Tremor, Rigor, Akinese, seit über 1 Jahr jetzt am Suchen

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04.07.13
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Hallo zusammen,

Unsere Symptomsuche geht schon fast 1,5 Jahre lang und wir sind immer noch nicht weiter. Das einzige was sich geändert hat, dass es mit der Zeit schlimmer geworden ist und das wir langsam verzweifeln... Mein Mann ist Mitte 20, wir haben schon CT und MRI vom Gehirn, HWS, BWS und LWS gemacht, waren bei Neurologen, im Spital - Schlaflabor gemacht, Psychiater aufgesucht, verschiedene Blutuntersuchungen (Schilddrüse ok, Leberwerte waren ein bisschen erhöht, hat sich schon normalisiert, HDL und LDL ok, Blutzucker ok). Das einzige was wir wissen ist, mein Mann hat Skoliose, Stress auf der Arbeit, Vorstufe einer Depression. Mein Mann wurde als Kind von seinem Vater oft sehr schlimm geschlagen und mit 6 Jahren bekam er deshalb Probleme und die Diagnose ADHS, deshalb hat man ihn 6 Jahre lang mit R.i.t.a.l.i.n. behandelt (SR 20 mg morgens+abends). Seit ungefähr 2 Jahren treten solche Anfälle an. Am Anfang hat nur die eine Seite gezittert (links), es passierte vielleicht einmal im Monat, jetzt kommt es fasst täglich vor und ist nicht mehr zum verbergen. Ich habe ein Video online gestellt. Der Anfall auf dem Video ist nur mittelschwer. Es kamen noch schlimmere vor. Es passiert wenn sich mein Mann körperlich anstrengt, aber es kann auch ohne Grund vorkommen. In diesem Video habe ich das Gesicht ausgeschnitten und das Audio weggelassen weil wir im Moment anonym bleiben wollen, aber mein Mann reagiert nicht, oder kann nicht reagieren auf meine Fragen (der Mund bewegt sich nur), es treten auch Probleme auf mit dem vorwärts kommen. Diese Anfälle kommen 1-3 mal Täglich vor, aber es gibt auch Tage wo nichts passiert. Was ist das? Parkinson ? Epilepsie ? nur Psychosomatisch? oder andere Krankheiten die ähneln? Was noch dazu kommt, mein Mann hat Geruchsstörungen, dh, er reagiert nicht immer auf starke Gerüche, oder er kann sehr heiss duschen, wo ich mir schon die Finger nur verbrenne, er kann auch sehr scharf essen, wo mir die trennen im Augen stehen, oder er verwechselt Gerüche, mir hat er schon mal gesagt ich rieche wie eine Hühnersuppe... Dazu kommen Konzentrationsstörungen (oft Probleme Sätze zu Bilden, die Richtigen Wörter zu finden), sehr starkes Schwitzen, Juckreiz, Unruhe, Kribbeln in den Extremitäten ab und zu, Schwindeln, Gleichgewichtsstörungen.

Das ist der link zu dem Video

https://www.youtube.com/watch?v=HTPvb50k-LE

Am Anfang sieht man hier, wie die Faust sich zusammen zieht, hier auf dem Video kann ich sie noch aufmachen, aber es kam schon vor das es gar nicht ging, danach bitte ich meinen Mann aufzustehen und ein paar schritte zu laufen, nach der Drehung kommt eine Starre (Freezing) und die nächsten Schritte gehen fast gar nicht und werden mit ständigem Zittern der linken Seite begleitet (wobei glauben wir langsam, dass das Rechte Bein auch betroffen ist). Die Beine heben, oder auf einem Bein stehen, hinsetzen und aufstehen ist auch sehr mühsam. Solche Anfälle dauern je nach Stärke 5 - 20 Minuten. Nach mittleren und schweren Anfällen kommt ein starker Krampf in den linken Extremitäten. Ausserhalb den Anfällen ist eigentlich alles bis auf das Zittern der linker Hand alles in Ordnung. Wir sind langsam am verzweifeln, es wird nur herumgedoktort seit einer langen Zeit am meinem Mann, wir werden nicht immer ernst genommen und jeder Arzt sagt was anderes, und jede Untersuchung bringt mehr Zweifel mit sich. Kann uns jemand helfen? Einen Tip geben, jeder Rat ist uns Gold Wert.
 
