Krebstherapie im Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und Leitliniendruck

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Die Diagnose „Krebs“ ist für jeden Betroffenen zunächst ein Trauma oder Schock. Kann ich geheilt werden? Wie soll ich mein Leben weiterführen? Welche Therapien muss ich über mich ergehen lassen? Angst, Druck, auch Resignation sind Begleiterscheinungen der Krise.

Bei Ärzten und in Kliniken wird der Druck gesteigert. Die Patienten, so unsere Erfahrung, sollen sofort alle medizinisch möglichen Maßnahmen ergreifen. Das sei erprobter Standard. Leitlinie = beste Behandlung, so wird es meist suggeriert. Dabei gibt es schon innerhalb der Schulmedizin alternative Wege. Bei Prostatakrebs die Operation oder „wait and watch“, bei Metastasen z .B. in der Leber systemische Chemotherapie oder lokale laserinduzierte Thermotherapie (LITT) und so weiter.

Besonders hoch wird der Druck, wenn Patienten von der Standardtherapie abweichen möchten. Dort hören sie schon mal Drohungen: „Sie spielen Russisch Roulette“ – „Was Sie planen, ist brandgefährlich, hochexplosiv und unverantwortlich.“ Ein solches ärztliches Verhalten steigert die Unsicherheit bei Patienten. Darf ich eine leitlinienfixierte, präoperative Chemotherapie ablehnen? Muss ich bei sonographisch diagnostiziertem Mammakarzinom die in der Leitlinie vorgesehene Stanzbiopsie vornehmen lassen? Kann ich auf eine sofortige Operation drängen? Kann ich die Leitlinientherapie durch eine biologische Behandlung ergänzen? Verliere ich den Anspruch auf weitere Therapie oder gar den Versicherungsschutz? In unserer Beratungspraxis häufen sich die Beispiele von Krebskranken, die in dieser Spannung zwischen Selbstbestimmung und Leitliniendruck stehen.

Was die krebskranken Menschen meist nicht erfahren: Die Leitlinien, nach denen sich die meisten Kliniken, Behandlungszentren und Onkologen in Deutschland richten, sind keine verbindliche Vorschriften. „Patienten dürfen jede in den Leitlinien fixierte Therapie ablehnen, ohne dass es mit rechtlichen Nachteilen verbunden ist – oder dass medizinische Leistungen verweigert werden dürfen“, so sagt es der Rechtsanwalt Dr. Frank Breitkreutz, der im Auftrag der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. eine rechtliche Expertise erstellt hat. Das heißt: Jeder Patient kann seinen Arzt oder Heilpraktiker grundsätzlich frei wählen. Dieses Recht folgt aus der allgemeinen Handlungsfreiheit, die durch Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes gewährt ist. Das verfassungsrechtlich garantierte Selbstbestimmungsrecht beinhaltet auch das Recht auf eine aus der Sicht von Schulmedizinern medizinisch unvernünftige Entscheidung.

Und was wollen die Patienten? Viele an Krebs Erkrankte möchten von Anfang an selbst aktiv für ihre Heilung werden. Vier von fünf onkologischen Patienten wenden laut einer Umfrage des Allensbach Instituts Naturheilverfahren an. Viele unterrichten ihre Krebsärzte nicht darüber.

Was in der Schulmedizin oft nicht gesehen wird: Menschen können entscheidend selbst etwas zu ihrer Gesundung beitragen. Patienten, die ihren persönlich stimmigen Weg zur Heilung gefunden haben, ist eines gemeinsam: Sie haben aus Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit zu Zuversicht und Selbstverantwortung gefunden.

