Was könnte die Ursache von fünf Stürzen aus heiterem Himmel innerhalb von 25 Monaten sein?

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Hallo Widderchen,

Seit der Schlafapnoe-Diagnose hatte ich eine OP mit Regionalanästhesie und eine Magen- und Darmspiegelung mit Vollnarkose. Da hat aber keiner etwas gesagt von wegen Überwachung. Die Schlafapnoe hatte ich natürlich immer angegeben.

LG Widderchen
ich bin ja keine Expertin, aber ich habe bei meiner Magen- und Darmspiegelung Propofol bekommen, das ja kein Narkotikum ist.
 
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Hallo Widderchen,

die Ärzte, die Magen- oder Darmspiegelungen vornehmen, sind auf Menschen mit Schlafapnoe nicht "eingerichtet". D. h. entweder wissen sie nicht, dass man wegen der Narkose den Patienten überwachen soll oder es ist ihnen egal. Sie denken vielleicht auch, dass der Patient vor der Therapie der Apnoe auch schon ohne Überwachung geschlafen hat und vorher auch schon Narkosen hatte, die er überlebt hat.
Denn wenn eine Überwachung gemacht werden soll, ist das für die Ärzte natürlich ein Mehraufwand, der organisiert werden muss.
Es wird vermutlich selten passieren, dass man daraus Nachteile hat und wenn, wird man die nicht immer stark merken. Aber es wird von den Schlafmedizinern dazu geraten, dass man überwacht wird.

Bei einer Regionalanästhesie ist es vermutlich weniger gefährlich.

Mir raten die Neurologen oft, dass ich bei Op´s Narkosen meiden solle und wenn möglich eine Rückenmarknarkose mir geben lassen solle. Diesen Rat bekomme ich aber wegen meiner neurologischen Erkrankung. Er dürfte aber bei einer Schlafapnoe auch nicht falsch sein.

Propofol, was von Bennita angesprochen wurde, ist ein Mittel für Vollnarkosen und wird auch bei Operationen eingesetzt (teils zusammen mit anderen Narkosemitteln). Ich bekam Propofol auch mal bei einer Laparoskopie.

Es lässt sich leicht dosieren und man kann das Aufwachen wohl gut steuern. Daher wird es gern für Magen-, Darmspiegelungen eingesetzt.
Es dürfte aber in der Nacht danach genauso zu Atemaussetzern führen können bzw. diese verstärken können, wie andere Narkosemittel.
Ich habe vor Bekanntwerden meiner Schlafapnoe auch oft Propofol bekommen. Allerdings scheine ich beim Aufwachen dann Rhythmusstörungen gehabt zu haben, was eine Ärztin, die im Aufwachraum neben als Patientin lag, mir sagte.
Es hat eben jedes Mittel auch Nebenwirkungen. Ganz ohne wird es kein Mittel geben.

Gruß
margie
 

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21.06.20
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Hallo, Leute,

vielen, vielen Dank. Toll, was in nur einer Woche alles zusammengekommen ist. Leider hatte ich noch etwas vergessen. Ich leide unter kognitiven Einschränkungen, u.a. beim Arbeitsgedächtnis. Ich mache da aber ein eigenes Thema auf.

Ich möchte jetzt zusammenfassen:

Obwohl ich von Schwindel und kurzer Synkope nichts gemerkt habe, könnten dies die Ursache sein.

Es soll abgeklärt werden, ob eine autoimmune Gangliopathie vorliegt. Dies werde ich mit meinem Hausarzt besprechen.

Synkopen können Nebenwirkungen meiner Medikamente sein. Auch dies mit Hausarzt bzw. Psychiater klären.

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren durch Hausarzt abklären lassen. Kostenübernahme bei Vitamin D und Dosis klären. Notfalls Arzt wechseln.

