Lebloser Gesichtsausdruck Kind

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Hallo,
ich kenne ein Grundschulkind, um das ich mir irgendwie Sorgen mache.

Beim Fotographieren fiel es mir auf und ich beobachtete: Immer ein "unschönes" Gesicht. Dann fiel mir auf, dass er für das Alter zu wenig lacht.
Die Mimik ist meist: "leblos, grimmig, bedrückt, Mund offen, angestrengt, verzerrt."

Es kostet massig "Arbeit" für ein Foto ein "echtes" Lächeln fehlt und ich brauche ca. 50 Fotos bis eines dabei ist, obwohl ich Quatsch mache. Von der Intelligenz her ist alles stimmig.
Ich bin ein Mensch, der vielen Menschen Gedanken aus den Gesichtsausdrücken abließt, aber hier werde ich total verwirrt.

Irgendwie fehlt Leichtigkeit, Lebensfreunde. Es scheint dumpf und schwer. Eine Beobachtung über Monate hinweg. Situationen in denen alle Lachen/Lächeln werden nicht belächelt?!
Wenn ich schimpfe, dann fühle ich mich ignoriert, da die Mine sich nicht verzieht - kein Anzeichen von Traurigkeit o.ä. Hier vermute ich tatsächlich Abgestumpftheit. Erklärende Sätze werden nämlich auch ignoriert und "überredet" mit anderen Themen.
Wunderbar sieht man in seinem Gesicht Zorn, aber an der Mimik sind dann ch mehr Augenfalten beteiligt und weniger der Mund :confused:

Ich hätte gerne einfach mal Hinweise, was die Ursache sein kann, da mir das seltsam vorkommt?

Rückenprobleme, früher Schiefhals, Ekzeme, Herpes, Sabbern, Bettnässen und tagsüber Urinabgang ohne zu merken hätte ich da noch ergänzend.
 
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lebloser Gesichtsausdruck Kind

Hallo, Blackkiss,
ich kenne ein Grundschulkind, um das ich mir irgendwie Sorgen mache.
wie alt ist das Kind genau und lebt es in einer intakten Familie?

Beim Fotographieren fiel es mir auf und ich beobachtete: Immer ein "unschönes" Gesicht.
Bist Du von Beruf Fotographin? Dann hast Du sicher öfter Kunden die ihre Kinder zu Dir bringen, obwohl die Kinder lieber ganz was anderes machen wollten, als sich fotographieren zu lassen. Kinder verstehen es hervorragend, als Rache sozusagen eine Maske aufzusetzen, denn im Alter zwischen 6 und 10 kapieren sie genau was Erwachsene von ihnen wollen und reagieren genau anders, als diese haben möchten. Sie ziehen quasi eine Maske auf und lassen sie erst wieder fallen, wenn man sein Vorhaben aufgibt.
Ich schreibe dies aus Erfahrung mit unseren Enkeln, da hab ich auch so ein paar "Schauspieler" dabei.

Dann fiel mir auf, dass er für das Alter zu wenig lacht.
Seine körperlichen Probleme lassen ihm das Lachen sicher alleine schon vergehen.

Die Mimik ist meist: "leblos, grimmig, bedrückt, Mund offen, angestrengt, verzerrt."
Vielleicht wird dem Buben zu wenig Mitspracherecht eingeräumt. Er empfindet Erwachsene als Störfaktoren für seine geistige Entwicklung, könnte ich mir vorstellen und mit einer allgemeinen Abwehrhaltung kommt er vielleicht besser durch sein junges Leben.

Es kostet massig "Arbeit" für ein Foto ein "echtes" Lächeln fehlt und ich brauche ca. 50 Fotos bis eines dabei ist, obwohl ich Quatsch mache. Von der Intelligenz her ist alles stimmig.
Auch wenn Du 100 Fotos machen würdest, könntest Du das Durchhaltevermögen eines trotzigen Buben nicht brechen und sein wahres Gemüt zeigt er vielleicht erst wieder, wenn Du aufgeben hast ihn fotographieren zu wollen.

