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Ich greife hier nur die Diagnostik heraus, weil meiner Meinung hier schon Fehler gemacht werden und viele FrauenärztInnen bzw. Hausärzte nur per Stick diagnostizieren und gar keine Kultur anlegen. Auch Uroflow, CT-Abdomen oder Miktionszystourethrographie oder zunächst auch ein Katheterurin werden selten angewandt, es sei denn, man geht gleich zum Urologen. Dort einen Termin oder mehrere zu bekommen, ist nicht ganz einfach und mit Geduld und Wartezeit verbunden. Es sei denn, man ist privat versichert oder Selbstzahler.
... Die richtige Diagnostik

HWI gelten als chronisch rezidivierend, wenn sie mindestens zweimal in 6 Monaten oder mindestens dreimal im Jahr auftreten. Die häufigsten Erreger sind Escherichia coli (ca. 80 %), daneben spielen unter anderem noch Proteus mirabilis und Staphylococcus saprophyticus eine Rolle. Die Diagnostik wird einerseits durch die typische Klinik mit Dysurie, Pollakisurie, zum Teil Makrohämaturie und andererseits durch eine Keimbelastung des Mittelstrahlurins von mindestens 103 KBE/ml (KBE = koloniebildende Einheit) gestellt.

Bei rezidivierenden HWI ist das Anlegen einer Urinkultur sinnvoll, da dadurch der ursächliche Keim mit möglichen Resistenzen gegenüber Antibiotika ermittelt werden kann. Es ist jedoch zu beachten, dass es bei nichtinvasiver Uringewinnung, wie beispielsweise dem Mittelstrahlurin, im Gegensatz zu invasiven Methoden, wie der sterilen Einmalkatheterisierung, in bis zu 40 % zu einer Kontamination kommt.
Außerdem muss bei rezidivierenden HWI zunächst eine Basisdiagnostik durchgeführt werden, um möglicherweise behandelbare Ursachen für die wiederkehrenden HWI auszuschließen. Dazu gehört zunächst einmal der Ultraschall, mit welchem festgestellt werden kann, ob beispielsweise Restharn nach Miktion besteht, ob z. B. ein Harnblasendivertikel vorliegt, ob die Nieren ektatisch sind, Blasen- oder Nierensteine vorhanden sind, oder eine Ureterozele die Beschwerden verursacht. Falls sich in der Basisdiagnostik Auffälligkeiten ergeben sollten, kann die Diagnostik mittels Uroflow, CT-Abdomen oder Miktionszystourethrographie bei V. a. vesikoureteralen Reflux, Miktionsstörungen oder Blasendivertikel erweitert werden. Wenn sich nun in der Diagnostik keine Auffälligkeiten ergeben und somit die wahrscheinliche Ursache der rezidivierenden HWI nicht beispielsweise operativ behoben werden kann, muss man zu anderen Methoden greifen.

Nicht zu schnell Antibiotika zücken

Zunächst einmal muss der unkomplizierte HWI natürlich behandelt werden. Dafür werden z. B. Pivmecillinam, Nitrofurantoin oder Fosfomycin empfohlen. Dabei stellt sich die Frage, ob wirklich immer gleich eine antibiotische Therapie notwendig ist. In Studien konnte gezeigt werden, dass durch eine rein symptomatische Therapie mit Ibuprofen der Antibiotikabedarf stark reduziert werden konnte, es jedoch bei den Patientinnen vermehrt zu Beschwerden und Komplikationen wie z. B. einer Pyelonephritis kam, welche dann eben doch durch eine antibiotische Therapie behandelt werden mussten. Somit lässt sich schlussfolgern, dass bei symptomarmen Patientinnen zunächst eine analgetische Therapie und Erhöhung der Trinkmenge ausreichend sein könnte, diese sollten sich jedoch bei Zunahme der Beschwerden umgehend nochmals beim Arzt vorstellen.

Wenn die HWI nun immer wieder auftreten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, diesen Kreislauf zu unterbrechen. Dabei steht zunächst einmal eine Verhaltensschulung im Vordergrund. Allein durch eine Trinkmenge von 2–3 Liter pro Tag, Vermeidung von Unterkühlung, lieber häufigere Miktion als den Urin lange zurückzuhalten, die Blasenentleerung nach dem Geschlechtsverkehr und die richtige Abwischtechnik von vorne nach hinten, kann einigen Patientinnen das Auftreten regelmäßiger HWI erspart werden.

Prophylaxe und Phytopharmaka

Reicht die alleinige Verhaltensänderung nicht aus, so gibt es noch andere Optionen zur Prophylaxe der chronisch rezidivierenden HWI.
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Good Luck !
Oregano
 
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