Co-Abhängigkeit

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Hallo zusammen,

In meiner Ausbildung "Rehabilitationssport für psychisch Kranke" muss ich im Rahmen einer Hausarbeit ein Referat über die Co-Abhängigkeit verfassen. Kann mir jemand mitteilen, wo ich entsprechendes Info-Material her bekomme. Vielleicht kann auch jemand aus eigener Erfahrung etwas dazu sagen.

Liebe Grüße Helmchen
 
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Hallo Helmchen,
ich fand das Buch "Die Sucht hinter der Sucht" http://tinyurl.com/hdc7e sehr gut.
In fast allen Büchern über Co-Abhängigkeit geht es um Alkohol, aber es wird einem beim Lesen immer klarer, daß man oft auch in die Falle "Co-Abhängigkeit" läuft, wenn kein Alkohol im Spiel ist.
Von der Autorin gibt es noch andere Titel, die im Link genannt werden.

Wahrscheinlich gibt es bei Suchtberatungsstellen (Drogen, Alkohol) Info-Material dazu. Weiß ich aber nicht.

Grüsse,
Uta
 

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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30.11.04
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Hallo Uta,

habe über den Link schon die Bestellung aufgegeben. Vielen Dank. Vielleicht kann trotzdem noch jemand über persönliche Erfahrungen berichten.

Gruß Helmchen
 
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15.10.06
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Hallo Helmchen.
Ich habe viele Jahre mit einem Alkoholiker zusammengelebt.
Die Augen geöffnet in Sachen Co-Abhängigkeit hat mir eine Broschüre der SFA (Schweizerische Fachstelle für Alkohol und andere Suchtkrankheiten)
Was möchtest du denn genau wissen?
Liebe Grüsse, Sine
 
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30.11.04
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Hallo Uta,

habe soeben das Buch erhalten "Co-Abhängigkeit - Die Sucht hinter der Sucht". Diese Lektüre werde ich jetzt erst einmal studieren.

Hallo Sine,

tja, was möchte ich genau wissen? Ich soll eine Hausarbeit schreiben über Co-Abhängigkeit. Ersteinmal sehe ich meine Aufgabe darin, die Co-Abhängigkeit zu beschreiben. Dann muss ich mein erworbenes Wisses auf den Reha-Sport übertragen, dass heißt z. B., dass die Eigenwahrnehmung geschult werden muss, dass das Selbstbewustsein gestärkt werden muss, dass der Betroffene die Eigenverantwortung eines jeden erkennt und auch selber wahrnimmt. Wie geht der Betroffene damit um, sich um sich selbst zu sorgen, sich selbst etwas Gutes tun zu dürfen. Wie weit hilft Bewegung und Entspannung einem Co-Abhängigen? Das sind jetzt erst einmal Dinge, die mir zu diesem Thema einfallen. Ich will aber auch das Buch ziemlich bald lesen, um mehr Einblicke in die Co-Abhängigkeit zu bekommen.

Liebe Grüße Helmchen
 
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15.10.06
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Hallo Helmchen.
Da hast du ja eine happige Aufgabe gefasst!
Falls du eine spezifische Frage zum Verhaltensmuster von Co-Abhängigen hast, kann ich nur aus meiner eigenen bescheidenen Erfahrung berichten.
Ob man, selber darin verwickelt, alles durchschaut, ist dann die andere Frage...
Sine
 
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09.11.04
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Hallo Helmchen,

dachte erst an was anderes,
aber nun wo ich den Link von Uta durchgelesen
habe, habe ich keine " Geschichte" mehr für dich.

Es ging um ein Pärchen wo beide Akoholiker sind,
er fast daran gestorben ist aber erst aufhören konnte als er sich von ihr getrennt hat. Sie hatte immer alle Bemühungen von ihm zunichte gemacht da sie nicht aufhören konnte oder wollte.
Er ist jetzt schon seit ein paar Jahren trocken und soviel man hört sie immer noch nicht...
 
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Hallo Sternchen,
diese Geschichte passt schon zur Co-Abhängkeit. Das Fatale an der Co-Abh. ist ja, daß sich so Menschen gegenseitig in ihrer Abhängigkeit/Sucht festhalten. Zwar liegt der Anfang meistens bei einem der zwei beiden, aber oft folgt eben der andere dann nach, indem er sich nicht ganz klar abgrenzt und für sich selbst sorgt.

