Die Leber aus der Sicht der TCM

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In dieser Episode spreche ich mit der Diätologin und TCM-Therapeutin und -Diätetikerin Daniela Pfeifer über die Leber, die in der Traditionellen Chinesischen Medizin nicht, wie in der westlichen Medizin, isoliert betrachtet wird, sondern Teil eines Funktionskreises darstellt, durch den sie in eine Vielzahl von Körperfunktionen eingebunden ist.
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Die TCM bezeichnet die Leber als den «General» über alle Funktionskreise. Die Leber verteilt die Energie – in Form von Nährstoffen – an alle Organe. Leberprobleme werden oft spät diagnostiziert. Typische Symptome sind Müdigkeit und Erschöpfung, aber dafür gehen die meisten Menschen nicht gleich zum Arzt. In der TCM heisst es: «Die Müdigkeit ist der Schmerz der Leber» – natürlich nur ungerechtfertigte Müdigkeit. Bei einer jungen Mutter, die wenig Schlaf bekommt, ist der Grund bekannt. Wenn man ohne besondere Belastung und bei gutem Schlaf trotzdem müde ist, dann sollte man an die Leber (und den Darm) denken.
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Beide sind Entgiftungsorgane, und wenn beide angeschlagen sind, kann der Organismus nicht gesund sein und wird Energieprobleme entwickeln. 70 bis 80 Prozent unserer Energie stammen aus der Ernährung, der Rest aus der Atmung. Wenn der Darm nicht absorbieren kann, kann die Energie nicht an die Leber weitergeleitet werden.

Sie weist darauf hin, dass der Darm Teil der Körperoberfläche ist. Was den Darm erreicht, erreicht nicht unbedingt den Blutkreislauf. Wenn die Darmflora geschädigt und die Darmschleimhaut angegriffen ist, und wenn Enzyme fehlen, dann hat die Leber nichts, das sie verteilen könnte.
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Frage: Mich interessiert, aus welchen anderen Symptomen man noch Rückschlüsse darauf ziehen könnte, dass es der Leber nicht so gut geht.

Als erstes listet Daniela gynäkologische Probleme auf: Fruchtbarkeitsstörungen, Polyzystisches Ovarien Syndrom (PCOS), Myome, PMS, Menstruationsstörungen – vom Ausbleiben über Verklumpen bis hin zu starken Blutungen – seien alle auf die Leber zurückzuführen. Eine Aufgabe der Leber als Energiehort ist die Blutverteilung. Habe sie kein Blut zur Verfügung, stelle sie die Regelblutung ein. Zuviel Hitze führe zu Verklumpen. PMS sei eine typisches Leber-Symptom mit einer Störung des Qi. Dabei, so Daniela, könne eine leberfreundliche Ernährung schon binnen zwei bis drei Zyklen Verbesserung herbeiführen.

Ein weiteres Symptom sei Migräne. 80 Prozent aller Migränearten stehen im Zusammenhang mit der Leber, wobei die Migräne auf Stagnation hindeutet. Auch ein flaues Gefühl im Magen, eine leichte Übelkeit – besonders, wenn man sich ärgert – fällt in den Funktionskreis Leber. Augenprobleme und Sehstörungen – besonders Nachtblindheit und MouchesVolantes – gehören ebenfalls zu den Leber-Symptomen. Ebenso Brennen, Trockenheit oder ständiges Augentränen. In der TCM heisst es: «Die Leber öffnet sich in den Augen».
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Mehr über den Funktionskreis "Leber" aus Sicht der TCM:
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Laut TCM sitzt in der Leber die körperliche Seele HUN, sie trägt die „ewige Erinnerung“, daher können Lebertypen auch ganz schön nachtragend sein. Oft tun sie sich schwer, andere Meinungen gelten zu lassen. Noch schwerer fällt ihnen das Verzeihen. Das Resultat von Enttäuschungen ist dann übersteigertes Misstrauen, Grant, Griesgrämigkeit und Frustration. Einen Lebertypen hört man selten sagen: „Tut mir leid, das hab’ ich falsch gemacht“. Langatmige Entschuldigungen und Schuldeingeständnisse sind irgendwie nicht so ganz seine Sache.

Grenzen hassen sie. Regeln und Anweisungen anderer beengen sie und sind ihnen zuwider. Andere Meinungen irritieren sie. Sie arbeiten daher am liebsten selbständig ohne einen direkten Vorgesetzten. Sie sind am liebsten „ihr eigener Chef“. Sie trauen sich viel zu, bauen gerne Dinge auf und lieben es, ihre eigenen Ideen und somit ihre eigenen Produkte wachsen und sprießen zu sehen. Sie haben kein Problem, mit oder vor anderen Menschen zu sprechen, sich in die erste Reihe zu stellen und ihre Meinung jedem zu präsentieren. Ein Lebertyp ist ein gern gesehener Gast und Garant für gute Stimmung.
Lebertypen neigen aber auch besonders leicht dazu, sich über etwas zu ärgern. Sie sind davon überzeugt, alles am besten zu können und zu wissen. Gepaart mit der Fähigkeit, sich auch noch nach Jahren an alle möglichen Details eines Vorfalls zu erinnern, haben sie zum Leid der anderen oft auch noch Recht. Trotz allem ist sich ein Lebertyp nie gut genug! Sein Ehrgeiz ist sprichwörtlich.
Um der Leber nach TCM zu helfen, ist die Ernährung ein wichtiger Punkt:
(Hier werden ein paar Rezepte angegeben).


Die TCM ist ein für Europäder einigermaßen schwieriges Gebiet. Insofern ist ein erfahrener Therapeut eine Hilfe, wenn man sich in die TCM einarbeiten möchte; - wenigstens am Anfang.

Grüsse,
Oregano
 
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