Zahnimplantate sind alles andere als harmlos

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Hallo in die Lese-Runde!
Im Februar 2013 wurden fünf Implantate aus Titan in meinen Oberkiefer eingesetzt. Zu diesem Zweck sind fünf gesunde und festsitzende Zähne gezogen worden. Die noch vorhandenen kleinen Stümpfe hätten für eine gute Zahnversorgung gereicht. Nichtsahnend fiel ich auf die (falschen) Warnungen des Zahnarztes herein: Vom Überkronen der kleinen Stümpfe rate er mir dringend ab, denn diese Versorgung würde keine fünf Jahre überdauern. Das sei am Ende teurer, als wenn ich mich gleich zu Implantaten entschlösse. Das sei etwas Vernünftiges für zehn Jahre und darüber hinaus.
Wer wirft schon gern Geld zum Fenster hinaus? Ich wollte also „etwas Vernünftiges“ haben. Und die Gesundheit? Ich bin ein Risikopatient, da ich bereits eine Zahnmetallvergiftung überstanden habe und die Sanierung des Gebisses samt Ausleitung nur zehn Jahre zurückliegt. Die Verdachtsdiagnose MS sowie eine Schädigung meines Körpers durch Xyladecor kommen hinzu, auch ein HWS-Trauma Ende 2011.
Alles kein Problem, meinte der Zahnarzt. Implantieren sei heute Routine, die Materialien biokompatibel, alle seine Patienten seien hochzufrieden.
Also willigte ich ein. Blauäugig und verführbar, wie ich war.

Der 21. Februar 2013 ist ein Datum, das ich mir merken werde bis zu meinem Ableben. Denn da begann das Martyrium, das bis heute andauert.

Bereits 14 Tage nach dem OP-Termin fühlte ich beim Morgenspaziergang mit meinem Hund seltsame Schmerzen im linken Oberschenkel – dazu einen eigenartigen Widerwillen, mich an der frischen Luft sportlich zu bewegen. Müde war ich, frustriert, irgendwie völlig ausgebrannt. Ich bin ein Bewegungsmensch, war immer sportlich aktiv, laufe seit 25 Jahren bei Volksläufen mit, habe unzählige Halbmarathons und mehr als ein Dutzend Marathons gelaufen sowie auch Ultraläufe (100 km und mehr).
Beim Winterlanglauf quälte ich mich über die Runden, und beim Radfahren spürte ich den Oberschenkelschmerz noch deutlicher. Meine Beine waren tonnenschwer, bei leichten Trainingsläufen mußte ich zwischendurch Gehpausen einlegen, danach fühlte ich mich meist sehr mitgenommen. Am Tag nach dem Training hatte ich Muskelkater im linken Bein. Beim Radfahren Schmerzen in der Kniescheibe.

Im Laufe der dreimonatigen Einheilphase legten sich diese ersten Symptome, und ich fühlte mich nur noch an wenigen Tagen mies.
Ende April 2013 wurden die Implantate freigelegt, und wenige Tage danach setzten wieder seltsame körperliche Beschwerden ein: Luftnot – nachts und bei Bewegung, Muskelkater im linken Bein, Schmerzen in der Brustwirbelsäule (wie aufgespießt), Schwindelgefühl, Schmerzen in den linken Großgelenken Hüfte und Schulter. Erstmals trat das peinigende Gefühl auf, am Körper mittig „durchgeschnitten“ zu sein: ein linksseitiger Schwächeschmerz, eine Mischung aus Brennen und Druck, in Hüftknochen, Schulterblatt, Schädel und leicht auch in Arm und Bein. Alles nur links. Beim Lauftraining schleppte ich mich mehrmals buchstäblich nach Hause, und wenn ich ein bißchen mit dem Rad gefahren war, brach ich abends regelrecht zusammen vor Erschöpfung. Beim Laufen hatte ich ständig Schmerzen im linken Oberschenkel. Mir war oft übel. Ich schwitzte komisch. Doch noch immer gab es dazwischen Tage, an denen ich mich wohl fühlte. Noch dachte ich nichts Schlimmes.

Ende Mai wurden die Abutments (Aufbauten) eingesetzt und das Langzeitprovisorium angepaßt. Von diesem Tag an verließ mich das Gefühl des Durchgeschnittenseins nicht mehr. Die linke Körperhälfte gehörte nicht mehr zu mir, das machte mich fast wahnsinnig, und ich schluckte Benzodiazepine, die ich mit Alkohol hinunterspülte. Das verhalf mir wenigstens für wenige Stunden zur Illusion, gesund zu sein.