Gruss,
Uta
 
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30.11.04
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Hallo,

ich war gestern in einer Buchhandlung. Habe dort in einem Buch gelesen, das viele Psychotherapeuten auch zu den Co-Abhängigen zählen. Das hat dann nichts mit Alkohol zu tun, sondern mit der Sucht "gebraucht zu werden". Was haltet ihr davon?

Gruß Helmchen
 
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Ich denke, das stimmt, Helmchen.
In dem Moment, wo ich anderen helfe, um meiner eigenen Problematik aus dem Weg zu gehen, bin ich co-abhängig. Natürlich gibt es da viele verschiedene Ausprägungen. Ein bißchen von der Sucht "gebraucht zu werden", braucht's meiner Meinung nach in allen Helferberufen, aber auch bei Müttern mit Kindern.
Erst wenn der Kranke krank bleiben muss,. damit der Helfer sich gesund fühlt, wird es kritisch.

Gruss,
Uta
 
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Hallo zusammen,

"die Sucht hinter der Sucht" habe ich gelesen und meine Hausarbeit fertig gestellt. Ich dachte, es würde vielleicht jemanden interessieren und habe nachstehend einen Auszug aus meinen Recherechen kopiert.
LG Helmchen

Symptome von Co-Abhängigkeit
Typisch für Co-Abhängige ist, dass sie andere Menschen zum Mittelpunkt ihres Lebens machen. Das Gefühl von Bedeutung erfahren sie in den Reaktionen ihrer Umwelt. Sie sind süchtig nach Anerkennung und opfern alles dafür, was bis zur völligen Selbstverleugnung gehen kann. Es wird immer unbewusst die Opferrolle in Beziehungen (zu Partnern, Kollegen, Familienangehörigen und anderen) gesucht; meistens entspricht diese einer Helfer-Rolle in aussichtsloser Position. So kommt es häufig vor, dass Co-Abhängige in Beziehungen zu süchtigen Menschen geraten, die sie "retten" wollen. Dabei sehen sie sich meist als Märtyrer. Nicht selten ketten sie ihr eigenes Schicksal an das eines Anderen, möglichst ein "Verlierer", mit dem sie dann mit "Wehenden Fahnen" untergehen können. Der Co-Abhängige lässt eine innere Klarheit für sich selbst vermissen, nämlich so zu leben, wie es gesund ist für Leib und Seele.

Da die Co-Abhängigkeit eine psychosomatische Erkrankung ist, können die körperlichen Symptome sehr vielfältig sein und äußern sich z. B. durch:
Ø Burnout-Syndrom
Ø Adipositas,
Ø Migräne,
Ø Beziehungs-Mager-Sucht und
Ø Angstneurosen.

Häufig ist es sehr schwer, die eigentliche Problematik dahinter zu erkennen.


Wann ist ein Mensch ein Co-Abhängiger?
Viele der oben genannten Symptome und Verhaltensweisen sind auch bei gesunden Menschen anzutreffen. Krankhaft ist es dann, wenn die Lebensqualität massiv beeinträchtigt ist, das Handeln als zwanghaft erlebt wird und letztlich auch die physische Gesundheit bedroht ist. Es verhält sich ganz ähnlich wie beim Alkoholismus: Das Gläschen zum Essen ist noch nicht das Problem. Erst wenn es zum Zwang wird, ist es höchstwahrscheinlich eine Erkrankung.
Ein entscheidender Schritt in Richtung Co-Abhängigkeit ist getan, sobald der Partner versucht, dem Abhängigen Verantwortung abzunehmen. Damit bringt er den typischen Suchtbeziehungsprozess in Gang. Die Partnerin meint zu wissen, was dem Abhängigen fehlt. Auf diese so genannte Beschützerphase folgt die Kontrollphase. Der Co-Abhängige versucht, die Fassade aufrecht zu erhalten und die Kontrolle über die Situation zu gewinnen. Sie bezahlt Schulden und entschuldigt ihn beim Chef. Gleichzeitig wächst das Gefühl der Ohmacht und Wertlosigkeit.

Ursachen für Co-Abhängigkeit
Die Ursachen sind wie bei den meisten psychischen Erkrankungen schwer auszumachen und oftmals vielfältig. Also eine Mischung soziologischer Ursachen, kognitiver Ursachen und genetischer Dispositionen. Meist kommen Co-Abhängige aus nicht im eigentlichen Sinn funktionalen Familien. Das muss aber nicht immer sein. Allen ist aber ein mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen gemein.