Ich bin ein Mensch, der vielen Menschen Gedanken aus den Gesichtsausdrücken abließt, aber hier werde ich total verwirrt.
Warum mußt Du eigentlich dieses Kind fotographieren?

Wenn ich schimpfe, dann fühle ich mich ignoriert, da die Mine sich nicht verzieht - kein Anzeichen von Traurigkeit o.ä. Hier vermute ich tatsächlich Abgestumpftheit. Erklärende Sätze werden nämlich auch ignoriert und "überredet" mit anderen Themen.
Warum mußt Du dieses Kind denn schimpfen und versuchen es traurig zu machen?

Vielleicht benützt Du ganz ähnliche Worte wie seine Erzieher, gegen die hat er sich schon mimisch gewappnet, da braucht er keinen großen Aufwand mehr zu betreiben.

Wunderbar sieht man in seinem Gesicht Zorn, aber an der Mimik sind dann ch mehr Augenfalten beteiligt und weniger der Mund :confused:
Es wäre halt sehr gut, hätte ich ein Foto, aber das geht in diesem Forum nicht. Schade daß ich nicht mehr beitragen kann als daß ich mir auch Sorgen mache daß der Bub nicht verstanden wird und sich sehr alleine fühlen muß.

Rückenprobleme, früher Schiefhals, Ekzeme, Herpes, Sabbern, Bettnässen und tagsüber Urinabgang ohne zu merken hätte ich da noch ergänzend.
Eine ziemliche Latte von Beschwerden schiebst Du da nach. Da könnte auch einem Erwachsenen traurig oder zornig zumute werden.

Es kommt halt darauf an, wozu das "eine" Foto, das allen gefallen soll gebraucht wird.
Könntest Du das Kind nicht beim Spielen fotographieren? da ist es vielleicht entspannter. :)

LG Rota
 
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lebloser Gesichtsausdruck Kind

hallo blackkiss,

genauso wie Rota interessiert mich auch das Alter des Kindes und ob Du weißt in welcher Familiensituation es lebt.
So wie Du die Ausdrucklosigkeit beschreibst erinnert mich das am ehesten an ein Art "Depression", die eventuell Gefühlsregungen mindert.

Weißt Du ob dieses Kind mit Gleichaltrigen spielt? Gibt es Situationen, in denen es "normal" erscheint?
Welche Beziehung hast Du zu diesem Kind?

Gruß, mondvogel
 
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Hallo Blackkiss,

ich habe sofort an eine Form von Autismus gedacht:

...
B Beziehungen zu anderen Menschen

Die Kinder reagieren oft nicht wie andere auf Lächeln. Sie sehen anderen auffallend selten in die Augen. Menschen mit Autismus zeigen Freude, Trauer, Begeisterung etc. nicht oder auf ungewöhnliche Weise und können die Gefühle anderer nicht teilen. Ein Geben und Nehmen im Miteinander ist so nicht möglich. Als Folge sind die Beziehungen zu anderen Menschen sehr belastet, die Person scheint oft gar keine Beziehungen zu anderen Menschen zu haben. Kindern gelingt es nicht, mit Kameraden zu spielen. Statt dessen ziehen sie sich zurück oder stören manchmal sogar das Spiel der anderen. Freundschaften zu Gleichaltrigen kommen nicht zustande oder bleiben oberflächlich.
Besonders belastend sind diese Verhaltensweisen für junge Eltern, weil sie nicht verstehen, warum ihr Kind nicht wie andere Kinder auf ihre Liebe und Fürsorge reagiert und sich fragen, warum ihr Kind sie zurückweist und sich scheinbar nicht weiterentwickelt.
In Fördermaßnahmen wird das Kind, der Jugendliche, die Erwachsene mit Autismus unterstützt, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Für Eltern und andere Bezugspersonen ist es außerdem oft entlastend, auch die Grenzen in den Entwicklungsmöglichkeiten kennenzulernen und gemeinsam neue Wege für schwierige Alltagssituationen zu suchen.
AUTISMO - Praxis Autismus Therapie

Auch ich überlege, wie alt das Kind ist und wie es so lebt.

