Extraktion vorgeschädigter Zähne

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Es kommt immer wieder vor, daß Patienten nach der Extraktion eines Zahnes mit Aufbisstupfer nach Hause geschickt werden, ohne daß eine über die Extraktion hinausgehende Behandlung der Wundhöhle erfolgt, weil Zahnärzte meinen, daß das Einbluten mit Eigenblut den besten Wundverschluß und die beste Wundheilung ergibt. Dies gilt, wenn überhaupt, dann aber nur bei unfallbedingtem oder kieferorthopädisch gewolltem Verlust gesunder vitaler Zähne.

George E. Meinig beschreibt in seinem Buch die Probleme, die von wurzelgefüllten toten Zähnen ausgehen können und formuliert eine Anleitung zur Extraktion solcher vorgeschädigter oder auch „nicht erhaltungswürdiger“ Zähne.

Root Canal Cover-Up
George E. Meinig
1998
7. Auflage 2004
Bion Publishing, Ojai, California
ISBN 0-945196-19-9



Zitat und Übersetzung (Seite 193 – 194):

Protokoll für die Entfernung eines wurzelgefüllten (toten) Zahnes

Angesichts der Probleme mit Hohlraumbildung im Kieferknochen (Cavitation) wird vorgeschlagen, daß Zahnärzte und Kieferchirurgen, die Zähne entfernen, nach folgendem Protokoll vorgehen. Es ist nicht der einzige Weg wie diese Prozedur durchgeführt werden kann, aber es wird so seit 1990 erfolgreich eingesetzt.

Nachdem der Zahn entfernt wurde, dient niedertouriges Bohren mit einem Dentalbohrer Nummer 8 dazu, einen Millimeter aus dem gesamten knöchernen Zahnfach ab zu tragen, auch aus den Wurzelspitzen.
Sinn dieses Vorgehens ist es, die Wurzelhaut und den ersten Millimeter des Knochens zu entfernen, weil diese üblicherweise mit Bakterien und Toxinen aus den Zahnkanälchen infiziert sind. Die Wurzelhaut (periodontal ligamentum) ist immer infiziert und in den meisten Fällen ist auch der angrenzende Knochen gleichermaßen erkrankt.
Während dieser Prozedur wird das Zahnfach mit steriler Kochsalzlösung aus einer 12 cm³ Einwegspritze (Monoject 412) gespült. Diese Spritze hat eine gebogene Plastikspitze und ist gut handhabbar. Zwei bis drei Spritzen mit Kochsalzlösung können erforderlich sein. Sie sind wesentlich besser zu benutzen als eine 50 cm³ Spritze. Zweck der Spülung ist es, den kontaminierten Knochen beim Fräsen sofort zu entfernen.
Durch das Anfräsen des Knochens werden nicht nur die Toxine entfernt, sondern auch der Knochen „verwundet“ (angefrischt). Durch die Verwundung wird ein Wechsel von Osteocyten zu Osteblasten stimuliert. Die Osteoblasten bilden die neue Knochenstruktur.
Nach dem Ausfräsen des Zahnfaches sollte es mit einem nicht gefäßverengenden (non vasoconstrictor) Lokalanästhetikum gefüllt werden. Das flüssige Lokalanästhetikum sollte circa 30 Sekunden einwirken. Dann wird mit schonender Absaugung der größte Teil des Anästhetikums entfernt, aber es verbleibt dort noch eine vollständige Benetzung mit dem Anästhetikum, die den knöchernen Hohlraum auskleidet. Dies regt zusätzlich die Knochenzellen an, um Osteoblastenaktivität und Knochenheilung zu fördern.
Manche Zahnärzte glauben, daß der Einsatz von Antibiotika dazu führen kann, daß sich Osteoblasten in Osteocyten zurückverwandeln und eine Knochenkappe über dem Zahnfach hinterlassen. Aber der innere Teil heilt dann nicht aus und entpuppt sich Jahre später als leeres Zahnfach (trockene Alveole), ausgekleidet mit den schädlichen Folgen des Autoimmunprozesses.
Andere Zahnärzte glauben, daß Antibiotika hilfreich sind um die Infektion zu beherrschen und um die Reinfektion durch Bakterien, die immer in der Mundhöhle anwesend sind, zu verhindern. Weitere Forschung in diesem Gebiet ist erforderlich.