Co-Abhängige als "Angehörige von Suchtkranken"
In diesem Fall wird unter Co-Abhängigkeit verstanden, dass neben der abhängigen Person noch weitere Personen in die Abhängigkeit verwickelt sind. Im Umfeld der Alkoholkrankheit kennt man die Aussage, dass zu jedem der trinkt auch mindestens einer gehört, der es zulässt. In manchen Kreisen wird auch der Begriff Co-Alkoholiker in diesen Zusammenhang benutzt.
Es stellt sich also die Frage, warum jemand die Beziehung zu einem Abhängigen nicht beendet, sondern sogar unterstützt, indem er ihm immer wieder sein Suchtmittel mitbringt oder mit Geld dafür aushilft.
Die Gründe sind darin zu suchen, dass der Co-Abhängige damit seine partiellen Minderwertigkeitsgefühle kompensieren oder soziale Anerkennung erhalten will (siehe auch Helfersyndrom). Diese Aussage trifft allerdings nicht immer zu und die Motivation einer Mutter, die z. B. ihr Kind vor dem Untergang durch Drogen retten will, ist sicherlich eine andere. Diese (hier eher fatale) Hilfsbereitschaft genießt allgemein eine hohe Anerkennung, weshalb der Co-Abhängige häufig seine Rolle bei der Unterhaltung der Abhängigkeit nicht erkennt.
Deshalb ist es bei der Behandlung von Abhängigen eigentlich immer notwendig, auch dessen Bezugspersonen (Partner, Familienangehörige, ...) mit in die Therapie einzubeziehen, damit sie erkennen können, wodurch sie die Abhängigkeit (latent) unterstützt haben. Viele der Selbsthilfegruppen verschiedener Abhängigkeiten bieten auch Hilfen (in Selbsthilfegruppen) für Angehörige oder Partner an. Neben dem Partner leiden auch Kinder einer Beziehung mit einem Abhängigen nicht unerheblich. So finden typischerweise immer wieder erhebliche Ausgrenzungen statt, besonders wenn es lautstarke und/oder rabiate Auseinandersetzungen gibt (nicht selten über Kleinigkeiten). Diesen stehen die Kinder meist sehr hilflos gegenüber.
Dies verhindert oft das Erlernen entsprechender Kompetenzen - z. B. die Beurteilung, wann und wie auf einen Anlass adäquat zu reagieren ist. Diese soziale Unsicherheit ist oftmals wiederum Ursache für die Abhängigkeitserkrankung der Kinder - nicht eine (noch immer nicht zweifelsfrei nachgewiesene) genetische Disposition
 
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15.10.06
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http://www.zuefam.ch/pdf/co-verhalten.pdf

Ich will hier noch einmal auf das so wichtige Thema der Co - Abhängigkeit aufmerksam machen.
In diesem Link geht es um speziell um Alkoholiker und die Co - Abhängigkeit ihrer Frauen.
Dieses Thema ist deshalb so wichtig, weil man sich einfach bewusst werden muss, dass nicht "nur" all die Süchtigen ein Problem sind und eines haben, sondern auch meistens ein oder mehrere Menschen in deren Umfeld noch zusätzlich ein ungesundes Verhalten entwickeln.
Will das jemand auf die offiziellen Zahlen der Alkoholkranken hochrechnen?
Mir selber graut davor...
Ausserdem kann das Thema nicht oft genug erwähnt werden, denn jede(r) Co - Abhängige, der dies an sich erkennt, ist auf dem besten Weg, sich selber zu helfen. Und in einigen Fällen kann sogar der Abhängige selber schlussendlich von diesem Umdenken profitieren.
Liebe Grüsse, Sine
 
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04.04.07
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das problem der co-abhängikeit ist bei psychotherapeuten sicher bekannt. will sagen bei denen gibt es ein bewußtsein davon. schlimmer ists wenn man nicht bewußt in so eine abhängikeit gerät. sozialarbeiter, krankenschwestern, seelsorger, streetworker ect. sind da immer in gefahr. zur ausbildung in der psychotherapie gehört das man lernt in das "boot" des klienten einzusteigen (das ist wichtig um ihn zu verstehen) und auch ebenso wieder auszusteigen (das ist wichtig um ihm zu helfen). sonst gehen beide unter.

co-abhängikeit ist in familien mit suchtkranken an der tagesordnung.
kinder sind fast immer schwer geschädigt wenn sie "lernen müssen" die verantwortung mit zu übernemen die der süchtige für sich und die familie nicht mehr wahrnimmt. dies bringt gerade kinder, aber auch ehepartner in sehr große belastungs situationen.

bei menschen deren eltern mit alc-abhängig waren entstehen später nicht selten angstzustände bzw panikattacken.

hier helfen gerade die oben verunglimpften psychotherapeuten. bei denen das aussteigen aus dem boot zur grundausbildung gehört.
andreas

ps: co-abhängikeit ist keine psychosomatische krankheit aber sie kann zu einer solchen führen.
 
