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Die Frage einer Bekannten war Anlass für meine Kurzrecherche. Sie erzählte von einer Leinsamentüte mit dem Hinweis, man solle die Leinsamen vor dem Verzehr erhitzen.
Siehe z.B.
www.alnatura.de
(Die empfohlene max. Verzehrsmenge ist dagegen 3-fach höher als bei enerBio/Rossmann.)
Genauer geht es um cyanogene Glycoside und bestimmte Enzyme, die daraus nach Zerkleinern und Befeuchten Blausäure erzeugen. Erhitzen kann den Blausäuregehalt in gewissem Ausmaß verringern. Bei üblichen Verzehrsmengen Erwachsener gilt das Risiko aber als sehr gering, weil der Körper Blausäure effizient entgiften kann (auch viele andere Lebensmittel enthalten cyanogene Glycoside, z.B. Hirse). Wir haben dazu diverse Diskussionen im Forum.
Die unterschiedlichen Empfehlungen basieren nach meiner Vermutung auf unterschiedlichen Vorsichtsansätzen der Hersteller. Evtl. auch unterschiedlichen Rohwaren, wobei ich nicht davon ausgehe, dass Alnatura-Leinsamen grundsätzlich mehr Blausäure enthalten als die ohne Erhitzen-Empfehlung (z.B. dmBio, dennree, enerBiO).
Das war jetzt nur anrecherchiert. Bezüglich Studien habe ich kurz hier reingeschaut:
Es geht um ein wissenschaftliches Gutachten des EFSA-Gremiums für Verunreinigungen in der Lebensmittelkette (CONTAM) zur Bewertung eines Dekontaminierungsverfahrens (enzymatische Behandlung und anschließende Erwärmung von Leinsamen), um die als cyanogene Glykoside enthaltene Menge an Blausäure (HCN) zu verringern.
Zitat, mit Übersetzung direkt im Firefox:
und hier, wo es ganz ähnlich steht - übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version):
Yamashita et al. (2007). Development of a method to remove cyanogen glycosides from flaxseed meal.
Ich werde nun das Einweichen der frisch geschroteten Samen über Nacht für mein Porridge hinterfragen (weiß gar nicht mehr genau, wo ich das her hatte, es wird aber m.E. teils empfohlen), denn Schroten + Wasser fördert genau diese Reaktion. Gleichzeitig wird wohl dadurch (im Gegensatz zu Getreide und Hülsenfrüchten) Phytinsäure nicht in relevantem Umfang abgebaut, weil wenig Phytaseaktivität vorhanden ist. Irgendwelche Verdampfungsverfahren werde ich aber nicht anwenden
- allenfalls bei Leinsamenmehl (das ich bisher glaube ich nur ein Mal gekauft habe) ggf. mal auf dieTüte schauen.
Siehe z.B.
Leinsamen enthalten natürlicherweise Substanzen, die beim Zerkleinern Blausäure freisetzen. Durch Erhitzen beim Kochen oder Backen nimmt der Blausäuregehalt ab. Der Verzehr von Leinsamen ist für Erwachsene unbedenklich, wenn täglich nicht mehr als 15 Gramm (circa 2 Esslöffel) gegessen werden.
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(Die empfohlene max. Verzehrsmenge ist dagegen 3-fach höher als bei enerBio/Rossmann.)
Genauer geht es um cyanogene Glycoside und bestimmte Enzyme, die daraus nach Zerkleinern und Befeuchten Blausäure erzeugen. Erhitzen kann den Blausäuregehalt in gewissem Ausmaß verringern. Bei üblichen Verzehrsmengen Erwachsener gilt das Risiko aber als sehr gering, weil der Körper Blausäure effizient entgiften kann (auch viele andere Lebensmittel enthalten cyanogene Glycoside, z.B. Hirse). Wir haben dazu diverse Diskussionen im Forum.