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10.01.04
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Hallo melaniekowalska,

Du schreibst, daß schon viel untersucht worden ist. Trotzdem: könnte es sich bei Deinem Mann um eine Tetanie handeln auftgrund eines Hypoparathyreoidismus?

....
Eine Tetanie kann auch infolge eines Kalzium-Mangels bei Hypo-Parathyreoidismus entstehen!

Was versteht man nun unter einem Hypo-Parathyreoidismus?

Beim Hypoparathyreoidismus wird zu wenig Parathormon gebildet. Dies ist nicht selten nach einer Schilddrüsen-Operation der Fall, wenn versehentlich die Epithelkörperchen mit entfernt wurden. Der primäre Hypoparathyreoidismus ist dadurch gekennzeichnet, dass eine hypokalzämische Tetanie mit Krampfanfällen, Parästhesien auftritt.

Zusätzlich findet man auch psychische Veränderungen, wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung. Ganz charakteristisch für die tetanische Reizsituation der Muskulatur sind folgende bekannte Zeichen:
....
Tetanie und Neben-Schilddrüse (Bitte alles lesen).

Hat Dein Mann evtl. zu viel Vitamin D genommen bzw. wie sehen die Vitamin D-Werte Deines Mannes aus?
Hatte er jemals eine Operation am Hals? Mehr zu Problemen mit den Nebenschilddrüsen hier:

...
Auch eine zu grosse Menge an Vitamin D im Blut kann zu einer Nebenschilddrüsenunterfunktion führen. Wird zu viel Vitamin D eingenommen, steigt die Menge an Vitamin D im Blut an. Die vermehrte Menge an Vitamin D im Blut hemmt die Parathormonproduktion in den Nebenschilddrüsen. Ein Parathormonmangel ist die Folge.
..
Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus): Symptome, Diagnose, Therapie - eesom
Nebenschilddrüse (Epithelkörperchen, Glandula parathyroidea): Symptome, Diagnose, Therapie - eesom

Solche Fragen sollten mit einem Endokrinologen besprochen werden.

Grüsse,
Oregano
 

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04.07.13
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Danke oregano für die Antwort.

Vitaminpräparate und Ähnliches nimmt mein Mann nicht ein (bis auf Magnesium, aber das wurde von der Ärztin empfohlen wegen denn Krämpfen zur Beruhigung der Muskeln allgemein.

Habe alles durchgelesen, trotzdem sind wir der Meinung dass das Problem woanders liegt, die Schilddrüsen wurden untersucht, Hormonwerte i.O., Was den Vitaminhaushalt angeht das wird noch untersucht, heute waren wir bei Blutentnahme. Das ist die letzte Untersuchung die gemacht wird, danach wird mein Mann in ein Epilepsie Zentrum mit der Frage nach fokal-motorischen Anfällen (DD psychogenen) zugewiesen für ein Langzeit EEG. Könnte es eine Epilepsie sein ? Ich dachte die bekommt man schon als Kind ? Und bislang ist so was in der Kindheit nicht vorgekommen.
 

Datura

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09.01.10
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Unsere Studie zeigt erstmals, dass Ritalin nicht nur während der Einnahme wirkt, sondern auch langfristige Folgen hat", betonte Hüther.
www.berliner-zeitung.de/archiv/ein-goettinger-forscher-vermutet--dass-das-medikament-gegen-hyperaktivitaet-das-parkinsonrisiko-erhoeht--seine-these-ist-umstritten-hat-ritalin-spaetfolgen-

Könnten die unangenehmen Symptome Folgen von Methylphenidat sein?

Wenn man Ritalin und Spätfolgen bei Google eingibt, kann man so einiges finden.

Grüße von Datura
 
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04.07.13
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Könnten die unangenehmen Symptome Folgen von Methylphenidat sein?

Wenn man Ritalin und Spätfolgen bei Google eingibt, kann man so einiges finden.