Grüsse,
Oregano
 
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lebloser Gesichtsausdruck Kind

Hallo,
ich wollte einfach mal wilde Theorien hören und daher möglichst wenige Angaben machen. Ich bin für jede Theorie dankbar! Die Symptome waren das Leben abgeklappert und sind zum Teil nicht mehr aktuel, aber könnten ja ein Hinweis für eine Theorie sein.

Das Kind ist 7. Ich fotographiere es, da es das Kind meines Freundes ist und man bei Ausflügen Fotos macht. Fotos kann ich leider nicht verschicken, da ich dazu die falsche Person bin.

Beim Spielen im Garten, Klettern etc ist er auch so "ernst". Ich versuche ihn immer mal zum Lächeln zu bringen und es klappt auch bei uns. Da ist aber etwas Tieferes und es hängt nicht von mir ab... Er mag mich sehr gerne und kommt gerne zu mir.

Manchmal muss man schimpfen und die Kinder sind echt nicht gut erzogen. Sie schlagen oft über die Strenge an Punkten, die mir völlig fern sind und mein Elfjähriger redet schon wie ich. Ich versuche immer zu erklären, aber das wirkt nicht immer. Da ist schon ein Knackpunkt - manchmal kommt es mir so vor, dass man schreien muss, um Gehör zu bekommen (das halte ich für bedenklich). Nase bohren, mit offenem Mund kauen und das Essen rausfallen lassen seien mal die Streitpunkte der guten Erziehung, die elternseitig nie stattfand - auf Straßen rennen halte ich für lebensbedrohlich und da hört mein Verständnis völlig auf.

Ich habe gestern noch gegoogelt und kam tatsächlich bei der Symptomatik auch auf Depression als eine mögliche Ursache. Das würde auch erklären, wieso ich da im tiefsten diese unheimliche Abneigung verspüre und ändern will!

Probleme gibt es in jeder Familie, aber ich sehe hier theoretisch auch Ursprungspotential. Nicht zuletzt, da der kleine Bruder ein süßer Sonnenschein ist und ganz klar damit wunderbar effektiv spielen kann.
Der Bruder macht Blödsinn, lächelt und alles ist vergessen. Perfektes System, aber bei mir klappt es nicht so ganz. Daher hat er sich mir gegenüber sogar in den 2 Jahren etwas verändert und ich merke, wie der Kleine mich als Vorbild nimmt ("Sie hatte auch ihren Fuß auf dem Tisch". Hat mich dann auch mal zurechtgewiesen ;)). Dem Großen geht es da nicht viel anders: Wenn ich etwas sage ist das öfter auch ganz wichtig.
Die Kinder lernen bei mir jedenfalls einen liebevollen Sturkopf kennen mit dem sie diskutieren dürfen und viel Geduld empfangen. Hinwerfen und Trotzen zieht halt nicht, da ich dem Spektakel wenig Beachtung schenke und mich bewusst eher entziehe, wenn ich merke, dass ich sonst hochgehen könnte.

Klar muss ein Kind nicht auf Kommando lachen, aber da ist etwas.
Ich versuche halt feinfühlig etwas in Minischritten zu bessern. Tipps sind auch willkommen.

Ergotherapie läuft seit längerem und hat das Sabbern wegbekommen, das Einnässen tagsüber ist mit dem Partner der Mutter verschwunden, wegen des Rückens würde da auch etwas gemacht und soll jetzt gut sein.
Das Bettnässen überprüfen wir gerade und bei mir hat er auch Erfolg. Irgendwie kam ich darauf, da er durch mich Fahrrad fahren gelernt hat und dann meinte "Ich kann Fahrrad fahren!!! - weil sie das so wollte". Also warum nicht einfach wie das Fahrrad fahren auch mit dem Bettnässen umgehen und das klappte jetzt auch tatsächlich (Misserfolg gab es dann unter der Woche - meine Theorie = Trinkflasche im Bett, die wir vergessen haben).