In den folgenden Wochen entwickelte sich ein neurologisches Beschwerdebild. Die Symptome waren (und sind bis heute) so zahlreich, daß man meinen könnte, ich leide nicht an einer Krankheit, sondern an Erfindungsreichtum:

starke Ermüdbarkeit
Schwindel
nächtliches Schwitzen
Zittern am ganzen Körper
Mißempfindungen an verschiedenen Stellen
bulbäre Probleme (Schlucken schwer, Knödelgefühl, steife Zunge, Sprechen schwer, blecherne Stimme)
Gefühl der Herzbeklemmung
schwere Arme und Beine
starkes Zittern beider Hände (Bewegungstremor)
Gummibeingefühl (links)
Fußheber links schwach
Hände schwach (kann z.B. schwer in einem Buch blättern oder schreiben)
Nackenspastik
Brustwirbelsäule schmerzt, Buckelgefühl (fühle mich wie zu Boden gebückt)
Atemnot, Erstickungsgefühl
starke Schmerzen in der Schulter, kann linken Arm nicht mehr heben
starke Schmerzen hinter dem Schulterblatt
die Sehnenansätze tun weh: Handgelenk, Ellenbogen, Fußgelenk, Knie, Hüfte, Schulter, Kopf, vor allem linke Körperhälfte
nachts fühlt es sich an, als bohre sich ein Schraubendreher in die linken Gelenke
Kopf ist nur noch unter Schmerzen beweglich
Übelkeit
Todesangst
Verlust jeglicher Lebensfreude und Unternehmungslust

Alle schulmedizinischen Untersuchungen sind ohne krankhaften Befund.

Im Herbst nehmen die Beschwerden zu. Ich beginne, über meine eigenen Füße zu stolpern. Alle 24 bis 30 Stunden brandet eine neue Welle linksseitigen Durchgeschnittenseins an – es sind inzwischen regelrechte Anfälle, die mich heimsuchen, dabei schwitze und zittere ich und habe das Gefühl, wahnsinnig zu werden. Nur mühsam erhole ich mich von diesen Anfällen. Es gibt dann ein paar Stunden, in denen ich etwas aufatme (symptomfrei bin ich nicht mehr), bevor mich die nächste Schmerz- und Mißempfindungswelle regelrecht überrollt. Nachts ist es besonders schlimm, zwischen zwei und drei, und zwischen vier und fünf Uhr. Am Spätnachmittag ist es meist besser.

Die Benzodiazepine habe ich inzwischen völlig abgesetzt. Alkohol aber trinke ich täglich, denn im Moment ist es mir fast wurst, woran ich zugrundegehe.
Und daß ich zugrundegehe – bei Tieren sagt man „eingehen“ – ist deutlich spürbar.

Übrigens: ich habe monatelang Quecksliber ausgeleitet, mit kinesiologischer Fachbegleitung. Hat mich viel Geld gekostet und einen feuchten Kehricht genützt. Mein Zustand verschlechtert sich unbeirrt von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Es liegt sicher nicht allein am Quecksilber. Die Symptome kenne ich - hatte von 2001 bis 2004 damit zu tun. Was ich jetzt erlebe, hat eine andere Qualität, auch wenn sich einiges überlappt.

Nun will ich – ich bin 65 Jahre alt – noch etwas auf dieser Erde bleiben. Soviel Vitalität ist noch in mir drin. Und so habe ich schon vor Wochen begonnen, einen Kieferchirurgen zu suchen, der die Implantate herausnimmt. Daß dazu niemand bereit sein würde, hatte ich nicht erwartet!
Gut eingewachsen bedeutet nach den Regeln der ärztlichen Kunst: die Aktion war erfolgreich!
Ich frotzelte einmal: Operation gelungen, Patient gestorben? Damit erntete ich ein verständnisloses Grinsen. Ihr laßt mich einfach krepieren! habe ich einem anderen Arzt ins Gesicht geschleudert. Das darf man nicht sagen. Das ist verboten. Ich fühlte mich wie in einer Gummizelle, rannte gegen Wände und schrie vor Angst und Ausweglosigkeit.

Dann vergangene Woche eine kleine Überraschung: eine international tätige Kapazität im Bereich Kieferchirurgie aus dem Ausland auf der hiesigen Uni-Klinik, er wolle mich untersuchen. Er sagte, er werde mir helfen. Und wie? Er werde dafür sorgen, daß sich ein hiesiger Kieferchirurg bereit erklären werde, die Implantate herauszunehmen. Es „traut sich“ sonst keiner. Das also ist es.
Und dieser Facharzt sagte auch noch das: Es sei gar nicht selten, daß Personen nach Implantaten schwer erkrankten. Meist sei es ein psychisches Bild, und es gäbe Patienten, die versucht haben, sich aufgrund der Beschwerden nach einer Implantation das Leben zu nehmen. Das hänge nicht allein mit dem Material Titan zusammen, dasselbe Malheur könne auch bei Zirkonium etc. passieren. Weshalb er dringend abrate von Implantationen, wenn man Risikopatient sei. Ich sei ein solcher.

