Das Marshall-Protokoll

Wenn ein Molekül in einen Rezeptor "paßt", kann es ihn blockieren oder auslösen. Ich weiß nicht, ob man das mit "in silico"-Analysen überhaupt rausfinden kann.
Das ist mW möglich. Die allermeisten Substanzen, die passen, wirken wohl blockierend, weil sie nicht an die richtigen Stellen andocken und die resultierende dreidimensionale Struktur nicht aufgeht.
Üblicherweise wurde also bei "Passen" ohne genauer nachgeprüft zu haben erstmal ein Antagonismus unterstellt. Bei Marshall's Untersuchungen war das mit dem Olmesartan zuerst genauso.

Für Kayen kann es aber nur darum gehen, die Effekte ihres überhöhten 1,25-D3 zu bremsen.
Die Bindung an nicht-VDR Rezeptoren im Körper durch erhöhte 1,25D3 Spiegel bekommt man nur durch Senkung des D2/D3/25D3 als Vorstufen oder eine Reduktion der enzymatischen Umwandlung (durch Enzymblockade oder durch Kurierung des immunologischen Anlasses (Infektion)) gemindert.
Falls die Effekte direkt von erhöhter VDR-Aktivität stammen, dieser Zweig des Immunsystems also gut läuft aber trotzdem für sich die zugrundeliegende Ursache nicht stemmen kann dann bringt das Olmesartan natürlich garnichts und macht alles schlechter. Wenn eine anderweitige Kurierung des immunologischen Grundes an der Wurzel nicht möglich ist kommt da als symptomatische Linderung nebst Minimierung der Vorstufen, Blockade der Umwandlungsenzyme auch eine direkte VDR-Blockierung als Möglichkeit auf.
Zur Hemmung des VDR (sozusagen ein anti-Marshall-Protokoll) kann dann bspw. an die anderen Sartane, vornehmlich Valsartan, Telmisartan, Candesartan aber auch an Clonidin, Rosmarin, Salbei (Carnosolsäure) gedacht werden.
Die Blutdrucksenkung der Sartane ist nach Eingewöhung garnicht so extrem. MEn steht in den Fachinformationen etwas von circa 12-15 mmHG aber ob das der bescheidene Durschnitt bei Hypertonikern oder bei Gesunden war müsste man nochmal nachschauen.
 
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Üblicherweise wurde also bei "Passen" ohne genauer nachgeprüft zu haben erstmal ein Antagonismus unterstellt. Bei Marshall's Untersuchungen war das mit dem Olmesartan zuerst genauso.
Was willst du damit sagen? Ist Olmesartan am VDR laut Marshall nun
- agonistisch
- antagonistisch
- oder weder noch, weil der Effekt indirekt durch Veränderung des sonstigen Verbrauchs an 1,25-D3 eintritt?

Und ist das irgendwie konkret ermittelt worden oder nur gemutmaßt?

Die Bindung an nicht-VDR Rezeptoren im Körper durch erhöhte 1,25D3 Spiegel bekommt man nur durch Senkung des D2/D3/25D3 als Vorstufen oder eine Reduktion der enzymatischen Umwandlung (durch Enzymblockade oder durch Kurierung des immunologischen Anlasses (Infektion)) gemindert.
Ist das nicht ein expliziter Widerspruch zu
Du bringst auch das Grundlegende noch durcheinander: 1,25D3 soll nicht blockiert werden. Nur dessen Bindung an fremde Rezeptoren, was eben bei überhöhten Konzentrationen geschieht.
?
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Euch Beiden.🧡🧡

Leider ist mir selbst bei meiner Fragestellung garnicht mehr in den Sinn gekommen, dass ich zunächst einmal meine Vitamin D Laborwerte neu überprüfen lassen muss aufgrund meines Biotin-Fauxpas, bevor ich überhaupt weiter überlege.
Ich kann das nur mit der Kernsanierung der Wohnung über mir entschuldigen.

Ich habe im Labor noch einmal nachgefragt, weil ich gehofft habe, dass dort bereits das moderne Testverfahren genutzt wird, welches eine evtl. Biotineinnahme berücksichtigt.
Die dortige Laborassistentin wusste noch nicht einmal das Biotin die Vitamin D Laborparameter verändern kann und musste selbst erstmal googlen.
Meinte dann im Anschluss kann sein, kann nicht sein.
Da das Speichervitamin D3 so niedrig war (selbst das kann Biotin erhöhen) und nur das aktive Vitamin 1,25 OH D so hoch, meinte sie, dass das dann wohl so stimmen wird.