Die Leichtigkeit sehe ich beim Thema lächeln nicht. Es ist nicht nur beim fotographiert werden. Überall auch mit Gleichaltrigen sehe ich dieses leblose, angestrengte Gesicht. Man könnte es manchmal konzentriert nennen, aber das passt auf viele Situationen einfach nicht. Die Großeltern haben mir die Beobachtung bestätigt.

Wir werden die nächsten Wochenenden jedenfalls zum Reiten aufbrechen und ihn da genießen lassen, da ich hierbei für bei ihm sehr viel Freude sah (nicht nur relativ betrachtet) "Ich fühle mich wie ein König" war sein Ausruf. Da spiele ich auch gerne den Diener und laufe 45 Minuten mit Pony durch den Wald.
 
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Hallo Blackkiss,

Oregano hat "Autismus" angesprochen; daran hatte ich selber auch gedacht.

Wenn er momentan in Ergotherapie ist, könnte sein Vater die Beobachtungen mal bei der Ergotherapeutin ansprechen. Diese haben eventuell eine Idee. Dass er in Ergo ist, könnte ja auch ein Hinweis sein dafür, dass auch dem KinderArzt schon auffiel dass, "irgendwas nicht stimmt ".

Ich wünsche viel Freude beim Reiten - das ist sicher eine sehr gute Idee. Pferde sind anscheinend gute "therapeutische" Partner, weil sie als Fluchttiere selber sehr sensibel sind und auf Gefühlsregungen reagieren...

lieben Gruß, mondvogel
 
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Hallo,
eine sehr interessante These und dann gleich der zweite Beitrag in die Richtung.

Ich habe mir gerade 2 Videos angeschaut mit Asperger-Kindern und da auch diese Gesichtszüge gesehen.
Interessant fand ich, dass wechselnde Situationen irritieren: Er will immer wieder frühzeitig Heim und nörgelt. Beide Brüder reagieren auf Fragen zu Unternehmungen sehr schnell mit "nein" ohne die Frage komplett zu hören und der große führt meinem Gefühl nach mit diesem "nein". Der Kleinere schwenkt dann nämlich 3 Sekunden zu einem "jaaaaaaaaaa".
Manchmal ist das echt furchtbar. Dank der Beiträge werde ich mal etwas genauer hinschauen können und auch für mich eine andere Haltung gewinnen können.

Ja, im Kindergarten fiel etwas auf, aber genaueres weiß ich nicht. Der Jüngere ist auch in Ergo-Therapie und sabberte extrem. Momentan arbeiten die mit einem Hund, der Socken ausziehen kann (begeisterte Kinder). Die Idee mal den Ergotherapeuten zu fragen finde ich super.

Die lieben Pferde, eine schöne Erklärung von Dir, Mondvogel :)
 
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Hallo Blackkiss,

ein wenig entäuscht bin ich darüber, daß Du uns zuerst in alle Richtungen gesprengt hast. Das aber,was Du jetzt schreibst, damit kann ich was anfangen.

Also:
Ich bin Mutter von 4 Montessori-Kindern aus Modellklassen, die sich mit den Problematiken verhaltensauffälliger Kinder ca 10 Jahre lang befaßt hat.

Probleme gibt es in jeder Familie, aber ich sehe hier theoretisch auch Ursprungspotential. Nicht zuletzt, da der kleine Bruder ein süßer Sonnenschein ist und ganz klar damit wunderbar effektiv spielen kann.
Der Bruder macht Blödsinn, lächelt und alles ist vergessen.
Und gerade diese Konstellation läßt sich nicht verändern, weil Bruder eben Bruder bleibt und dazu noch der, der der Familie mit Fröhlichkeit und Sympathie entgegenkommt.

Genau diese beschriebenen Verhaltensauffälligkeiten spielten bei ca 1/3 unserer Kinder die neu aufgenommen worden waren eine Rolle. Neue Geschwister die das ältere Kind sozusagen "entthront" haben und kreuzunglücklich werden ließ.