Ich habe bei dieser Sitzung sehr geweint, einerseits aus Erleichterung, daß nun mein Leiden endlich ernstgenommen wird, andererseits über das, was mir jetzt in Aussicht gestellt ist:
Explantation unter Vollnarkose, Versorgung der entstandenen Löcher im Kiefer mit eigenem Knochenmaterial, voraussichtlich aus der Hüfte.

Das alles hätte nicht sein müssen. Weder ein Jahr voller Schmerzen und Todesangst, noch eine Operation, noch eine Zahnprothese … Es fällt mir schwer, nicht in selbstzerquälende Grübeleien zu verfallen.
Nun warte ich voller Ungeduld auf die Benachrichtigung für einen Operationstermin. Ich werde dann gern weiter berichten, sofern Interesse besteht.

Es tut mir leid, wenn dieser Bericht so umfangreich ausgefallen ist, kürzer ging es nicht.
Mich würden auch andere Schicksale interessieren.

Katharina
 
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han

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Hallo Katharina,
schlimm eine Geschichte zu lesen. Du bist nicht alleine mit dieser Erfahrung mit Titan und hast mein volles Mitgefühl.
Ich hatte rund 10 Jahre eine Titanbrücke im Mund, die zum Teil unverblendet war. Schon kurz nach einsetzen der Brücke sind Beschwerden aufgetreten (etliche deiner aufgeführten Symptome hatte ich auch). Meine Hinweise darauf beim Zahnarzt wurden jeweils damit abgetan, dass es nicht an der Brücke liegen könne. Mir ging es über die Jahre immer schlechter gesundheitlich, andere Ursachen für meine Beschwerden konnten nicht gefunden werden. Kein konsultierter Zahnarzt wollte die Brücke entfernen.
Zum Schluß war ich sehr verzweifelt und kurz davor die Brücke selbst irgendwie herauszuholen. Zum Glück habe ich zu diesem Zeitpunkt einen Zahnarzt gefunden, der mir die Brücke entfernt hat. Dies ist nun rund 4 Jahre her.
Meine gesundheitlichen Probleme waren zwar nicht auf einen Schlag weg, aber es geht mir viel besser. Da vermutlich durch Abrieb Titan in meinen Körper gelangt ist habe ich ausgeleitet und tue dies auch jetzt noch ab und zu.

Titan kommt nicht mehr in meinen Körper - egal in welcher Form. Ich habe mich ausführlich mit der Titanproblematik beschäftigt. Hier im Forum waren sehr interessante Artikel zu diesem Thema von Dr. Baer zu finden.
Habe leider momentan keine Zeit diese rauszusuchen und links zu sezten, da ich mich momentan mit einem anderen Problem rumschlage und dazu selbst hier verschiedenes raussuchen muß.

Bitte berichte weiter wie es bei dir nun weitergeht.
 
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Hallo, "han"!

Mich würde interessieren, welche Beschwerden das im einzelnen waren, die Dich geplagt haben.
Von 2004 bis 2007 (3 Jahre lang) habe ich auch Titankronen getragen, diese waren allerdings verblendet. Es gab keinen direkten Kontakt mit der offenen Mundhöhle. In diesen drei Jahren konnte ich nichts Negatives feststellen. Auch diese Erfahrung hat mich gegenüber Titan unkritisch werden lassen. Herausnehmen ließ ich mir die Titan-Konstruktion, weil der Zahnbogen schlecht konstruiert war und die Verblockung mir mechanisch zugesetzt hat.
Es ist sicher ein Unterschied, ob das Titan in der Mundhöhle freiliegt oder nicht. Und ob es gar, wie bei der Implantierung, in das Knochengewebe des Kiefers gesteckt wird und zusätzlich mit der Mundhöhle in direktem Kontakt steht.