Patienten-AufklärungDeshalb gehört aus unserer Sicht zu einer optimalen medizinischen Unterstützung, dass die Patienten nach der Diagnose über alle Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden, über die der Schulmedizin wie der ergänzenden, ganzheitlichen Therapie. Dass dies nicht geschieht, hat einerseits wirtschaftliche Gründe: Zertifizierte Brustzentren zum Beispiel verpflichten sich nach Leitlinien („Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ und „Stufe-3-Leitlinie Brustkrebs- Früherkennung“) zu behandeln. Abweichungen müssen protokolliert und bewertet werden. Die Zentren müssen jährlich bestimmte Mindestzahlen nachweisen wie z. B. 150 Erstoperationen, 300 Mammographien oder auch jeweils 50 palliative und adjuvante Chemotherapien. Auch gegenüber den Haftpflichtversicherern müssen die Kliniken durch Fallzahlen nachweisen, dass sie leitliniengerecht behandeln. Ein zweiter Grund ist, dass viele Ärzte wenig Kenntnis über die Wirkung und den Nutzen biologischer Krebstherapien haben – oder sie stehen ihnen sogar ablehnend gegenüber. Als Konsequenz erhalten krebskranke Menschen häufig nicht die bestmögliche Unterstützung.

Wir empfehlen deshalb an Krebs Erkrankten, auf jeden Fall eine zweite ärztliche Meinung einzuholen, im Idealfall bei naturheilkundlich erfahrenen Ärzten. Bei der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. mit ihren sieben Beratungsstellen in ganz Deutschland ist die unabhängige Beratung über ganzheitliche Krebstherapie ein wichtiger Teil der Arbeit, bei wachsender Nachfrage.

Druck und Tempo rausnehmen

Um Angst zu nehmen, Druck abzubauen und Hoffnung zu geben, ist vor allem Zeit notwendig. Zeit, um sich zu informieren, etwa welche alternativen Möglichkeiten es zu einer Chemotherapie oder anderen vielleicht notwendigen aggressiven Therapien gibt. Zeit, um innezuhalten und zu spüren, was wirklich sinnvoll und notwendig ist. In 95 Prozent der Erkrankungen ist diese Zeit auch da. Zeit, um mit dem eigenen inneren Arzt in Kontakt zu kommen.

Patienten sollten deshalb einer Therapie erst dann zustimmen, wenn sie innerlich von ihr überzeugt sind. Das erhöht die Wirksamkeit der Behandlung und verbessert die Heilungschancen. In einer Studie bei Magen- und Darmkrebs-Patienten haben Prof. Dr. Thomas Küchler und andere festgestellt, dass psychosoziale Hilfe während der Behandlung die Überlebensraten deutlich erhöht. Elementar für das Gelingen einer Therapie ist es, dass der Patient Vertrauen in seinen behandelnden Arzt und dessen Methoden aufbaut.

Seelische KrebsunterstützungDen ganzen Menschen im Blick haben

In der herkömmlichen Krebstherapie ist immer noch die Krankheit im Fokus. Der Krebs wird lokal bekämpft. Die gesunden Anteile geraten völlig aus dem Blick. Die Tumor zerstörenden Therapien können zwar oft schnell viel erreichen, sie schwächen jedoch die körpereigenen Regulationskräfte, die für die Genesung so wichtig sind. Eine begleitende biologische Behandlung baut die Selbstheilungskräfte wieder auf und hilft, Rückfälle zu verhüten.

Krebs ist immer eine Erkrankung des ganzen Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Jede Ebene unseres Wesens braucht eine adäquate Behandlung – die körperliche, die geistige, die soziale wie die spirituell religiöse Ebene. Im Konzept der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr stützt sich eine biologische, ganzheitliche Behandlung deshalb auf vier Säulen:

  1. Seelische Stabilisierung
  2. Körperliche Aktivierung
  3. Stoffwechsel-Regulation
  4. Immunstimulation und Immunregulation

 

Das seelische Gleichgewicht wiederfinden

Durch die Krankheit Krebs verändert sich das Leben stark. Sich in diesem anderen Leben zurechtzufinden und wieder ein inneres Gleichgewicht zu erlangen, ist die größte Herausforderung für Krebskranke. Die psychische Stabilisierung gehört deshalb zu den wesentlichen Faktoren der Heilung. Denn Ängste schwächen die Widerstandskräfte des Körpers.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hier aktiv zu werden: Manche schließen sich einer Selbsthilfegruppe an, tauschen sich mit anderen Erkrankten aus, holen sich dort Rat und Trost. Wertvoll sind auch Atem- und Tanztherapie, progressive Muskelentspannung und Autogenes Training. Musik, Malen u. a. können dazu beitragen, wieder das seelische Gleichgewicht zu finden. Wirksam sind aus unserer Erfahrung auch Visualisierungstechniken, also das bildhafte Vorstellen der Gesundung. Auch Methoden der systemischen Therapie wie das Familienstellen, körperorientierte Psychotherapien, die Gestalttherapie oder ähnliche Verfahren können für die Verarbeitung des Krankheitsprozesses sinnvoll und notwendig sein. Wichtig ist, dass die Patienten das für sie Passende finden, um sich wieder zu stabilisieren.