Diese einfachen Schritte, die im Protokoll beschrieben werden, dürfen von den Lesern kopiert werden. Wenn das Protokoll befolgt wird, heilt das Zahnfach normalerweise sehr viel schneller, mit weniger Blutung und Schmerzen.
Dieses Verfahren sollte von Zahnärzten und Ärzten angewendet werden, um sicher zu stellen, daß Patienten, denen infizierte Zähne entfernt werden, auch das angrenzende infizierte Gewebe entfernt bekommen und so leichter zu voller Gesundheit zurück finden können.

Zitatende

Die Worte „may be copied by readers“ deute ich so, daß der Autor an der Weiterverbreitung dieses Abschnitts interessiert ist und einwilligt, daß sein Buch mit diesem Zitat beworben wird.
Korrekturen bzw. Verbesserungsvorschläge zur Übersetzung sind willkommen, weil Englisch nicht meine Muttersprache ist.




Bemerkenswert finde ich folgende Punkte:

1. Die Frage „offen lassen“ oder „zu nähen“ wird nicht gestellt.
Wenn die Wunde keine Sekrete mehr absondert, könnte der speicheldichte Verschluss von Vorteil sein - wenn weiterhin ein entzündliches Geschehen zu befürchten ist, könnte „zu nähen“ ein Kunstfehler sein.

2. Die Frage Antibiotika - ja oder nein bleibt offen.
Es gibt die Theorie, daß der von Entzündung mechanisch/chirurgisch befreite Knochen ohne Antibiotika besser verheilt und die Gegentheorie, daß die Bakterien erst durch lokale Antibiotikagabe dezimiert werden müssen, damit Heilung möglich ist. Zusätzlich ist Tetracyclin ein Chelatbildner und ermöglicht beim Streifenlegen eine lokale Entgiftung des Kieferknochens wenn dort Metalle (insbesondere Quecksilber) abgelagert sind.

3. Meines Erachtens könnte sich die Frage nach der Knochenheilungsstörung auch beim Einbringen von Anästhetika, Salben und sonstigen Medikamenten stellen. M. Daunderer hat mindestens einmal vorgeschlagen, zur Tamponade keine Streifen mit Salbe mehr zu verwenden, sondern Tetracyclinreinsubstanz auf den Streifen zu streuen. Auch W. Schüler warnt in seinen Vorträgen vor Salbeneinlagen, weil diese die Knochenheilung stören können.

4. Die Frage fräsen oder schaben wird nur indirekt gestreift, durch den Hinweis, daß die sofortige Entfernung des abgetragenen Materials wünschenswert ist und durch Spülen mit physiologischer Kochsalzlösung unterstützt werden kann. Für mich stellt sich die Frage, ob ein Ausschaben mit einem chirurgischen Löffel nicht den Vorteil haben könnte, daß kontaminiertes Material nicht von drehenden Werkzeugen an bereits gereinigte Stellen geschleudert wird. Die Handhabung des Bohrers könnte – insbesondere bei schwer zugänglichen großen Molaren – einfacher sein und allein deswegen bessere und gründlichere Ergebnisse bringen.

5. Ich habe noch keine Diskussion darüber gefunden, ob beim Fräsen von stark belastetem Knochenmaterial nicht auch Druckluft- oder Sauerstoffzufuhr zum Atmen erfolgen sollte – analog zu den Empfehlungen beim Entfernen von Amalgam. Außer Bodo hat es noch keiner vorgeschlagen, obwohl es unmittelbar einleuchtend klingt.



