Krankenhaushasser

James

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VRE wird gerade durch Vancomycin gefördert, ich tippe wirklich eher auf ein mögliches MRSA-Problem welches man nur nicht zugeben möchte. Aber leider sind das Spekulationen, die uns hier nicht weiter bringen und Deinem Bekannten nicht helfen. Die Wahrheit, die hinter der merkwürdigen Verordnung steckt werden wir vermutlich nicht erfahren und ein Restrisiko wird es leider so oder so geben...Aber ich denke, dass man in der Klinik jetzt "vorgewarnt" ist und sich deshalb eher bemühen wird, dass nichts passiert. Zumindest ist das meine eigene Erfahrung aus ähnlicher Situation.

Gruß, James
 
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wundermittel
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Dann wolle wir mal das Beste hoffen !

Das Krankenhaus ist Lehrkrankenhaus von dem, in dem die Doku "Die jungen Ärzte" gedreht wurde, aus der ich die Videos "MHH Hygiene" zusammengebastelt habe.

Ich werde mal ein paar Photos daraus ausdrucken - nach dem Motto: so bitte nicht ;)

Vielen Dank !
 

James

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Ich wurde selbst mal in der MHH operiert (HNO, Prof. Lenarz). Das war zwar schon vor mehr als 10 Jahren, damals fühlte ich mich aber gut aufgehoben. Es mag in den einzelnen Kliniken zwar Unterschiede geben, habe aber aus der Erinnerung keine Negativmeldungen.

Gruß, James
 
regulat-pro-immune
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Mein Bekannter wird in einem Lehrkrankenhaus der MHH operiert.

Mit der HNO der MHH hast Du aber Glück gehabt ! Dort war mein Vater zu seiner Ohr - OP und das war der Anfang von seinem Ende. Er bekam dort vier neue Keime und ein falsches Antibiotikum.

Hast Du mal meine Videos von der MHH angesehen (Hier unter Videos)?

Teil zwei ist über eben diese HNO. Da sieht man Ärzte, die die chirurgische Händedesinfektion mit Uhr um oder überhaupt nicht machen, Ärzte, die ohne OP - Kittel operieren - mit bloßen Armen in der OP - Bereichskleidung, in der sie vorher Akten durch die Gegend getragen haben, Ärzte, die die OP - Haube nicht über den Haaren/dem Bart tragen und Ärzte, die im OP ohne Handschuhe und mit Uhr um am vorbereiteten Patienten rummachen. Und auf Station wird das Sterillium gänzlich ignoriert.

Das sind die Fehler, vor denen ich Angst habe.
 

James

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Ich hatte dort eine sehr komplizierte Schädel-OP wegen eines atypischen Morbus Meniere. Das war jedoch Ende der 90-iger Jahre. Aus neuerer Zeit habe ich nur die Information, dass Teile der Klinik sich dem MRSA-net angeschlossen haben, was natürlich nichts zu den tatsächlich bestehenden Verhältnissen zu tun hat.
Videos kann ich mir nicht ansehen, weil ich per Satellitenverbindung am Internet hänge, bezweifle jedoch Deine Aussagen überhaupt nicht...Leider kenne ich etliche Patientenschicksale, die -hätte man etwas mehr Sorgfalt walten lassen- weniger tragisch verlaufen wären.

Gruß, James
 
regulat-pro-immune
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Übrigens: Die Operation meines Bekannten ist sehr gut verlaufen:

Er hat (angeblich) kein Vancomycin bekommen, dafür aber den ersten OP-Termin am Tag der Operation und wir haben dort mit dem mikrobiologischen Bericht rumgewedelt, auf dem man sehen konnte, dass er keine pathogenen Keime hatte.

Und tatsächlich haben die es geschafft ihn zu operieren ohne ihn zu verseuchen!

Und das, obwohl auf dem selben Gang ein Isolierzimmer war, aus dem (ohne Kittel) ein Opa kam, der spazieren ging und sich dann auf einen Stuhl im Gang setzte, die Maske abnahm und kräftig hustete (Bilder davon auf meiner Seite unter „MRSA Vinzenz“) …….

Aber die AOK zahlt leider die mikrobiologische Untersuchung (über 70,00 €) nicht, weil es sich bei der Untersuchung um eine „Wunschleistung“ handelt, wenn der Patient in den letzten sechs Monaten nicht mindestens an vier zusammenhängenden Tagen stationär im Krankenhaus war.

