindfleisch kommen 4%, bei Schweinefleisch 0,5% und bei Geflügelfleisch 0,8% aus ökologischer und artgerechter Tierhaltung und die meisten behaupten, genau das zu essen :)

Unsere Eltern und Großeltern haben oft nur einmal pro Woche Fleisch gegessen, heute ist es oft mehrmals am Tag und wenn nicht Fleisch, dann Milchprodukte.

Man muss ja nicht gleich 100 % vegan essen, aber man könnte es zumindest mal einen Tag lang versuchen, dann würde man stauen, wo überall Tier drinnen ist und es dann doch mehrmals die Woche tun, das würde der Gesundheit und dem Tierwohl bestimmt dienen.

Leider kann man auch gesundes Gemüse und Obst kaum mehr kaufen, alles wird gespritzt, leider auch oft Bio. Streptomycin ist eines dieser fragwürdigen Spritzmittel, eingesetzt gegen den Feuerbrand im Obstbau, es ist ein Antibiotikum, früher in der Medizin gegen Tuberkulose eingesetzt.
Von Roundup muss man gar nicht sprechen, das ist eh bekannt.

Was kann man da echt noch gefahrlos essen? Inzwischen glaube ich schon fast, am besten wäre eine Ernährungsform, die immerzu wechselt, was weggelassen wird, damit sich der Körper dazwischen immer wieder erholen kann. Wenigstens ein paar Tage die Woche vegan, ein paar Tage glutenfrei, ein paar Tage Obstfrei, Milchfrei, Zuckerfrei, Eifrei...
 
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25.09.13
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... Ich bin immer wieder fasziniert, wie manche personen so total konsequent mit der ernährung sein können. einmal ist es wohl typsache. manche leute sind von natur aus so genau/streng/intensiv... manche haben aber schon am eigenen leib die positiven wirkungen von ernährungsänderungen erfahren.
wenn mir etwas schmeckt, kann ich es leider nicht einfach weglassen, nur weil es so in einem buch steht. ich finde weder milchweglassen noch glutenfrei irgendwie alltagstauglich. eigentlich finde ich viele anwedungen zum abgewöhnen (nems, einlauf, diät, fasten - da anstrengend) außer sauna, spazieren, sonnenbaden, ballengang, haltungskorrektur, tagträumen, bratkartoffeln, leber, salat, schlafen.
viele anwendungen habe ich noch auf der warteliste, wie kräuter, leberreinigung, entsaften, fermentieren, aber kann es einfach nicht alles sofort ausprobieren. evtl. ist ja auch meine träge art gesund? allerdings möchte ich nicht auf die informationen verzichten, die durch das internet verfügbar sind. ...
grüße - earl grey
 
Beitritt
27.08.13
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...
wenn mir etwas schmeckt, kann ich es leider nicht einfach weglassen, nur weil es so in einem buch steht. ich finde weder milchweglassen noch glutenfrei irgendwie alltagstauglich....

Aber ist das nicht auch deswegen, weil die gesamte Werbung darauf aufbaut? Wenn ich eine Kochsendung ansehe oder ein beliebiges Kochbuch in die Hand nehme, ist nun mal das meiste mit Fleisch und wenn es vegetarsich ist, dann mit Milchprodukten.

Obwohl Kochen mein Beruf ist, hab ich mich anfangs auch schwer getan, auf Milchprodukte zu verzichten, bzw. sie stark einzuschränken. Milch ist z.B. nicht nur in Schokolade, sondern auch in Kuvertüre, obwohl man annehmen müsste, das wäre echte Schokolade nur mit Kakaobutter. Ich hab mir deshalb auch schon überlegt, Schokolade selber herzustellen.
Eine Kuh ist eigentlich ein Grasfresser, ein Weidetier, eine Milchkuh bekommt aber Soja aus Südamerika, das ist nicht artgerecht, deshalb verweigere ich sie inzwischen und es tut mir gesundheitlich gut.
 