Zusammenfassend würde ich sagen: Die Entfernung eines entzündeten Zahnes ohne sorgfältige Reinigung des Zahnfaches könnte als Kunstfehler anzusehen sein. Details werden noch diskutiert.

Alle meine Weisheitszähne wurden ohne besondere Reinigung des Zahnfaches gezogen. Drei wurden bereits chirurgisch nachbehandelt (ausgefräßt) und es wurde dort weiches entzündetes Gewebe entfernt. Ein Pathologe hat das Material untersucht und spricht von Zeichen einer Osteomyelitis.

Ich freue mich auf weitere Erfahrungsberichte und Diskussionsbeiträge.
 
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24.07.06
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nabend zorro,

vielen dank für dein engagement und die super übersetzung!
der bericht ist sehr interessant, bisher hatte ich ein zahnfach welches zugenäht wurde, ein anderes wurde austamponiert und offengelassen.
aus meiner erfahrung muss ich leider sagen, ich bin mit beiden ergebnisen unzufrieden.

warst du auf dem vortrag vom schüler?

vg
w.
 
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Ja ich war auf dem Vortrag
https://www.symptome.ch/vbboard/zah...10-2008-vortrag-forumstreffen.html#post209446 .
mulleworld und mingus waren auch da.

Dr. S. hat unter anderem ausgeführt, daß seines Erachtens in schweren Fällen das Ausfräsen durch das Zahnfach nicht ausreicht und daß dann mit einem zusätzlichen seitlichen Zugang vergiftetes Gewebe abgetragen werden muß.

Er sieht auch eine Parallele zwischen Morbus Sudeck und der Schülerdystrophie.
https://www.symptome.ch/vbboard/krankheitsbilder-allgemein/6754-morbus-sudeck-2.html#post216230
Leider hat die Umfrageidee keiner mehr aufgegriffen.



Zum Thema beisteuern kann ich eine vorweihnachtliche Erfahrung meiner Partnerin:

Ein "normaler" Zahnarzt hat ihr Mittwochs den dauerschmerzenden tief gefüllten 47 gezogen, von nekrotischen Veränderungen gesprochen und das Zahnfach angeblich ausgekratzt. Bis zum Wochenende hat sich das entzündet und mit dick geschwollenen Lymphknoten fürchterlich weh getan. Der erste Zahnarzt war inzwischen in Weihnachtsurlaub abgereist. Sonntags in einer zahnklinischen Ambulanz (Lehrkrankenhaus einer Uni) hat noch mal einer drin rum gekratzt, von fehlendem Blutpfropf gesprochen und einen Salbenstreifen mit Polyjod eingelegt (Ich hätte mir den nicht legen lassen). Montags hat eine Zahnärztin, die das Thema ernst nimmt, den Streifen entfernt, das Zahnfach ausgefräßt und innerhalb von 24h ist Schmerzfreiheit ohne Antibiotika eingetreten und hat auch über die Feiertage angehalten. War halt mit zusätzlicher Fahrerei verbunden...
 

Anne B.

Hallo zorro,

das mit dem fehlenden Blutpfropf klingt logisch. Das kann z. B. passieren, wenn der Tupfer nach Extraktion zu kurz auf der Extraktionswunde verbleibt. Nach erneutem An- bzw. Ausfräsen wird dann wieder ein Blutpfropf gebildet. Eine Entzündung dieser Ursache nennt man Alveolitis sicca.

Alveolitis sicca ? Wikipedia

Viele Grüße, Anne B.
 

symptom2008

Hallo zusammen,

ist eine interessante Diskussion.

Ich habe mir vorgestern einen Zahn ziehen lassen, der nach mehreren Wurzelbehandlungen keine Ruhe gab.

Der Chirurg hat das Zahnfach trotz vorheriger Absprache und mehrmaligem Fragen waehrend der Behandlung nicht ausgefraest. Man sah aber vorher auf der Szintigrafie klar eine Entzuendung (Roentgen war nicht eindeutig). Nun ist noch ein Jodstreifen drin, der soll 7 Tage drin bleiben. Ist es normal, dass der Streifen 7 Tage nicht gewechselt wird?

