Leberschäden durch Paracetamol

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08.12.05 |

Eine Überdosierung des rezeptfreien Schmerzmittels führt häufig zu akutem Leberversagen. In den USA ist das Schmerzmittel Paracetamol mittlerweile die Hauptursache für akutes Leberversagen. Dabei ist fast die Hälfte aller Fälle auf eine unbeabsichtigte Überdosierung zurückzuführen. Das haben amerikanische Forscher um William Lee von der Universität von Texas in Dallas entdeckt. Das Mittel zur Linderung verschiedenster Schmerzen ist auch in Deutschland rezeptfrei erhältlich. Paracetamol galt bisher als relativ unbedenklich.

Versehentliche Überdosierung

In ihrer Studie untersuchten die Forscher die Daten von 662 Patienten mit akutem Leberversagen. Bei 275 von ihnen war dieser lebensbedrohende Zustand eindeutig auf eine Überdosierung des Schmerzmittels zurückzuführen. Viele hatten unbeabsichtigt zu viel Paracetamol eingenommen: Einige hatten etwa drei Tage lang zehn Gramm des Mittels geschluckt, was etwa 20 Pillen täglich entspricht. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei maximal 8 Stück. Mehrere andere der beobachteten Patienten hatten zwei verschiedene Präparate eingenommen, die aber beide Paracetamol enthielten, und damit unwissentlich eine Überdosis erzielt.

Rezeptfreie Riesen-Packungen

Die Wissenschaftler verfolgten das weitere Schicksal der Patienten über einen längeren Zeitraum: 27 Prozent starben. 65 Prozent überlebten ohne Organtransplantation, acht Prozent brauchten eine Spenderleber.

Angesichts der Studienergebnisse sprach sich William Lee dafür aus, die Packungsgröße von Paracetamol zu limitieren wie es etwa in Großbritannien und auch in Deutschland der Fall ist. Zurzeit könne in den USA nämlich jeder mit einer Packung gleich 500 Pillen erwerben, kritisiert der Wissenschaftler.

Quelle: wissenschaft.de
http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=22337

Gruss,
Uta
 
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Paracetamol bei Kindern

Hallo

Nicht zu vergessen gibt es auch Paracetamol Zäpfchen zur Bekämpfung von Fieber und Schmerzen bei Kindern. Auch hier ist Vorsicht geboten!

Ich habe auch schon von Kindern gehört die dadurch ernsthafte Schwierigkeiten hatten, weil die Eltern den Kleinen innerhalb von 24 Stunden 5 Zäpfchen verabreichten.:mad:


Lg Klaudia
 
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Bei (verdacht auf) Allergieen, Paracetamol wenn möglich meiden, da es denn Darm durchlässig macht, was Allergfieen auslösen bzw verstärken kann.
 
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Das habe ich hier auch noch einmal gelesen:

Allergiegefahr durch Paracetamol
An sich liegt der Zusammenhang nicht sofort auf der Hand. Dennoch weisen neue Forschungsergebnisse darauf hin, daß es eine Verbindung zwischen der regelmäßigen Einnahme des Wirkstoffes Paracetamol und der Entstehung von Allergien im Allgemeinen und Asthma im Besonderen geben könnte.
Zu diesem Ergebnis kommt der Mediziner PD Dr. Henning Allmers von der Univ. Osnabrück. Daß ein Zusammenhang zwischen regelmäßiger Paracetamol-Einnahme und der Entwicklung eines Asthma bronchiale besteht, legen unter anderem Beobachtungen aus der ehemaligen DDR nahe. Dort war der Wirkstoff erst seit 1989 allgemein verfügbar und die Zahl der allerg. Erkrankungen vor der Wende deutlich niedriger als in der BRD. Mittlerweile haben sich die Zahlen, so Allmers, fast an das Westniveau angeglichen. Auch auf eine positive Korrelation zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Spätschwangerschaft und der späteren Entwicklung einer allerg. Erkrankung bei Kindern bis zum Grundschulalter weisen erset Untersuchungen hin. Paracetamol ist ein weit verbreitetes Medikament, das hauptsächlich zur Behandlung von Schmerzzuständen und zur Fieberenkung eingesetzt wird.
Seit Jahren arbeitet Allmers, der u.a. an der Harvard Univ. in Cambridge, USA, studiert und geforscht hat, sehr erfolgreich auf dem Gebiet der allerg. Atemwegserkrankungen. Sollte sich die Theorie bestätigen, könnte dies weitreichende Konsequenzen zur Folge haben. "Nun müssen die genauen Zusammenhänge, die zu dem Anstieg von allerg. und Atemwegserkrankungen nach regelmäßiger Einnahme von Paracetamol führen, noch weiter untersucht werden, um die Gründe der Krankheitsentstehung auzuklären.

