Reden! Aber was?

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Hey! :welcome:
Erstmal euch allen einen wunderschönen Sonntag.

Ich habe folgendes Problem, das mich in allen Aktivitäten im Leben einschränkt. :help:

Und zwar ist es kurz gesagt - Das Reden -

Es ist schon ziemlich deprimierend, fast nie Gesprächsthemen zu finden und somit mich und mein Gegenüber mit dieser unangenehmen Stille in einem Gespräch zu quälen.
Mir ist mittlerweile auch bewusst, das ein Gespräch immer von mindestens 2 Menschen abhängig ist und nicht nur von mir allein, das hat mich früher richtig fertig gemacht.

Aber nun zu einem Beispiel:
Ich arbeite in einer Firma mit über 350 Angestellten, täglich davon habe ich mit mindestens 50 - 60 etwas zu tun, genauer gesagt ich sehe sie und ab und zu reden wir kurz.
Wie man schon leicht heraushört ist für mich "Ansprechen bzw. ein Gespräch zu beginnen" überhaupt Kein Problem.

Ich liebe es zu erzählen und zu reden, wenn ich denn mal ein Thema habe über das ich reden kann.

Montag und Dienstag habe ich genügend Gesprächsstoff, denn am Wochenende passiert relativ viel, sei es im Fußball, ein Film oder etwas geschehenes im Landkreis.
Aber natürlich ist nicht jeder Mensch Fussballfan und wenn doch ist der letzte Spieltag irgendwann durch.

Ich liebe es zu sprechen, leider weiß ich nicht was ich erzählen kann.
Ein Beispiel, letzte Woche hatte ich eine Diskussion mit 5-6 Arbeitskollegen, bzw ich bin dabeigestanden, ich wollte so gerne dazubeitragen, aber in diesem Moment entfliehen mir all meine Worte, meine Meinung über das Thema war wie weggefegt. :schlag:
Ich stand nur nickend und zustimmend im Kreis. INNERLICH wär ich am liebsten im Erdboden versunken, es war so peinlich. Natürlich die anderen haben nichts mitbekommen was in mir abgeht, aber für mich selbst, war es sehr sehr kränkend. :keineahnung:

Das ganze ist nicht nur bei meinen Arbeitskollegen so, sondern auch bei meinen Freunden. Und ich habe das Gefühl es wird immer schlimmer!!!
Während einem Gespräch fällt mir auf einmal nichts mehr ein über das ich reden kann. Also wenn ich mich mit einem Freund treffe, dann haben wir vielleicht wenn es gut geht 1 Stunde guten Gesprächsstoff und danach wird es schon sehr dünn. Ich setze mich wieder unter Druck um gute Themen zu finden und das verhindert mir überhaupt dem gegenüber zuzuhören und evtl. fragen stellen zu können die das Gespräch weiter ausführen würden. Manchmal ist es sogar so das ich mir so sehr unter Druck setzte, das ich anfange Wörter teilweise Sätze nicht mehr herausbringe, so ähnlich wie stottern. Aber das hängt eher davon ab, da ich einen sehr geprägten Dialekt hatte und nun fast nur noch Hochdeutsch spreche. Deswegen reiben sich die Wörter oft in meinem Mund :)))

Ich hoffe ich habe es nachvollziehbar niedergeschrieben, es ist eine schwere Last nie ein Thema zu finden.

Themen wie Wetter, Autos etc. sind mir bewusst, aber es muss doch noch was anderes zum Reden geben.