Ich bin definitiv nicht schmerzfrei. Soll ich den Zahn noch mal ausfraesen lassen? Was meint Ihr? Der Arzt meinte zwar, der Knochen waere fest, hat aber auch nicht mit Kochsalzloesung gespuelt.War eigentlich nur eine reine Extraktion.

Ist dieses Vorgehen ok und habe ich eine Chance auf Abheilung?

Symptom2008
 
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28.03.05
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Hallo symptom2008,

7 Tage einen Streifen ohne zu wechseln kann ich mir nicht vorstellen!
Das wird ja dann eine stinkende Angelegenheit.

Nach mehreren Wurzelbehandlungen sieht der Knochen bestimmt nicht sehr gut aus, am Besten wäre gleich nochmal nachfräsen.

Schmerzen können natürlich noch nochmal sein........es ist schwer die vielen verschiedenen Schattierung und Schmerzformen zu beschreiben und einzuordnen.
Ich konnte z.B. immer genau unterscheiden was ein "normaler Wundschmerz" ist oder wie sich der Schmerz anfühlt, wenn etwas schief gelaufen oder nicht ok ist.

Du kannst natürlich erst noch abwarten wie sich der Schmerz entwickelt.

Nach einen halben Jahr solltest Du aber kontrollieren lassen ob die Wunde ohne Problem auch knochendicht abheilt.

Liebe Grüße
Anne S.
 

symptom2008

Hallo Anne,

danke fuer Deine rasche Antwort. Sie hat mir geholfen, noch mal einen anderen Arzt zu fragen.

Ich war gestern bei einem anderen Kieferchirurg. Der fand noch entzuendetes Gewebe in dem Wurzelfach. Hat es aber noch nicht ausgefraest, sondern erst nur ausgekratzt und gespuelt. Muss es unbedingt gefraest werden oder kann die Wunde auch so zur Ruhe kommen? Die entzuendeten Stellen waren trotz oertlicher Betaeubung sehr schmerzhaft (obwohl ich einiges an Schmerzen verkraften kann, nachdem dies die dritte Entzuendung im Kieferbereich in einem Jahr ist...).

Der Streifen bleibt auch jetzt 7 Tage drin. Scheint hier normal zu sein. Ich wundere mich zwar auch darueber, denn dies klingt fuer mich nicht sehr hygienisch, denn Essensreste lassen sich ja nicht ganz vermeide, auch wenn man versucht, auf der anderen Seite zu essen.

Welche Streifen benutzt man denn so? Die zwei Aerzte hatten jetzt beide Jodstreifen, der eine mit einem entzuendungshemmenden Mittel.

Gruss Symptom2008
 
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18.11.10
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Hallo, danke fuer diesen ausfuehrlichen Beitrag. Wo gibt es denn in Deutschland Kieferchirugen, die mit diesem Protokoll vertraut sind?
 
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02.06.05
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... die Frage von liahima nach Kieferchirurgen oder Zahnärzten, die so behandeln
würde mich auch sehr interessieren.

Stehe auch grade vor dem Schritt einen wurzelbehndelten 6-er ziehen zu lassen. Mein Zahnarzt hält vom sofortigen ausfräsen gar nichts. Er würde immer erst mal löffeln und abwarten.

Vom Gefühl her bin ich mir sehr sicher, dass das Zahnfach entzündet ist.

George E. Meinig schreibt ja in seinem Buch auch noch, dass weitere Forschung diesbezüglich erforderlich sei. Existieren hier schon neuere Erkenntnisse?

Mich würden auch begründete Gegenargumente interessieren: Was kann besser verlaufen, wenn nicht gefräst wird?

Kennt jemand im Raum Dortmund Ärzte die auch eher fräsen würden?
 