Klar muss ein Kind nicht auf Kommando lachen, aber da ist etwas.
Ich versuche halt feinfühlig etwas in Minischritten zu bessern. Tipps sind auch willkommen.
Meine Erfahrung geht dahin, daß Familienmitglieder nur mit Liebe, Geduld und Zuverlässigkeit daneben stehen dürfen, wenn ein Kind der Familie an solch einem Gemütsleiden erkrankt. Es braucht Sachverständige Therapeuten die in einer Art Familienaufstellung den Schmerz hochholen und über lange Zeit die Fortschritte begleiten. Manchmal hilf so etwas wie Du unten schreibst über Reiten etc.

hat das Sabbern wegbekommen
,
das Einnässen tagsüber
.

Das Zeichen ist doch sehr deutlich: Das ältere Kind will wieder das Baby sein um auch in den Genuß der liebevollen zärtlichen Behandlung zu kommen.

Aber wehe, wenn man versucht das tatsächlich so zu machen, wie es scheint, daß das Ältere es sich wünscht. Das würde brüsk abgelehnt werden, weil "ich bin doch schon groß und viel älter als dieser kleine Fratz, der mir die Mama wegnimmt".

Das Bettnässen[ überprüfen wir gerade
Was gibt es an Bettnässen zu überprüfen? Da heißt es cool bleiben und das Kind auch mal im nassen Bett schlafen zu lassen. Wenn es die Zutaten findet, kann es sein Bett sehr gut selber wieder "Trockenlegen" meist tut es das dann auch.

Trinkflasche im Bett, die wir vergessen haben).
Weg mit der Trinkflasche ist die Lösung schlechthin. Getrunken wird am Tisch, auch nicht im Umherrennen. Das hat das Gute, daß man einen Überblick hat, wieviel er trinkt. Ab 16 Uhr gibt es nichts mehr zu trinken. basta.

Wir werden die nächsten Wochenenden jedenfalls zum Reiten aufbrechen und ihn da genießen lassen, da ich hierbei für bei ihm sehr viel Freude sah (nicht nur relativ betrachtet) "Ich fühle mich wie ein König" war sein Ausruf. Da spiele ich auch gerne den Diener und laufe 45 Minuten mit Pony durch den Wald.
Ich fühle mich wie ein König, das ist genau das, was das Kind braucht, damit es wieder inthronisiert wird. Jetzt auf einem anderen erwachseneren Weg. Das ist primal.

Wir hatten einen Buben in der Klasse, der nicht mit auf die Klassenfahrt hätte gehen dürfen, wenn wir uns nicht für ihn eingesetzt hätten.

Das lief dann so ab. In den ersten Nächten war das Bett naß. Die Kameraden drehten die Matratze um, sodaß naß unten war, damit der Herbergsvater nix merkt. Dann waren beide Seiten naß und keine Matratze weit und breit zum wechseln. Kein Kind wollte, daß der Bub in irgend einem Bett unterschlüpfte. Nach der 3. Nacht dann warfen die Kinder die Matratze aus dem Fenster in den regennassen Schmutz, sodaß die Pipinässe nicht mehr auffiel. Es gab eine neue Matratze die ab da 10 Nächte trocken blieb.

Nach Hause zurückgekommen wunderten sich die Eltern, über das Wunder und haben bestimmt eine Kerze aufgestellt.

Dieser Bub hatte auch ein sympatisches Brüderchen das 4 Jahr jünger war. Er selbst hatte einen etwas zu großen Kopf für sein Alter, was sich aber später total verwachsen hat. Wir denken noch gerne an solche Sachen zurück.

Das war Leben - praktisch in die Hand genommen!.
Liebe Grüße und alles Gute für den Knaben.
Rota
 
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Hallo, meine Theorie muss ja nicht stimmen. Es gibt noch mehr Ursachenmöglichkeiten, die ich weniger beurteilen kann oder blind bin. Ich zweifel gerne meine Theorien an, da ich mir sonst schnell zu großkotzig vorkomme.

z.B. wurde mir berichtet, dass mit den Kindern immer geschrien wurde. Ich weiß es nicht, aber ich schließe es absolut nicht aus. Somit macht es in meinen Augen Sinn einfach mal Theorien zu sammeln und Du schreibst ja selbst 1/3 und nicht alle ;).