Bewegung mobilisiert die Abwehrzellen

Bewegung macht gesund. Das klingt banal. Doch körperliche Aktivität schützt Tumorpatienten vor Rezidiven. Das haben mehrere großangelegte prospektive Studien gezeigt. Zwei bis drei Stunden schnelles Gehen pro Woche reduzierte bei Frauen mit einem Mammakarzinom im Vergleich zu Frauen mit weniger Bewegung das Rezidivrisiko um 40, bei mehr als drei Stunden pro Woche sogar um 50 Prozent.

Neben Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern, Rad fahren und Walking unterstützen auch entspannende Bewegungsübungen wie Qi Gong, Tai Chi Chuan, Yoga, Eurythmie und Feldenkrais. Wichtig ist, die eigenen Leistungsgrenzen zu akzeptieren und sich mit Freude zu bewegen. Wer sich zur Bewegung zwingt oder überfordert, erzeugt zusätzlichen Stress.

Sich gesund ernähren

Eine gesunde Ernährung senkt das Krankheitsrisiko deutlich. Darüber besteht in der Ernährungsmedizin Konsens. Eine spezielle Heildiät bei Krebs gibt es unserer Meinung jedoch nicht. Wir warnen vor extremen, einseitigen Kostformen.

Gesunde Ernährung heißt

  • hochwertige Kohlenhydrate mit vielen Ballaststoffen und antioxidativen Vitaminen, also Gemüse, Salate, Obst und Vollkornprodukte, möglichst naturbelassen
  • weniger Fleisch und tierische Fette, mehr pflanzliche Öle (Omega-3-Fettsäuren)
  • milchsauer vergorene Lebensmittel (Sauerkraut, Rote Beetemost, Joghurt u. a.) tragen zu einer ausgewogenen Darmflora bei und stärken die Immunkräfte
  • Überernährung und Übergewicht schadet der Gesundheit

Bei der Ernährung ist vor allem auf eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen zu achten. Ein Mangel an diesen wichtigen Vitalstoffen begünstigt das Entstehen von Krebs.

Die schützenden Vitamine sind am wirksamsten, wenn sie zusammen mit den natürlichen Begleitstoffen aus der Nahrung aufgenommen werden. Am besten ist, ihren Bedarf mit der täglichen Ernährung zu decken. Bei starken Belastungen, besonders während der Chemo- und Strahlentherapie, empfiehlt es sich, auf zusätzliche Präparate zurückzugreifen.

Nützliche PflanzenViele Pflanzen enthalten noch wirksamere Schutz- und Hemmstoffe, die sekundären Pflanzenstoffe. Sie machen Schadstoffe unschädlich, helfen dem Stoffwechsel bei der Entgiftung, unterstützen die Reparatur geschädigter Zellen, blockieren die Ansiedlung von Krebszellen und aktivieren die Abwehrzellen. Ein hoher Anteil an Tumor hemmenden Bestandteilen ist vor allem nachgewiesen in Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Brokkoli, Rosenkohl, Tomaten, Sojabohnen, Beeren, Möhren sowie in den verschiedenen Getreidesorten.

Im Fokus der Forschung sind zurzeit die Glucosinolate der Kreuzblütlergewächse, insbesondere das Sulforaphan im Brokkoli. Aktuelle Studien, z. B. an der Universitätsklinik Heidelberg, weisen darauf hin, dass Sulforaphan auch die besonders aggressiven Tumorstammzellen angreift. Diese Stammzellen werden für die Entstehung und Streuung von Krebs verantwortlich gemacht.