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25.05.06
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Bei einem 6er oben ist der 4.kanal meist nicht behandelt, wahrscheinlich ist also eine Entzündung immer (und Belastung).

Vermutung: Die Gesamtbelastung ist ausschlaggebend, ob man sich ein Zahnfach ausfräsen soll (Belastung des Kiefers).
 
Themenstarter
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12.11.06
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Hallo Wusel, hallo limahina,

solche ZA sind sehr selten und schwierig zu finden.
Wenn Du auf deutschen Seiten nach George E Meinig suchst, dann findest Du ca. 10 Zahnärzte, die ihn auf ihrer homepage zitieren. Die könnte man zumindest mal danach fragen. Sie bieten aber teilweise auch weitere Leistungen an, die ich nicht mal geschenkt haben möchte. Du mußt also immer sehr deutlich sagen, was Du haben willst und was nicht. Und Du mußt sehr genau aufpassen, was dann wirklich gemacht wird.

Mir hat Frau Dr. O. sehr geholfen. (Sie hat bis jetzt keine homepage???)
Sie hat Reste einer WSR und Reste von nicht eingewachsenem Knochenersatzmaterial mit Streptokokken aus dem Gebiet meines ehemaligen 46 herausoperiert. Es war die vierte und hoffentlich letzte OP an dieser Stelle. Zwei andere haben vorher zwar schon Teile davon heraus gepuhlt, aber leider nicht alles. Der eine meinte, es wäre biologisch abbaubar und bräuchte nicht entfernt werden - nachdem es in fünf Jahren nicht eingewachsen war! Er hat nur die Kügelchen entfernt, die ihm entgegen gerollt sind während der Extraktion. Der zweite hat nicht tief genug gefräßt und keine Kontrollaufnahme während der OP gemacht. Ich bin Frau Dr. O. sehr dankbar, daß sie nicht auf halbem Weg aufgegeben hat. Sie hat weitere Zähne erfolgreich entfernt und bereits von anderen entfernte Zähne erfolgreich nachbehandelt.

hallo wusel, hallo Wissen ist Macht,
unter den erfolgreich nachbehandelten waren auch die weiter oben erwähnten 3 Weisheitszähne, die von anderen Jahre vorher ohne Reinigung des Zahnfachs gezogen wurden. Sie waren nicht vorgeschädigt durch Amalgam, Gold oder WF. Trotzdem sind die Extraktionsgebiete allesamt nicht knochendicht verheilt. Ich bin deshalb inzwischen überzeugt, daß bei JEDER Extraktion eine Säuberung des Zahnfachs bis zum gesunden Knochen erfolgen muß, wenn man sich späteren Ärger ersparen will. Wenn der Dok ein Virtuose mit dem Löffel ist, kannst Du es ja mal versuchen. "Zahn raus - Aufbisstupfer rein" ist immer zuwenig. Die sorgfältige Reinigung des Ektraktionsgebietes dauert regelmäßig länger als die Extraktion selbst und wird nach GOZ nicht angemessen vergütet. Möglicherweise liegt es auch daran, daß dieses Vorgehen ungewohnt wirkt.

Liebe Grüße
zorro
 
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25.05.06
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Ich kann da nicht mit "ich weiß es" mitreden, aber nachdenklich macht mich das schon.

Mein Weisheitszahn (quer liegend) war ja auch 100% gesund, und der Knochen ist nicht richtig nachgewachsen (Entstörungstherapie-Ärztin).

Mein 6er-Knochen schmerzt noch, aber das kann alles Mögliche sein. Ausfräsen ist halt noch ne zusätzliche Wunde- und infiziert sich dann leicht.

Man muß die Gifte aus dem Knochen irgendwie herausbekommen. Die Giftschleudern (Zähne, belastendes Material) entfernen, und "entgiften" auf Teufel komm` raus. Wenn das Zahnfach dermaßen belastet ist, hilft halt nur noch (barmherziges) Giftausschaben. Unter natürlich großem Heilungsaufwand.

