Benommenheitsschwindel, Übelkeit, usw. durch Bandscheibenvorfall?

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Hallo,

Ich schreibe einfach mal drauf los und vielleicht gibt es ja den einen oder anderen wertvollen Tipp. Bisher konnte mir noch kein Arzt so richtig helfen. An meinen Symptomen hat sich seit 7 Monaten so gut wie nichts verändert :(

Ich habe keine richtigen Schmerzen. Das sollte ich vorher erwähnen.

Es hat angefangen an Weihnachten. Ich saß nach einem Spaziergang am Tisch und auf einmal wurde mir ganz anders. Mir wurde irgendwie schwindelig, aber kein Drehschwindel oder so, sondern so eine Benommenheit, als würde ich im nächsten Moment ohnmächtig werden. Ich war jedoch zu jedem Zeitpunkt ansprechbar und bei vollem Bewusstsein. Gleichzeitig wurde mir sehr übel und ich wurde recht blass. Das ganze ging ca. 5 Sekunden, dann hat es aufgehört.

Eine Woche später ging das gleiche wieder los. Jedoch diesmal über mehrere Stunden. Mir wurde schubweise schwindelig und extrem übel. Wir habend en Krankenwagen gerufen, der konnte aber nichts finden. Ich bin angeblich total gesund.

Das geht jetzt seit 7 Monaten so. Mittlerweile sind weitere Symptome hinzugekommen: Ich fühle mich häufig etwas benommen, meistens über mehrere Stunden. Übel wird mir oft, wenn ich am Tisch sitze und mich mit den Armen abstütze. Auch wenn ich Fahrrad fahre. Dazu habe ich häufig ein sehr unangenehmes, aber schwer zu beschreibendes Gefühl in der Brust- und Halsregion. Es fühlt sich an, als würde mein Herz die Arbeit verweigern.

Außerdem fühlen sich bestimmte Körperregionen manchmal taub bzw. verkrampft an: unter dem linken Auge, obere oder untere Lippe, Zungenspitze, linker Ringfinger und kleiner Finger. Ich fühle aber noch alles und kann alles normal bewegen.

Außerdem habe ich, meistens wenn ich auf der linken Seite auf dem Sofa liege, aber auch manchmal im Sitzen oder beim ungeraden Stehen, so ein ganz schlimmes Gefühl in der Brust. Es fühlt sich an, als würde mein Herz verkrampfen, als würde eine Blase im Körper aufgehen oder das Herz mehrmals hintereinander auf die 4-fache Größe aufpumpen. Dabei fühle ich oft, weil ich Angst habe, meinen Puls. Häufig schlägt er, während das passiert, völlig taktlos, in vollkommen unregelmäßigen Abständen. Wenn ich dann die Sitzposition ändere, und das Gefühl nachlässt, schlägt mein Herz für eine Minute oder so noch relativ schnell.

Weitere Symptome:
- Brustschmerz, Druck auf der Brust
- Benommenheitsschwindel beim Aufrichten, als würde mein Kopf für kurze Zeit mit zu wenig Blut versorgt. Dabei Manchmal Druck auf den Ohren
- Manchmal Schmerzen in der linken Schulter hinten
- Wenn ich kurz tagsüber auf dem Rücken liegend einschlafe, wache ich manchmal mit starkem Kribbeln in beiden Handhälften (Ring- und Zeigefinger + Handfläche) auf.
- Im Kino (liegt wohl am Kinositz) verstärken sich viele der Symptome, außerdem war letztens danach die Spitze meines Zeigefingers kribbelnd und „taub“

Ich denke es ist ein orthopädisches Problem, aber die meisten Orthopäden sehen das anders. Ich hatte schon mehrere MRTs. Am Kopf und HWS ist alles gut, an der BWS (BWK 6/7) wurde ein leichter Bandscheibenvorfall („flache, rechts mediolaterale fokale Bandscheibenherniation“, „Keine Myelopathie“) entdeckt, der das Rückenmark einengt. Hier sieht ein Orthopäde den Grund zumindest für die Brustschmerzen, andere sehen in dem Bandscheibenvorfall keine Ursprünge meiner Symptome und verweisen auf einen Neurologen. Neurologisch wurde aber eigentlich alles abgeklärt. Auch beim HNO-Arzt und Kardiologen (Belastunges-EKG, Langzeit-EKG, Herzecho) ist alles top.

Eine letzte Erwähnung: Mir ist schon vor Jahren aufgefallen, dass ich beim Sport im Fitnessstudio meine Muskeln häufig nur auf der linken Körperhälfte wirklich beanspruche. Muskelkater habe ich beispielsweise immer nur links. Mir wurde schon in der Kindheit eine leicht verkrümmte Wirbelsäule diagnostiziert. Mittlerweile sehe ich, wenn ich mich im Spiegel anschaue, dass mein Oberkörper sehr ungerade ist. Die linke Seite steht sehr stabil, während die rechte Seite nach unten hängt.

Ich habe früher häufig als Möbelpacker gearbeitet. Auch jetzt noch, neben dem Studium, habe ich oft körperliche Arbeiten gemacht, die für die Wirbelsäule definitiv nicht optimal waren.