regulat-pro-immune

ory

Moderatorin
Teammitglied
Beitritt
04.02.09
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zitat von janni,
Dieses Forum und das Informieren um die Gesundheit hat mir sicher geholfen (vielen Dank euch allen) aber es hat mich auch in tiefe Depressionen gestürzt. Ich kann nahezu keine Mahlzeit mehr genießen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Nichts.
Alles ist schlecht,
alles ist Gift, alles ist tödlich.
Ich achte so penibelst darauf keine "Gifte" zu mir zu nehmen und lebe um ein vielfaches beschissener als die Leute in meinem Umfeld die auf nichts achten und sich alles was verpönt ist gönnen.

es bricht mir das herz wenn ich sehe das ,das was der threatsteller in seinem ersten beitrag eigentlich ausdrücken wollte mittlerweile übergangen wird .

zitat von bodo :Janni spricht ein wichtiges Thema von allgemeinem Interesse an.
Inhaltlich kann uns das gemeinsam zum Nachdenken anregen.
Das Board bittet darum, dem User, der sich hier öffnet, mit Respekt zu begegnen.
danke dafür bobo.

lg ory
 

Clematis

es bricht mir das herz wenn ich sehe das ,das was der threatsteller in seinem ersten beitrag eigentlich ausdrücken wollte mittlerweile übergangen wird .

Liebe Ory und natürlich an Dich Janni,

Ory, Du bringst es mal wieder auf den Punkt! Janni kennt zur Genüge alle Details in Bezug auf "un"gesunde Ernährung und eben dieser Detailreichtum macht ihm zu schaffen.

Wenn die Gedanken nur noch und ausschließlich darum kreisen, wie man sich gesund ernähren kann, dies derart im Übermaß geschieht, daß man nicht mehr in der Lage ist auch nur eine Mahlzeit wirklich zu genießen, dann macht das allein schon wieder krank. Die Angst vor falscher Ernährung macht ebenfalls krank, denn Angst ist ein sehr schlechter Ratgeber. Und aus diesem Teufelskreis auszubrechen, ist schwer, wenn man mal hineingeraten ist. Ähnlich verhält es sich, wenn man jedes Zwicken als Krankheit deutet, weil man so viel über die Symptomatik verschiedenster Krankheiten weiß. Auch dies ist sehr ungesund und belastend. Und das ist der zweite Teufelskreis, aus dem es auszubrechen gilt.

Mit "dumm und naiv" wird das sehr schön ausgedrückt - da lebt man einfach in den Tag hinein und erfreut sich am Essen und am Leben. In gewisser Weise macht das glücklich, da die negativen psychischen Belastungen fehlen. In diese Richtung wieder ein Gleichgewicht erlangen, geht nur, wenn man sich einige Zeit mit dem Negativen überhaupt nicht mehr befaßt, zur Ruhe kommt, sich auf die positiven Seiten konzentriert! Wenn man das einige Monate durchgezogen hat, gewinnt man Distanz. Schrittweise kann man sich danach wieder mit einer ganz kleinen Portion Information befassen, aber nur so viel, daß es einen nicht belastet. Sobald eine Belastung auftritt, wieder Abstinenz üben.

Gegen die Reiz- und Informationsüberflutung kann man sich nur schützen, in dem man diese aussperrt! Das rede ich nicht nur so daher, ich war in anderer Beziehung mal in genau so einem Teufelskreis gefangen, den Du, Janni, beschreibst und kam auf diesem Wege heraus.

Das heißt nicht, daß man einfach wahllos nur noch Fast Food zu sich nimmt. Auf Gesundes kann man dennoch weiterhin achten, aber mal einen Burger hier, eine Fertigsuppe dort, macht einen noch nicht krank und gelegentlich darf man sie durchaus mal "genießen" so lange das nicht zur dauerhaften Gewohnheit wird.

Es geht darum einen Mittelweg zu finden, auf den eigenen Körper zu hören und im übrigen den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Dinge zu tun und zu essen, die einem Freude und Genuß bereiten, mal wieder ganz unbefangen zu sein.