Nun habe ich die KI noch einmmal gefragt, ihr genau mitgeteilt wieviel Biotin ich genommen habe und dies über Jahre.
In meiner Fragestellung war auch enthalten, ob nur der eine Wert, also das aktive Vitamin D von der Biotin-Einnahme beeinflusst werden kann?, weil das Speichervitamin D3 (25 OH D) mit nur noch 7 ja sehr niedrig war.
Das war die Antwort der KI:

Ja, das aktive Vitamin D kann trotzdem massiv verfälscht (künstlich erhöht) sein. [1, 2]
Dass Ihr D3-Speicherwert (25 OHD) trotz der Biotin-Einnahme bei einem extrem niedrigen Wert von 7 liegt, schließt eine Verfälschung des aktiven Vitamin D (1,25 OHD) keineswegs aus.
------------------------------
## Die Erklärung für diese Paradoxon
Die Verfälschung durch Biotin hängt nicht vom echten Vitamin-D-Spiegel ab, sondern rein von der Dosis des Biotins und dem Zeitpunkt der Blutabnahme. [3]
## 1. Ein Tag Pause war bei Ihrer Dosis zu kurz
Sie nehmen seit Jahren täglich 2,5 bis 5 mg Biotin ein. Nach einer jahrelangen, hochdosierten Einnahme ist das Gewebe gesättigt. Wenn Sie das Präparat nur einen Tag vorher absetzen, befindet sich am Tag der Blutabnahme immer noch eine erhebliche Menge freies Biotin in Ihrer Blutbahn. Die Halbwertszeit von Biotin erfordert bei therapeutischen Dosen eine Pause von mindestens 3 bis 7 Tagen, um den Test nicht mehr zu beeinflussen. [3, 4, 5]
## 2. Warum der Speicherwert (7) trotzdem so niedrig ist
Wenn Ihr echter Speichervitamin-D-Wert extrem tief ist (z. B. nahe 0), kann der Biotin-Effekt den Wert zwar künstlich anheben – aber eben nur um einen gewissen Betrag oder Faktor. Ein realer, massiver Mangel wird durch Biotin vielleicht von einer "nahezu Null" auf eine "7" angehoben. Der Wert bleibt dadurch im Laborbefund trotzdem als schwerer Mangel sichtbar. [3, 6]
## 3. Warum das aktive Vitamin D (95) so extrem hoch ist
Das aktive Vitamin D (1,25 OHD) wird im Körper extrem streng reguliert und liegt in viel, viel kleineren Konzentrationen (Picogramm statt Nanogramm) im Blut vor als das Speichervitamin.

* Weil im Testkit für das aktive Vitamin D viel empfindlichere und geringere Mengen an Markern verwendet werden, reagiert dieser spezifische Test oft nochmals deutlich sensibler auf die Blockade durch Ihr restliches Plasma-Biotin.
* Das Testergebnis von 95 ist bei einem gleichzeitigen echten Speichermangel von 7 biologisch extrem unwahrscheinlich, da dem Körper der Baustoff fehlt, um überhaupt so viel aktives Hormon herzustellen. Es handelt sich hierbei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein reines Laborartefakt (Scheinerhöhung). [2, 3, 7]

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## Das Fazit für Sie
Ihr Speichervitamin D von 7 zeigt einen realen, schweren Mangel an, der (trotz minimaler Biotin-Verzerreung nach oben) dringend behandelt werden sollte. Der extrem hohe Wert des aktiven Vitamin D von 95 ist dagegen höchstwahrscheinlich eine Fehlmessung, verursacht durch das verbliebene Biotin in Ihrem Blut. [2, 3]
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Wenn Sie den Test wiederholen möchten, um Gewissheit zu haben:

* Setzen Sie das Biotin dieses Mal volle 7 Tage vorher ab.
* Alternativ können Sie das Labor bitten, den Wert explizit per LC-MS/MS (Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie) zu messen – dieses Verfahren ist immun gegen Biotin. [1, 4, 8]

Besprechen Sie diese Werte bitte zeitnah mit Ihrem Arzt, um eine passende, hochdosierte Vitamin-D3-Therapie zur Behebung des schweren Mangels abzustimmen.
Haben Sie wegen des Mangels bereits typische Symptome (wie Knochenschmerzen oder extreme Müdigkeit), oder hat Ihr Arzt schon eine Therapie vorgeschlagen?


Wahrscheinlich wird mein Vitamin D3, wenn Biotin tatsächlich sogar noch den schweren Mangel auf 7 angehoben hat, tatsächlich bei nahezu 0 liegen.

Fazit der KI zum aktiven VD: Das Testergebnis von 95 ist bei einem gleichzeitigen echten Speichermangel von 7 (wahrscheinlich noch niedriger) biologisch extrem unwahrscheinlich, da dem Körper der Baustoff fehlt, um überhaupt so viel aktives Hormon herzustellen. Es handelt sich hierbei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um ein reines Laborartefakt (Scheinerhöhung). [, 2, 3]

So nun kommt es auf den wirklichen Wert an, wie weiterverfahren wird. Wenn das aktive Vitamin D tatsächlich dann immer eine "Ente" war, habe ich ja wieder ganz andere Möglichkeiten. Jedenfalls wäre ich erleichtert.
Dagegen spricht ja auch ein bisher niedriger CRP Wert.
 