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10.01.04
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In einem Forum für Alkoholiker und Angehörige habe ich diese Definition gelesen:
Co-Abhängige haben meist ein geringes Selbstwertgefühl, je nach Stadium, kann es soweit gehen, dass man sein Selbst gar nicht mehr wahrnimmt. Das Problem ist, dass man seinen eigen Wert, vom Verhalten seines Partners definiert. Indem man lügt, erhofft man (ich benutze "man", und meine "mich", da ich meine Erfahrungen schildere), dass die anderen denken: wenn die so einen tollen Partner hat, muss dass auch eine tolle Frau sein. Nach einiger Lektüre zum Thema, fand ich, dass diese "Fremdbestimmtheit und Aussenorientierung" ein wesentliches Merkmal dieser Sucht ist...
Definition Coabhängigkeit Teil 2 - Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum
und finde die sehr treffend, wie das ganze Posting überhaupt.

Ich glaube, die größte Schwierigkeit ist es für einen Co-Abhängigen (wie auch für den Abhängigen), die Sucht zu erkennen und dann den Mut zu haben, sich Hilfe zu suchen. Denn auch das gehört wahrscheinlich zu den häufigen Eigenschaften von Co-Abhängigen: sich selbst nicht wert finden, Hilfe zu suchen und zu bekommen, dafür aber selbst fast jederzeit bereit sein, Hilfe zu geben.

Gruss,
Uta
 
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04.04.07
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hallo uta,
hinter den letzten satz möchte ich !!! setzen. wobei das problem der abhänigen wie du weiter oben richtig sagst, es in erster linie ist, dass sie sich selber nicht, oder verzerrt, wahrnemen und daher nicht in der lage sind für das zu sorgen was sie wirklich brauchen. zugleich sind sie sehr geschickt darin sich zu verschaffen was sie wollen. (dies ist ja keineswegs das selbe).
dies hängt mit einer unverbundenheit des sympatikus mit dem parasympatikus zusammen. dies kann sowohl durch mangelnde lernerfahrung entstanden sein. (keine beispiele erfahren für gute fürsorge) als auch aus einer art überlebensstrategie entstanden sein. (ich will nicht fühlen müßen was mir passiert).
es ist aus meiner erfahrung eher dieser punkt (die gestörte selbstwahrnemung) der sie hindert sich z.b. therapeutische hilfe zu holen als das der mut eine rolle spielt.
bisweilen stehen aber auch die co-abhängigen partner im wege weil sie "ihren schützling ja als einzige verstehen".
andreas
 
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Hallo Holon,
nicht in der lage sind für das zu sorgen was sie wirklich brauchen.
Da stellt sich für mich die Frage, warum das so ist? Das kann doch eigentlich nur bedeuten, daß diese Leute nicht gelernt haben, auf die eigenen Bedürfnisse zu lauschen und sie dann zu erfüllen? Also stehen sie wahrscheinlich in einer Reihe in der Generationenfolge, wo sie den blöden Part bekommen haben, zugunsten anderer (wahrscheinlich der Eltern) auf die eigenen Bedürfnisse nicht eingehen zu können?

sind sie sehr geschickt darin sich zu verschaffen was sie wollen. (dies ist ja keineswegs das selbe).
Das ist mir nicht klar. - Meinst Du damit, daß Co-Abhängige trotz ihrer Hilflosigkeit den eigenen Bedürfnissen gegenüber trotzdem das, was sie wollen , mehr oder weniger rücksichtslos durchsetzen? Für mich widerspricht sich das.
Es sei denn, man geht davon aus, daß der Coabhängige den Abhängigen ausnutzt, um sich besser zu fühlen?

unverbundenheit des sympatikus mit dem parasympatikus
Das läßt mich gleich an die Übungen aus der Kinesiologie denken, wenn man die rechte mit der linken Gehirnhälfte verbindet, zB. durch Überkreuzübungen. Aber das sind dann die Gehirnhälften, und ich weiß nicht, ob das gleichzeitig auch für Sympathikus und Parasympathikus gilt?
Gäbe es solche Übungen auch für den Symp. und den Parasymp.?