Diesen Mittelweg müssen z.B. Ärzte und Heilpraktiker lernen. Sie haben täglich Umgang mit schwer kranken Patienten, oft gibt es Todesfälle. Irgendwie müssen sie lernen, diese vielen Leidensgeschichten zu verarbeiten, nicht zu nah an ihr eigenes Selbst herankommen zu lassen, sonst würde sie all dieses Leid überwältigen, gar in den Selbstmord treiben, weil sie oft machtlos sind und nicht helfen können. Sie müssen sich also schützen und eine gewisse Distanz erlernen, andererseits dürfen sie aber auch nicht "kalt" werden, denn sie haben es mit fühlenden Menschen zu tun. Das ist recht schwer, aber den meisten gelingt das einigermaßen.

Wir Menschen brauchen als Gegengewicht zu all dem Negativen, das auf uns einstürmt, immer einen Gegenpol: Positives, das uns wieder aufbaut, uns neue Kraft, Lebensmut und eine Portion Optimismus gibt. Sonst gehen wir unter! Aber jede erkannte Krise, jedes bekannte Problem, kann man konstruktiv in Angriff nehmen und auch lösen. Es gibt immer eine Lösung! Daran glaube ich fest, aus eigener Erfahrung heraus. Die Lösung kann dabei ganz anders aussehen, als das was wir uns wünschen, im Rückblick erweist sie sich dann dennoch als richtig, wenn auch nicht gerade jetzt.

Janni, suche Deinen ganz persönlichen Mittelweg, wenn Du ihn gefunden hast, kannst Du wieder lachen und fragst Dich dann vielleicht sogar, warum Du Dich so in die Enge hattest treiben lassen. Das wünsche ich Dir :)!

Earl Grey schreibt, sie möchte nicht auf die Informationen des Internet verzichten - ich auch nicht. Wichtig ist hier, sich nicht überfluten zu lassen, dann ist das sehr nützlich.

BestNews schreibt: "Ich möchte der These widersprechen, dass die, die sich nicht um die Gesundheit kümmern gesünder sind."
Darum geht es hier aber nicht wirklich. Es geht um das Übertriebene, Ausufernde. Wer unbefangener mit dem Thema umgeht, vermeidet Angst vor "belastenden" Lebensmitteln und hier kommt ins Spiel:

Destination schreibt: "Heißt es nicht, wenn man sich nur noch damit beschäftigt, dann zieht man auch solche (negativen) Dinge an? Es kann nicht gesund sein, wenn sich alles nur noch darum dreht und alles um einen herum gar nicht mehr wahr nimmt oder keinen Spaß mehr macht."
Negatives anzuziehen und keinen Spaß mehr haben sind zwei unerwünschte Gesellen. Positives anziehen: Ach, wie lecker waren die Erdbeeren, die ich gestern vespeiste, heute nochmal eine Portion, darauf freue ich mich :). Spaß haben: gleich entspanne ich mich mit einem Spiel und werde etwas aufräumen, erfreue mich dann an einem ordentlichen Zimmer... :) Und alles ohne Hintergedanken...

Liebe Grüße, :wave:
Clematis
 

ory

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Zitat von clematis
Gegen die Reiz- und Informationsüberflutung kann man sich nur schützen, in dem man diese aussperrt! Das rede ich nicht nur so daher, ich war in anderer Beziehung mal in genau so einem Teufelskreis gefangen, den Du, Janni, beschreibst und kam auf diesem Wege heraus.
.
oh ja ,auch ich habe diesen teufelskreis kennegelernt,auch hier im forum.

janni , diesen/solch einen teufelskreis zu durchbrechen , kannst nur du selber.
den lebensnotwendigen mittelweg finden ist nicht einfach ,aber machbar und das jeden tag , jede minute und jede sekunde machbar .

ich wünsche dir alles gute
lg ory
 
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Bodo H

Info: Einige Diskussionen haben sich vom Anliegen des Threadstarters komplett entfernt und eine Eigendynamik entwickelt. Auch wenn es interessante Posts sind folgt die Bitte, Erörterungen rund um die Ernährung in der entsprechenden Rubrik zu führen. Falls es da noch keinen Thread gibt, einfach einen aufmachen. Danke!




