Arzt und Zukunft

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14.04.08
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> Wie könnte eine demnach gute Lösung aussehen?
> Eine bezahlbare, transparente, dem Patienten dienende, möglichst
> unbürokratische Versorgung mit kurzen Wartezeiten,
> sinnvoller Diagnostik, keinen Doppeluntersuchungen usw.

Die beste Lösung, ist erst gar nicht krank zu werden. Das haben wir selbst in der Hand - rund 80% der Krankheiten sind ernährungsbedingt. Hier wäre der Staat gefordert, flächendeckend aufzuklären, aber die Politik dient der Wirtschaft und nicht der Bevölkerung.

Für die Fälle, die trotzdem krank werden:

Jeder bezahlt seinen Arzt selbst und zwar direkt und nur bei Erfolg. Diese direkte Bezahlung ist bei Nicht-Kassenärzten ja heute bereits Standard, nur mit dem Erfolg hapert es meist. Den meisten Ärzten ist auch durchaus bewußt, daß sie nicht heilen können, weshalb sich ein erfolgsbasiertes Honorar derzeit nicht durchsetzen läßt.

Die ärztliche Versorgung von Menschen, die sich das nicht leisten können, müßte aus einem staatlichen Fond gedeckt werden oder besser dem einzelnen Arzt überlassen werden (Siehe Robin Hood Prinzip weiter unten). Vor jeder Leistung müßte ein gründliche Aufklärung über die Krankheitsursachen erfolgen und die strikte Vermeidung dieser Ursachen müßte Bedingung für jede Zahlung sein. Mit anderen Worten: Jemand, der raucht bekommt erst dann Geld für Behandlungen, wenn er das Rauchen aufgibt. Jemand, der einen Diabetes entwickelt, bekommt erst dann Geld, wenn er nachweislich die raffinierten Kohlenhydrate strikt meidet und seine Ernährung entsprechend umstellt.

Das würde effizient Krankheiten verhindern und dafür sorgen, daß die Ärzte wieder mehr Zeit für die Patienten haben, denn die chronischen Patienten würden weitgehend wegfallen.

Das heutige System ist aber leider nicht auf Gesundheit, sondern auf die Generierung von immer mehr Kranken ausgelegt, da lediglich Symptome behandelt werden und immer neue Krankheiten erfunden werden, um immer neue Medikamente zu verkaufen. Das System hat also gar kein Interesse an einer Entlastung der Ärzte (oder gar an der Gesundheit des Patienten), wichtig ist nur, daß immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit mit immer teureren Methoden / Medikamenten behandelt werden.

Die Ärzte sind dabei Täter und Opfer zugleich - sicher haben sie Interesse an der Gesundheit der Patienten, aber gleichzeitig sind sie ausbildungsbedingt nicht in der Lage ihnen wirklich zu helfen, da die Ausbildung sich ausschließlich auf Diagnose und Symptombehandlung beschränkt. Eine ursächliche Behandlung darf dem Arzt gar nicht vermittelt werden, denn dadurch würden dem System potentielle Einnahmequellen verloren gehen. Solange dieser wirtschaftliche Druck auf dem System lastet, kann und wird es keine sinnvolle Veränderung geben, aber der Arzt hat es selbst in der Hand, aus diesem System auszusteigen.

Mein Arzt bspw. ist kein Kassenarzt und ich muß für eine Sprechstunde 50 Euro auf den Tisch des Hauses legen (auch mal weniger, wenn ich nicht so viel verdiene und auch mal mehr, wenn ich ein hohes Einkommen habe - als Nicht-Kassenarzt hat er die Freiheit, nach dem Robin Hood Prinzip zu handeln). Diese 50 Euro bezahle ich gerne, denn das ist tatsächliche ein Sprechstunde, eine volle Zeitstunde, die nur dem Arzt und mit gehört. In dieser Stunde werden die Beschwerden, aber vor allem deren Ursachen besprochen und die Therapie folgt diesem ursächlichen Prinzip, denn ohne Abstellen der Ursachen keine Heilung. Als Folge dieses Prinzips werden die Patienten gesund, die Krankheiten werden aufgehalten und die meisten Patienten kommen nicht wieder. Das ist auch gut so, denn die Erfolge sprechen sich herum und so muß man mittlerweile ein halbes Jahr auf einen Termin warten.
 
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10.01.04
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denn das ist tatsächliche ein Sprechstunde, eine volle Zeitstunde, die nur dem Arzt und mit gehört. In dieser Stunde werden die Beschwerden, aber vor allem deren Ursachen besprochen und die Therapie folgt diesem ursächlichen Prinzip, denn ohne Abstellen der Ursachen keine Heilung. Als Folge dieses Prinzips werden die Patienten gesund, die Krankheiten werden aufgehalten und die meisten Patienten kommen nicht wieder. Das ist auch gut so, denn die Erfolge sprechen sich herum und so muß man mittlerweile ein halbes Jahr auf einen Termin warten.

Ich kenne dieses Modell auch. Allerdings mußten bei diesem Arzt alle Patienten zusätzlich zur Versicherungskarte oder der Angabe der Versicherung 50,-- € bezahlen. Die Termine waren auch rar.
Nur: ich weiß, daß längst nicht alle Patienten geheilt wurden und nur deshalb nicht mehr wieder kamen, weil sie sich aus finanziellen Gründen diese 50,- € + 10,-- € pro Quartal einfach nicht leisten konnten.

Da wäre mal eine Statistik interessant, wie es mit den Gründen für das Nichtwiederkommen aussieht bzw. wieviele Patienten tatsächlich "heil" waren.

Ich überlege gerade, wieviel ein Arzt mit einer gut ausgestatteten Praxis eigentlich im Monat umsetzen muß, um gut zu überleben, jetzt ohne Luxus, aber eben gut? Bei 50,-- € pro Stunde bei - sagen wir mal - 35 STunden die Woche - wären das1.750,-- /Woche > 7.000,-- €/Monat. Kommen die Therapieen dazu, die er von den Kassen erstattet bekommt. Davon gehen ab: Miete, Angestellte, Versicherungen, Einrichtung, usw.

Wie sehen das Betriebswirtschaftler hier?

Gruss,
Uta

Gruss,
Uta
 
Beitritt
14.01.04
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Hallo Uta

Als Faustformel kannst du grob den Ansatz durch 2.2 teilen, dann hast du den mit einem Angestellten vergleichbaren Bruttolohn. Bei einem Arzt muss der Faktor wahrscheinlich (etwas) grösser sein, wegen der relativ teuren Support (grosser Raumbedarf an Fläche an rel teurer Lage; Arztassistentin, die relativ viel nicht verrechenbare Leistungen hat)
Kenne den Faktor nicht, aber in Anbetracht der relativ langen Ausbildung und der obgenannten Punkte ergibt 50€ / Std ein nicht angemessen tiefes Einkommen.
Als Vergleich kannst du sonst auch mal den Klempner (weniger Ausbildung und Nebenkosten) nehmen, wie dessen Stundenmansatz ist. Kenne deutsche Preise zwar nicht, aber denke sein Ansatz wird schon (fast) bei den [email protected] liegen, (oder vielleicht sogar darüber)
 
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