Beim Orthopäden klären lassen:

Fußhebeschwäche
Längenunterschiede bei den Beinen
Osteopathie

Beim Neurologen:

nochmals Schlaflabor
petits mals

Wenn jemandem noch etwas einfällt, bitte Bescheid sagen. Ich werde dann berichten, ob sich etwas ergeben hat.

LG Widderchen
 
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Hallo Widderchen,
... Fußhebeschwäche ...
Das läßt mich an einen Zeckenstich denken. Ist eine Borreliose bzw. eine Co-Infektion abgeklärt worden?


Grüsse,
Oregano
 
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Hallo, Oregano,

ja, ich hatte eine Borreliose, die mit Antibiotika behandelt wurde. Ich hatte eine Wanderröte.

LG Widderchen
 
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Hallo Widderchen,

Du hast eine Anhäufung von Störungen, die vermutlich vom zentralen Nervensystem (ZNS) im Gehirn ausgehen:
Die Tic-Störungen, Mängel im Arbeitsgedächtnis, die bipolare Störung, vermutlich die Fußheberschwäche, die (noch nicht behandlungsbedürftige) Schlafapnoe und womöglich die Sturzneigung.

Wie Du weißt, frage ich gern nach zugrunde liegenden Grunderkrankungen.
Bei Deinen Störungen des ZNS würde ich das nämlich fragen. Denn es kann m. E. kein Zufall sein, dass man so eine Häufung an ZNS-Störungen hat.

Daher würde ich nach einer solchen Grunderkrankung suchen.

Womöglich ist das die Borreliose, die Du hattest?
Auch meine Leberkrankheit (Kupferspeicherkrankheit =chronische Schwermetallvergiftung mit Kupfer) könnte so etwas machen, falls Du sie hättest.
Vielleicht gibt es auch andere Grunderkrankungen, die noch in Frage kommen.

Gibt es denn sonst noch Auffälligkeiten wie etwa chronisch abnorme Laborwerte? Aufälligkeiten beim Ultraschall?
Oder gibt es bei Deinen Geschwistern oder Eltern Krankheiten, die man bei Dir evtl. auch prüfen sollte? Denn oftmals sind Krankheiten familiär gehäuft.

Beim Hausarzt würde ich nicht zuviel auf einmal ansprechen. Gerade wenn die Ärzte dann noch hören, dass man im Internet sich "schlau" gemacht hat, sind einige voreingenommen.


Gruß
margie
 
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21.06.20
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Hallo, margie,

die Borreliose hatte ich lange nach dem Ausbruch der bipolaren Störung.

Regelmäßige Blutuntersuchungen, EKG, Blutdruck, 24-Stunden-Urin-Analyse, MRT, Gesichtsfeldmessungen werden bei mir seit vielen Jahren gemacht, immer ohne besonderen Befund.

Meine Eltern waren beide alkoholkrank. Mein Bruder ist bis auf Atemwegsallergien kerngesund. Vielleicht hat ja meine Mutter schon während der Schwangerschaft mit mir getrunken. Das weiß ich nicht. Ich kann sie auch nicht mehr fragen. Sowohl sie als auch mein Vater sind tot.

Mit dem Hausarzt hast Du recht. Aber er muß doch einsehen, daß ein Sturz sehr gefährlich sein kann für mich.

Ich habe heute morgen einen Termin bei einem niedergelassenen Neurologen geholt. Er ist aber erst am 21. August. Da werde ich natürlich alle Ergebnisse meiner Untersuchungen von 2018 und 2019 mitbringen.