Grüße von Datura
Danke Datura, auch dies kann man nicht ausschliessen, habe schon auch sehr viel darüber gegoogelt, aber es sind alles nur Vermutungen (Obwohl Prof. Dr. Gerald Hüther dafür Studien gemacht hat...), und auch dieser Neurobiolog wurde damals nicht ernst genommen. Ich weiss nur eins - Leg Dich nie mit einem Pharma Konzern an. Falls das wirklich was damit zu tun hat, sind wir am A... Wir hoffen einfach das es nichts damit zu tun hat, sondern nur mit der Psyche liegt.
 
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12.05.13
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Hallo melaniekowalska,

ist bei Deinem Mann mal eine Untersuchung auf Schwermetalle durchgeführt worden?

Liebe Grüße Tarajal :)
 

kari

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16.05.07
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Hallo Melanie,


bei deinem Video mußte ich an ähnliche denken, die Borreliose-Betroffene bei youtube eingestellt haben.
Z.B. dieses:



Auch die Symptomatik des extremen Schwitzens (und andere) könnte auf chronische bakterielle oder virale Infektion schließen lassen.
Diese "Seizures" (=Anfälle) scheinen unregelmäßig aufzutreten.

Lyme seizures

Lyme tremors
 
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04.07.13
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Danke kari für die Info, der Krampfanfall hat wirklich grosse Ähnlichkeit mit dem von meinem Mann, wir haben auf Borreliose nicht getestet, da mein Mann sagte er wurde nie von einer Zecke gebissen, haben jetzt aber noch schnell unserer Ärztin angerufen, sie sollen das Blut was heute abgenommen wurde auch darauf untersuchen.

Tarajal, was meinst Du genau mit der Untersuchung auf Schwermetalle? Ich weiss es wird noch wegen dem Kupfer untersucht (Ceruloplasmin Untersuchung).
 
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12.05.13
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Hallo Melanie,

es gibt Speziallabore, die sich auf die Austestung von Schwermetallen (Blei, Quecksilber, Zink, Cadmium) spezialisiert haben.
Die Test werden entweder über den Speichel, über den Urin oder über das Blut durchgeführt.

Bei der Schwere seiner Symptomatik wäre es über das Blut am besten.

Vielleicht können Dir hier die Moderatoren ein Labor in Deiner Nähe nennen.

Liebe Grüße und Gute und baldige Besserung

Tarajal :)
 
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29.09.12
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Hallo melanie

Den Test auf Kupfer (Coeruloplasmin, Kupfer, ev. Urinkupfer) solltet ihr auf jeden Fall machen, da parkinsonähnliche Symptome und erhöhte Leberwerte ein starkes Indiz auf die Kupferspeicherkrankheit = Morbus Wilson sein könnten. Zusätzlich würde ich noch den Kayser-Fleischer Ring mittels Spaltlampe beim Augenarzt ausschließen lassen, es kann allerdings auch sein dass dieser sich noch nicht gebildet hat, trotz eines Morbus Wilson, nämlich dann wenn die neurologischen oder psychiatrischen Symptome noch nicht so lange bestehen. Natürlich könnten es auch noch andere Stoffwechselstörungen bzw Erkrankungen allgemein sein. Dazu würden mir noch lysosomale Speicherkrankheiten wie zb Lipidosen (Fettspeicherkrankheiten) usw... mit Manifestation im Erwachsenenalter einfallen, ebenso
spät auftretende Harnstoffzyklusdefekte (Eiweißintoleranz mit neurologischen Symptomen), andere Eiweißstoffwechselstörungen usw...
Dies sind aber alles sehr selten auftretende Gendefekte und ich denke dass ihr vorerst mal den Morbus Wilson ausschließen lassen solltet.

Wurde die Leber auch schon per Magnetresonanztomographie (MRT) oder Bauchspiegelung gecheckt? Damit könnte man feststellen ob es Veränderungen wie zb eine Fettleber gibt oder das Organ unauffällig ist und die erhöhten Werte wohl andere Ursachen haben.

Danach würde ich auch Borreliose (wie schon erwähnt) und Störungen im Mineralstoffhaushalt (Magnesium, Calcium, Kalium, Phosphor, Chlorid) checken lassen.

Sollte dies alles nichts weiterbringen wäre eine diagnostische Uniklinik wohl überlegenswert. Ich denke dass ihr dort auch ernstgenommen werdet, da dein Mann auch auffällige Laborwerte hatte.