Lieber Janni!

Werde mich hier auf Positives konzentrieren.
Davon gibt es erstaunlicher Weise zu berichten. ;)

Ich sage mir auch immer wieder (was sicher auf sehr viele hier im Forum zutrifft) das wir unser ganzes Leben der perfekten Gesundheit hinterherjagen und dabei vergessen zu leben.

Es gibt Menschen, die obwohl sie fit und gesund sind, einem "Optimierungs-Wahn" erlegen sind. Da werden Körperfunktionen überwacht und ausgewertet am PC, da wird penibelst auf "gesunde" Ernährung (oder das, was dafür gehalten wird), geachtet, manche verfallen in eine Art Askese, alles außer der eigenen Ideologie ist gefährlich oder gefährdend ... so Einer bist Du nicht! Du bist erkrankt und wurdest vergiftet und hast Dich bei uns informiert, wie Du Deinen Zustand positiv beeinflussen oder verbessern kannst. Dann hast Du richtige Entscheidungen getroffen und bist Baustellen angegangen, mit ersten Erfolgen.

Was dazu wieder zu sagen wäre: Als Vergifteter brauchst Du einen langen Atem. Akzeptiere die Situation, wie sie jetzt ist. Nehme sie an und schaue optimistisch in die Zukunft. Lebe das, was Du aktuell leben kannst. Wenn Du mal abfeiern willst, dann gehe aus. Mache Party ohne schlechtes Gewissen - aber nicht täglich! Konzentriere Dich auf Dinge, die Dir gut tun und meide solche, die Dir schaden. Damit kommen wir zu diesem schönen Forum ...

Dieses Forum und das Informieren um die Gesundheit hat mir sicher geholfen (vielen Dank euch allen) aber es hat mich auch in tiefe Depressionen gestürzt. Ich kann nahezu keine Mahlzeit mehr genießen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Nichts. Alles ist schlecht, alles ist Gift, alles ist tödlich. Ich achte so penibelst darauf keine "Gifte" zu mir zu nehmen und lebe um ein vielfaches beschissener als die Leute in meinem Umfeld die auf nichts achten und sich alles was verpönt ist gönnen.

Dein Fokus muss weg von den Spezialisten hier. Diese haben ihre absolute Berechtigung und tauschen sich zu ihren Sachen hier aus - dafür ist dieses Forum eben gemacht. Dein Fehler ist, dass alles in Gänze aufzusaugen und nicht zu selektieren und nicht zu abstrahieren - was dann zu einem "Info-Overkill" führt und das Gegenteil von dem, was beabsichtigt war, erreicht: Statt Aufnahme von Information und Meinung beziehst Du den Stoff ungefiltert auf Deine Situation. Dann schreibst Du entsprechend davon, "man weiß nicht mehr, was man machen soll - der Eine sagt das, der Andere dies." Dabei sind dies keine persönlichen Empfehlungen oder Ratschläge in Deine Richtung, sondern Meinungen und Informationen von Leuten mit eigenen Biografien. Daran kann man sich ggf. orientieren (wie Du es beim Amalgam machtest), aber identische Anamnesen und gleichlautende Therapien werden sich bis ins letzte Detail nicht darstellen lassen.

Wenn es Dir (noch) nicht gelingt, Dich von dem Allerlei der Gesundheits- und Krankheitsdiskussionen im Forum zu distanzieren (also nicht gleich sämtliche Themen auf Dich zu beziehen), dann schaue einfach weniger in die entsprechenden Rubriken (oder schaue gar nicht rein). Fokussiere Dich auf Deine Diagnosen und Deine Therapien - und vergesse nicht zu Leben!




GB
 
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Wenn die Gedanken nur noch und ausschließlich darum kreisen, wie man sich gesund ernähren kann, dies derart im Übermaß geschieht, daß man nicht mehr in der Lage ist auch nur eine Mahlzeit wirklich zu genießen, dann macht das allein schon wieder krank. Die Angst vor falscher Ernährung macht ebenfalls krank, denn Angst ist ein sehr schlechter Ratgeber....