LG und noch einen schönen Montag

Widderchen
 
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war dir vorher schwindelig ? bist du zusammengesackt oder mit voller wucht der länge nach auf den boden geknallt ?
letzteres hatte ich dieses jahr ohne vorwarnung innerhalb von ca. 8 wochen etliche male, meist bin ich mit dem kopf auf den steinboden geknallt, einmal mit dem gesicht und hatte glück, daß die splitter der brille nicht in die augen gegangen sind.

bei mir war es ein schub einer genet. krankheit (aip = akute intermiettierende porphyrie), der durch falsche medikamente ausgelöst worden war.

früher bin ich schon mehrmals durch falsche medis umgekippt, da zwar nicht so oft, aber jedes mal mit mind. 1 std. bewußtlosigkeit, 2x bin ich 3 tage lang bei jedem versuch aufzustehen sofort wieder bewußtlos geworden und einmal war ich 4 tage im koma.

ich würde an deiner stelle auch an die medis denken, die du nimmst.

hast du dir schon die beipackzettel deiner medis genau durchgelesen und außerdem auch nach den nebenwirkungen gegoogelt ?

nebenwirkungen treten teils auch erst nach längerer zeit auf und stehen nicht immer alle im beipackzettel, weil sie sehr oft garnicht gemeldet werden.

aber es gibt auch noch etliche andere ursachen für stürze, einige hat oregano ja schon genannt.

was sagen denn die ärzte zur ursache ?

da stehen noch einige infos zum thema:



lg
sunny
 
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Hallo Widderchen,

Regelmäßige Blutuntersuchungen, EKG, Blutdruck, 24-Stunden-Urin-Analyse, MRT, Gesichtsfeldmessungen werden bei mir seit vielen Jahren gemacht, immer ohne besonderen Befund.
weswegen wurde der 24-Stunden-Urin gemacht?
Musst Du das öfters machen? Mit Säurezusatz oder ohne?

Falls ohne Säure würde ich den Arzt beim nächsten Mal noch bitten, das Kupfer im Urin mit zu bestimmen.
Ich würde es für denkbar halten, dass Du zuviel Kupfer hast. Die Störungen, die Du hast, würden z. B. mit der Kupferspeicherkrankheit (= Morbus Wilson) erklärbar sein.
Diese Krankheit ist zwar eine Leberkrankheit, sie kann aber ohne dass die Leber stark betroffen ist, nur rein psychiatrische und evtl. neurologische Symptome machen.
Lese mal das hier:
1.4.3 Psychiatrische Präsentation
Die psychiatrische Präsentation des Morbus Wilson ist diagnostisch die grösste Herausforderung. Die Palette möglicher Symptome umfasst beinahe das gesamte Spektrum psychiatrischer Symptome. Die Zeichen sind meist subtil und nur sehr langsam progredient. Retrospektiv fällt häufig auf, dass Verhaltensstörungen bereits zwei bis drei Jahre vor Einsetzen der eigentlichen psychiatrischen Symptome auftraten [21]. Zu nennen sind insbesondere Konzentrationsstörungen, die zu Problemen in der Schule oder am Arbeitsplatz führen können. Viele Patienten sind von affektiven Störungen betroffen, wobei sowohl depressive wie auch manische oder bipolare Störungen auftreten können. Schliesslich können auch Psychosen eine Manifestation des Morbus Wilson sein. Psychiatrische Symptome finden sich zwar häufig gemeinsam mit neurologischen oder hepatischen Symptomen und Befunden, können aber auch isoliert auftreten. Patienten mit Morbus Wilson sind in der Regel jung und bisher nicht psychiatrisch aufgefallen. Bei Patienten, die diesem Profil entsprechen, muss bei neu aufgetretenen Verhaltensstörungen oder psychiatrischen Symptomen ein Morbus Wilson gesucht werden.
siehe:
(Eine Doktorarbeit zu dem Thema).
Es wird hier nicht nur die Manie und die bipolare Störung genannt, sondern auch Konzentrationsstörungen (... was auf Dein schlechtes Arbeitsgedächtnis passen könnte).