Ich wünsche euch alles gute und dass ihr bald die Ursache findet.

lg catlady
 
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10.01.04
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Hallo Melaniekowalska,

ich möchte nicht auf einem möglichen Calciummangel und Ursachen dazu herumreiten. Aber abgeklärt werden sollte das schon. Denn bei Ca-Mangel entstehen u.a. auch Muskelkrämpfe:

Kribbeln auf der Haut, Ameisenlaufen und Pelzigkeitsgefühl
Muskelkrämpfe
Hautveränderungen wie trockene Haut und Ekzeme
Störungen der Hornbildung, erkennbar...
Calciummangel

Ist denn auch das Parathormon und Vitamin D und Calcium bei Deinem Mann bestimmt worden? Welche Werte kamen da raus?

Grüsse,
Oregano
 
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29.09.12
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Noch was was ich vergessen habe:
Habt ihr die Schilddrüsenwerte deines Mannes auf einem Laborzettel?
Vielleicht könnt ihr sie hier mal reinstellen...
 
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02.01.05
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Hallo Melanie,

wenn Dein Mann schon erhöhte Leberwerte hatte, wenn er schon auf ADHS behandelt wurde und mit den von Dir geschilderten Symptomen würde ich - wie Catlady auch - raten, dass man den Morbus Wilson ausschließt.
M. Wilson ist eine Leberkrankheit, die genetisch bedingt ist. D. h. ein Mensch mit M. Wilson kann schon von Kind an Probleme haben.
Öfters wird im Kindesalter ADHS diagnostiziert, obwohl die Patienten M. Wilson haben. M. Wilson macht eben oft dieselben Symptome.


Morbus Wilson kann Beschwerden machen wie sie Dein Mann hat.
Es ist aber nicht immer leicht, einen guten Arzt zu finden, der sich damit auskennt.

Coeruloplasmin soll untersucht werden, schreibst Du.
Auch das Kupfer im Blutserum ist wichtig und ebenso sollte man versuchen, den Urin 24h lang zu sammeln und das Urinkupfer zu bestimmen.
Ich kann mir vorstellen, dass letzteres Probleme machen kann.

Wichtig ist auch eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe auf den sog. Kayser-Fleischer-Ring.
Ebenso ist ein MRT des Gehirns sehr wichtig, das man einem Neurologen, der sich mit M. Wilson gut auskennt, zeigen sollte.
Radiologen haben davon oft zu wenig Ahnung.

Letztlich gibt es noch eine Genuntersuchung, die bei starkem Verdacht auch möglich ist. Sie kann auch zur Diagnose führen.


In jedem Land gibt es Ambulanzen für M. Wilson. Ich weiß nun nicht, wo Ihr lebt. Österreich? Schweiz?
Für die Schweiz hier die Selbsthilfegruppe:
Home

Für Österreich hier die Selbsthilfegruppe
www.morbus-wilson.at
In Wien gibt es 2 gute Experten für M. Wilson.


Hier ist auch ein Video (aus der Mediathek des 2. Deutschen Fernsehens) über einen Bericht eines Patienten mit schlimmem Morbus Wilson zu finden:
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1851804/

Dabei muss man dazu sagen, dass sich M. Wilson bei jedem Patienten anders darstellt.
Wenn Dein Mann andere Symptome hat, als dieser Patient, so spricht das nicht gegen den M. Wilson.
M. Wilson hat sehr viele Varianten:
Die einen haben mehr das Zittern, die anderen mehr Bewegungsstörungen, andere haben Koordinationsstörungen.
Sprachprobleme sind häufiger, Schwierigkeiten beim Schlucken gibt es, psychiatrische Probleme sind möglich, etc. etc.

Unter Behandlung bilden sich beim M. Wilson die Symptome meist zurück. Es kann aber dauern und man darf nicht aufgeben.


Ich hoffe, dass Ihr bald die richtige Diagnose bekommt, damit man Deinen Mann dann endlich behandeln kann.


LG
Margie




PS:
Zink und Kupfer sollten bei einer Diagnostik auf M. Wilson nicht eingenommen werden. Beides würde die Werte verfälschen.
Ich hoffe, dass Dein Mann beides nicht nimmt.
 