Meine gesundheitlichen Probleme waren zwar nicht auf einen Schlag weg, aber es geht mir viel besser. Da vermutlich durch Abrieb Titan in meinen Körper gelangt ist habe ich ausgeleitet und tue dies auch jetzt noch ab und zu.
Titan ausleiten? Davon habe ich noch nichts gehört. Bei mir ging es immer nur um das Quecksilber, das nun angeblich wieder in meinem Körper herumkreist.
Wie leitet man Titan aus?
Und: ist die ganze Ausleitungsgeschichte nicht eine Art Aktivismus, hinter der sich eine Art Hilflosigkeit verbirgt? Was weiß man schon Genaues - ich habe viel Widersprüchliches gelesen. Auf alle Fälle ist das Ausleitungsgeschäft eine kommerziell einträgliche Quelle. Ich hätte nichts gegen diesen Erwerbszweig, auch nicht gegen das Geldverdienen - denn von nichts kommt nichts. Nur habe ich den Verdacht, daß hier viele Unberufene mitmischen. Trittbrettfahrer tauchen dort in großer Zahl auf, wo ein unsichtbarer Feind bekämpft werden soll. Die Medizin ist ein weites, weites Feld. Womit nicht gesagt sein soll, daß Ausleiten NICHT hilft. Ich hoffe sogar das Gegenteil! Und ich freue mich über jeden Zeitgenossen, der das aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Dennoch: ich werde auch in meiner eigenen Hilflosigkeit und Verzweiflung alles in diese Richtung unternehmen, wenn mich auch fortan ein starkes Mißtrauen peinigt. Die bisherige Behandlung ging meines Erachtens völlig am Problem vorbei und verhinderte, daß ich bereits vor Monaten zielstrebig die Explantierung des Titans verlangte. Möglicherweise war das "Ausleiten" sogar kontraindiziert, da ja die Metallquelle immer noch in meinem Körper steckt.
 
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Hallo reingefallen!

Andystitan
Vielleicht bringt dir diese Seite noch etwas.
Wie aktuell er sie gehalten hat, weiss ich aber nicht.
Alles Gute!

Liebe Grüße von Felis
 
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Guten Morgen, Felis,

danke für den Hinweis - aber dort war ich schon auf Besuch. Ich habe mit Andreas selbst korrespondiert.

Gruß
Katharina
 
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30.12.13
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Mittlerweile gibt es Zahnimplantate längst aus anderen Materialien wie Keramik. Ich verstehe nicht, weshalb diese nicht verwendet wurden.
 

han

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Hallo, im Forum sind einige threads von mir zu finden.
Laut Dr. Dauderer kann Titan gleich wie Quecksilber (hab ich auch noch) ausgeleitet werden.

Hier noch einige Symptome, die ich hatte:
nächtliches Schwitzen
Zittern am ganzen Körper - zeitweilig
Mißempfindungen an verschiedenen Stellen
Atemprobleme
Gelenk- und Rückenschmerzen (die Rückenschmerzen waren nach der Entfernung sofort weg)
Unsichtbares Blut im Urin (hatte ich jahrelang, hat nun im letzten Jahr etwas nachgelassen) Mit nachgelassen meine ich hier, dass es nicht wie früher bei jedem Test auftritt. Eine andere Ursache dafür konnte nicht gefunden werden.

Weg ist auch der nächtliche Schweiß, aber wenn ich im Sommer in der Sonne bin schwitze ich im Kopfbereich so stark (hat etwas nachgelassen, war noch schlimmer), dass meine Haare wie nach einer Dusche nass sind.
Auch psychisch hat sich das bei mir ausgewirkt. Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, zeitweilig leicht depressiv.

Ich glaube nicht, dass es dir war bringt deine Symptome mit den Symptomen anderer zu vergleichen. Wie du schreibst wir dei dir MS auch noch vermutet, da kommt wohl einiges zusammen bei dir.

Titan hat übrigens eine Wirkung auf das Immunsystem und es besitzt eine Affinität zu Sauerstoff. Hast du mal die Suchfunktion hier benutzt?

Wenn du von den Ausleitungen nicht überzeugt bist, weshalb machst du sie dann? Keiner ist gezwungen. Ausgeleitet wird eigentlich erst dann, wenn die Ursache der Belastung entfernt ist - also nach der Entfernung der Implantate.
Werden die Implantate denn nun entfernt bei dir? Mich würde interessieren in welcher Klinik du bist.

Für mich habe ich entschieden ich mache was, auch wenn es da unterschiedliche Meinungen dazu gibt. Besser als sich zurücklehen und sich dem Schicksal zu ergeben.
Vor einigen Jahren als ich dieses Titanproblem beim Hautarzt angesprochen hatte wegen einem Test, meinte dieser Allergie auf Titan gibt es nicht. Heute ist Titan auf dem Standardallergietest zu finden. So viel zu , so was gibt es nicht.

