Birkenzucker (Xylit) und Herz-Kreislauferkrankungen

jetzt haben die in den Nachrichten bei rtl, doch tatsächlich gesagt, dass Xylit zu Blutgerinnsel, Herzinfarkte und Schlaganfälle, führen kann.
Nein, zumindest laut Focus-Artikel haben sie genau das nicht gesagt! Dort steht auch wieder nicht, dass Xylitkonsum dazu führt, sondern erhöhte Xylitspiegel.

Daraus lässt sich eben nicht ableiten, dass Xylit in üblichen Mengen zu konsumieren gesundheitlichsschädlich ist.

Bis zu 30 Jahre Nachbeobachtung - so lange wird Xylit noch gar nicht als Süßungsmittel verwendet.

Das hatten wir doch hier im Thread alles bereits …

Geradezu lächerlich ist, dass sie es so formulieren, dass Xylit künstlich und „Zucker“ (welcher genau?) natürlich sei. Beides wird aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen.

Das ist keine sachliche Berichterstattung, sondern absolut tendenziöse. Wie gesagt, den Rübenzucker-Konzernen, die jahrzehntelang keinerlei ernst zunehmende Konkurrenz hatten, laufen die Abnehmer weg.

Kritisch sehe ich eher hochgradig verarbeitete Substanzen wie E960 (Steviolglycoside) verstehen, dem Extrakt aus der Steviapflanze - da wird aber wie so oft gern Extrakt mit Pflanze gleichgesetzt, wenn ergo beides durch den Kakao gezogen.
 
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Die Forscher untersuchten dazu die Xylit-Konzentration in über 3300 Blutproben von Herzkreislauf-Patientinnen und -patienten.

Bei denjenigen mit hohen Konzentrationen kam es deutlich häufiger zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und einem vorzeitigen Herztod. Die Forscher errechneten, dass für Menschen mit höheren Xylit-Werten im Blut, das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in den nächsten drei Jahren um nahezu 60 Prozent erhöht war. Dazu wurden bei den Observationsstudien die Plasmalevel gemessen.

Blutplättchen neigen zu "Verklumpung"

Die Autoren dieser im Juni im „European Heart Journal“ publizierten Arbeit (1) erhielten durch weitere Experimente im Labor auch eine mögliche Erklärung für das erhöhte Risiko. Demnach fördert der Zuckeralkohol die Neigung der Blutplättchen (Thrombozyten) zu „verklumpen“ und begünstigt so vermutlich die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben).

Schlussfolgerung: Niedrigkalorische Süßstoffe aus der Reihe der Zuckeralkohole wie Xylit sind womöglich – zumindest bei längerfristigem Gebrauch – gesundheitsschädigender als bisher angenommen. Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse durch Thrombosen wie Herzinfarkt und Schlaganfall wird offenbar erhöht.

Sparsamer Einsatz von Xylit empfohlen​

Gerade für Menschen mit bereits vorhandenen Herzerkrankungen erscheint nach derzeitigem Kenntnisstand ein zurückhaltender, sparsamer Gebrauch von Zuckeralkoholen ratsam.

Bei dieser Formulierung bleiben viele Fragezeichen offen. Eines scheint mir aber klar: wer schon Herzkreislauf-Probleme hat, sollte sich überlegen, ob er Xylit zu sich nehmen möchte.

Grüsse,
Oregano
 
Bis zu 30 Jahre Nachbeobachtung - so lange wird Xylit noch gar nicht als Süßungsmittel verwendet.
Als ich 1981 nach Krebs in Kur, heute Reha, war, bekamen wir mit Xylit mäßig gesüßte Vollkornkuchen. Es war also schon bekannt. Für mich als Diabetikerin mit Herzproblemen ist ein mäßiger Konsum von Xylit sicher besser als mit Zucker. Stark gesüßte Speisen sind mir ohnehin zuwider. Ein Hauch von Süße genügt.
 
Hier noch ein Studien-Link aus dem Fokus-Artikel:

Daraus - übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version) - die Ergebnisse:
In ersten, nicht zielgerichteten Metabolomik-Studien (Entdeckungskohorte) standen die Konzentrationen eines vorläufig als Xylit identifizierten Polyols im Blut in Zusammenhang mit dem Risiko für neu auftretende (innerhalb von 3 Jahren) schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse (MACE). Anschließende LC-MS/MS-Analysen mittels stabiler Isotopenverdünnung (Validierungskohorte), die spezifisch auf Xylit (und nicht auf dessen Strukturisomere) ausgerichtet waren, bestätigten diesen Zusammenhang mit dem Risiko für neu auftretende MACE [angepasste Hazard Ratio (95 %-Konfidenzintervall) im dritten gegenüber dem ersten Tertil: 1,57 (1,12–2,21), P < 0,01]. Ergänzende mechanistische Studien zeigten, dass Xylit mehrere Indizes der Thrombozytenreaktivität und die Thrombusbildung in vivo bei Konzentrationen verstärkte, wie sie im Nüchternplasma beobachtet wurden. In interventionellen Studien führte der Verzehr eines mit Xylit gesüßten Getränks bei allen Probanden zu einem deutlichen Anstieg der Plasmaspiegel und zu einer Verstärkung mehrerer funktioneller Messgrößen der Thrombozytenreaktivität.

Das, was im letzten Satz steht, finde ich besonders eindrucksvoll (ich weiß nicht, wie schnell dann auch Thromben sich bilden könnten).

Es wird schlussgefolgert, dass Xylitol ist mit einem erhöhten Risiko für neu auftretende MACE verbunden ist und die Thrombozytenreaktivität und das Thrombosepotenzial in vivo verstärkt. Es seien weitere Studien zur kardiovaskulären Sicherheit von Xylitol erforderlich.

Ich bin froh, dass ich so gut wie gar keine Zuckerprodukte benutze, weil kein Bedarf besteht. Eine einzelne getrocknete Dattel oder Aprikose reicht mir schon als Süßung im Porridge/Müsli, v.a. wenn da auch süßeres Beerenobst wie Erdbeeren drin ist.
 

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