Das stimmt schon, man muss ja nicht nur gesund essen, was immer man darunter versteht, aber Fakt ist nun mal auch, dass die meisten nicht mal einen Tag pro Woche auf tierische Produkte verzichten können.

Milch macht süchtig, behaupten manche und deshalb wird der Milchkonsum auch von den meisten aufs ärgste verteidigt. Ich genieße mein Essen, ich koche gerne, ich sündige auch, aber eben nicht jeden Tag und nicht immerzu. Jeden Tag tierische Produkte müssen eben tatsächlich nicht sein, man kann doch nicht von Verzicht sprechen und von nicht genießen oder nicht leben, ein paar Tage pro Woche nur Gemüse, Obst, Beeren, Kräuter zu essen oder?

Was ich auch schlimm finde, ist die ganze Nem-Industrie und die Werte-Industrie, das hat tatsächlich nichts mit Genuss zu tun, aber gut essen kann ich auch ohne Tier, Tierisches kann doch einfach die Ausnahme sein und nicht das Alltägliche, auch wenn uns die Werbung anderes vorzeigt.
 
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regulat-pro-immune

Clematis

Das stimmt schon, man muss ja nicht nur gesund essen, was immer man darunter versteht...

Hallo Ullika,

bei Jannis Problem geht es doch gar nicht darum, was gegessen wird, das kann jeder halten wie er/sie will.

Es geht darum, daß ihn das Thema derart beschäftigt, daß er gar nicht mehr davon loskommt und das ist so schlimm, daß es ihn in eine Depression getrieben hat. Vor lauter Informationen, was alles ungesund sein soll, kann er keine einzige Mahlzeit mehr genießen und es sich einfach schmecken lassen. Es geht um eine auschließliche Fixierung - Fokussierung auf alles, was vielleicht ungesund sein könnte. Wenn er diese Fixierung nicht los wird, wird er irgendwann gar nichts mehr essen wollen. Und das ist nicht ohne Gefahren für seine Gesundheit. D.h. durch diese Fokussierung macht er sich zusätzlich krank.

Folglich geht es hier darum, Wege aufzuzeigen, wie man von solch einer fast zwanghaft zu nennenden Vorgehensweise wieder herunter kommt, wie man wieder lernen kann, auch etwas zu genießen und sich schmecken zu lassen, das vielleicht von anderen als nicht so gesund gesehen wird.

Du erwähnst Milch - ich habe seit Kindesbeinen an und fast mein ganzes Leben lang, also 71 Jahre lang fast täglich fast einen Liter Milch getrunken und mache das immer noch. Sie schmeckt mir, sie bekommt mir und ich genieße das. Selten ist es mal Biomilch, weil ich dazu 100 km fahren muß, um sie zu besorgen. Mir ist dabei völlig egal, was andere alles Schlimmes über Milch erzählen oder über was weiß ich. Ich setze mich über solche Vorurteile, Urteile anderer hinweg, sie sind mir schnuppe. Wenn ich etwas vertrage, mir schmeckt, dann ist es für mich auch gut, egal was andere dazu meinen. Punkt und aus!

Und genau das kann Janni offenbar nicht. Er richtet sich viel zu sehr nach dem was andere sagen und gerät so auf Irrwege. Wenn er wieder lernt auf sich selbst zu hören, kommt er aus der jetzigen mißlichen Situation heraus. Und nur darum geht es. Depressionen bekommen, nur weil man glaubt alle Nahrung sei "giftig, tödlich" - seine Worte, ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Diesen Glauben hat er sich hier angelesen und das gilt es zu relativieren, denn essen muß jeder Mensch.

Dein Pochen auf das, was alles ungesund ist, auf was man verzichten soll, geht in Jannis Situation komplett in die falsche Richtung und ist kontraproduktiv. Das weiß er schon alles, denn es ist doch gerade der zwanghafte Versuch solchen Aussagen, wie den Deinen, zu folgen, was ihn depressiv macht, ihn glauben macht alles sei "giftig, tödlich". Diesen Glauben muß er wieder los werden und das versuche ich mit meinem Milchbeispiel zu vermitteln. Ich hätte auch Fleisch und vieles anderes nennen können, läuft auf das gleiche hinaus.

