Protonenpumpenhemmer

"sollte bei der Wahl des PPI Pantoprazol bevorzugt und sollten Omeprazol bzw. Esomeprazol gemieden werden."

s.o.

pantoprazol sollte man überhaupt nicht nehmen (fast alle medis auf der obigen liste auch nicht).
es hat ganz erhebliche nebenwirkungen (dazu gibt es hier schon etliche beiträge). u.a.

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel
  • Anstieg der Leberwerte
  • Schlafstörungen
  • Knochenbruch
usw. usw.

außerdem ist es völlig unnötig. magenprobleme haben ursachen, die man (meist sogar einfach und schnell) ohne pillen beseitigen kann.

ganz im sinne des forums:

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Hallo sunny,
pantoprazol sollte man überhaupt nicht nehmen (fast alle medis auf der obigen liste auch nicht).
Na ja, ich denke es ist wie mit AB. Sie sollten nicht so in der Masse und so unreflektiert verschrieben werden und nicht über einen längeren Zeitraum, wie es Praxis ist. Aber es gibt ja schon einige Indikationen, wo es nicht anders geht.
außerdem ist es völlig unnötig. magenprobleme haben ursachen, die man (meist sogar einfach und schnell) ohne pillen beseitigen kann.
Da kann man häufig ansetzen, aber ob man sich da immer drauf verlassen kann. Z.B. bei einem Magengeschwür, das auch lebensbedrohlich werden kann.

Viele Grüße
 
... warnt: Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) würden immer häufiger verordnet und verkauft, was sich medizinisch nicht mehr rechtfertigen lasse.
...
Oft wird aus der zeitlich befristeten, sinnvollen Gabe eine prophylaktische Dauermedikation. Das hat Folgen: Zu den wichtigsten langfristigen Nebenwirkungen gehören Oberschenkelhalsfrakturen, Osteoporose, Infektionen und Vitamin B12-Mangel. Kohortenstudien zeigen auch eine Assoziation mit einer erhöhten Gesamtmortalität.

10 Tipps im Überblick:
Trotz solcher Risiken fehlen Strategien des Ausstiegs, sprich des Deprescribings. Deshalb gehen Forscher um Laura E. Targownik, University of Toronto, der Frage nach: Wie sollten Ärzte vorgehen? Mithilfe einer Literaturrecherche stellten sie folgende Tipps zusammen:
...

Grüsse,
Oregano
 
... Eine große Studie hat gezeigt, dass ein statistischer Zusammenhang zwischen der Einnahme von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) und dem Auftreten von Demenz besteht. Die Forscher raten, die Medikamente nur im Rahmen des Notwendigen einzusetzen und unnötige Risiken zu vermeiden. Auch andere Medikamente stehen im Verdacht, Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten auszuüben.
... „Es ist mittlerweile klar, dass zumindest einige PPI die Blut-Hirn-Schranke überwinden“, so Hänisch. Damit könnten sie theoretisch sogar direkt in die Vorgänge der Nerven-Degeneration eingreifen. Erst kürzlich wurde außerdem festgestellt, dass PPI einen Vitamin B12-Mangel hervorrufen können, der wiederum mit der Entstehung von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen zu tun hat. ...
Die PPIs sind vielleicht ein Puzzleteil im gesamten Krankheitsverlauf“. Auch andere Medikamente könnten dabei eine Rolle spielen, wie zum Beispiel Benzodiazepine oder Anticholinergika. „Es gibt eine Menge Daten zu deren Einfluss auf Demenzkrankheiten, die teilweise aber widersprüchlich sind“, sagt Hänisch. Einige Publikationen weisen aber darauf hin, dass auch diese Arzneistoffe das Fortschreiten von Alzheimer begünstigen könnten. „Die müsste man sich auch noch genauer ansehen.“ ...

PPI’s gehören zu den umsatzstarken Medikamenten. Insofern nehme ich an, daß die Vorsicht in Bezug auf diese Medikamente nicht gerade groß ist. Ein Grund mehr, die Nebenwirkungen zu kennen und ernstzunehmen.