Das sehen aber sehr viele Labore anders.
Habe mich auch schon gefragt, woher die verschiedenen Einschätzungen kommen bzw. auf welchem Wege (mit welchen Abschätzungen der Blutspiegel) die Labore jeweils dazu kommen. Ich setze vor geplanten Laboruntersuchungen vorsichtshalber immer mind. 4-5 Tage ab, obwohl ich viel weniger (150 µg) nehme.
 
Das sehen aber sehr viele Labore anders.
Vermutlich, weil sie ganz, ganz, ganz sicher gehen wollen. Beispielsweise gibt es Patienten mit Nierenkrankheiten, bei denen der Spiegel länger hoch bleibt als im Normalfall. Weil man das nicht immer alles vorher abklären kann, empfiehlt man halt etwas, womit alle Eventualitäten abgedeckt sind. Das heißt aber gerade nicht, daß alle Testungen unterhalb dieser Schwelle einen Meßfehler aufweisen müssen.

Biotin wird renal [über die Nieren] eliminiert und hat bei Dosierungen im Bereich des normalen Tagesbedarfs eine Halbwertszeit von ca. 2h. Sie kann aber bei Hochdosistherapien auf fast 19h ansteigen, und auch bei eingeschränkter Nierenfunktion ist sie verlängert. Bis zur vollständigen Elimination vergehen dann nicht 10 Stunden, sondern 4 Tage. Daher sollten nach der Einnahme einer Biotindosis im Bereich des normalen Tagesbedarfs 8 Stunden und nach einer hochdosierten Biotineinnahme 3 Tage vergehen, bevor Blut für die Bestimmung der Laborwerte entnommen wird.
Hochdosis kann heißen: 300 mg pro Tag!

Letztlich ist es auch vollständig vom verwendeten Testassay abhängig, ab welchem Biotinspiegel im Blut die Verzerrung anfängt. Nichts genaues weiß man nicht:
Ein Grenzwert, ab wann Biotin die Tests verfälscht, kann daher nicht angegeben werden. Das Risiko steigt mit der eingenommen Biotin-Menge [2,4]. Da verschiedene Labore verschiedene Testverfahren einsetzen und auch die Hersteller dieser Verfahren daran arbeiten, sie weniger störungsanfällig für Biotin zu machen, kann keine abschließende Liste der Laborwerte angegeben werden, deren Messung durch Biotin verfälscht wird. Im Zweifel muss das Labor bzw. der Testhersteller kontaktiert werden.
Quelle der Zitate: https://www.campus-pharmazie.de/2020/12/18/laborwerte-richtig-interpretieren-biotin-interferenzen/

Wer es genau wissen will:

Die Angaben des IMD scheinen sich auf die Firma Roche zu beziehen, vermutlich weil sie deren Assays nutzen:
Roche Diagnostics führte eine pharmakokinetische Studie (n = 54) mit Biotin-Dosen von 5 und 10 mg durch und stellte fest, dass die Konzentrationen im Blutkreislauf bei allen Teilnehmern nach 3,5 bzw. 8 Stunden unter 30 ng/ml (122,8 nmol/l) fielen (29). Aufgrund dieser Ergebnisse empfahl Roche Diagnostics, dass Patienten nach der Einnahme von 5–10 mg Biotin 8 Stunden warten sollten, bevor sie sich einer Laboruntersuchung unterziehen.
Quelle: https://academic.oup.com/jalm/article/5/3/575/5700349?login=false

Bei anderen Herstellern sieht die Sache wieder ganz anders aus.
 
Die Angaben des IMD scheinen sich auf die Firma Roche zu beziehen, vermutlich weil sie deren Assays nutzen:...
In die Richtung habe ich auch gedacht, ohne das jedoch zu überprüfen. Ich frage auch gern mal in Laboren nach, eben wegen der unterschiedlichen Untersuchungs-Assays. So eine Antwort:
Die dortige Laborassistentin wusste noch nicht einmal das Biotin die Vitamin D Laborparameter verändern kann und musste selbst erstmal googlen.
Meinte dann im Anschluss kann sein, kann nicht sein.
Da das Speichervitamin D3 so niedrig war (selbst das kann Biotin erhöhen) und nur das aktive Vitamin 1,25 OH D so hoch, meinte sie, dass das dann wohl so stimmen wird.
erstaunt mich da doch sehr. Ich würde so etwas wohl auch per Mail versuchen (und war hier vor Ort damit schon mal erfolgreich, die Antwort kam aus der Chefetage, medizinischer Direktor oder so).
 

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