Was für andere gut ist, ist nicht zwangsläufig für Janni und mich gut, es kann sogar das genaue Gegenteil der Fall sein.

Janni, verzeih, wenn ich hier über Dich spreche, doch eine Klarstellung erscheint mir wichtig. Dich möchte ich damit natürlich auch ansprechen, denn so wie ich es beispielsweise mit Milch halte, so halte ich es auch mit Fleisch und vielem anderen. Es kommt darauf an was DIR bekommt, was DIR schmeckt und DIR gut tut. Nur DU kannst das erfühlen und wissen, sonst niemand.

Liebe Grüße,
Clematis
 
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25.09.13
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Hallo Zusammen,

also ich kann jannis verstehen, auch wenn ich ein anderer Typ bin. Durch meine Antriebsschwäche - die ich blöd finde - ist mir zu viel Aktionismus einfach fremd. Änderungen gehen bei mir nur langsam. Aber auch gern wieder rückwärts, da ich mich ja so bequem schon eingerichtet habe.

Aber die Meinungen von den Spezialisten im Forum beinflussen mich natürlich auch und ich bemühe mich nachzueifern. Die allgemeine Einstellung in meinem realen Umfeld wiederum weicht sehr stark von den speziellen Erfahrungen hier im Forum ab. Somit ist der Gesundungsbedürftige eigentlich auf sich gestellt.

Es ist auch hier oft so, dass Ratschläge recht streng gegeben werden, die aber für einen selbst einfach nicht umsetzbar sind, oder nur mit großem Aufwand. Diese tollen Ideen hebe ich mir dann für später auf (wenn ich im Garten eine Ecke für Kräuter habe, in meiner Küche Platz für einen Entsafter ist, ich wieder bereit bin Geld auszugeben ... etc), aber vorher kann ich alle einfachen Ratschläge - die ich sinnvoll finde - beherzigen.

Ich glaube, die Leute, die sehr überzeugt von einer bestimmten Heilungsweise (z.B. Ernährung, NEM, Spirituell, ...) sind, haben mit einer Form an ihrem Körper sehr gute Erfahrungen gemacht. Evtl. sind sie auch beruflich intensiv in einem Thema drin, so dass sie sich fachlich sehr gut auskennen und somit sehr bestimmende Aussagen machen können. Man kennt aber meist nicht den Hintergrund dieser Person. Würde man die ganze Geschichte dahinter kennen, hätte der Leser eine bessere Chance, die Ratschläge einzuordnen. Man würde z.B. erkennen, dass die eigene Geschichte total anders ist und versteht, warum gerade bei der ratschlaggebenden Person dieser spezielle Ansatz so gut funktioniert.

Vor über 20 Jahren war meine Gesundheit auf ähnliche Weise angeschlagen wie jetzt und ich hatte durch bessere Ernährung und eine Kur alles verbessern können. Damals habe ich angefangen, Ernährungstipps zu lesen, aber bin relativ schnell auf den kleinsten gemeinsamen Nenner umgeschwenkt: naturbelassen und frisch, wenig Zucker, wenig Milch/Fleisch, Maß halten, Bewegung an frischer Luft.
Ich fand die Ernährungstipps so widersprüchlich (ich bin ja auch "Neurodermitiker", wo die normalen Ernährungstipps anscheinend nicht passen), dass ich irgendwann leider abstumpfte, das ganze für Quatsch erklärte und nur meinen 5 Basics nachgegangen bin. ... Und bald alles vergessen hatte ... aber die Gesundheit hat sich dann 2013 leider wieder gemeldet.

Nun bin ich wieder dabei, mir eine Strategie zu erarbeiten.
Heutzutage gibt es wirklich viel mehr Informationen durch das Internet.
Die Strategie wird wohl etwas komplizierter ;)
 
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