...Protonenpumpenhemmer zählen mit einem globalen Umsatz von 26,5 Mrd. US-Dollar (2008) zu den weltweit am häufigsten verordneten Medikamenten und gelten als relativ sicher. Die häufigsten Nebenwirkungen sind gastrointestinaler Natur; außerdem können Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Hautveränderungen und veränderte Leberwerte, besonders anfangs, die Therapie begleiten. Gravierende Nebenwirkungen, u. a. Sehstörungen bis zur Erblindung, wurden dagegen nur sehr selten, insbesondere unter parenteraler Verabreichung, z. B. durch Injektion, beobachtet. ...

Grüsse,
Oregano
 
... Allein in Deutschland waren es laut Arzneiverordnungsreport 2019 zirka 3,5 Milliarden definierte Tagesdosen (DDD). Hinzu kommt, dass aufgrund von OTC-Switches Kleinpackungen in Apotheken ohne Rezept erhältlich sind.

Oft wird aus der zeitlich befristeten, sinnvollen Gabe eine prophylaktische Dauermedikation. Das hat Folgen: Zu den wichtigsten langfristigen Nebenwirkungen gehören Oberschenkelhalsfrakturen, Osteoporose, Infektionen und Vitamin B12-Mangel. Kohortenstudien zeigen auch eine Assoziation mit einer erhöhten Gesamtmortalität.
...
Trotz solcher Risiken fehlen Strategien des Ausstiegs, sprich des Deprescribings. ...

Tipp 1: Regelmäßige Evaluation der PPI-Verordnung ...
Tipp 2: Den Ausstieg wagen ...
Tipp 3: Die Dosis bei Dauertherapien verringern ...
Tipp 4: Dauertherapie bei GERD & Co. ...
Tipp 5: Dauertherapie bei weiteren Vorerkrankungen ...
Tipp 6: Blutungsrisiken evaluieren ...
Tipp 7: Bei Blutungsrisiken PPI nicht absetzen ...
Tipp 8: Patienten informieren ...
Tipp 9: Strategien des Deprescribings ...


Tipp 10: Rationale zur Absetzung von PPI ...

Grüsse,
Oregano

 
Ein Grund mehr, zurückhaltend mit PPI’s umzugehen:
... Besonders der Verdacht, dass PPI durch eine chronisch erhöhte Gastrinproduktion die Entstehung seltener, aber potenziell bedeutsamer gastrischer Tumoren begünstigen könnten, sorgt seit einigen Jahren für Diskussionen. Eine große bevölkerungsbasierte Studie aus 5 nordischen Ländern ist diesem Verdacht nun erstmals systematisch nachgegangen. In die Analyse flossen Daten von mehr als 19.000 Patienten der Nordic Gastric and Esophageal Tumor Study (NordGETS) ein.

Personen mit dem höchsten Gesamtkonsum an PPI wiesen ein um 83% erhöhtes Risiko für gastrische neuroendokrine Neoplasien (NEN) auf. Überraschend war auch, dass dieser Zusammenhang vor allem bei Menschen unter 65 Jahren zu beobachten war. ...

Grüsse,
Oregano
 
... Laut aktueller Leitlinie für die Therapie der Gastroösophagealen Refluxkrankheit „sollte“ ein PPI zum Einsatz kommen – es „kann“ aber auch ein anderes Medikament sein. Etwa ein Alginat, welchem eine randomisierte kontrollierte Studie bei der nicht-erosiven Form der Refluxkrankheit (NERD) eine beinahe ebenso gute Wirksamkeit bestätigte, wie Omeprazol. Und: Das Alginat wirkt im Gegensatz zu einem PPI sofort und kann daher besser bei Bedarf verwendet werden. Aber auch Antazida, Heilerde, Poliprotect oder Feigenkaktusextrakt können die Patienten laut Madisch verwenden, wenn sie damit gut zurechtkommen.

Eine „soll“-Empfehlung – und damit eine stärkere Empfehlung als PPI – haben unterdessen Allgemeinmaßnahmen in der Leitlinie. Dazu zählen eine Gewichtsreduktion, Zwerchfelltraining (durch Physiotherapie oder Singen), Optimierung der Schlafposition (Linksseitenlage) und Lifestylemodifikationen (Rauch- und Alkoholentwöhnung, Bewegung, Ernährung). Mehr als ein Drittel aller Betroffenen bekomme damit eine GERD gut in den Griff. ...
(Hervorhebungen durch mich)

Grüsse,
Oregano
 

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