Versteh ich nicht! Die Krankenhäuser sagen doch immer, dass die Keime von den Patienten ins Krankenhaus mitgebracht werden!

Tja, früher hatte man andere Wünsche als den, im Krankenhaus nicht verseucht zu werden!
 

James

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Genau so mache ich das auch!
In den letzten Jahren mußte ich mehrfach ein Krankenhaus aufsuchen und habe dabei immer schon bei der Aufnahme einen aktuellen mikrobiologischen Bericht von mir mitgebracht, aus dem hervor ging, dass ich kein Träger von Krankenhauskeimen bin. Auf meine laut geäußerte Forderung auch so wiieder entlassen zu werden, habe ich noch nie eine negative Resonanz erhalten. Eher war das Gegenteil spürbar...die Ärzte grinzten hinter vorgehaltener Hand....und bisher hat es auch jedes mal geklappt!
Bisher brauchte ich für das Screening nie was zu zahlen.
 
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Kennt ihr schon die Seite medleaks - Whistleblowing im deutschen Gesundheitssystem ?

Hier findet man (leider viel zu wenige) Beiträge von Gesundheitsmenschen, die etwas ändern wollen.

Hier ein paar Ausschnitte:

Aber von Chefärztlicher Seite wird dann einfach jeder VRE-TEST und jeder Kontakt mit der Hygiene untersagt. Eine Meldung an das RKI oder das Gesundheitsamt wird streng untersagt.
Und weiter unten:
Interessant sind hier die Messpunkte die vom Qualitätsmanagment erhoben werden: z.b. verbrauch von sterilium, sterilem material. Das führt nun dazu, dass ganze räume mit monatlichen bestellungen von sterilium überflutet werden, um einen hohen stand der hygiene vorzugaukeln. Benutzt wird es nicht, und nach der langen Lagerung verfällt es sogar.

ich kann diesen Brief nur bestätigen, in unserer Berliner Klinik ist es im Umgang mit den typischen multiresistenten Erregern ähnlich: nach einigen positiven Ergebnissen wird das Screening abgebrochen und einfach keine Proben mehr genommen. Das wird von oberärztlicher Seite her untersagt

Da in vielen Krankenhäusern die Qualität der Hygienemaßnahmen daran festgemacht wird, wieviel Desinfektionsmittel verbraucht wird, sieht man jetzt immer öfter Pflegepersonal im Spülraum, eben dieses Desinfektionsmittel im Ausguss entsorgen ... nur, um so die Verbrauchszahlen nach oben zu treiben.

Inzwischen haben viele Häuser ihre Hygienevorschriften dahingehend geändert, dass nach MRSA-OP im laufenden Programm nur eine Zwischenreinigung nötig ist. Auch MRSA im Aufwachraum ist kein Problem mehr.
 
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Hallo James,
ich versuche ja nach wie vor verzweifelt herauszubekommen, wieso die Krankenhäuser immer wieder behaupten, dass über 80 % der MRSA-Fälle mitgebracht werden.

Kannst Du nicht mal zusammenrechnen, wie oft Du nach Deiner MRSA-Infektion in Krankenhäusern warst?

Bei Dir wurde doch wahrscheinlich auch nur einmal als nosokomial und alle anderen Aufenthalte als mitgebracht gezählt?

Du bist doch ein Paradefall für diese Statistikfälschung.

