Rückenschmerzen, Hüft- und Knieprobleme – Unbeachtete mögliche Ursachen

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Wahrscheinlich werden Ihnen Überlegungen in diesem Artikel zunächst im wahrsten Sinn des Wortes „spanisch“ vorkommen. Sie könnten fordern „Wasch mich aber mach mich nicht nass!“ Sollten Sie dennoch weiterlesen, werden Sie vermutlich kräftig nass aber ich verspreche, Sie am Ende keinesfalls „im Regen stehen zu lassen“.

Ist Ihnen bewusst, dass viele Krankheiten lediglich Symptome, also äußerliche Auswirkungen anderer, vom Schmerzgeschehen teilweise weit entfernt gelegenen Ursachen sind? Darüber informieren weder Ärzte noch Medien, denn unsere Medizin orientiert sich an Symptomen (Oberflächlichkeiten). So kann beispielsweise ein Schmerz zwischen den Schulterblättern die Folge erkrankter Atmungsorgane oder des Herzens sein. Darüber hinaus kann es sich dabei um Ausstrahlungen gestörter Oberbauchorgane, wie z. B. des Magens, des Dünndarms, der Gallenblase etc. handeln.

Jede dieser Ursachen bedarf seiner speziellen Behandlung, die von Organ zu Organ verschieden ist. Dafür sind Lungenfachärzte, Kardiologen und Internisten zuständig. Konsultiert dieser Patient jedoch einen Orthopäden, und das ist wahrscheinlich, weil er ja unter Rückenschmerzen leidet, wird er unspezifisch mit entzündungshemmenden Medikamenten und Schmerzmitteln behandelt. Dass dadurch die Gefahr einer möglicherweise irreparablen Schädigung der auslösenden Organe besteht, wird nicht bedacht.

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Im Brennpunkt der Symptome: Die Lendenwirbelsäule

Egal welche „Diagnose“ gestellt wird, ob Lumbalgie, Ischialgie, Arthrose, Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall, Hüft- oder Kniegelenksarthrose, es handelt sich auch hier wieder um Symptome und nicht um Krankheiten. Von Orthopäden werden für diese, von ihnen bestens bildlich dargestellten Veränderungen die verschiedensten Gründe angeführt.

Es wird von Haltungsschäden, Bewegungsmangel, Übergewicht sowie genetischen Fehlanlagen gesprochen. Höhepunkt die Behauptung, dass Schäden aus sich selbst heraus entstehen können, also keine Ursache haben. Dagegen erscheinen die Erkenntnisse der Chaosforschung logischer, nach denen Erdbeben in China mit Flügelschlägen eines Schmetterlings in Brasilien begründet werden. Patienten mit Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule haben überwiegend gleichzeitig, unbeachtete organische Befunde, durch deren Behandlung sich Wirbelsäulenbeschwerden deutlich verbessern lassen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Störungen des Dickdarms und der Nieren.

Die vom Darm ausgehenden und in den Rücken einstrahlenden Beschwerden beginnen beim Abführmittelmissbrauch, erstrecken sich weiter über Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Infektionen, Veränderungen der Darmwand bei einer Divertikulitis bis hin zu Tumorbildungen. Erkrankungen der Harnorgane sind meist Folgen von Infektionen und Steinen. Auch dadurch finden Schmerzeinstrahlungen in den Rücken statt und es kann durch Behandlung der Harnorgane annähernd regelmäßig Beschwerdefreiheit des Rückens erreicht werden.

Die positive Einflussnahme auf orthopädisch diagnostizierte Beschwerden der Lendenwirbelsäule durch Behandlung des Dickdarms oder der Harnorgane ist so deutlich, dass die organischen Strukturen als Verursacher der Wirbelsäulenschäden angesehen werden müssen. Das orthopädische Leiden ist somit lediglich Symptom einer gänzlich anderen Erkrankung.

Das Spinale Nervensystem

Für die Hypothese organischer Ursachen existiert eine anatomisch-funktionelle Begründung, das Spinale Nervensystem. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um die Weiterleitung der im Hirn gebildeten Signale in den Körper. Diese Impulse werden durch das in der Wirbelsäule befindliche Rückenmark, einer Bündelung vieler Nervenfasern gesendet. Nerven verlassen es zwischen zwei benachbarten Wirbeln.