Viele Grüße

Vielen Dank für Ihre Antwort im Vorraus!!! :traurigwink:
 
wundermittel
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07.08.10
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hmm, ich habs ähnlich... Diskussionen mit mehreren Menschen langweilen mich/will ich nicht wirklich teilnehmen.
Bei mir muss es passen sonnst geht mir der Gesprächsstoff auch bald mal aus. Früher war es extremer: ich hatte oft Angst was zu sagen weil ich Angst hatte was falsches oder etwas zu sagen das mein Gegenüber langweilen könnte. Oft ist es aber so dass auch andere nicht wirklich wissen was sagen und ich hab mir angewöhnt einfach zu reden (brauchte Überwindung) Erzählen von sich selber und plötzlich hat man wieder ein Thema...........

aber bei mir ist es so dass mich viele Menschen einfach langweilen. Oberflächliches Gequatsche geht mir so auf den Sack. Ich will oftmals gar nicht reden. Kann dich zum Teil verstehen, manchmal denke ich auch dass ich ziemlich schräg bin:)

Hast du das denn mit allen Menschen oder kennst du jemanden mit dem du tagelang reden könntest?

LG Therakk
 
regulat-pro-immune
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06.03.13
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Ich kann das gut verstehen!

Odft ist aber die Framdwahrnehmung eine ganz andere! Jemand der nicht viel redet wird oft als angenehmer guter Zuhörer empfunden, während Dauerquatscher eher als oberflächlich empfunden werden nimmt man Menschen, die wenig reden mehr ernst.

Warum baust du das nciht aus - du kannst schweigen und hast aber auch gewichtiges zu sagen. Und ein arabisches Sprichwort heißst. Sprich nur dann, wenn dein Sprechen besser ist als dein Schweigen!

Wenn man aber unbedingt das Schweigen brechen möchte, werden Banalitäten oft als sehr befreiend empfunden. Manchmal nervt mich das Schweigen auch, ich sage dann etwas sehr banales und jeder findet eine Antwort darauf und schon ist ein Gespräch im Gange.
:)
 
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Also wenn ich mich mit einem Freund treffe, dann haben wir vielleicht wenn es gut geht 1 Stunde guten Gesprächsstoff und danach wird es schon sehr dünn. Ich setze mich wieder unter Druck um gute Themen zu finden und das verhindert mir überhaupt dem gegenüber zuzuhören und evtl. fragen stellen zu können die das Gespräch weiter ausführen würden.
Na aber wenn es doch ein Freund ist, wie oft ist es erfüllen und herrlich erfrischend einfach nur zusammen zu schweigen. Irgendwann ist einfach alles gesagt, das ist ok so. Schweigen kann zusammen schhweißen. Du musst nicht die Lücken füllen. Versuche dich nicht so unter Druck zu setzen dann kommen die Themen von allein und wenn nicht...so what?
Auf der Arbeit geht es doch ausserdem eh nur um smalltalk. Das kann man lernen. Es gibt Kurse, Choaches (oder wie das heisst), ein Blich in eine Illustrierte versorgt dich mit Klatsch und Tratsch für eine ganze Woche und übers Wetter kann man auch tagtäglich neu nichts weiterführendes reden ;)
GlG
 
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Vielleicht könntest du dir mal überlegen warum du ein Problem mit dem Schweigen hast.

Mir geht es ähnlich, ich kann Stille einfach nciht aushalten.

Mein Mann ist keiner der viel redet und lange Zeit hatte ich das Gefühl er ist böse auf mich, nur weil er nichts sagen wollte.

Da habe ich mal nachgeforscht, was Schweigen für mich bedeutet.
Wenn mein Vater mal sauer war hat er mit niemandem geredet und ist mit sehr vorwurfsvollem Schweigen durchs Haus geschlurft. Das hat mich sehr belastet, weil ich oft gar nicht wusste oder verstanden habe, warum er denn wieder mal sauer war. Oft habe ich mcih dann selber schuldig gefühlt (grundlos) und war heilfroh, wenn er endlich wieder geredet hatte!

Seit ich mir das klar gemacht habe kann ich ich meinem Mann auch beim Schweigen zuhören! :)
 
Themenstarter
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Oft ist es aber so dass auch andere nicht wirklich wissen was sagen und ich hab mir angewöhnt einfach zu reden (brauchte Überwindung) Erzählen von sich selber und plötzlich hat man wieder ein Thema...........
Hast du das denn mit allen Menschen oder kennst du jemanden mit dem du tagelang reden könntest?

