Wie deute ich diese Hormonwerte?

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Hallo, könnt ihr mir sagen, was diese Werte bedeuten?

Das sind die Werte, die am 5. Zyklustag gemessen wurden.

Der Laborarzt schreibt dazu. "Bei frühfollikulärem Östradiol findet sich ein stark erhöhter LH-tonus.
Die Androgenwerte sind unauffällig.
Die Pat. könnte chronisch anovulatorisch sein. Vom Alter her ist sie in der Perimenopause. Insofern würde ich zunächst ein Gestagen verordnen und nachfolgend eine zyklische Hormintherapie z.B. mit LAFAMME 1 mg aufnehmen."

-> Progestan nehme ich schon!


HB 14,9 g/dl (Norm 12-16) -> das ist Eisen?

Ab hier versteh ich nur Bahnhof:

HK 48,5% (Norm: 36-48) +
MCV 99,7 fl (Norm 80-96) +
MCH 30,7 pg (Norm: 28-33)
MCHC 30,8 g/dl (Norm 32-36) -
THRO 314 x 103/ul (140-440)
TSBH 0,93 mIU/l (0,25-4,00) -> Hypothyreose möglich

FSH 7,9 (Norm: > 23 postmen.
2,5-10 Fol.
3,4-34 Ovul.p.
1,5-9 Lute.p)

LH 12,1 mU/ml (16-54 postmen.
1,9-12.5 Foll.p
8,7.76,3 Ovul.p
0,5-16.9 Lute.p
0,7-5,6 Kontra

LHFSHQ 1,5 kA (0.7-2,0)
OEDI 88 pg/ml (20-144 Foll.p
64-357 Ovil.p
56 -214 Lute.p
< postme

TEST 0,59 ng/ml (<0,025-0,75)
DHEAS 1,62 ug/ml (0,35-2,56)

Puh, könnt ihr mir bitte was dazu sagen?
Tausend Dank!!!


Die Werte vom 25. Zyklustag sind gerade erst abgenommen worden, die Ergebnisse habe ich noch nicht.
 

Binnie

Hallo Alucie,

für mich deuten Deine Blutwerte in erster Linie möglicherweise auf bereits im Blut sichtbare Mängel hin (sofern schwer wiegende Erkrankungen ausgeschlossen wurden):

In welchen Fällen sind MCH-, MCHC-, MCV-Werte zu niedrig?
Wenn alle Werte zu niedrig sind, deutet dies häufig auf einen Eisenmangel hin, der zu einer Blutarmut führt. Niedrige Werte kommen zum Beispiel vor bei:
• Eisenmangel
• Vitamin B6-Mangel
• Eisenverwertungsstörung
• Infektionen

In welchen Fällen sind MCHC-, MCH-, MCV- und RDW-Werte erhöht?
Erhöhte Werte können auf viele Krankheiten oder Mangelerscheinungen weisen, zum Beispiel:
• Alkoholismus (MCH, MCV)
• Vitamin B12-Mangel
• Folsäuremangel
• Chronische Leberkrankheiten
• Blutkrankheiten (Leukämie, Plasmozytom)

Quelle: MCH, MCHC, MCV und RDW - NetDoktor.de
Die Bedeutung des Hämatokrits (HK) findest Du hier (bei Dir ist er leicht erhöht):

Hämatokrit
Zelluläre Bestandteile des Blutes Der Hämatokrit bezeichnet den prozentualen Anteil der zellulären Bestandteile des Gesamtvolumen des Blutes. Das restliche Blutvolumen besteht aus dem Blutplasma. Da der vorwiegende Anteil der zellulären Bestandteile (Angaben schwanken zwischen 96 und 99 Prozent) aus roten Blutkörperchen besteht, ist der Hämatokrit vor allem ein Hinweis auf den Anteil der Erytrozyten im Blut . Der Hämatokrit-Wert wird in Prozent angegeben. Ein Hämatokrit von 45 Prozent gibt die Tatsache wieder, dass 45 Prozent des Blutes aus roten Blutkörperchen bestehen.
Der Normalwert beträgt für Männer 42-50 Prozent und für Frauen 37-45 Prozent.

Erhöhter Wert durch mehr roten Blutkörperchen Der Hämatokrit kann beispielsweise bei der so genannten Polyglobulie erhöht sein. Dabei ist die Zahl der roten Blutkörperchen erhöht. Dies kann beispielsweise als Anpassungsreaktion auf einen Aufenthalt in großen Höhen erfolgen: Da mit zunehmender Entfernung vom Niveau des Meeresspiegels der Sauerstoffgehalt der Luft abnimmt, produziert der Körper zum Ausgleich mehr rote Blutkörperchen, um den verfügbaren Sauerstoff innerhalb des Körpers zu transportieren. Aber auch bei einigen Erkrankungen wie z.B. Cushing-Syndrom oder Bluterkrankungen kann es zu einer Polyglobulie kommen.

Erhöhter Wert durch Wasserverlust Der Hämatokrit kann zudem bei Wasserverlusten des Körpers erhöht sein. Hier ist die Erhöhung des Hämatokrits auf den Flüssigkeitsverlust des Körpers und damit auch des Blutes zurückzuführen - in Relation zum verminderten Flüssigkeitsgehalt des Blutes ist der Anteil der roten Blutkörperchen erhöht (wobei die Menge der roten Blutkörperchen gleich bleibt). Zu Wasserverlusten kann es beispielsweise bei starkem Schwitzen kommen oder bei Erkrankungen, die mit einer hohen Urinausscheidung einhergehen (z.B. Diabetes insipidus).