Aus: DZW 1-2/06, S. 24

Der langen Rede kurzer Sinn: Paracetamol ist gerade bei einer Neigung zu Atemwegserkrankungen mit großer Vorsicht zu genießen.
 
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Hallo Uta

Danke Uta, super der Text. Möchte nachfolgend noch das warum erläutern.
Paracetamol macht den Darm durchlässig! Ein durchlässiger Darm ist eine Voraussetzung für eine Allergie und zusammen mit WEnzymdefekten auch für NMU.

Zusammengefasst: Alle Allergiker (inkl Neurodermitis, Migräne etc) und alle die Darmprobleme ghaben inkl bei Kleinkindern sollte Paracetamol so wenig wie möglich angewendet werden. Dh der beliebte Fiebersenkungswirkstoff bei Kinder (Achtung: Es gibt dazu viele Produktenamen, dh fast alle Fiebersenkungsmittel bei Kindern bestehen aus diesem Wirkstoff) sollte nicht so beliebt sein
 
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das ist ja acuch eine häufig vorkommende Todesursache wenn Leute die gerne mal viel Alkohol trinken ihren Kater mit Paracetamol behandeln und dann Leberversagen bekommen.
 

ADo

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Was ist dann mit Zäpfchen? Die gehen zumindest nicht über die Leber.
LG ADo
 
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Hallo Ado

Ja, aber machen eben den Darm durchlässig. Bei Allergieen, Immunproblemen etc deshalb wenn möglich vermeiden

Gruss
beat
 
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Hallo alle miteinander,

was ist eigentlich mit den anderen Mitteln, wie Ibuprofen oder heißen die Iboprufen. Na ich glaube ihr wisst was ich meine.

Sind die eigentlich auch so gefährlich.

LG Klaudia
 
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Paracetamol galt lange Zeit als relativ "harmlos".

Wie alle Medikamente hat auch Ibuprofen Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen

Aufgelistet sind die wichtigsten, bekannten Nebenwirkungen. Sie können auftreten, müssen aber nicht, da jeder Mensch unterschiedlich auf Medikamente anspricht.

Manchmal reagieren Menschen allergisch auf Medikamente. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion verspüren, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.



Kopfschmerzen


Magenschmerzen, Blutungen der Magenschleimhaut, Magen-Darm-Geschwüre, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung


Allergische Reaktionen der Haut und Atemwege (Rötungen,Juckreiz und Asthma)


Schwindel


Nervosität


Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall


Bei Anwendung von Zäpfchen kann es zu Reizungen der Schleimhaut, schmerzhaften Stuhlgängen und blutigen Schleimabsonderungen kommen.


Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. starke Schwellungen, Rötungen und Juckreiz der Haut, Atemnot bis hin zu Herz-Kreislauf-Versagen und Schock. In diesen Fällen sollte umgehend ein Arzt hinzugezogen werden. (Selten)



Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Gabe von Corticoiden kann zu Geschwürbildung und Blutungen im Magen-Darm-Trakt führen.
Ebenso besteht bei gleichzeitiger Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten wie z.B. Marcumar eine erhöhte Blutungsgefahr.

Ibuprofen kann die Wirkung weiterer Medikamente verstärken oder abschwächen. Informieren Sie sich deshalb bei Ihrem Arzt oder Apotheker, falls Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen.
http://www.netdoktor.de/medikamente/100004245.htm

Immerhin: Ibuprofen gehört nicht wie z.B. Diclofenac zu den Schmerzmitteln, die bei Histaminintoleranz nicht zu empfehlen sind:
http://www.kofler-haut.at/infos_news/00900_Downloads.htm

Am besten ist es leider immer noch, wenn man keine Medikamente braucht...