Diese Symptome machen mein Leben zur Zeit wirklich schwer. Besonders die Tatsache, dass mir noch kein Arzt richtig helfen konnte. Ich mache viel Physiotherapie, gehe ins Fitnessstudio und habe vor kurzem dieses spezielle „Kieser Training“ für die Rückenmuskulatur angefangen. Bisher haben sich meine Symptome nicht verändert. Ich bin 27 und dachte eigentlich, dass ich mir über solche Dinge erst in 50 Jahren Gedanken machen muss…
 
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natürlich kann ein bandscheibenvorfall alle möglichen beschwerden verursachen, wobei die normale physiotherapie und auch dieses oft beworbene kiesertraining bei vielen nicht wirklich was bringt bzw. oft nur eine rel. kurze verbesserung.
ich hatte wegen einiger bandscheibenvorfälle, teils mit lähmungen im bein und div. gelenkprobleme, u.a. mit kompletter versteifung des re. schultergelenks trotz physio teils jahrelang beschwerden bis ich dann das problem selbst in die hand genommen und einiges anders gemacht habe und seitdem (seit jetzt schon 20 jahren) hab ich trotz kaputter gelenke und div. störungen an der wirbelsäule (beim mrt sichtbar) keine schmerzen mehr und die gelenke sind normal beweglich, lediglich die bws ist durch die jahrelange falschbehandlung durch die ärzte usw. in der bewegung eingeschränkt (irreversibel, da durch knöcherne auswüchse verursacht), aber in meinem alter (werde nächstes jahr 70) haben das viele und da ich keine schmerzen habe, ist mir das auch egal.

einige andere, denen ich ein paar allg. tips bzgl. körperhaltung, sport usw. gegeben hatte, konnten auch etliche beschwerden durch eigene maßnahmen beseitigen, obwohl die vorher weder durch physio oder spez. fitneßstudio usw. dauerhaft besser wurden.
wie auch bei unverträglichkeiten usw., muß man dabei selbst zum spezialisten werden und sich selbst helfen. ist aber bei ws-problemen fast immer einfacher als bei anderen.


lg
sunny
 
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ps.

im tv wird gerade darauf hingewiesen, wie extrem schädlich u.a. auch die handynutzung u.ä. für die hws ist und wie einfach man die beschwerden durch verhaltensänderungen, isometrische übungen, passenderes kopfkissen, schwimmen nur mit gerader hws, also entsprechendes rückenschwimmen usw. usw. bessern kann.

das alles reicht nicht, ist aber schon mal ein anfang, vor allem wenn man darauf achtet, daß die körperhaltung immer physiologisch und trotzdem entspannt ist, also nicht das von physios oft empfohlene schultern zurück um gerade zu stehen, weil das ebenso wie das kopfrollen extrem kontraproduktiv ist.

lg
sunny
 
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05.10.17
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Hallo Fabse91,

ich vermute einen Zusammmenhang mit nitrosativem Stress.
Wo genau die Ursache liegt, lässt sich nicht so einfach sagen.

Deine krumme Wirbelsäule, Fehl- u.o. Überbelastungen, Schwermetalle, Medikamente, schädliche Stoffe (wie Rauchen, Alkohol, Rauschgifte), Stress, Schleudertrauma, Mikronährstoffmangel u.a. kommen alle als Ursache in Frage.
Zusammengenommen ist ihre Wirkung noch grösser.

Nitrosativem Stress kann auch für Deinen Bandscheibenvorfall mitverantwortlich sein.
Als Folge von dauerhaftem nitrosativem Stress können Multisystem-Erkrankungen auftreten mit Symptomen wie:
- Bindegewebe wird schwach
- Bandscheiben und Meniskus werden brüchig
- B12-Mangel mit entsprechenden Folgen
- Reflux
- Reizdarm-Symptome
usw.
Quelle: Kuklinski, Dr. med. Bodo; Schemionek, Dr. Anja. Mitochondrien: Symptome, Diagnose und Therapie

Einige Deiner Symptome deuten auf B12-Mangel hin. Lass Dir das aber von den Ärzten nicht ausreden.
Laut Kuklinki sind auch B12-Messung im Serum wenig aussagekräftig.
Die Untersuchung sollte am besten als Methylmalonsäure-Bestimmung im Urin durchgeführt werden, hohe Werte finden sich bei Erschöpfung des Vitamin-B12-Pools. Die Analyse ist relativ teuer. Doch Serumanalysen des B12 sind nicht zuverlässig: Im Blut ist Vitamin B12 an Trägerproteine gebunden, zu ca. 20 % an Transcobalamin (Holotranscobalamin = Holo-TC, biologisch verfügbar), zu 80 % an Haptocorrin (nicht biologisch verfügbar). Bei B12-Serumanalysen werden beide B12-Proteinkomplexe gemessen, sodass zu hohe Werte entstehen. Nur ca. 1/ 5 (= 20%) des Serum-B12 ist biologisch verfügbar. Leider ist es nicht so einfach, wie es scheint …
Quelle: Kuklinski, Dr. med. Bodo; Schemionek, Dr. Anja. Mitochondrien: Symptome, Diagnose und Therapie (German Edition) (Kindle-Positionen2032-2035). Aurum Verlag. Kindle-Version.

Ich würde versuchen nitrostress-verursachende Belastung zu reduzieren und B12 bzw. B-Komplex ergänzen.

Alles Gute
 
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20.04.19
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ich vermute einen Zusammmenhang mit nitrosativem Stress.
Wo genau die Ursache liegt, lässt sich nicht so einfach sagen.

Wow, danke schon mal für die Antworten. An so etwas hatte ich noch überhaupt nicht gedacht. Darüber werde ich mal einiges lesen. Die Schwierigkeit der Ärzte, meine Symptome zu deuten, kann auf jeden Fall für so etwas (oder ähnliches) sprechen.
 
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