Bei den Spurenelementen sind besonders Selen und Zink wichtig. Das Spurenelement Selen stabilisiert und aktiviert das Immunsystem. Es bilden sich mehr Antikörper, Killerzellen und Abwehr-Lymphozyten. Selen reduziert zudem die Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie.

Stimulation und Regulation des Immunsystems

Immuntherapien regen das Abwehrsystem an und bewirken eine verbesserte Immunreaktion des Organismus. Besonders die Mistel hat sich in der Krebsmedizin bewährt. Die Mistel ist eine der am besten untersuchten Heilpflanzen, ihre Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt. Misteltherapie verbessert die Lebensqualität, verlängert die Überlebenszeit und macht die Chemo- oder Radiotherapie verträglicher. Mistelextrakte können auch Schmerzen lindern und Depressionen mildern.

Präparate aus sogenannten medizinischen Pilzen oder Heilpilzen werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit mehreren tausend Jahren verwendet und seit längerem in Japan in der Krebstherapie eingesetzt. In Japan ist zum Beispiel Lentinan (Auszug aus Shitake) für die Anwendung bei Patienten mit Magen- oder Darmkrebs offiziell zugelassen.
Zu den wichtigsten Pilzen, die in der Krebstherapie angewandt werden, gehören Maitake, Agaricus blazei murril, Shitake, Reishi und Coriolus. Sie alle wirken antioxidativ, entgiftend und enthalten sehr viele B- und D-Vitamine. Noch bedeutsamer sind ihre Polysaccharide, die Mehrfachzucker. Diese besitzen eine abwehrstärkende Wirkung, indem sie verschiedene Zellen des Abwehrsystems stimulieren, so zum Beispiel natürliche Killer- oder Fresszellen. Je höher der Gehalt an Polysacchariden, desto größer ist das Gesundheitspotential.

Die spirituelle Ebene

Für zahlreiche Patienten ist ihre Spiritualität oder ihr Glauben ein wichtiger Halt. Der Arzt Ebo Rau, er ist heute im Vorstand der GfBK, erkrankte 1997 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Diagnose: Fortgeschrittenes Stadium, minimale Heilungschancen. „Eines der wichtigsten Faktoren ist, dass man nicht in Hoffnungslosigkeit versinkt“, sagt er über die schwere Zeit. Es fiel ihm schwer, doch Ebo Rau akzeptierte die Diagnose – nicht die Prognose – „und die Möglichkeit, dass mein Leben zu Ende ging. Ich überließ den Zeitpunkt des Todes einer höheren Macht. Dadurch wurde ich überraschenderweise angstfrei.“

 

Dr. György Irmey

Dr. György Irmey

1976/1977 - Studium an der Faculte de medicine, Universität Montpellier, Frankreich

1978-1984 - Medizinstudium an der Universität Heidelberg

1982 - Weiterbildung in Akupunktur bei Prof. Bischko

1986/1987 - Assistenzarzt der Äskulapklinik Bad Rappenau

seit 1987 gefragter Referent und Kursleiter mit Schwerpunkten Heilfasten, Aktivierung der inneren Heilkräfte, Visualisieren nach C. Simonton, Angewandte Kinesiologie und integrative biologische Krebsmedizin

seit 1988 Teilniederlassung in privatärztlicher Praxis, Facharzt für Allgemeinmedizin - Naturheilverfahren

seit 1990 Lehrtätigkeit bei den ärztlichen Weiterbildungslehrgängen für die Zusatzbezeichnung „Naturheilverfahren“ der Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde und anderen Institutionen.

1990-2008 Chefredakteur der ärztlichen Fachzeitschrift „Erfahrungsheilkunde“

2001 Autor des Patientenratgebers „110 wirksame Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs“, TRIAS Verlag

2007 Autor des Patientenratgebers „Heilimpulse bei Krebs“, Haug Verlag


seit 1993 Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr(GfBK e.V.)
Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten unterstützt. Mit 20 000 Mitgliedern und Förderern ist sie die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum.
Die GfBK setzt sich ein für eine individuelle, menschliche Krebstherapie, in der naturheilkundliche Methoden besonders berücksichtigt werden. Die Gesellschaft berät kostenfrei und unabhängig über bewährte biologische Therapieverfahren.

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