Mich langweilen eigentlich keine Diskussionen eher im Gegenteil, ich finde es sehr interessant Meinungen unter sich auszutauschen. Deswegen wünsche ich mir es so sehr, dies ohne bedenken tun zu können.

Ich würde auch so gerne einfach irgendetwas erzählen, aber mir fällt in so einem Moment einfach nichts ein, über was ich mit diesem Reden könnte.

Ja, die habe ich, das sind meine engen Freunde mit denen ich über alles reden kann und ungekümmert reden kann.

Es ist wie so eine kleine Blockade in meinem Kopf, die eben nur bei sehr wenigen Menschen gelöscht wird.

VG
 
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Kostbares Leben, Du bist zu verkrampft und denkst darüber permanent nach was Du noch sagen könntest und somit hörst Du gar nicht zu.

Ich habe gelernt dem anderen zuzuhören und dann etwas zu sagen, wenn es für mich paßt und wenn nicht, schweige ich.

Laß es fließen, es fließt von alleine.

Versuch das mal!

Alles Gute
der Abendschein
 
regulat-pro-immune
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Oft ist aber die Framdwahrnehmung eine ganz andere! Jemand der nicht viel redet wird oft als angenehmer guter Zuhörer empfunden..

Danke für deine Antwort!: )
Ist nichts gegen dich :) , aber diese Antwort habe ich schon so oft gehört und jedes mal bekomme ich deswegen einen kleinen Wutanfall, weil ich nicht als guter Zuhörer bekannt sein will sondern als "Dumm Daherschwätzer" :idee:
Ich habe mein ganzes leben mit zuhören verbracht nun möchte ich endlich selbst Frei - Reden.


könntest du dir mal überlegen warum du ein Problem mit dem Schweigen hast

Das habe ich schon so oft gemacht, der einzige Grund könnte mein Vater sein, er ist ein sehr ruhiger & sensibler Mensch, genau so wie ich nicht sein möchte, aber leider genauso bin ich.
Aber wie ich das überwinden kann, ist mir unbekannt....
 
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Kostbares Leben, Du bist zu verkrampft und denkst darüber permanent nach was Du noch sagen könntest und somit hörst Du gar nicht zu.
Laß es fließen, es fließt von alleine.

Hallo Abendschein,
ja das habe ich auch oben beschrieben.
Aber das Problem ist das mich meine Kollegen eben auch als eher ruhigen einstufen, der Beweis ist das zu 75 % ich ein Gespräch beginnen muss ehe ein Kollege das tut.
 

kopf

Du leidest und du sagst es wird schlimmer !
ich kann das nachvollziehen oder glaube jedenfalls zu wissen wie es dir gehen könnte und das die dinge eine grosse wirkung auf dich haben .
schreibst du irgendwo , wie alt du bist ?

ich würde das mit jemandem besprechen . beispielsweise mit einem psychologen . es hemmt dich in deiner entwicklung .

LG kopf.
 

ory

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hallo

bin hier und über diesen satz gestolpert:

Ich würde auch so gerne einfach irgendetwas erzählen, aber mir fällt in so einem Moment einfach nichts ein, über was ich mit "diesem "Reden könnte.

vielleicht sagt dies schon alles ,warum du nicht mit "diesem" reden kannst :eek:),
möglich das ihr "zu" verschieden seid ;).

lg ory
 

flair

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Ich finds auch immer wieder faszinierend, wie viele Leute sich z.B. nur für Fußball interessieren, um mitreden zu können. Dann redet man, nur um sich abzulenken und nicht alleine zu sein. Blablablabla. Schweigen ist ja so unerträglich!

Einfach mal die Klappe halten!
 
regulat-pro-immune
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14.03.07
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Hallo kostbares Leben

Warum "musst" Du Reden?
Was passiert in Deinem Kopf, wenn die Ruhe im Gespräch einkehrt?
Welche (vielleicht bewertenden/abwertenden) Gedanken kommen Dir in der Stille?
Wie könntest Du diese Gedanken positiv verändern?