Wenn Du diese Krankheit haben solltest, würde das voraussetzen, dass Deine Eltern bereits eine genetische Leberschwache hätten, zumindest aber eine Gendefekt für eine solche Leberkrankheit hatten und falls Du vom Vater und der Mutter deren Gendefekt geerbt hättest, so könnte bei Dir diese Krankheit vorliegen.
Denn es macht mich stutzig, wenn ich lese, dass bei Dir gleich beide Elternteile alkoholkrank waren.
Könnte es evtl. sein, dass beide auch schon vor dem Alkohol -leichte- Leberprobleme hatten und dann der Alkohol wie ein Katalysator wirkte und dies dann zum vermutlich frühen Tod Deiner Eltern führte?

Ein Professor für Gastroenterologie, der gleichzeitig auf Morbus Wilson spezialisiert ist, meinte nämlich, dass man schon extrem viel trinken muss, um seine Leber kaputt zu machen.
Viel eher sei dies möglich, wenn man eine angeborene Leberkrankheit wie diese Kupferspeicherkrankheit hat.
Wer mit so einer angeborenen Leberkrankheit dann noch zuviel trinkt, ist natürlich besonders gefährdet.

Zu Deinen Tic-Störungen bitte ich Dich das hier zu lesen:
Selten treten Tics sekundär im Rahmen anderer Erkrankungen auf (etwa bei Morbus Wilson, Neuroakanthozytose, Fragilem X-Syndrom, Chorea Sydenham, Morbus Huntington) oder werden medikamentös induziert (etwa durch Carbamazepin, Phenytoin, Lamotrigin, Amphetamin, dopaminerg wirksame Substanzen oder Kokain). Durch Neuroleptika induzierte tardive Tics sind selten (7).
/QUOTE]
siehe
Zum einen wäre die Frage, ob die Tic-Störungen durch Deine Medikamente verursacht sind? Dann wären sie erst aufgetreten, nachdem Du dauerhaft diese einnimmst.
Wenn sie schon vorher da waren, dann wäre das auch ein möglicher Hinweis auf den Morbus Wilson, wie man in dem Zitat lesen kann.
Das wären dann eine weitere Deiner Störungen, die durch einen Morbus Wilson erklärbar wäre.

Allerdings wirst Du, solltest Du Deinen Hausarzt nach Morbus Wilson fragen, wahrscheinlich Pech haben. Denn die Ärzte, die den Namen der Krankheit kennen, wissen meist nicht, dass man auch nur psychiatrische Probleme haben kann und dass die Leber nicht sehr auffällig sein muss. Wenn Du evtl. keine Auffälligkeiten bei der Leber hast, wird ein Arzt, der sich damit nicht auskennt, die Krankheit verneinen, was aber falsch sein kann.
Mein Hausarzt wußte mit dem Wort "Morbus Wilson" damals gar nichts anzufangen.

Es gibt für solche seltenen Krankheiten Zentren bzw. Fachambulanzen.
Zuvor sollte man aber ggf. Laborwerte prüfen, wenn das möglich ist. Bei den Laborwerten wären zuerst die Leberwerte interessant, aber eben auch das Kupfer im 24-Stunden-Urin und im Blutserum und das Coeruloplasmin im Blutserum. Es gibt noch einen Gentest, der allerdings nur in 80 % der Fälle eine Diagnose liefert (aber immerhin - besser als nichts).

Das alles ist jetzt erst mal ein Gedanke von mir. Ich weiß natürlich nicht, ob das bei Dir zutrifft.

Aber wenn Du bisher keine andere Erklärung dafür hast, dass Du gerade diese Störungen hast, wenn also häufigere Ursachen dafür bisher nicht gefunden wurden, könnte man auch mal an seltenere Ursachen denken.
Denn der Morbus Wilson ist behandelbar und vielleicht würde es Dir, solltest Du diese Krankheit haben, durch eine Behandlung dann besser gehen.

So ich hoffe, dass ich Dich jetzt damit nicht durcheinander gebracht habe.

Gruß
margie
 
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Hallo, margie,

danke für Deine viele Mühe.

Der 24-Stunden-Urin-Volumentest wird wegen des Lithiums gemacht, da eine Schädigung der Niere dann früher festgestellt werden kann als nur mit dem Kreatinin-Wert. Mal war Säure, mal nicht.