Bei mir liegt auch keine Titanallergie im Sinne von einer Hautreaktion vor. beim letzten Allergietest (erster mit Titan) ist mein Blutdruck auf über 220 zu 120 angestiegen und ich hatte Brainfog und Atembeschwerden. Habe dann am nächsten Tag den Test entfernen lassen. War nur ein Tag lang drauf!
 
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17.01.09
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Hallo, Katharina,
Titan ausleiten? Davon habe ich noch nichts gehört...Wie leitet man Titan aus?
soweit ich in Erfahrung bringen konnte, ist es so:

Normal werden die Partikel über die körpereigene Müllabfuhr (Makrophagen) entsorgt. Das dauert 2 Jahre oder länger, ein Rest bleibt im Körper.

Ansonsten kann man fast nichts tun (wie auch bei anderen Mikro- und Nanopartikeln).

Chelatbildner helfen aus 2 Gründen nicht:

1. Die Titanoxid-Partikel sind viel zu groß, um sie aufzulösen
2. die Partikel sind nicht metallisch, sondern Titan-Rost, abgebröckelt vom Implantat.

Nützlich sind - glaube ich zumindest - physikalische Methoden:
Sauna, Sport und Heilfasten, also mit sanfter Gewalt "rausarbeiten".

Und: ist die ganze Ausleitungsgeschichte nicht eine Art Aktivismus, hinter der sich eine Art Hilflosigkeit verbirgt?
Zum Teil schon. Bei mir hat DMPS aber eine wesentliche Besserung gebracht - noch ein paar Jahre nach Amalgam-Ausbau. Inzwischen vertrage ich es allerdings nicht mehr.

LG,

ChriB
 
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Danke, ChriB, für die Hinweise. Sauna, Sport, Heilfasten - alles Dinge, die ich gern und regelmäßig praktiziere und jetzt auch wieder beginnen werde. In den vergangenen Monaten ging es mir einfach zu schlecht. Fasten war überhaupt nicht möglich, nach der Sauna hatte ich Schmerzschübe, meinen geliebten Sport habe ich auch fast drangegeben. Doch jetzt hoffe ich, daß alles bald wieder gut ist - nur eine Hoffnung zunächst einmal.

Denn heute habe ich die ersten beiden Implantate herausbekommen!
Und: es war nicht so dramatisch, wie ich mir vorgestellt habe, obwohl die Schrauben fest mit dem Knochen verwachsen waren. Der Kieferchirurg, der normalerweise Implantate setzt und nur dann herausholt, wenn es Einheilungsprobleme gibt, sagte: "Da blutet mein Herz!"
Meins aber hüpfte, denn ich bekomme jetzt meine Chance auf Genesung.

Die modernen Hohlbohrer befördern die Metallschrauben rasch ans Tageslicht. Unangenehm ist es schon, aber es geht flott!
Die Operation fand um 12 Uhr statt, jetzt ist noch viel Resttaubheit vorhanden, eine Schmerztablette half sofort - mal sehen, wie die Nacht wird.

Zwei von fünf Implantaten sind aus dem Oberkiefer entfernt worden. Und zwar jeweils die Dreier (Eckzähne).
Ich war gestern bei einem Arzt, der Ohrakupunktur macht und habe ihn gebeten, nach einer Blockade im OK zu suchen. Er meinte, der Dreier rechts verursache Probleme.
Weil mir auch der rechte Dreier immer etwas wehgetan hat, habe ich dem Chirurgen vorgeschlagen: Fangen wir bitte mit den beiden Dreiern an.

Bis jetzt fühle ich mich gut, aber das heißt nichts. Die nächsten Tage werden zeigen, ob sich eine Besserung einstellt! http://www.symptome.ch/vbboard/images/smilies/smile.gif
 
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Als Mitbetroffene Zahn-Implantat-Opfer mit ähnlichen Symptomen würden wir gerne mehr erfahren über die erfolgte Operation. Wie sieht es mit der Heilung aus? Ist sie erfolgreich? Wie viel Knochenmaterial zerstört, wieviel musste wie ersetzt werden? Tatsächlich eigener Knochen aus Hüfte?
Zudem würden wir auch gerne den Kontakt zum ausführendem Kiefer-Chirurgen erhalten, da ein ausbohren bei uns ebenfalls wohl unausweichlich ist. Lieber Gruss, Alexanders.
 