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02.01.05
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Hallo Melanie,


ich habe mir eben erst das Video von Deinem Mann angesehen.
Ich habe solche Beschwerden in ganz milder Form auch mehr oder minder.
Ich werde auf M. Wilson behandelt, d. h. ich habe zuviel Kupfer in der Leber und neurologische Störungen.

Aber ich will damit nicht sagen, dass Dein Mann M. Wilson haben muss.
Es gibt sicher noch weitere Krankheiten, die ähnliche Probleme machen können.



Was ich aber bei Deinem Mann noch vermute, ist, dass seine Muskulatur schwach ist.
Ich vermute, dass er zu wenig Eiweiß hat, dass er zu wenig Magnesium, evtl. auch zu wenig Kalium hat und evtl. auch Calcium nicht ausreichend hat.


Hast Du Blutwerte von ihm?
Wie hoch ist das Eiweiß bzw. das Gesamteiweiß?
Wurde mal eine Eiweiß-Elektrophorese gemacht? Ist das Albumin normal?
Albumin kann evtl. auch extra noch bestimmt worden sein.

Wurde Magnesium bestimmt?
Nur im Blutserum oder auch im Vollblut bzw. in den Erythrozyten?
Ich vermute, er hat einen starken Magnesiummangel.

Wie sieht es mit Kalium aus?
Ist es eher niedrig?
Kalium wird oft falsch hoch gemessen, wenn das Blut nicht bald nach der Blutentnahme zentrifugiert wird und umgefüllt wird.

Calcium:
Auch das könnte ihm fehlen.
Die verkrampfte Hand kann auf eine Art Tetanie hinweisen, die von Calcium- und Magnesiummangel kommen kann.

Aber alle diese genannten Mängel kann man beim M.Wilson bekommen.

Leberkrankheiten machen generell Magnesiummangel, aber auch Eiweißmangel ist möglich. Eiweiß ist wiederum für die Muskulatur sehr wichtig.


Ich selbst habe Koordinationsstörungen und eine Art Muskelschwäche. Ich kann nicht lange stehen, bin oft ziemlich zittrig, wenn ich lange stehen muss und meine Beine ermüden schnell.
Ich merke, dass mir Magnesium, Kalium und Eiweiß hilft.


Aber bitte jetzt nichts auf eigene Faust einnehmen. So etwas muss ärztlich überwacht werden.

Und vor allem muss die Diagnose erst mal gefunden werden.


LG
Margie
 
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29.09.12
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margie hat schon wichtige Infos hier geliefert aber eins muss ich korrigieren: Wenn man im Grundschulalter schon ADHS hatte, hat dies meist andere Ursachen, wenn der Patient mittlerweile über 20 Jahre alt ist-auch wenn die genetische Veranlagung auf MW besteht. Sonst wäre man in der Regel schon mit einer akuten Lebererkrankung im Kindes- oder Jugendalter aufgefallen.
 
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02.01.05
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margie hat schon wichtige Infos hier geliefert aber eins muss ich korrigieren: Wenn man im Grundschulalter schon ADHS hatte, hat dies meist andere Ursachen, wenn der Patient mittlerweile über 20 Jahre alt ist-auch wenn die genetische Veranlagung auf MW besteht. Sonst wäre man in der Regel schon mit einer akuten Lebererkrankung im Kindes- oder Jugendalter aufgefallen.




Hallo Catlady,


ich halte das für eine gewagte Behauptung.
Hast Du dazu einen Beispielsfall oder eine Fundstelle?


Die Diagnose ADHS wird nach der Symptomatik gestellt und die Symptomatik ist bei M. Wilson oft ähnlich wie bei ADHS.

Ein Mensch mit einer Leberkrankheit im allgemeinen und erst Recht mit Morbus Wilson ist oft lebhaft, aufgekratzt, leicht reizbar, launisch.
Das kann auch daran liegen, dass Menschen mit einer Leberkrankheit Mangel an Magnesium haben. Mit einem starken Magnesiummangel ist man zappelig, reizbar, lärmempfindlich, etc.
Aber es hat sicher noch andere Ursachen.
Ebenso haben Leberkranke oft zuviel Ammoniak, was wiederum das Hirn beeinflusst und das Verhalten eines Menschen beeinflusst.