Eine Frage: Wieso passt Deiner Meinung nach der Gesichtsausdruck zu vom Bruder "entthrohnt"? Wäre er dann als Resultat depressiv?
Mich macht es ganz kirre, dass ich in seinem Gesicht nicht lesen kann, da ich das sehr ausgeprägt bei allen Menschen tue (bis hin zur Kassiererin im Supermarkt). Wenigstens hier würde ich gerne mal für mich einordnen können.

Der Große wollte nie zu Papa, sondern zu Opa (gemeinsames Haus) und ich hatte da schnell die Problematik erkannt - Papa war nämlich unglücklich, aber es war total offensichtlich, dass Opa den Großen viel mehr anerkannte. Der Große wollte umgekehrt den Kleinen nicht zu Opa lassen. Das würde die Theorie bestätigen, da Opa das abgrenzen mit etwas Wehmut zu ließ und als notwendig akzeptierte. Opa verstarb leider und glücklicherweise hatte sich das Verhältnis zu Papa drastisch gebessert.

Eine kleine, temporäre Veränderung der Konstellation wollte ich mehrfach und irgendwie kommen wir immer davon ab?!?:
Ein Erwachsener, ein Kind und dann Aktivität.

Ja, die Beiden liegen leider nur 2 Jahre auseinander und das ist gleich ein Thema für sich, weil nicht genug Abstand ist. Der Kleine holt zu schnell auf und der Große muss sich "erarbeiten". Das war das erste, was mir auffiel (meine Mutter ist Diplom Psychologin und hatte eine Familienproblematik im Bekantenkreis mit mir durchgesprochen bei 1 Jahr Abstand!)

Vielleicht komme ich mit dem Großen sogar so gut klar, weil der Kleine diese Fröhlichkeit in meinem Erleben zu schnell instrumentalisiert und ich damit tendeziell gäre (immerhin habe ich das selbst bei mir rausgefunden und kann so etwas anders mit umgehen). Selbstkritisch dürfte ich sagen, dass ich von Menschen generell konsequenteres Verhalten wünsche. Ich will wissen wo ich dran bin und mir ist mich konsequent ablehnen oder mögen lieber als ein hin und her. So ist es halt auch mit dem Benehmen und der Kleine switcht da ganz schlimm. Ich will keine Marionette, sondern man braucht ein gutes "echtes" Miteinander. Schwer zu beschreiben.

Seit ich hier bin versuche ich sogar ganz bewusst dem Großen Vortritt zu lassen:
Der Große lernte im Spätherbst Fahrrad fahren und der Kleine durfte es nicht lernen - er hätte es gekonnt, aber der Große muss doch verdammt noch mal etwas früher lernen dürfen.
Der Große soll Bettnässen aufhören und danach mit Abstand kommt auch die Windel des Kleinen ins Programm. Der Vater fragte mich, ob der Kleine auch die Windel ausziehen solle am ersten Abend und ich habe das gleich so begründet, dass das in meinen Augen gar nicht geht! Das war ein intensives Gefühl.

Was gibt es an Bettnässen zu überprüfen?
Ob er überhaupt einnässt war zu prüfen, da er ja angeblich immer Windel an hatte, da er es nicht könne.
Cool bin ich da auf jeden Fall, ich hatte halt erst gesagt, dass ich Bettwäsche wechsel, aber das kann ich ohne Probleme auch beibringen - kam aber ja nicht mal vor!
Beim Einnässen am Tag schimpfte Papa und ich schimpfte dann mit Papa! Wozu fluchen, wenn man Wäsche holt? Mit 6 Jahren zieht man sich selbst an und kann wohl auch Wäsche wechseln. Am besten sogar ohne vorher etwas einer Person zu sagen. Ja, es ging bei mir Richtung Selbstverantwortung und Verharmlosung. "Kann passieren, aber Du musst Dich jetzt um das umziehen kümmern." war die Devise, da ich dem Nässen auch keine Aufmerksamkeit zugestehen wollte. Aufmerksamkeit bekommt man bei mir doch besser mit anderen Dingen :D

Ab 16 Uhr nicht mehr trinken??? Da würde ich selbst irre! Das wäre mir eine Nummer zu hart - da wasche ich lieber Bettwäsche.
Aber eine Bettflasche finde ich auch merkwürdig und es verleitet zum Trinken aus Langeweile und erinnert mich an Babynuckeln. Sind auch so Nukflaschen.
Die Jungs sollen eine Etage runter und trinken, wenn sie wirklich Durst haben, aber nicht im Bett und wenn dann doch bitte aus einem Glas!