Gruss,
Uta
 
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aus meinem text:
dies kann sowohl durch mangelnde lernerfahrung entstanden sein. (keine beispiele erfahren für gute fürsorge) als auch aus einer art überlebensstrategie entstanden sein. (ich will nicht fühlen müßen was mir passiert).
den sympaticus können wir nicht direkt beeinflussen aber indirekt.
langsame sanfte massagen, (ajur-veda z.b.) tai-chi ebenfalls stärken unseren bezug zu diesem "inneren nervensystem" hier hilft eigtlich alles was man unter körperbezogener selbsterfahrung nennen könnte wenn es sanfte methoden sind.

die verwechslung von brauchen und wollen bezog sich noch auf den abhängigen, trifft aber auch sicher bei co-abhängigkeit zu.
der co-abhängige hat sicher die neigung den abhängigen nicht in die selbstständigkeit zu entlassen oder die verantwortung zu teilen. es steckt da auch eine gutgetarnte form der machtausübung hinter. (welche das gefühl der eigenen hilflosigkeit ausgleichen soll).
der gegenpol zu abhängikeit ist ja die autonomie. das ist was beide erlernen müßen, den alc bzw. den andern nicht mehr zu brauchen um eigene defizite nicht spüren zu müßen.
und um noch etwas zum helfersyndrom zu schreiben (es ist ja auch nur eine art der co-abhängigkeit): wem es ohne seine patienten oder klienten schlechter geht der sollte sich strengstens aufgefordert sehen sich mit sich selbst mal zu befassen. fast immer braucht man dann hilfe.
andreas
 
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10.01.04
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... womit wir beim Helfersyndrom gelandet sind.

Ich finde diese Frageliste gar nicht übel:

Falsche Fürsorge -
Haben Sie ein Helfer-Syndrom?

Die folgenden Fragen bieten eine Gelegenheit zur persönlichen Auseinandersetzung mit „richtigem“ und „falschem“ Helfen in Partnerschaft, Familie und Beruf. Sie beziehen sich auf verschiedene Merkmale eines Helfer-Verhaltens, das möglicherweise sowohl dem Hilfsbereiten als auch dem Hilfsbedürftigen schadet. Die folgenden Fragen sollen dazu anregen, eigene Auffassungen, Gefühle und Verhaltensweisen zu überdenken. Betrachten Sie die Liste bitte nicht als einen Test, der Ihnen bei 18 Ja-Antworten beweist, dass Sie alles falsch machen.

1. Haben Sie oft besser als Ihr Partner gewusst, was gut für ihn ist?

2. Machen Sie sich häufig Sorgen über Ihren Partner?

3. Getrauen Sie sich oft nicht zu zeigen, dass es Ihnen schlecht geht?

4. Haben Sie manchmal das Gefühl, alles könnte zusammenbrechen, wenn Sie es nicht zusammenhalten?

5. Haben Sie sich manchmal so sehr mit dem Verhalten Ihres Partners befasst, dass Sie nur noch wenig Aufmerksamkeit für sich selbst hatten?

6. Empfinden Sie Verantwortung für die Probleme Ihres Partners?

7. Versuchen Sie, auf den anderen Optimismus auszustrahlen?

8. Haben Sie schon einmal Ihre ganze Energie darauf verwandt, jemand anderen ändern zu wollen?

9. Machen Sie Ihrem Partner häufig Vorwürfe?

10. Gebrauchen Sie bisweilen Notlügen, um Ihrem Partner zu helfen'?

11. Haben Sie Ihre eigenen Ziele häufig hintangestellt?

12. Haben Sie schon oft den Wunsch verspürt, sich einfach auch einmal gehen lassen zu können?

13. Hoffen Sie manchmal, dass Ihr Partner Ihnen zuliebe seine Symptome aufgibt?

14. Haben Freunde gelegentlich zu Ihnen gesagt: „Jetzt denk auch mal an Dich!“?

15. Versuchen Sie öfter, Ihrem Partner negative Konsequenzen seines Tuns zu ersparen und selbst auf sich zu nehmen?

16. Ist es für Sie riskant, sich offen und frei auszudrücken, weil Sie die Reaktionen Ihres Partners fürchten?

17. Wenn Sie sich nach Ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen fragen, fällt Ihnen dann wenig ein, was Sie nur für sich möchten?

18. Neigen Sie dazu, die Probleme von anderen zu Ihren eigenen zu machen?
Helfersyndrom. Verkaufstraining Burkhard Treude

Und ich glaube, daß aufgrund dieser Fragen fast jeder ein Stück Helfersyndrom in sich entdeckt. Die Frage dann ist, wie man damit umgeht.

Gruss,
Uta
 
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