Überwindung von Angst vor Kritik

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27.11.09
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Hallo miteinander

Gibt es hier im Forum

-Menschen, die ebenfalls absolut lebensbehindernde Angst vor Kritik und Ablehnung haben/hatten?
- Menschen, die bei Kritik den Boden unter den Füssen verlieren und Paniksymptome zeig(t)en?
- Menschen, die lieber sterben würden als kritisiert werden (fühlt sich auf jeden Fall so an, stimmt natürlich nicht wirklich, denn wir alle sind schon kritisiert worden und leben immer noch...:) )
- Menschen, die wegen ihrer Angst eine Maske zeig(t)en und nie bis selten ihre wahren Gefühle und Bedürfnisse?
- Menschen, die so das Gefühl haben/hatten, dass sie niemals ihr Leben leb(t)en oder nur zum kleinen Teil?
- Menschen, deren Leben sehr eingeschränkt war/ist durch diese übertriebene Angst vor Kritik?


Gibt es hier im Forum Menschen, die nicht einfach Tipps geben oder Ratschläge, sondern
- erzählen, wie sie es selber geschafft haben, die übertriebene Angst vor Kritik und Ablehnung zu überwinden. Dabei würde mir helfen, wenn sie erzählen, wie sie sich auch emotional gefühlt haben dabei.
- unterwegs sind und üben und lernen mit Kritik umzugehen ohne das Selbstwertgefühl völlig zu verlieren.
- die über Erfahrungen schreiben, über Erfolge und wie sie die Erfolge als solche anerkennen lernten, über Misserfolge und wie diese zu Erfahrungen wurden usw.

Vielleicht sind auch ein paar hochsensible Menschen darunter, die ebenfalls sensormässig alle unterschwelligen Gefühle "abscannen" und vorweg nehmen, Perfektionismus trainiert haben, sich überfordern oder zurückziehen?

Ich bin sehr gespannt und interessiert.

Liebe Grüsse
fauna
 

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Themenstarter
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27.11.09
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AW: Überwindung von Angst vor Kritk

Mittlerweile bin ich sicher, dass Kampf gegen die Angst nichts bringt.
Angst vor Kritik ist ein Zeichen, mich auf Vertrauen zu fokussieren, meine Aufmerksamkeit auf meine Fähigkeiten zu lenken und auf meine Werte, mich daran zu erinnern, wer ich bin und dass ich absolut in Ordnung bin.

Erst wenn ich das wieder präsent habe, kann ich ja mal inhaltlich hinhören, ob tatsächlich an der Kritik etwas dran ist. Immer aber ist es wichtig im Hinterkopf zu wissen, dass Kritik grundsätzlich schlecht formulierte Wünsche sind und dass ich nicht alle Wünsche erfüllen muss.
 
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10.01.04
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Hallo fauna,

Immer aber ist es wichtig im Hinterkopf zu wissen, dass Kritik grundsätzlich schlecht formulierte Wünsche sind und dass ich nicht alle Wünsche erfüllen muss.
Das finde ich sehr klug ...

Grüsse,
Oregano
 
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27.11.09
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Kritik tut unter Umständen weh. - Egal ob da etwas dran ist oder nicht. Das ist eigentlich ok. - Vor allem dann ist es ok., wenn ich mich nicht gegen den Schmerz wehre, sondern ihn achtsam wahrnehme inkl. Gedanken, die zum Schmerz gehören. - Es wird sich eh wieder ändern. Ich brauche mich nicht dagegen zu wehren. Ich brauche meine Angst vor Kritik nicht zu überwinden. Ich darf sie er - leben und sie wird sich von allein verziehen. -
 
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26.07.09
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Als ich heute das erste Mal die Überschrift, das Thema las - Überwindung von Angst vor Kritik - da hat mich das angesprochen. In meinem eigenen Thread habe ich auch einmal Probleme mit Reaktionen auf Kritik erwähnt.

Als ich dann Deine Fragen dazu las, fauna, war ich überrascht: Da sprichst Du von "absolut lebensbehindernder Angst vor Kritik", "den Boden unter den Füßen verlieren", "Paniksymptomen", Gefühl von "lieber sterben als kritisiert werden" .... Ich denke, es gibt ja nicht nur solche extremen Reaktionen - weniger starke Probleme damit können auch schwierig und belastend sein, und vielleicht kann man daran auch leichter üben und sehen, wie man sie überwinden kann, als wenn man gleich mit "absolut lebensbehindernden" Problemen, Reaktionen anfängt.

Ansonsten finde ich es nicht leicht, in einem (allgemeinen) Forum offen über den Umgang mit Kritik, oder die Angst vor Kritik zu sprechen, da in so einem Forum ja nicht unbedingt nur "gute Geister" unterwegs sind (sage ich mal so), und man nicht weiß, wer mit seinem hier gewonnenen "Wissen" an ganz anderer Stelle und ganz "anderen" Absichten wieder auftaucht. Da gehts dann vielleicht nicht nur um Kritik, sondern auch um Vertrauen, Gefühl von Sicherheit und Respekt - zum Beispiel.

Liebe Grüße - Gerd
 
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10.01.04
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Hallo fauna,

wenn man sich überlegt, wie sehr Eltern und Umwelt die Entwicklung eines Kindes beeinflussen können - meistens auch noch, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu sein - dann ist das ein großes Thema: in der "guten" Richtung und in der "schlechten" Richtung. Und wenn man sich überlegt, daß jeder Mensch seine ganz individuellen Altlasten in dieser Beziehung mit sich trägt - viele, ohne überhaupt zu merken, was alles in ihr Verhalten hineinspielt - dann kann man nur hoffen, daß Menschen genau hinschauen, was sie mit ihren Kindern tun und was sie vor allem selbst an Altlasten mit sich herum tragen.

Ich bin beim googeln über das Thema "Kritik-"Phopie"" beim PAL-Verlag gelandet und finde diese Seite recht gut:
https://www.palverlag.de/lebenshilfe-abc/angst-vor-kritik.html

Als ich zum ersten Mal den Satz an die Eltern (Mutter und/oder Vater) in den Hellinger'schen Familienaufstellungen hörte, fand ich den ziemlich empörend: "Ich danke Euch und weiß, daß Ihr alles für mich getan habt, was möglich war" (oder so ähnlich).
Heute denke ich, daß dieser Satz richtig ist, vor allem der zweite Teil: sie konnten tatsächlich nicht mehr oder anders geben und tun, weil das nicht im Rahmen ihrer Möglichkeiten lag. Der Dank fällt schwer, aber vielleicht trägt er dazu bei, sich endgültig abzulösen?

Grüsse,
Oregano
 
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27.11.09
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Ich habe dieses Thema ja schon vor über eineinhalb Jahren begonnen. Mittlerweile hab ich einiges dazu gelernt. Ganz "zufällig" ist mir es aber wieder "in die Finger" gekommen und ich habe nachgelesen, was ich damals schrieb. Heute passt da nicht mehr sehr viel davon, einiges ja, anders konnte ich loslassen.

Mir geht es wirklich besser. - Danke euch aber für eure Anregungen!
 
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27.11.09
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Mittlerweile habe ich auch festgestellt, dass ich nicht wirklich Angst vor Kritik hatte. Das war nur eine Folge einer "Sucht nach Perfektion aus Langeweile und Unterforderung". - Und da bin ich dabei, mir Zeit zu nehmen umzulernen.
 
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