Meine Mutter hatte definitiv keine Leberprobleme. Sie starb mit 78. Bei meinem Vater weiß ich nicht, da ich schon länger vor seinem Tod keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Er starb mit 70.

Das mit dem Morbus Wilson werde ich bei meinem Hausarztbesuch auch ansprechen.

Es ist auf jeden Fall sehr interessant, daß sog. psychische Krankheiten auch viele körperliche Ursachen haben können.

LG und noch einen schönen Abend

Widderchen
 
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Hallo Widderchen,


Du schreibst, dass Deine Mutter definitiv nicht leberkrank war.

Ich will daher zum Thema Lebererkrankung erkennen, folgendes noch nennen:
Eine kranke Leber zu erkennen, ist oftmals erst dann möglich, wenn die Leber schon schwer geschädigt ist.
Ich habe mich schon viel mit diesem Thema beschäftigt. Ich habe mit Fachärzten darüber gesprochen, habe viel zu dem Thema von Fachleuten gelesen.
Auch mein Fall war anfänglich so, dass ich selbst nicht glaubte, ernsthaft leberkrank zu sein. Denn anhand meiner Leberwerte war damit nicht zu rechnen.

Denn es gibt bei der Diagnostik der Leberwerte keinen einzigen Wert, der eine anfängliche Lebererkrankung sicher diagnostizieren würde. Das sagen Ärzte, die sich damit auskennen.

Die Leberwerte sind anfänglich immer normal. Sie sind selbst oft noch (bzw. schon wieder) bei einer Leberzirrhose normal.
Erst wenn die Leber schon deutlich geschädigt ist, gehen die Leberwerte hoch ( und können danach aber wieder abfallen). Dass die Leberwerte erst relativ spät hochgehen, mag daran liegen, dass die Leber ein großes Organ ist und sie daher anfänglich noch den Leberschaden kompensieren kann.
Der Grund dafür, dass sie bei einer Zirrhose abfallen können, liegt darin, dass die Leberwerte von der Leber selbst produziert werden. Das setzt voraus, dass die Leber dazu noch in der Lage ist. Bei einer Zirrhose geht aber diese Fähigkeit nach und nach verloren.

Aber die Leberwerte gehen nicht immer bei jeder Leberkrankheit nach oben:
Beim Morbus Wilson, also der Krankheit, bei der die Leber das Schwermetall Kupfer nicht ausscheiden kann, kann man sogar normale Transaminasen (= 2 der beiden häufig bestimmten Leberwerte = GPT und GOT) haben (Prof. Weis und Prof. Stremmel, beide Uniklinik HD).
Viele Menschen mit der Diagnose M. Wilson haben zum Zeitpunkt der Diagnose aber schon eine Zirrhose.

Was erschwerend hinzu kommt, ist, dass die Ärzte oftmals nicht alle Leberwerte bestimmen. Die so wichtige Cholinesterase (CHE) wird selten bestimmt. Dabei kann dieser Wert, wenn er niedrig ist, sehr gut auf einen Leberschaden hinweisen. Allerdings gibt es auch bei diesem Wert Gründe, die ihn ansteigen lassen, so dass er nicht in allen Fälle eine Aussage liefern kann.

Im Ultraschall der Leber sieht man anfänglich keine Veränderungen. Und selbst dann, wenn jemand schon eine fortgeschrittene Leberkrankheit mit einer Fibrose hat, wird allenfalls mal eine "Fettleber" im Ultraschall diagnostiziert - war bei mir öfters so.

Vereinigungen wie die dt. Leberhilfe und andere schreiben, dass die Dunkelziffer unerkannter Leberkrankheiten in Deutschland einige Millionen Menschen beträgt - was ich sofort glaube.

Ich will nun damit nicht sagen, dass Deine Mutter leberkrank gewesen sein muss. Vielleicht war sie es wirklich nicht.
Aber wenn sie es war und sie noch keinen schweren Leberschaden hatte, dann hat man das womöglich (noch) nicht feststellen können.