Je kränker, desto schwieriger.

Ich finde, die Kinesiologie kann einem da weiterhelfen, um nicht zu viel und zu wenig zu machen, obwohl sie kein Hg in Nervenzellen erkennen kann.
Oder ich traue mich einfach an das Gebiet nicht ran. Und bin erst morgen informierter.

Der gesunde Menschenverstand müßte es eigentlich wissen, daß man fauliges Gewebe im Zahnfach entfernen muß.
Was ich nicht gut finde, wenn Essensreste die Heilung verkomplizieren, aber das Hauptproblem ist das Gift.
 
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18.11.10
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Hallo an Alle, noch mal die Frage nach Kieferchirugen im deutschsprachigen Raum, die mit dem Ansatz von G.Meinig vertraut sind. Mir sind zwei Zaehne kuerzlich gezogen worden. Jetzt bin konfrontiert mit genau den Problemen ueber die hier im Forum diskutiert wurden....
Es muss wohl noch mal operiert werden. Also wer was weiss, bitte schreiben, gern auch mit privater Nachricht!
Danke
limahina
 
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18.11.10
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Hier ist ein interessantes Video von Dr. Levy, Dr. Huggins, die Koryphaen in den USA sind, mit Informationen auch zu unserem Thema.
Info zum Thema zahnherde ca. in der Mitte des Vidos.
Education | Symposium 2009 | Optimization of Vitamin C and Antioxidant Therapy. In Deutschland gibt es noch die Akademie von Dietrich Klinghardt, der Zahnaerzte und Kieferchirugen zu diesem Thema ausbildet. Es gibt also einige von Klinhardt trainierte Zahnaerzte.
Ausserdem gibt es Dr. Lechner in Muenchen, der aber nur Privatpatienten nimmt, oder Privatzahler.
lg
limahina
 
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23.02.11
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Hallo zorro59, stimmt es, dass Frau Dr. O. in ihrer Praxis noch Amalgam verwendet?

Grüße von Anneke
 
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12.11.06
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Hallo Anneke,

bei mir nicht. Ich weiß von Menschen, denen sie Amalgamsplitter und andere Fremdkörper erfolgreich aus dem Kieferknochen raus operiert hat.

Allergien und Unverträglichkeiten von Zahnwerkstoffen sind aber nicht ihr Schwerpunktthema.

Grüße von zorro
 
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23.02.11
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Hallo zorro,

danke für die Antwort. Ich wüßte gern, ob es nur ein Gerücht ist oder ob Frau Dr. O. wirklich Amalgam verwendet. Letzteres fände ich zugegeben befremdlich...dem einen Amalgam legen und dem anderen die Folgen entfernen - natürlich auf Privatkosten.
Kann sein, dass sie gründlich arbeitet. Das kann ich nicht beurteilen.

Grüße von Anneke
 
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18.11.10
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Ich kann da nicht mit "ich weiß es" mitreden, aber nachdenklich macht mich das schon.

Mein Weisheitszahn (quer liegend) war ja auch 100% gesund, und der Knochen ist nicht richtig nachgewachsen (Entstörungstherapie-Ärztin).

Mein 6er-Knochen schmerzt noch, aber das kann alles Mögliche sein. Ausfräsen ist halt noch ne zusätzliche Wunde- und infiziert sich dann leicht.

Man muß die Gifte aus dem Knochen irgendwie herausbekommen. Die Giftschleudern (Zähne, belastendes Material) entfernen, und "entgiften" auf Teufel komm` raus. Wenn das Zahnfach dermaßen belastet ist, hilft halt nur noch (barmherziges) Giftausschaben. Unter natürlich großem Heilungsaufwand.

Je kränker, desto schwieriger.

Ich finde, die Kinesiologie kann einem da weiterhelfen, um nicht zu viel und zu wenig zu machen, obwohl sie kein Hg in Nervenzellen erkennen kann.
Oder ich traue mich einfach an das Gebiet nicht ran. Und bin erst morgen informierter.