Gruss,
Uta
 
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Bei einer Überdosierung von Paracetamol und folgendem Leberschaden soll so behandelt werden:

... Damage to the liver, or hepatotoxicity, results not from paracetamol itself, but from one of its metabolites, N-acetyl-p-benzoquinoneimine (NAPQI). NAPQI depletes the liver's natural antioxidant glutathione and directly damages cells in the liver, leading to liver failure. Risk factors for toxicity include excessive chronic alcohol intake, fasting or anorexia nervosa, and the use of certain drugs such as isoniazid.

Treatment is aimed at removing the paracetamol from the body and replacing glutathione. Activated charcoal can be used to decrease absorption of paracetamol if the patient presents for treatment soon after the overdose; the antidote acetylcysteine acts as a precursor for glutathione, helping the body regenerate enough to prevent damage to the liver. A liver transplant is often required if damage to the liver becomes severe. Patients treated early have a good prognosis, whereas patients that develop major liver abnormalities typically have a poor outcome. ...
Paracetamol toxicity - Wikipedia, the free encyclopedia

Paracetamol schädigt die Leber durch einen Metaboliten, das N-acetyl-p-benzoquinoneimine , das das Glutathion und die Leberzellen schädigt...
Zu den Risikofaktoren für Leberschäden gehören auch chronischer Alkoholmißbrauch, Fasten oder Anorexie, aber auch der Gebrauch von bestimmten Medikamenten wie Isoniazid.
Die Behandlung zielt darauf ab, das Paracetamol aus dem Körper zu entfernen und das Glutathion aufzufüllen.
Medizinische Kohle ....
Das Antidot Acethylcystein ist ein Vorläufer des Glutathion, welches dem Körper hilft, den Leberschaden abzuwenden.
Bei einem schlimmen Leberschaden ist oft eine Transplantation notwendig...


Grüsse,
Oregano
 
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Hier hat René Gräber Informationen über Paracetamol zusammen gefaßt:

Paracetamol - Schmerzlindernd

Die Nebenwirkungen:
Jedes Medikament, das in Regelmechanismen des Organismus eingreift, kann neben den gewünschten auch unerwünschte Wirkungen verursachen. Hierzu zählen unter anderem Hautirritationen (z.B. in Form von Rötungen oder Ausschlägen), eine gesteigerte Schweißproduktion oder auch Übelkeit.

Insgesamt sind die Nebenwirkungen aber gering. In sehr seltenen Fällen kann es zu Beeinträchtigungen der verschiedenen Blutbestandteile kommen (z.B. Abbau weißer Blutkörperchen, Blutarmut).

Die Einnahme des Wirkstoffs über einen längeren Zeitraum führt unter Umständen zu Müdigkeit, Benommenheit, Nervosität, Muskelschmerz oder Kopfschmerzen. Bei regelhafter Überdosierung (mehr als zehn Gramm täglich) kann eine Schädigung von Leberzellen oder Nierenzellen nicht ausgeschlossen werden.

Besonders Leberschäden sind die häufigsten ernsthaften Nebenwirkungen von Paracetamol. Dies beruht auf der Tatsache, dass bei der Verstoffwechslung der Substanz ein leberschädigendes Intermediärprodukt (N-Acetyl-p-benzochinonimin) auftritt, das normalerweise von Glutathion abgefangen und neutralisiert wird.

Bei zu hohen Konzentrationen an Paracetamol jedoch erschöpft sich der Bestand an Glutathion und das Intermediärprodukt reagiert mit den Gewebeproteinen der Leber, was zu deren Zerstörung führt. Von daher ist von einer langfristigen und zu hohen Dosierung abzuraten, um solche Schäden zu vermeiden.

In Kombination mit anderen Medikamenten ist eine deutliche Verstärkung der Wirkungen möglich. Diese Verstärkung kann unter Umständen auf einer Verlangsamung der Metabolisierung von Paracetamol beruhen. Dies ist z.B. der Fall bei Alkohol und Barbituraten, die ebenfalls über das Cytochrom-P450-Enzym abgebaut werden.

Da die stärkere Wirkung jedoch auf einer Verzögerung des Abbaus der Substanz beruht, kommt es in der Regel zu einer Verstärkung der lebertoxischen Eigenschaften von Paracetamol. Von daher ist eine Kombination dieser Substanzen nur schlecht steuerbar und damit nicht zu empfehlen....
Grüsse,
Oregano
 
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