Lieben Grüsse von Kayen
 
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28.12.12
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schreibst du irgendwo , wie alt du bist ?
ich würde das mit jemandem besprechen . beispielsweise mit einem psychologen . es hemmt dich in deiner entwicklung .

Ich bin 22.

Mit Psychologen habe ich nur schlechte Erfahrungen, ich war schon bei 3 verschiedenen alle 3 konnten mir nicht helfen....

Trotzdem danke für deine Antwort.!

vielleicht sagt dies schon alles ,warum du nicht mit "diesem" reden kannst :eek:),
möglich das ihr "zu" verschieden seid ;).

Hallo ory!
Das kann natürlich sehr gut möglich sein, aber ich spüre es manchmal richtig wie mein Gegenüber mit mir länger Reden MÖCHTE, aber uns beiden einfach kein Thema einfällt. Es ist dann eine sehr unangenehme Energie zwischen uns, die mich jedes mal psychisch total fertig macht.
 
Themenstarter
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Ich finds auch immer wieder faszinierend, wie viele Leute sich z.B. nur für Fußball interessieren, um mitreden zu können. Dann redet man, nur um sich abzulenken und nicht alleine zu sein. Blablablabla. Schweigen ist ja so unerträglich!

Einfach mal die Klappe halten!

Wenn du alleine sein möchtest ist das okey, aber ich möchte nicht alleine sein und vorallem nicht schweigen!
 
regulat-pro-immune
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28.12.12
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Warum "musst" Du Reden?

Hallo Kayen!

Ich muss reden weil ich es will!
Mein ganzes Leben lang war ich nur unterwürfig, habe nie jemanden unterbrochen wenn er geredet hat, bis vor kurzem habe ich mich nicht mal getraut meiner Meinung treu zu bleiben.
Natürlich ausreden lassen, ist eine sehr freundliche Gabe, aber nicht in einem Konflikt!

Was passiert in Deinem Kopf, wenn die Ruhe im Gespräch einkehrt?

STRESS, ANGST, PANIK. Als wäre ich auf einem Boot mitten im Ozean und es fängt an zu sinken.

Welche (vielleicht bewertenden/abwertenden) Gedanken kommen Dir in der Stille?

Es sind so viele!
Und ich merke wie sich der Glaubenssatz "Du kannst keine Gespräche führen und schon gar nicht eine Diskussion" in mein Unterbewusstsein eindringt! Und vorallem Es stimmt ja! :(


Wie könntest Du diese Gedanken positiv verändern?

Sobald ich die positive Erfahrung gemacht habe, richtige interessante Gespräche zu führen, sind die Gedanken nur noch positiv..aber wie ich diese ändern kann, ist mir ein Rätsel.

Viele liebe Grüße
 
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10.01.04
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Hallo Kostbares Leben,

ich sehe ein gutes Gespräch als ausgeglichenes Geben und Nehmen an: jeder hat etwas davon und jeder freut sich auf das nächste Gespräch.

MIr kommt es so vor, als ob sich bei Dir der Mitteilungsdrang staut, weil Du nicht wirklich dazu kommst, von Dir zu berichten. Da man nie weiß, wie ein Gegenüber auf großen Mitteilungsdrang reagiert, auf den es evtl. mit Rückzug reagiert, ist es aber trotzdem - finde ich - wichtig, zu fragen, sich eben auszutauschen.

Du schreibst, daß Du schon bei drei Psychotherapeuten warst und nichts davon hältst. DAs ist schade. Was hast Du denn dort besprochen bzw. warum warst Du dort?
Denn sonst könntest Du eine GEsprächstherapie u.a. dazu nutzen, erst einmal etwas von Deinem Mitteilungsbedürfnis zu reduzieren?



Grüsse,
Oregano
 
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