Der gesunde Menschenverstand müßte es eigentlich wissen, daß man fauliges Gewebe im Zahnfach entfernen muß.
Was ich nicht gut finde, wenn Essensreste die Heilung verkomplizieren, aber das Hauptproblem ist das Gift.
Hallo an Alle, im folgenden zitiere ich einen Artikel, der die konventionelle Kieferchirugische Behandlung beschreibt. Nach unseren hier diskutierten Infos, genau, wie es nicht gemacht werden soll. Ich bitte aber um Euer Feed-back, weil man ja bestimmt in der Praxis auf diese Argumente stoesst.


Der Zahn muß raus und zwei Tage später sollte spätestens alles überstanden sein. Leider geht es nicht immer so glatt und einfach. Diese Beobachtungen gelten für jeden Zahn, auch für Weisheitszähne:

Sehen wir mal davon ab, dass es aus (gutem Grund) absolut verboten ist, einen Zahn aus einer akuten Entzündung heraus zu entfernen, so bleiben noch eine Vielzahl von möglichen Ursachen, die als Ursache für die Zunahme der Beschwerden nach der Zahnentfernung in Frage kommen. Der häufigste Grund für Schmerzen nach einer Zahnextraktion ist der sogenannte “Dolor post”. Andere Bezeichnungen wie “Ostitis sicca” (trockene Knochenentzündung) oder “gestörte Wundheilung” beschreiben ebenfalls lediglich den aktuellen Zustand der Wunde. Sie umschreiben keineswegs eine Komplikation und schon gar nicht eine Falschbehandlung. Bei der Betreuung einer derart gestörten Wundheilung findet man allerdings sehr große Unterschiede in den Behandlungsmethoden. Die Reaktionen reichen von Säuberungen des Zahnfaches – sogar mit ätzenden Flüssigkeiten wie H₂O₂ - , über intensives Auskratzen (Kürettage) bis hin zum Einfüllen von Eigenblut.

Was geschieht wirklich bei der Wundheilung?
Das leere Knochenfach, in dem sich bislang die Zahnwurzel befunden hatte, muss sich mit “Ersatzgewebe” auffüllen. Dazu benötigen die ersten jungen Zellen, die sich neu bilden, ein Milieu, in dem sie lebensfähig sind. Der Knochen sondert Sekrete ab, die den Nährboden für die neuen Zellen darstellen. Bilden mehrere Zellen einen Zellverband, kann die Entstehung erster Blutgefäße beginnen, die die Ernährung der Zellen verbessern und zu erstem Granulationsgewebe führen. Dieser Heilungsprozess spielt sich direkt an der Knochenoberfläche der Alveole (Zahnfach) ab. Dabei ist es für den Heilungsprozess völlig unerheblich, ob die Alveole mit Speiseresten oder ähnlichem angefüllt ist oder nicht. Man könnte sogar sagen, Speisereste in der Alveole schützen die jungen Zellen und sind daher erwünscht!

Wesentlich problematischer wird es, wenn die besagte Alveole trocken fällt, also leer bleibt. Derartige Wundverläufe sind nicht nur langwierig, sie können auch sehr schmerzhaft sein. Man spricht von einer verzögerten Wundheilung. Ganz gewiss sind Kürettage und Wasserstoffspülungen nicht geeignet, die Bildung junger Zellverbände zu beschleunigen. Ganz im Gegenteil können derartige Maßnahmen massive Schmerzen provozieren! Statt dessen ist es angezeigt, mit schmerzstillenden Wundeinlagen die Wunde behutsam zu pflegen! Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die Knochenoberfläche möglichst wenig Abrieb erfährt oder geschädigt wird. In einzelnen Fällen klingen die Schmerzen erst dann endgültig ab, wenn der Knochen vollständig von Granulationsgewebe überzogen ist.