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Hallo, Alexanders,
nun will ich berichten. Am 24. Januar wurden also die beiden Dreier im Oberkiefer herausgebohrt, die nachoperativen Schmerzen waren gering, nur in der Nacht tat es etwas weh. Knochenmaterial ist bei mir im Kiefer genug vorhanden, deshalb wurde nichts ersetzt. Es wäre sogar möglich, noch einmal eine Implantation vorzunehmen, so gut ist meine Substanz.
Die Abheilung war problemlos, und ich fühlte mich im Februar auch deutlich besser. Vor allem konnte ich nachts wieder schlafen und war tagsüber nur noch wenig erschöpft. Mitte Februar habe ich dann in Bad Mühllacken eine Fastenwoche angetreten. Ich rechnete damit, das Fasten abbrechen zu müssen, aber es ging mir wider Erwarten so gut wie lange nicht. Während dieser Woche trat nicht ein einziger Halbseiten-Lähmungs-Schmerzanfall auf, nur die Schmerzen im Oberschenkel, im Knie und in der Schulter blieben hartnäckig bestehen, auch hatte ich mit ziemlichem Schwindel zu kämpfen.

Als ich nach dieser Woche heimfuhr, war ich sicher, daß nun mein Leiden zu Ende sei.
Zu meiner Bestürzung fing der ganze Zirkus am zweiten Tag zu Hause wieder von vorne an. Zwei Uhr früh mit Paukenschlag wachwerden, brennendes Stromgefühl in der linken Körperhälfte, nach Atem ringen, Schweißausbrüche, Panik und Weinkrampf. Das in Wellen mich überschwemmende Leiden war komplett zurückgekehrt.

Ich versuchte nun noch einmal zu fasten, weil ich dachte, das Fasten habe die Symptome unterdrückt. Am dritten Tag gab ich auf, denn es ging mir dabei immer schlechter. Also das Fasten war definitiv nicht die Ursache für die Verbesserung.
Nun frage ich mich, weshalb ich in der Woche fort von zu Hause wenig Beschwerden hatte - vielleicht deshalb, weil in dem Zimmer hinter dicken Klostermauern kaum Handyempfang gegeben war ?

Ich komme auf die abstrusesten Gedanken.

Inzwischen habe ich einen Zahnarzt gefunden, der wirklich gut ist. Wir haben mein Problem besprochen, und er meinte, wir sollten zunächst wieder nur ein Implantat herausfräsen und abwarten, immerhin könnte es ja sein, daß es danach wirklich besser wird. Am 5. März wurde nun der Vierer im OK entfernt. Das geschah derart sanft, eine Wurzelbehandlung ist unangenehmer. Auch wurde die Wunde sorgfältig von den winzigen Metallsplittern gesäubert - das war im LKH beim ersten Eingriff nicht geschehen. Dafür zahle ich diesen Eingriff privat ...

Nun hatte ich große Hoffnung, wieder einmal. Doch bislang bin ich enttäuscht, denn es geht mir statt besser noch schlechter. Wir rechnen nun damit, daß auch die restlichen Implantate noch herausgebohrt werden müssen - und dann könnte es auch seine Zeit dauern, bis ich wieder genese. Ich muß jetzt viel Geduld haben ... aber gerade das ist schwierig, wenn man bereits ein Jahr lang so leidet, daß kaum eine normale Lebensführung möglich ist. Ich weine viel, weil die Anfälle wie Wellen über mich hereinbrechen, und der Nachtschlaf ist ab 24 Uhr derart gestört, daß ich jeden Morgen wie gerädert aufstehe. Ab 2 Uhr früh werden die Anfälle so unerträglich, daß ich meist aufstehe. Am liebsten würde ich dann den Kopf gegen die Mauer rammen.

Dennoch finde ich, war bzw. ist es einen Versuch wert, zu retten, was zu retten wäre. Immerhin hätte es ja möglich sein können, daß irgend ein Meridian gereizt ist, wer will das schon so genau wissen? Doch ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß sich mein Körper gegen das Metall wehrt, eben auf diese eigenartige und ziemlich schlimme Weise.

Weil die Anfälle meist zu Hause und meist zu denselben Stunden auftreten, habe ich schon einmal den Verdacht gehabt, daß Strom oder elektromagnetische Einwirkung eine Rolle spielen könnten. Deshalb werde ich vor den letzten Explantationen für einige Tage von zu Hause wegfahren. Wenn sich mein Zustand - wie in Bad Mühllacken - dann wieder bessert, dann muß ich die Angelegenheit neu bedenken.

Katharina

PS.
In Deutschland ist es einfacher, einen Kieferchirurgen zu finden, der ausbohrt. Ich habe hier in Österreich schwer darum kämpfen müssen. Mein jetziger Zahnarzt führt eine Privatpraxis und ist ein engagierter Mediziner, wie man ihn mit der Stallaterne suchen muß. Ich bin durch Zufall an ihn gekommen. Allerdings zahle ich für die Behandlung ziemlich viel - meine Altersversorgung geht dabei zum Teil drauf.