Menschen mit M. Wilson sollen dazu noch vermehrt reizbar, ja teils auch jährzornig und aufbrausend sein.

Diese Symptome können als ADHS-Symptome mißgedeutet werden und so kann es durchaus sein, dass jemand, der eigentlich M. Wilson hat, zuvor die Diagnose ADHS hatte.


Hätte es in meiner Kindheit ADHS als Krankheit schon gegeben, so hätte ich diese Diagnose auch bekommen.

Ich war als Kind schon auffällig hyperaktiv.
Ich verunglückte mehrmals in Kindergarten und Schule, weil ich nicht ruhig sitzen konnte und entgegen den Anweisungen herumturnte, so dass ich mehrmals mit blutenden Wunden und/oder Knochenbrüchen zum Notarzt gebracht werden musste.
Ich weiß, dass ich meine Eltern oft zur Verzweiflung brachte, weil ich immer das Gegenteil von dem tat, was man von mir erwartete. Ich war oft bockig und aufsässig als Kind.
Und ich bin bis heute ein unruhiger Mensch geblieben.
Ich werde oft auf diese Eigenschaft auch angesprochen.

Ích war aber nie im Kinder- oder Jugendalter wegen meiner Leberkrankheit aufgefallen.


Also ich kann mir gut vorstellen, dass ein Mensch, bei dem im Erwachsenenalter MW festgestellt wird, im Kindesalter die Diagnose ADHS hatte.


LG
Margie
 
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29.09.12
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Naja ich will ja nicht mit dir streiten und das wird jetzt auch ein wenig OT aber bei ADHS-Symptomatik müsste es entweder die neurologisch betonte Form sein oder wenn es die hepatische ist und die ADHS- Symptome auf die Leber zurückzuführen wären, dann würdest du entweder a)nicht mehr hier schreiben oder b)schon viel früher aufgefallen sein wegen der Leber. Kann mir weniger vorstellen dass man zb 20 Jahre oder länger mit einer HE unbehandelt lebt.
Vielleicht hast du ja auch noch andere gesundheitliche Störungen wie diverse Mängel mit anderen Ursachen, Umweltgifte, Autoimmune Probleme usw.. und es kommt nicht alles von MW und der Leber.
Wie dem auch sei, Fakt ist dass die beschriebene Person Mitte 20 ist und seit ca. 2 Jahren Symptome hat, die für MW typisch sind und er darauf untersucht werden sollte, ADHS hin oder her.
 
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02.01.05
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Naja ich will ja nicht mit dir streiten und das wird jetzt auch ein wenig OT aber bei ADHS-Symptomatik müsste es entweder die neurologisch betonte Form sein oder wenn es die hepatische ist und die ADHS- Symptome auf die Leber zurückzuführen wären, dann würdest du entweder a)nicht mehr hier schreiben oder b)schon viel früher aufgefallen sein wegen der Leber. Kann mir weniger vorstellen dass man zb 20 Jahre oder länger mit einer HE unbehandelt lebt.
Vielleicht hast du ja auch noch andere gesundheitliche Störungen wie diverse Mängel mit anderen Ursachen, Umweltgifte, Autoimmune Probleme usw.. und es kommt nicht alles von MW und der Leber.
Wie dem auch sei, Fakt ist dass die beschriebene Person Mitte 20 ist und seit ca. 2 Jahren Symptome hat, die für MW typisch sind und er darauf untersucht werden sollte, ADHS hin oder her.


Hallo Catlady,

ich denke, dass es oft Mischformen eines MW gibt.
D. h. hepatische und neurologische Form sind oft auch kombiniert vorhanden.

Bei den Formen, die man als rein neurologisch darstellt, wird wohl immer wieder übersehen, dass die als neurologisch geltenden Symptome bei jeder Leberkrankheit auftreten können. So kann Tremor auch bei anderen Lebererkrankungen auftreten, ebenso Ataxie.
Denn diese Symptome sind bei einer hepatischen Enzephalopathie möglich.