Diese Leitungen teilen sich in verschiedene Äste auf, von denen ein Ast ein inneres Organ und ein anderer die Rückenmuskulatur in der Höhe des Austritts aus dem Rückenmark versorgt.  Es wird von einem Segment gesprochen. Befindet sich ein inneres Organ in einem Reizzustand, wird der auf die in diesem Segment befindliche Rückenmuskulatur übertragen und es kann durch die so verursachte Spannungserhöhung der Muskulatur zu schmerzhaften Wirbelfehlstellungen und Schädigungen kommen.   Die Lehre von der spinalnervlichen Versorgung ist keinesfalls neu und Medizinstudenten erfahren während der Ausbildung davon.

Einen Einblick in Hintergründe gibt die Monitor-Sendung vom 24.05.2012 „Anreizsysteme in der Medizin“

 

Hüft- und Kniearthrosen

Dickdarm und Nieren sind ebenfalls häufig Verursacher von Gelenkabnutzungen der Hüft- und Kniegelenke. Auch das lässt sich mit dem Spinalen Nervensystem begründen.  Die den Dickdarm versorgenden Nerven innervieren mit ihren muskulären Anteilen ein vom Rücken ausgehendes und sich über die Außenseite des Hüft- und Kniegelenks erstreckendes Gebiet.

Die muskulären Zuordnungen der Niere verlaufen vom Zücken zum Bauch und berühren das Hüft- und das Kniegelenk von der Innenseite des Beines. Auch hier wieder steigern Reizzustände oder Krankheiten der beiden Organe die Muskelspannung, unter der die Gelenke im Lauf der Zeit zerstört werden.

Aus dieser Erkenntnis ergibt sich theoretisch die Möglichkeit, durch vorbeugende, rechtzeitige Behandlung von Störungen des Dickdarms und der Nieren die Zahl der teuren Gelenkimplantate auf Dauer zu verringern. Das wird jedoch nicht geschehen, da Krankenversicherungen zwar den Gelenkersatz, nicht aber vorbeugende Maßnahmen honorieren.

 

Ausblick und Lösungsversuch

Ich hoffe Ihnen liebe Leserin, lieber Leser den Unterschied zwischen der Symptomatik und deren Ursachen näher gebracht zu haben. Wenn Symptome behandelt werden, bleiben Ursachen unberührt. Das ist sinnlose, ja u.U. sogar schädigende Therapie. Nur durch Behandlung der Ursachen kann Abhilfe geschaffen und können Folgeschäden vermieden werden. Sollten Sie neben Beschwerden, die allgemein dem Behandlungsgebiet der Orthopäden zugesprochen werden, internistische  Probleme haben, empfehle ich diese vorrangig behandeln zu lassen. Dazu noch ein, wie ich denke wichtiger Hinweis:

Ursache und Schmerzort sind nur dann identisch, wenn Sie mit dem Hammer auf die schmerzende Stelle geschlagen haben.

Klaus Radloff

Klaus Radloff

Physiotherapeut mit Praxis in der Karibik. (Dominikanische Republik)

Vormals Dozent für Alte Chinesische Medizin (ACM) und Ausbilder in der Akupunktur-Massage. (APM).

Entwickler verschiedener Behandlungsmethoden u.a. einer kontrollierten Wirbelsäulenbehandlung, die als sanfte Alternative zur Chiropraktik bezeichnet wird.

Begründer der von schweizerischen Krankenversicherungen honorierten "Energetisch-Statischen-Behandlung" (ESB/APM).

Bis jetzt wurden etwa 12.000 Therapeut/Innen in der ESB/APM ausgebildet.

Autor verschiedener Bücher, darunter "Die chinesische Medizin kennt keine orthopädischen Krankheiten" (BoD) ISBN 978-3-8370-9029-1

Ein Kommentar in “Rückenschmerzen, Hüft- und Knieprobleme – Unbeachtete mögliche Ursachen

Orth Oktober 14, 2012
Der Hammer ist mir auch oft das einleuchtendste Beispiel für uneinsichtige Patienten. Weitere alternative Denkansätze zur Lösung der oben beschriebenen Probleme finden sich im folgenden Video zur Ernährung von SAT 1 Bayern: http://www.sat1bayern.de/news/20121013/gesunde-ernaehrung-neues-leben/

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