PPS.
Alexanders, welche Symptome sind es genau, unter denen Du leidest? Würde mich interessieren.
 
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15.03.14
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PPS. Alexanders, welche Symptome sind es genau, unter denen Du leidest? Würde mich interessieren.
Die meisten auf Toxcenter.de beschriebenen Symptome im Zusammenhang mit Zahnimplantaten. Die Frage ist gibt es noch weitere Co-Faktoren, also neben BioOss - Enzündungsherden, Titan/Nickel-Problemen die von Mundflora bis Candida-Effekte mit sich bringen? Also beispielsweise die Beschädigungen von Nervengewebe, die bei Implantation stattfindet.

Als ich nach dieser Woche heimfuhr, war ich sicher, daß nun mein Leiden zu Ende sei.
Zu meiner Bestürzung fing der ganze Zirkus am zweiten Tag zu Hause wieder von vorne an.
Hmm, das bestätigt eine der Neben-Thesen, dass bei Implantationen grundsätzlich auch Beschädigungen von empfindlichen Nervengewebe passieren können, und dass die beschädigten Nerven Schmerz-Signale senden.

? Doch ich bin nach wie vor davon überzeugt, daß sich mein Körper gegen das Metall wehrt, eben auf diese eigenartige und ziemlich schlimme Weise.
Also zum einen die Metallbelastung, die auch Signale an Nerven sendet, zum anderen aber auch beschädigte Nervenkanäle, die weiterhin Schmerz-Signale senden. Die Frage ist, wird durch das Explantieren noch mehr Nervengewebe beschädigt - dass sich versucht zu regenerieren und infolgedessen es zu Fehlverknüpfungen kommt, die Schmerz-Signale aussenden, wenn wir jetzt mal drittens von wiederkehrenden Entzündungsherden absehen.

Grundsätzlich können wir als Zwischenfazit schliessen, dass Zahnimplantate keine sichere Technologie darstellen und zur Vermeidung von mehr Unheil abgeschafft werden sollten.
 
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Malve

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Hallo alexanders,

dass Zahnimplantate keine sichere Technologie darstellen und zur Vermeidung von mehr Unheil abgeschafft werden sollten.
- ganz so würde ich das nicht sehen; informiere Dich mal über die Suchfunktion zum Thema Keramikimplantate.

Liebe Grüße,
Malve
 
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Hallo alexanders,
- ganz so würde ich das nicht sehen; informiere Dich mal über die Suchfunktion zum Thema Keramikimplantate.
Liebe Grüße,
Malve
Kenn ich, aber auch die haben ihre Probleme, insbesondere wenn weiterhin mit BioOss gearbeitet wird und Nervengewebe beschädigt wird, abgesehen davon, dass Implantate für den Kauapparat konstruktiv ein Unding sind.
Die Industrie sollte mit den Menschenversuchen aufhören und wenn schon Menschen geopfert werden, dann muss man sie angemessen entschädigen: zum einen mit einer Risikoprämie, zum anderen mit anständiger Nachbetreuung bei den meist irreversiblen Schädigungen, insbesondere wenn zugegebenermassen mindestens jeder 10. Fall (wir gehen von weit höheren Fallzahlen aus) zu massiven irreversiblen Komplikationen führt.
 
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Malve

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Hallo alexanders,

Du gehst ja ganz schön weit, wenn Du von "Menschenversuchen" schreibst.

Hast Du seriöse Quellen, aus denen Du Deine Aussagen beziehst?

Davon abgesehen - ein Knochenaufbau ist nicht bei jedem Implantat notwendig.

dass Implantate für den Kauapparat konstruktiv ein Unding sind.
kannst Du auch das belegen?

Noch ein Frage am Rande: Wer ist "wir"?

Liebe Grüße,
Malve
 
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. Am 5. März wurde nun der Vierer im OK entfernt. Das geschah derart sanft, eine Wurzelbehandlung ist unangenehmer. Auch wurde die Wunde sorgfältig von den winzigen Metallsplittern gesäubert - das war im LKH beim ersten Eingriff nicht geschehen. Dafür zahle ich diesen Eingriff privat ...