Die unterschiedlichen Empfehlungen basieren nach meiner Vermutung auf unterschiedlichen Vorsichtsansätzen der Hersteller. Evtl. auch unterschiedlichen Rohwaren, wobei ich nicht davon ausgehe, dass Alnatura-Leinsamen grundsätzlich mehr Blausäure enthalten als die ohne Erhitzen-Empfehlung (z.B. dmBio, dennree, enerBiO).
Das war jetzt nur anrecherchiert. Bezüglich Studien habe ich kurz hier reingeschaut:
Es geht um ein wissenschaftliches Gutachten des EFSA-Gremiums für Verunreinigungen in der Lebensmittelkette (CONTAM) zur Bewertung eines Dekontaminierungsverfahrens (enzymatische Behandlung und anschließende Erwärmung von Leinsamen), um die als cyanogene Glykoside enthaltene Menge an Blausäure (HCN) zu verringern.
Zitat, mit Übersetzung direkt im Firefox:
Die Daten ermöglichten es dem Panel, zu dem Schluss zu kommen, dass das Verfahren im Einvernehmen mit der Literatur in der Lage war, HCN um etwa 90% zu entfernen, und dass es möglich ist, die aktuellen EU-Anforderungen an die Qualität von Leinsamen in Bezug auf HCN zu erfüllen, sofern der Verschmutzungsgrad von unbehandeltem Leinsamen im Bereich der getesteten Chargen liegen würde. Das Gremium stellte fest, dass die Mengen anderer Produkte, die während des enzymatischen Prozesses gebildet wurden und im behandelten Material verbleiben, keine toxikologische Bedeutung haben. Die vom Futtermittelunternehmer bereitgestellten experimentellen Daten zeigten, dass die Eigenschaften von Leinsamen durch den Dekontaminationsprozess nicht beeinträchtigt wurden.
und hier, wo es ganz ähnlich steht - übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version):
Yamashita et al. (2007). Development of a method to remove cyanogen glycosides from flaxseed meal.
Die Verwendung von Leinsamen in Lebensmitteln nimmt zu; allerdings enthält er eine beträchtliche Menge an Cyanoglykosiden. Wir haben daher ein praktisches Verfahren zur Entfernung von Cyaniden aus verarbeitetem Leinsamen entwickelt, bei dem HCN durch enzymatische Spaltung aus Cyanoglykosiden freigesetzt und anschließend durch Dampfverdampfung entfernt wird. Frisch gemahlener Leinsamen zeigte eine starke Aktivität bei der Umwandlung von Cyanoglykosiden in HCN, während handelsübliche Enzyme wie β-Glykosidase aus Süßmandeln und Linamarase aus Butterbohnen diese Aktivität nicht aufwiesen. Um Cyanide aus Leinsamen zu entfernen, konnten kaltgepressten bzw. heißgepressten Leinsamen jeweils 5 % oder 10 Gew.-% frisch gemahlener Leinsamen zugesetzt werden, gefolgt von einer Inkubation bei 30 °C für 18 Stunden und anschließender Dampfbehandlung zur Verdampfung von HCN. Mit dieser einfachen Methode konnten Cyanide aus Leinsamen bei der Aufbereitung im industriellen Maßstab bis zur Nachweisgrenze entfernt werden. Das cyanidfreie Leinsamenmehl behielt die nützlichen Nährstoffe – Eiweiß, Fett, Ballaststoffe und Lignane – in gleichem Maße bei wie unbehandeltes Leinsamenmehl.
Ich werde nun das Einweichen der frisch geschroteten Samen über Nacht für mein Porridge hinterfragen (weiß gar nicht mehr genau, wo ich das her hatte, es wird aber m.E. teils empfohlen), denn Schroten + Wasser fördert genau diese Reaktion. Gleichzeitig wird wohl dadurch (im Gegensatz zu Getreide und Hülsenfrüchten) Phytinsäure nicht in relevantem Umfang abgebaut, weil wenig Phytaseaktivität vorhanden ist. Irgendwelche Verdampfungsverfahren werde ich aber nicht anwenden