Auch die hep. Enzephalopathie kann, wenn man nicht extrem schwer leberkrank ist, sehr lange vorhanden sein, ohne dass sie einem Arzt auffällt. Jemand, dessen Leberkrankheit konstant bleibt, d. h. sich nicht oder nur sehr langsam verschlechtert, wird eine HE sehr lange haben.


Wenn man dies hier
http://data.aerzteblatt.org/pdf/109/10/m180.pdf
liest, gibt es doch wohl öfters eine sog. "minimale" hepatische Enzephalopathie.
Die Zustände, die dazu führen, müssen ja nicht stetig vorhanden sein. Es genügt sicher, dass jemand, der an sich leberkrank ist und dies nicht weiß, Alkohol trinkt um dann diese Zustände zu verstärken.
Lebt der Betroffene dann wieder lebergesünder, ist die HE vermutlich kaum merkbar oder ganz weg.

D h. ich denke, dass bei solchen Krankheiten es sehr große Variationen geben wird in den Beschwerden.

Aber ich denke, dass diese Fragen hier in dem Thread nicht entscheidend sind.

Wichtig ist, dass der Mann von Melanie gründlich untersucht wird und hoffenltich der Morbus Wilson dabei richtig überprüft wird.


LG
Margie
 
Themenstarter
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04.07.13
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Vielen Dank nochmals für Eure Hilfe und Erfahrungen, die sind uns sehr hilfreich, vor allem wenn man so lange im dunkeln rumirrt... Wir werden jetzt auf die verschiedenen Mängel testen und auch auf M.Wilson. Die alten Laborwerte habe ich leider nicht zu Hause, die sind noch bei unserem altem Arzt, wir werden aber die Unterlagen bald einholen, damit wir auch alles zu Hause haben. Und was die frühere Frage über unsere Herkunft angeht, wir sind aus der Schweiz.
 
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02.01.05
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Vielen Dank nochmals für Eure Hilfe und Erfahrungen, die sind uns sehr hilfreich, vor allem wenn man so lange im dunkeln rumirrt... Wir werden jetzt auf die verschiedenen Mängel testen und auch auf M.Wilson. Die alten Laborwerte habe ich leider nicht zu Hause, die sind noch bei unserem altem Arzt, wir werden aber die Unterlagen bald einholen, damit wir auch alles zu Hause haben. Und was die frühere Frage über unsere Herkunft angeht, wir sind aus der Schweiz.



Hallo Melanie,


ich habe M. Wilson und ich habe auch ein Zittern immer dann, wenn ich zu wenig Magnesium eingenommen habe.

Du hast oben geschrieben, dass Dein Mann Magnesium nimmt.
Wieviel nimmt er davon täglich?
Und wurde das Magnesium danach mal im Vollblut bestimmt um zu sehen, ob er auch genug davon nimmt?

Ebenso kann ihm auch Kalium fehlen, denn Magnesiummangel tritt oft gemeinsam mit Kaliummangel auf.
Kalium sollte man aber nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.
Wenn er M. Wilson haben sollte, wäre ein Kaliummangel sogar ziemlich wahrscheinlich.
Denn eines der Symptome von M. Wilson ist eine Muskelschwäche bedingt durch einen Kaliummangel.
Kalium kann man wie Magnesium auch im Blut untersuchen. Am besten im Vollblut.
Die Bestimmung im Blutserum, die die meisten Ärzte machen, ist sehr störanfällig: Der Arzt muss dann nämlich das Blut nach einer halben Stunde zentrifugieren und dann die helle Flüssigkeit, die oben übersteht, in ein 2. Röhrchen abfüllen. Das ist aufwendig und wird nicht von allen Ärzten gemacht. Wird das aber nicht gemacht, so steigt das Kalium nach der Blutentnahme an und das Labor ermittelt falsch hohe Werte.
Das verhindert oft den Nachweis eines Kaliummangels.

Ich selbst habe Magnesium- und Kaliummangel und merke, dass ich das brauche, um nicht zu zittern anzufangen und wegen der Muskulatur.
Ich benötige 400 bis 500 mg Magnesium täglich und rd. 700mg Kalium.
Aber das kann bei Deinem Mann anders sein. Vielleicht braucht er mehr oder auch weniger?


LG
Margie
 
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