Nun hatte ich große Hoffnung, wieder einmal. Doch bislang bin ich enttäuscht, denn es geht mir statt besser noch schlechter. Wir rechnen nun damit, daß auch die restlichen Implantate noch herausgebohrt werden müssen - und dann könnte es auch seine Zeit dauern, bis ich wieder genese. Ich muß jetzt viel Geduld haben ... aber gerade das ist schwierig, wenn man bereits ein Jahr lang so leidet, daß kaum eine normale Lebensführung möglich ist. Ich weine viel, weil die Anfälle wie Wellen über mich hereinbrechen, und der Nachtschlaf ist ab 24 Uhr derart gestört, daß ich jeden Morgen wie gerädert aufstehe. Ab 2 Uhr früh werden die Anfälle so unerträglich, daß ich meist aufstehe.
Liebe Katharina, wie geht es Ihnen, wie sieht die Heilung aus – wird Ihnen angemessen geholfen? Bitte melden Sie sich. Lieber Gruss, alexanders
 
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Liebe Katharina, wie geht es Ihnen, wie sieht die Heilung aus – wird Ihnen angemessen geholfen? Bitte melden Sie sich. Lieber Gruss, alexanders
Alles ist offen. Nach wie vor Halbseitenanfälle, immer wieder Schmerzen in Gelenken und Sehnenansätzen, immer wieder Übelkeit, Panikzustände, Weinkrämpfe. Dann dazwischen Fenster von Symptomarmut, gelegentlich Symptomfreiheit. Immer wieder die Hoffnung, und immer wieder Enttäuschung.

Mein Zahnarzt hat jetzt wenigstens den Biß korrigiert - ein Provisorium eingebaut, das sehr gut paßt, zumindest hier Entspannung. Ein falscher Biß, wie ich ihn seit Monaten habe, kann Krankheiten hervorrufen oder verstärken. So habe ich auch diesbezüglich wieder etwas Hoffnung.

Am 18. April folgt ein Test zur Verträglichkeit (Elektroakupunktur nach VOLL), danach entscheiden wir, ob die beiden letzten Implantate herausoperiert werden.

Man sieht - jeder ist auf Vermutungen angewiesen, das einzige, was real ist, ist mein körperliches Befinden. So verbringe ich meine Tage zwischen Hoffen und Bangen.

An der Nervenverletzung als Ursache könnte auch etwas dran sein. Allerdings: weshalb haben so viele Patienten mit Implantaten keine Probleme? Eigentlich sagen alle, die Implantate tragen (und es werden immer mehr), daß sie sich damit wohl fühlen und keine Probleme haben.

Gruß Katharina
 
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15.03.14
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weshalb haben so viele Patienten mit Implantaten keine Probleme?
So wie es aussieht gibt es einige Patienten, die mit Implantaten erhebliche, und dann zudem in der Tat unlösbare Probleme haben, mit massiver beeinträchtigung der Lebensqualität bis zur Invalidität. Und die Eingriffe, die zu einer vermeintlichen Lösung des Problems führen sollten, verschlechtern die Situation oft. Die einen werden zu Tode operiert, die anderen mit Medikamenten ruhiggestellt. Statistisch ist gemäss Informationen der Industrie jedes 10. Implantat mit erheblichen Komplikationen verbunden. Zusätzlich braucht es eine gewisse Zeit, bis der Patient merkt, dass all die Beschwichtigungen und Hinhaltetaktiken der Täter nur den Erkenntnisgewinn verzögern, dass Implantate in vielen Fällen zu irreversiblen Schadensbildern führen mit chronischen Schmerzen usw. Das schlimmste am ganzen ist, dass eine Produktelinie lanciert worden ist, bei der der Patient bei Schäden im Regen stehen gelassen wird und bestenfalls nicht noch mit weiteren falschen Versprechungen gemolken wird.
 
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und hier haben wir es:
Felix Straumann: Zahnimplantate sind eine tickende Zeitbombe
(...) Sogar von einem «Tsunami» spricht Georg Bach,
Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Implantologie. «Die Hersteller reden nicht gerne darüber. Früher wurde ich sogar von Kongressen ausgeladen, wenn ich zu diesem Thema ein Referat halten wollte», sagt Bach.
(...) Demnach tritt ein problematischer Knochenschwund von mindestens zwei Millimetern nach fünf Jahren bei zirka 6 Prozent der Implantate auf.
Nach acht bis neun Jahren bei zirka 15 Prozent. Einzelne Studien schätzen sogar, dass über 50 Prozent aller Implantatträger früher oder später unter Periimplantitis leiden werden.
Felix Straumann: Zahnimplantate sind eine tickende Zeitbombe | dental!fe

"Jeder dritte Patient mit einem Zahnimplantat braucht innerhalb von zehn Jahren eine Behandlung wegen einer Entzündung."
Teure Infektionen bei Zahnimplantaten - News Wissen: Medizin & Psychologie - tagesanzeiger.ch
 
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