Nun habe ich eine ganz klare Idee: Ich werde Fotoalben anfordern und mal schauen, wie die Mimik vor dem Brüderchen war und ein Blick auf alte gerahmte Fotos könnte den Verdacht durchaus rechtfertigen. Es wäre zumindest eine Spur und den Rest würde ich bestimmt intutiv finden.
Trotzdem soll Papa mal die Ergo fragen...

Es wird wieder fiel zu lang, aber der Große sollte mit Papa springen gehen auf meine Anweisung und ja, da haben beiden um die Wette gestrahlt - der Kleine durfte nicht in den Schwimmerbereich. Es puzzelt sich viel besser beim Austausch mit Leuten! DANKE bei Allen Mitpuzzlern!!!!

Deine Geschichte mit dem Jungen hat mich richtig gerührt mit Tränchen! Die Aktion mit der Matratze aus dem Fenster finde ich richtig cool - was eine Aktion und auch viel Gemeinschaftsinn!
 
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Ja, einen Homöopathen würde ich zu gerne mit dem Jungen aufsuchen.
Wenn er nicht der perfekte Fall ist, dann kann man mich umtaufen!

Ich hatte sogar schon selbst in die Richtung gesucht, um das mal Papa vorzulegen, aber ich stecke halt in den Kinderschuhen und finde eher passende akute Mittel und damit hat er nicht zu tun.

Das Problem der homöopathischen Behandlung wird: Mama glaubt nicht daran. Papa hatte dazu nie Zugang und keine Ahnung. Großeltern hatte ich mal angefragt, aber da ist halt auch ein Hund begraben.
Evtl werde ich mal eine Spendensammlung inkl Urgroßeltern anfangen. Konstitution kann man ja mal mit 150 € schätzen, oder?

Vielleicht wird mein Sohn und ich ja Demoobjekt und dann soll der Junge auch - abwarten (ich suche für uns nur noch den Homöopathen!)

Mein Gefühl sagt mir auch, dass der Junge lachen muss, um glücklicher zu werden und daher mache ich auch gerne mal Quatsch oder kitzel. Lachen macht sympathisch und findet dann auch mehr Zuwendung und so käme ein erster Kreislauf in Schwung.

Homöopathisch zu lösen wäre die Kür!
 
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Jetzt mal langsam.
Ich versuche schon seit einiger Zeit heraus zu bekommen wie Du verwandtschaftlich zu diesem Kind stehst.

Ich krieg das Gefühl nicht los, daß dieses Forum überfordert ist, Dich auf Deinem Weg, dieses Kind zu diagnostizieren, zu befriedigen.

Es ist überhaupt schwer ein Urteil abzugeben, wenn der Patient nicht vor einem steht, man ihm in die Augen schauen kann und seine Hand nehmen um die ersten Erkenntnisse zu gewinnen.
Was gar nicht geht ist, ein Kind zu benützen um die Fähigkeit eines Therapeuten zu testen.
Homöopathie geht nicht ohne lange Befragung, wenn man es ernst meint.
Ist so ein Kind überhaupt fähig, so eine Prozetur durchzustehen?

Jetzt ist bald wieder Schulbeginn, da braucht der Kleine seine ganze Kraft, da darf er nicht durch Fragen aus dem Konzept gebracht werden, die mehr oder weniger den Wissensdurst eines Erziehers befriedigen sollen. Das was ich bisher zu dem Kind gelesen habe ist tiefgreifend und kann so ein Kinderleben ziemlich erschüttern, wenn es freigelegt wird.

Ich wäre eher dafür mit leichten Zügeln den Buben zu begleiten, ihm Hilfen zu geben, wenn er sie annimmt und zu warten, bis sich das eine oder andere von selber löst.
Es gibt erstaunliche Ergebnisse, wenn man mal die Hand zurücknimmt die kontrolliert und abwartet.