Quelle: MedizInfo®: Hämatokrit
Dein Arzt tippt wohl bei Dir auf "Östrogendominanz", weil Dein LH bereits zu Beginn des Zyklus relativ hoch ist. Normalerweise haben die weiblichen Hormone folgenden Verlauf:



Wenn es jedoch durch Übergewicht (Fettzellen produzieren offensichtlich autark Östrogen) oder bspw. durch den verminderten Abbau von Östrogen in der Leber zu keinem richtigen Abfall des Östrogens am Ende des Zyklus kommt, dann fehlt der Stimulus für die Produktion von FSH in der Hypophyse und dann kommt der Regelmechanismus (Hypothalamus / Hypophyse / Eierstöcke) aus dem Takt.

Der verminderte Abbau von Östrogen in der Leber kann verschiedene Ursachen haben. U.a. können Micronährstoffmängel dafür verantwortlich sein (s.o.).

Natürlich sind sämtliche Drüsen im Körper aufgrund ihres Fettgehaltes mit primäres Angriffsziel von Giften und somit können die Störungen natürlich auch in den Drüsen selbst liegen. Aber ich halte die reine Substitution von Hormonen und das Schubladen- bzw. Tunneldenken der Mediziner auch in diesem Fall für nicht zielführend! Mindestens sollte vorab auch genau nach Nährstoffmängeln usw. gesucht werden und wenn sich diese bereits im Blut zeigen, so wie ich bei Dir vermute, dann sollte m.E. zunächst unbedingt auch hier angesetzt werden. Eine Entlastung der Leber und allgemein des Stoffwechsels durch eine entsprechende Ernährung, Sport, Entspannung usw. ist sicherlich auch hilfreich und regelmäßig nötig!

Viele Grüße
Binnie
 

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Hallo Alucie,


Die Bedeutung des Hämatokrits (HK) findest Du hier (bei Dir ist er leicht erhöht):


Der verminderte Abbau von Östrogen in der Leber kann verschiedene Ursachen haben. U.a. können Micronährstoffmängel dafür verantwortlich sein (s.o.).

Eine Entlastung der Leber und allgemein des Stoffwechsels durch eine entsprechende Ernährung, Sport, Entspannung usw. ist sicherlich auch hilfreich und regelmäßig nötig!

Viele Grüße
Binnie

Danke Binnie!
Das ist ja ganz schön kompliziert, weil manche Blutwerte bei mir erhöht, andere erniedrigt sind.
Ich bin nicht übergewichtig. Habe einen BMI von 24.
Seit einiger Zeit nehme ich ein Eisenpräparat, das mir der Arzt verschrieben hat, weil ich ohne Eisen Muskelzuckungen in den Beinen habe. Es ist hochdosiert 100mg. Vielleicht ist das der Grund für die Werte?
Das Eisen hilft mir gut, das Zucken hat aufgehört.

Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion, nehme L-Tyroxin, 50 mg.

Sport machen kann ich nicht, weil ich von jeder Bewegung extreme Muskelschmerzen bekommen, die mich nachts nicht schlafen lassen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass mit meinen Nährstoffen und meinem Stoffwechsel was nicht stimmt.

Ich trinke kein Alkohol, also das kann nicht der Grund für die Blutwerte sein.
Vit B 6 nehme ich, 100 mg.
Magnesium muss ich auch immer nehmen, wegen der Muskelschmerzen und Krämpfe.
Leberentlastung, damit muss ich mich wohl mal beschäftigen.

Danke dir!
 

Binnie

Hallo Alucie,

Muskelscherzen können gerade auch von einer Leberüberlastung herkommen:

Welches sind die ersten Anzeichen einer Erkrankung der Leber?

Die Leber "schmerzt" nicht. Allgemeine Symptome einer Lebererkrankung gibt es nicht. Die Patienten können an Müdigkeit, Abgespanntheit, Konzentrationsschwäche und Antriebsarmut leiden. Juckreiz mit Gelbfärbung der Haut, vermehrtes Schwitzen, dunkler Urin, heller Stuhl, Gelenk- und Muskelschmerzen, häufige Blähungen und Speisenunverträglichkeiten weisen auf eine akute oder fortgeschrittene Lebererkrankung hin.

Quelle: Leber - Praxis Dr. med. Burkhard Bndgens
Kannst Du nicht mal versuchen mit moderatem Training an der Natur anzufangen, z.B. Spazierengehen oder sowas... Muss ja erstmal gar nicht lange sein. Dann kannst Du weiter aufbauen. Aber ohne Bewegung geht es m.M. nach nicht! Der Stoffwechsel lebt von der Durchblutung und vom Sauerstoff! Auch viele Entgiftungs- und allgemein Abbauprozesse in der Leber sind sauerstoffabhängig.

Nimmst Du nur B6 ? 100 mg pro Tag isoliertes B6 kommt mir sehr viel vor! Ich würde an Deiner Stelle lieber ein gut dosiertes Multi nehmen, auch mit den anderen Vitamin Bs usw. Oder wer und aufgrund welcher Befunde wurde Dir so hoch dosiert B6 verordnet ? Zu viel B6 kann auch hemmend auf vieles wirken... Ich kriege das gerade nicht zusammen, aber ich habe dazu u.a. mal etwas bei Kuklinski gelesen... Muss ich nochmal recherchieren...

Viele Grüße
Binnie
 
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