EDTA Chelat-Therapie: Wirkprinzip

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Wie man aus der Tabelle leicht ersehen kann, haben die Schwermetalle wie Eisen, Kupfer und Quecksilber eine sehr hohe Affinität, während die Erdalkalimetalle wie Magnesium und Calcium geringeren und die monovalenten Alkalimetalle wie Kalium und Natrium die geringste Affinität besitzen und damit auch die kleinste Stabilitätskonstante.

Die in der Praxis interessanten Metallionen sind also di-oder trivalent.

3.​
Konzentration: Die relative Konzentration spielt auch eine gewisse Rolle, so können Metalle niederer Affinität in großer Konzentration Metalle mit stärkerer Affinität verdrängen. So ist z.B. Calcium in vivo stark chelatiert, obwohl es in der Liste weit unten steht, da es im Plasma doch in einer relativ hohen Konzentration vorkommt!​
4.​
Interaktionen in vivo: Die Stabilitätskonstante wurden in vitro ermittelt. In vivo gibt es allerdings noch eine ganze Reihe endogener Liganden, die mit EDTA um das Metallion konkurrieren können, so sind die aktiven Metallionen an Protein, Enzyme oder Transportprotein wie z.B. das Transferrin gebunden. Das heißt, die so gebundenen Metalle werden kaum aus ihrer physiologischen Verbindung gerissen, es geht viel mehr um ungebundene, freie, meist toxische Metallionen, die in kleinen Mengen vorkommen​

Quintessenz der Bindungsaffinität:​

Sobald EDTA in die Blutbahn gerät lässt es das Magnesium frei, bindet das Calcium, lässt auch dieses frei, wenn sich ein Metallion mit höherer Affinität findet ( meist toxischer) usw., mit dem toxischen Metall höhster Affinität verlässt es über die Niere den Körper.

Wenn wir von EDTA-Dinatriumsalz sprechen, müsste man korrekterweise auch die beiden Wasserstoffe der vier Säurereste benennen, die nicht mit Na+ neutralisiert sind und deshalb auch noch frei sind für eine weitere Neutralisation. In der Praxis wird das mit einer berechneten Menge Magnesium getan. Wenn also eine Infusion von EDTA ins Blut gelangt, so wird bei einer relativ hohen Ca-Konzentration, das Mg sofort als Mg-Ion freigesetzt.

Es muß nochmals betont werden, das nur Metalle die frei in ionisierter Form oder in nur schwacher Bindung vorliegen, Chelate bilden können, während Metalle, die in fester chemischer Bindung mit Phosphaten oder Silicaten, wie z.B. in unserem Skelett, nicht zugänglich sind. Um dennoch toxische Schwermetalle komplett eliminieren zu können, müssen die Infusionen öfter wiederholt werden und es muss genügend. Zeit gegeben werden, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat zwischen gebundenem und freiem Schwermetallion im Blut.
Pharmakologie

Die Chelattherapie mit intravenöser Gabe von Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) wird seit etwa 30 Jahren von einer ständig zunehmenden Zahl von Ärzten angewandt. Es ist inzwischen bekannt, dass beobachtete Nierenschäden oder andere unerwünschte Effekte der Chelattherapie auf eine zu rasche Infusion (unter 2Std.) oder Überdosis (50mg/kg Körpergewicht überschreitende Menge) bei gleichzeitig vorgeschädigter Niere, bzw. schweren Bleivergiftungen, zurückzuführen sind.

Wegen der relativ großen Menge freien ionisierten Calcium im Blut kann eine schnelle i. V.-Infusion von EDTA zu einer hypocalcämischen Tetanie führen. Eine langsame Infusion etwa I5mg/Min, (ca.25-40Tropfen) führt generell nur zu einer geringen Abnahme von freien Serumkalzium und vermeidet die Gefahr einer Tetanie.
Wenn die EDTA-Lösung langsam über längere Zeit infundiert wird, geht das Calcium aus anderen Zelldepots wie Zell- und Gefäßwänden sowie Knochen in die Lösung und wird im Urin ausgeschieden.

Eine langsame Reduktion von Semmkalzium stimuliert die Sekretion von Parathormon
und es bleibt dabei das Serum-Calcium unverändert. Theoretisch werden bei einer i.V.-Infüsion von 3g EDTA 324 mg. Calcium ausgeschieden, das ist etwa die doppelte Menge einer physiologischen täglichen Ausscheidung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von EDTA-Infusion betrifft den Knochenmetabolismus. Wie erwähnt verursacht die Reduktion von Serumcalcium eine schnelle Ausscheidung von Parathormon um den Ca-Verlust auszugleichen.
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Diese Beschreibung kommt von der Dt. Gesellschaft für Chelattherapie. Diese Therapie ist nicht unumstritten, und man sollte sich. meiner Meinung nach gut erkundigen, ob sie so wirkt, wie man sich das wünscht.
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Medizinisch werden Chelate schon seit über 60 Jahren zur Beseitigung von Schwermetallrückständen, wie sie z.B. bei einer Blei- oder Quecksilbervergiftung zu beobachten sind, eingesetzt. In der Komplementärmedizin wird die Chelattherapie unter anderem angewandt, um arteriosklerotische Veränderungen in den Gefäßen zu beseitigen und damit einhergehenden Durchblutungsstörungen entgegenzuwirken. Chelatbildnern wie EDTA (Ehylendiamintetraazetat) wird nachgesagt, dass sie auch Calcium- und Cholesterin-Ablagerungen an den Gefäßwänden auflösen und ausschwemmen. Bisher dokumentieren nur wenige, kleine Studien die Wirksamkeit der Chelattherapie bei arteriosklerotischen Veränderungen. Ein systematischer Review auf der Basis von fünf Studien konnte den therapeutischen Nutzen des Chelatbildners EDTA bei kardiovaskulären Erkrankungen nicht bestätigen. [1]
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Die Preise sind auf jeden Fall "interessant":
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Empfehlung: Ca-EDTA 10 Infusionen im Abstand von ca.1 Woche;
Mg-EDTA 20-25 Infusionen im Abstand von 1 Woche

Preis: Ca-EDTA 1 Infusion 90 € ; Mg-EDTA 1 Infusion 125 €

Infusionsdauer

Ca-EDTA ca. 40min

Beim ersten Termin planen Sie bitte 10-15 Min. für eine Kurzanamnese mit ein.

Mg-EDTA 3 Stunden

Hier ist eine Vorgespräch mit Anamnese, Blutbild und Untersuchung von ca. 1 Stunde nötig (ca. 100 €)
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Grüsse,
Oregano
 
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