LG Rota
 
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Hallo Rota,
ich will hier keine Diagnose und das wäre auch zu viel verlangt. Ich will einfach mögliche Ursachen finden, um auch Anlaufstellen zu eingrenzen zu können.

Wie kommst Du darauf, dass ich die Fähigkeit eines Therapeuten testen will??? Kein Mensch ist göttlich allwissend, aber irgendwo muss man ja mal fragen dürfen.
Ich denke, dass ein Homöopath, den ich empfohlen bekomme, schon weiß, was er tut und wenn ich mich da behandeln lasse, dann kenne ich auch die Art.

Ich bin mir aus eigener Erfahrung sogar sicher, dass eine Familienaufstellung viel mehr schlaucht und dieser Aufarbeitungs-Prozeß ist mit Sicherheit schwerer als eine Befragung zu u.a. Trinkgewohnheiten durch einen Homöopathen. Zumal Eltern ihre Kinder durchaus auch gut beschreiben können und viel über sie wissen. Klar nutzt der Homöopath auch psychische Faktoren, aber andere Dinge sind definitiv auch wichtig... Ein Homöopath sieht einem Kind ja auch an, wenn dieses beispielsweise ängstlich ist und reitet dann nicht auf den Ängsten rum.

Wie Du dann auf Wissensdurstbefriedigung kommt ist mir ein Rätsel und ich finde es mit Verlaub sehr absurd, dies Jemandem anzulasten, der einem Kind helfen will. Ich kenne dieses Kind jetzt seit 2,5 Jahren und würde einfach mal behaupten, dass ich weder überkritisch, noch zu viel Tatendrang habe.
Das ich mich innerlich frage, wie ich mit dem Kind optimal umgehe finde ich überhaupt nicht verwerflich, sondern einfach nur ehrlich und reflektiert.
 
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Hallo Blackkiss,

Verstehe ich das richtig, dass der Große eher "entwicklungsverzögert" in manchen Bereichen zu sein scheint?

Gruß mondvogel
 
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27.04.14
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Hallo,
ja an der Wirbelsäule wurde etwas "selbstzahlendes" gemacht, was sehr mild wirken soll. Die Behandlungsart weiß ich vom Namen her nicht mehr.
Mit dem Geburtskanal gibt es evtl auch eine Geschichte und er muss irgendwie festgesteckt haben und kraftvoll geholt werden (kenne da nur eine Story zu).
Insofern war Sauerstoffmangel auch eine Idee von mir.

Entwicklungsverzögert oder den kleinen Bruder als Referenz. Ich erlebe bei ihm oft Selbstunterschätzung. Die Beiden sind halt meist immer zusammen und passen sich einander an und werden als "Gemeinsames" gesehen.
Der Kleine macht zB Blödsinn und Beide bekommen Ärger - also keine Motivation der bravere zu sein.

Alkohol in der Schwangerschaft wäre auch möglich als Ursache, wobei ich da nicht sicher bin?
 

ory

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hallo blackkiss ,

da ich hier mitlese hätte ich gerne hierzu
............da es das Kind meines Freundes ist
eine frage .

die kinder deines freundes kommen demnach womöglich "besuchsweise " zum papa mit dem du und dein 11 jähriger sohn zusammen bist !?.
. Ich bin für jede Theorie dankbar!
wenn dies so ist ,kann es ,könnte es da nicht möglich sein das der 7 jährige ganz einfach die trennung seiner eltern voll mitbekommen und somit daran zu knabbern hat !?.

fg ory
 
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10.01.04
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,könnte es da nicht möglich sein das der 7 jährige ganz einfach die trennung seiner eltern voll mitbekommen und somit daran zu knabbern hat !?.
Die Frage ist mir auch in den Kopf gekommen. -
Deshalb wäre die Frage, ob er sich erst bei der Trennung oder auch schon davor verändert hat oder von Anfang seines Lebens an "anders" war...

Grüsse,
Oregano
 
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