Landkartenzunge nach Zahnbehandlung mit Kompositfüllungen

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30.07.15
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Hallo,

ich wollte mal nachfragen, ob jemand dieses Problem kennt bzw. Informationen dazu hat.

Vor ca. 4-5 Monaten hatte ich bei meinem Zahnarzt damit angefangen, alte teils beschädigte Amalgamfüllungen durch Kompositfüllungen zu ersetzen. Dies waren ca. 6-7 Zähne. Ab diesem Zeitraum bekam ich nach und nach immer mehr Probleme mit einer Landkartenzunge. Am Anfang waren es einzelne kleine entzündliche Herde auf der Zunge. Dies wurde immer stärker und nun ist die ganze Zunge mit diesen wandernden Herden übersät und schmerzt beim Essen. HNO und Hautarzt meinen, eine Landkartenzunge hat keinen Krankheitswert und ich habe eben Pech, so etwas bekommen zu haben. Auch mein Zahnarzt hat dafür keine Erklärung. Da es erst ab diesem Zeitpunkt mit den Kompositfüllungen angefangen, sprach ich meinen Zahnarzt auch auf das Thema "Unverträglichkeit" an. Er meinte aber, das würde sich anders äußern. Am Zahnfleich und am Zahn selbst habe ich keine Probleme. Auch sonst fühle ich mich fit. Es sind nur die Beschwerden der Landkartenzunge.

Hat jemand Erfahrungen mit Entzündungen auf der Zunge in Verbindung mit Unverträglichkeiten aufgrund Kompositfüllungen? Pilz wurde getestet und ausgeschlossen. Auch vom Aussehen her ist es eindeutig eine Landkartenzunge. Lt. Literatur Ursache unbekannt. Aber so plötzlich in diesem Ausmaß? Mich lässt der Gedanke einfach nicht los, dass da doch ein Zusammenhang mit der Zahngeschichte sein kann. Hab jetzt vor, einen Umweltzahnmediziner aufzusuchen, um dort einen LTT-Test machen zu lassen. Zusätzlich möchte ich noch bei uns im Klinikum einen Epikutantest durchführen lassen.

Für Erfahrungen wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße
Wolfgang
 
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10.01.04
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Hallo nibbana,

hast Du denn schon daran gedacht, Allergie- bzw. LTT-Tests auf die Komposite machen zu lassen? Allergietests werden im allgemeinen in Form von Epikutantests durchgeführt. Leider bringen sie oft keine Ergebnisse, weil die Verhältnisse auf der Haut ja ganz anders sind als im Mund. Trotzdem würde ich das machen, weil die Krankenkassen - wenn überhaupt - nur Epikutantests anerkennen als Grundlage für eine Kostenerstattung.

LTT-Tests führt z.B. das IMD in Berlin durch:
IMD Institut für medizinische Diagnostik, Labor: LTT - Nachweis von Sensibilisierungen gegenüber Zahnersatzmaterialien mittels Lymphozytentransformationstest

Dort wird auch der Basophilen-Degranalationstest angeboten:
IMD Institut für medizinische Diagnostik, Labor: Kunststoffunverträglichkeit - Nachweis von Sensibilisierungen gegenüber Zahnersatzmaterialien mittels Basophilen-Degranulationstest (BDT)

Bei Kompositfüllungen spielt allerdings auch die Aushärtungszeit (evtl. auch die -Methode) eine Rolle. Kannst Du Dich erinnern, wie lange jeweils gehärtet wurde?
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Die signifikanten Besserungen, die innerhalb kürzester Zeit durch Nachhärten erzielt werden können, bestätigen immer wieder eindrucksvoll, wie wichtig ein hoher Polymerisationsgrad für die Biokompatibilität dieser Stoffe ist – was seit Jahrzehnten bekannt ist. Bis heute besteht – zumindest theoretisch – ein sehr breiter Konsens über die Notwendigkeit, die Monomere auf ein Minimum zu reduzieren.
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Komposite - ein Gesundheitsrisiko? | ZWP online - Das Nachrichtenportal für die Dentalbranche

Grüsse,
Oregano
 

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ullika

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27.08.13
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... alte teils beschädigte Amalgamfüllungen durch Kompositfüllungen zu ersetzen...
Vielleicht wäre auch möglich, dass das Quecksilber dich noch belastet, wurde denn das Amalgam unter Vorsichtsmaßnahmen herausgebohrt?
 
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17.07.10
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Der Heilpraktiker H.-D. Bach schreibt folgendes:

Manchmal wurde diese Zungenanomalie (Landkartenzunge) durch die Schulmedizin mit Soor verwechselt oder als Lebererkrankung gedeutet. Nach jahrelangen Beobachtungen kann ich heute sagen, dass sie hauptsächlich bei Frauen mit Hormonstörungen auftritt (Blutungsanomalien, Myome usw.)

LG Rawotia
 
Themenstarter
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30.07.15
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Hallo,
vielen Dank für die vielen Informationen.