Was darf auf keinen Fall geschehen?
Die Wunde darf auf keinen Fall ständig “gesäubert” werden, denn dadurch wird der Wundheilungsprozess aktiv behindert und der Patient erleidet nicht enden wollende Schmerzen. Von Diät-Anweisungen sollte unbedingt Abstand genommen und statt dessen “Lieblingsessen” verordnet werden. Antibiotikagaben bleiben in diesen Fällen ohne Effekt.

Was könnte geschehen?
Man könnte eine Wunde, beispielsweise nach einer Weisheitszahnentfernung, dicht vernähen. Sicherlich ist bei dieser Art der Wundversorgung die Gefahr einer Ostitis sicca deutlich geringer. Dafür ist die Infektgefahr um eine Vielfaches erhöht. Jede dicht vernähte Wunde bildet einen abgeschlossenen Raum, der ein Keimwachstum begünstigt. Will man das Risiko einer Verkeimung unterbinden, muss ein Antibiotikum verabreicht werden, das wiederum zwangsläufig Auswirkungen auf den gesamten Organismus einschließlich des Immunsystems hat.

Was sollte nicht geschehen!
Bei zunehmenden Schmerzen wäre eine Dosissteigerung der Schmerzmittel (Analgetika) verständlich, aber sinnlos und für den Patienten zunehmend belastend u. U. auch schädlich. Ohne Wundbehandlung bleibt ein rascher Therapieerfolg aus. In schweren Fällen wird teilweise sogar zum Neurologen überwiesen, der ebenfalls nicht helfen kann. Auf keinen Fall darf eine gestörte Wundheilung chirurgisch angegangen werden (s.o.).

Abschließend sei auf folgendes hingewiesen: Sollten nach der Zahnentfernung die Art und Qualität der Schmerzen, die zur Extraktion des Zahnes geführt haben, weiter fortbestehen, so war die Extraktion des Zahnes die falsche Therapiemaßnahme. Man muss aus dieser Beobachtung schließen, dass der Zahnschmerz nicht durch den entfernten Zahn verursacht worden war, sondern lediglich als solcher vom Patienten wahrgenommen wurde ohne dass dieser für den Schmerz ursächlich gewesen ist.
von Dr. Dr. med. Jan Jürgens
 
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23.11.12
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Interessant wäre wenn mir paar fähige Kieferchirurgen oder Implanteur in Bayern empfohlen werden die den Kiefer sauber nach George E Meining oder ähnlich Anfräsen und infziertes Knochenmaterial sauber ausfräst und mit Kochsalzlösung spült

https://www.toxcenter.org/artikel/Zahnarztsuche.php

Daunderer empfiehlt iregendein Implanteuer anzufragen weil die steril am Knochen arbeiten können ?
 
Zuletzt bearbeitet:
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10.01.04
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Hallo relaxfirst,

Root Canal Cover Up: George E. Meinig: 9780916764098: Amazon.com: Books

Die Information über das Buch sagt, daß in einem wurzelbehandelten Zahn eingeschlossene Bakterien Auswirkungen auf den ganzen Körper haben können.
Das ist nicht neu, und hier im Forum wurde immer wieder darauf hingewiesen, daß Wurzelbehandlungen nicht unbedingt DIE Lösung für Zahnschmerzen sind, zumal - wie zorro oben schreibt - empfundene Zahnschmerzen auch andere Ursachen haben können (> Neuropathie, Neuralgie).

Ein weiteres Problem sehe ich darin, daß Kieferchirurgen im allgemeinen keine Wurzelbehandlungen durchführen. Das macht der Zahnarzt. Der Kieferchirurg zieht die Zähne und wird sie je nach Erfahrung und Wissen entsprechend ziehen.

Heute haben viele Zahnärzte gelernt, Implantate zu setzen, und die meisten Kieferchirurgen sowieso.
Trotzdem gibt es da sicher gewaltige Unterschiede.

Grüsse,
Oregano
 
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