Gruß
margie
 
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Hallo, margie,

vielen Dank nochmal für Deine Mühe.

LG Widderchen
 
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02.01.05
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Hallo Widderchen,


Es ist auf jeden Fall sehr interessant, daß sog. psychische Krankheiten auch viele körperliche Ursachen haben können.
Da die Leber den Körper entgiftet, ist die Ansammlung von Giften im Körper wie einem Schwermetall (Kupfer) immer mit Auswirkungeon auch für das Gehirn verbunden.
Somit sind auch Auswirkungen auf die Psyche zu erwarten, wenn man zuviel Gift im Körper hat.


Ich bin sicher, dass die meisten (vielleicht auch alle) psychischen Störungen organische, also körperliche Ursachen haben.
Von daher halte ich Psychotherapien auch nicht für sinnvoll, sondern die Suche nach der zugrundeliegenden organischen Störung und dann die Behebung dieser Störung.

Anderes Beispiel ist die Schilddrüse:
Eine Überfunktion der Schilddrüse hat auf alle Fälle auch Auswirkungen auf die Psyche - ebenso eine Unterfunktion.


Gruß
margie
 
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Hallo, margie,

bei Schilddrüsenerkrankungen und Wechseljahresbeschwerden ist die Auswirkung auf die Psyche ja bekannt. Allerdings müßte bei Morbus Wilson ich dann nicht ständig psychische Probleme haben und nicht nur phasenweise?

LG Widderchen
 
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Hallo Widderchen,



Allerdings müßte bei Morbus Wilson ich dann nicht ständig psychische Probleme haben und nicht nur phasenweise?
Das kann ich Dir nicht sicher sagen.
Was man aber bei psychiatrischen Krankheiten wohl immer haben kann, sind Schwankungen.
So spielt es sicher eine Rolle, was man den Tag über erlebt. Auch das Wetter hat oft einen Einfluss auf die Psyche. Es gibt sicher noch weitere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, wie sich eine psychische Krankheit auswirkt.

Man kann viele Krankheiten nicht allein nach der Symptomatik beurteilen, gerade wenn es etliche unterschiedliche Varianten einer Krankheit gibt.
Jeder Mensch ist genetisch gesehen, einmalig. Jeder hat bei den vielen Genen, die ein Mensch hat, andere Gendefekte, so dass schon deshalb es Unterschiede zwischen den Menschen gibt.

Beim M. Wilson soll kein Fall dem anderen gleichen, sagte John Walsh, der sich mit der Krankheit gut auskannte (in den 1950iger Jahren wohl).

Was mir auch aufgefallen ist, ist, dass Du schreibst, dass Dein Bruder im wesentlichen gesund sei. Das würde nicht gegen einen M. Wilson bei Dir sprechen, weil es oft so ist, dass von Geschwistern nicht alle betroffen sind. Oft hat nur eine/r die defekten Gene von den Eltern geerbt.
Aber das heißt natürlich noch lange nicht, dass Du diese Krankheit hast. Womöglich gibt es für Deine psychischen Probleme eben noch eine andere Grunderkrankung?
Kann eine Borreliose, die Du hattest, vielleicht auch solche Folgen haben? Ich habe das noch nicht recherchiert.

Wenn man bei solchen Krankheiten genaueres wissen will, wird es immer das Beste sein, die Laborwerte zu bestimmen.

Wenn Du Deine aktuellsten Laborwerte zu Hause hast, wäre es evtl. sinnvoll, diese hier einzustellen?
Manchmal kann man an einigen Laborwerten auch noch etwas erkennen.


Gruß
margie
 
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Hallo, margie,

am nächsten Dienstag habe ich meinen Hausarzttermin, um die letzten Untersuchungen zu besprechen. Ich werde mich dann danach hier nochmals melden.

LG Widderchen
 
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