Ich habe am kommenden Freitag einen Termin bei einem Umweltzahnarzt und möchte mich dort über die verschiedenen Möglichkeiten für eine Allergietestung informieren. Ende August habe ich dann noch zusätzlich einen Termin im Klinikum für einen Epikutantest. Bei allen Tests sollte natürlich der Schwerpunkt auf das Austesten der Komposite sein.
Ich muss aber auch gestehen, dass ich aufgrund verschiedener schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit mit Heilpraktikern etwas Vorbehalte gegen all die Tests habe, die nicht wissenschaftlich anerkannt sind. Oftmals sind solche Tests einfach nicht aussagekräftig bzw.es spielt das Geld die wesentliche Rolle. Ich kenne mich mit den Tests auf Unverträglichkeiten in der Zahnmedizin überhaupt nicht aus und kann es deshalb für mich auch schlecht bewerten. Aber ich betrachte die Tests wie LTT, BDT, Störfelddiagnostik etc..erstmal kritisch, da sie nicht billig sind und die Aussagekraft der Tests wurde hier im Forum schon kontrovers diskutiert (zumindest was ich bis jetzt gelesen habe). In mehreren Beiträgen wurde beschrieben, dass bei den Tests nichts gefunden wurde und trotzdem Allergien bestanden bzw. dass ein positiver Test noch nicht den Rückschluss gibt, dass die Symptome davon kommen. Ich tue mich aktuell einfach ein bisschen schwer damit, das alles richtig einzuschätzen. Aber wahrscheinlich gibt es auch keine anderen Alternativen. Was mir auch noch zu denken gibt, ist, dass der Zahnarzt schon allein deshalb ein Eigeninteresse haben könnte, eine Unverträglichkeit auf die Komposite zu diagnostizieren, da er dann vermutlich vorschlägt, eine Sanierung mit teuren Keramikfüllungen vorzunehmen. Bei dem Umweltzahnarzt, bei dem ich nun einen Termin habe, wird vor allem das Verfahren „Cerec-Keramikinlays“ beworben. Bei der großen Anzahl meiner Kompositfüllungen ist das ein lukratives Geschäft.
Wie gesagt, ich bin neu auf dem Gebiet und muss erst meine Erfahrungen machen. Aber ich bin generell sehr vorsichtig in Bezug auf neue Verfahren, die auch nicht billig sind und von der Kasse nicht anerkannt werden. In wieweit sind es sinnvolle Alternativen, in wieweit ist es pure Geldmacherei? Was meint ihr dazu? Anvisiert habe ich den LTT-Test auf Komposite. Wie seht ihr die Aussagekraft?
Viele Grüße
Wolfgang
 
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08.11.10
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Hallo nibbana,

Bei dem Umweltzahnarzt, bei dem ich nun einen Termin habe, wird vor allem das Verfahren „Cerec-Keramikinlays“ beworben.
Ich halte Keramikinlays auch für die beste Lösung. Handelt es sich um Zirkoniumoxid-Keramik? Diese haben ein sehr geringes Allergiepotential.

Viele weitere Alternativmaterialien gibt es ja nicht. Wenn es nur 2 - 3 Zähne wären, ginge auch Glasinomer-Zement.

In wieweit sind es sinnvolle Alternativen, in wieweit ist es pure Geldmacherei? Was meint ihr dazu? Anvisiert habe ich den LTT-Test auf Komposite.
Ich habe mich auf verschiedene Infektionen und Nickelallergie mittels des Lymphozytentransformationstest testen lassen und halte diesen Test zu 100 % für seriös.

Das Problem beim LTT ist eher, dass dieser nicht direkt negativ oder positiv ist, sondern das Ergebnis ist eine Zahl zwischen 1 und 50 (oder so in etwa) und dann braucht es jemanden, der das interpretieren kann. Also bevor du den Test machen lässt, vergewissere dich, dass man dir den auch gleich auswertet.

Über den Basophilen-Degranulationstest weiss ich auch nichts weiter, halte diesen jedoch auch für seriös. Ruf doch einfach mal beim IMD Berlin an und frag was sie dazu sagen.

Ich denke fast, dass der Basophilen-Degranulationstest die bessere Wahl ist aber wie gesagt, ich würde mich da einfach erstmal telefonisch beim IMD beraten lassen.

Störfelddiagnostik, dafür würde ich z.B. kein Geld ausgeben.

Den Epikutantest würde ich auf jeden Fall machen. Soweit ich weiss, bezahlt die Kasse den Austausch der Füllungen, wenn eine positiver Epikutantest vorliegt.

Bei dem ist ja auch die Dauer entscheident. 24 Stunden, 48 Stunden oder mehrere Tage.

Angenommen du hast die Allergie durch den LTT oder BDT schon bestätigt, dann hilft dir das vielleicht eine längere Testdauer für den Epikutantest durchzusetzen und damit erhöht sich die Chance, ein positives Resultat zu bekommen. Was dann die Kosten oder einen Teil der Kosten für die Inlays spart.

Grüsse
derstreeck
 
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17.07.10
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Hallo nibbana,

in dem Buch "Lebensquell Schüßlersalze" wird bei einer Landkartenzunge das Salz Nr. 8 (Natrium muriaticum (cloratum) D6 empfohlen.

Dosierung: Früh morgens eine Tablette einnehmen (höchstens 4 Wochen lang) und 10 bis 15 Minuten wirken lassen. Eine Mischung mit dem Salz Nr. 3 wirkt ergänzend.
 
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