lg Silke
 

James

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Hallo Silke,

bei mir war es so:
Den Keim habe ich 2003 nach einer OP sowohl in einer 50 cm² großen Hautentnahmestelle als auch im Knochen des Mittelfußes gehabt. Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich die Infektion genau während dieser OP erhalten habe. Anschließend verschiedene Antibiotika, dann -als sie nicht wirkten- eine Vakuumbehandlung des Fußes und Silberionen auf die Hautwunde. An der Haut entwickelte sich Granulat und es schien zu heilen, nach einigen Tagen war der alte Zustand wieder da. Man füchtete zu dieser Zeit, dass ich eine Sepsis bekomme und ich wurde schon darauf vorbereitet dass das komplette Bein bis zur Hüfte amputiert werden muß. Dazu kam es zum Glück nicht. Mein Bettnachbar hatte ein ähnliches Problem, auch bei ihm eiterte es aus dem Mittelfuß. Ich wurde mit den offenen Wunden OHNE Aufklärung zur Reha entlassen. Dort konnte ich so gut wie an keiner Maßnahme teilnehmen außer etwas Muskelaufbau (was nach 6 Monaten Liegezeit eben so ist). Dort erst habe ich die Empfehlung bekommen die Wunden durch einen Hautarzt untersuchen zu lassen weil auch in den 5 Wochen bei der Kur sich nichts veränderte. Nach der Reha habe ich das gemacht und am nächsten Tag zum ersten mal das Wort "MRSA" gehört...
Toll, nicht? Der Hautarzt war Klasse. Trotz seines Alters (so an die 80!!!) mixte er mir gleich eine Salbe zusammen und schon wenige Tage später war die Haut verheilt. Die Schwester, die jeden Tag bei mir zum Verbandswechsel auftauchte, konnte das gar nicht fassen. Für sie war MRSA auch ein Fremdwort und es dauerte noch ein paar Tage bis auch sie Handschuhe und ein Desinfektionsmittel benutzte ehe sie zur nächten Oma mit offenen Beinen weiter fuihr....Am Mittelfußknochen konnte man allerdings mit der Salbe (leider kenne ich die Zusammensetzung nicht) nichts machen und ich habe mir später dann auf eigenen Wunsch den Unterschenkel amputieren lassen. Leider hat sich jedoch der Schmerz in meine Festplatte so stark eingebrannt, dass ich den Rest meines Lebens mit einem Opiat-Pflaster auskommen muss.
Seit der Amputation (da war ich auf der ISO) bin ich zig mal getestet worden und schon öfters im KH gewesen. Bisher immer zum Glück negativ. Den Befund habe ich jedes mal schon bei der Aufnahme vorgelegt und immer dabei gebeten so wieder entlassen zu werden. Hat bisher immer ein breites Grinsen bei den Ärzten verursacht, nie Probleme gemacht und immer geklappt.
 
regulat-pro-immune
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Hallo James,
au man, seit 2003 ! Du hast aber doch nicht die sechs Monate durchgehend im Krankenhaus verbracht? Wann wurde denn der Fuß amputiert und wie oft warst Du bis dahin im Krankenhaus?

Zu der Zeit habe ich noch in keiner Weise etwas von MRSA oder überhaupt von Krankenhauskeimen gewusst. Krankenhaus war immer ein Ort, wo es ätzend nach Desinfektionsmitteln stinkt. Heute würde ich mir wünschen, dass es dort wieder etwas mehr danach riechen würde ……

Und das traurige ist, dass es heute, 10 Jahre später, immer noch reine Glücksache ist, ob man nach einer Infektion früh genug und richtig behandelt und ausreichend aufgeklärt wird – sei es aus Unkenntnis oder aus Gründen der Vertuschung.

Ich bin stolzer Besitzer des Spiegels Nr. 22 aus dem Mai 1988. Die Titelstory war „Krank durchs Krankenhaus“ – darin sind drei Artikel zu dem Thema. Den habe ich mir mal bei ebay bestellt, als meine Mutter gestorben war und ich mit meinen „Forschungen“ begann. Darin steht aber noch nichts von MRSA oder ORSA – aber wohl etwas von Staphylococcus aureus und von Resistenzen.

Den Spiegel kann man sich im Internet ansehen:

DER SPIEGEL 22/1988 - Inhaltsverzeichnis

Im Januar 2008 habe ich einen Jubiläums- Brief an den Spiegel geschrieben – den habe ich hier mal hochgeladen.

Der erste Teil von der Geschichte meines Vaters ist jetzt auf meiner Seite fertig – über seine Ohr OP in der MHH – wenn Du Lust hast kannst Du Dir das ja mal ansehen und mir sagen, was Du dazu meinst.

Lg Silke
 

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James

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Hallo Silke,


doch....leckere 6 Monate mit 9 OP`s, davon 5 Wochen künstliches Koma, das volle Programm nach einem "Kunstfehler", der mir noch zusätzlich eine zuvor gesunde Niere gekostet hat.
Seit 2005 versuche ich die Keimgeschichten an den Mann/Frau zu bringen, zuerst über die Politik (bitte nicht lachen), dann über die Medien und Internet. Hier bei Symptome haben sich im Wiki 300.000 Leute schon über MRSA informiert, über ESBL sogar noch mehr.
Danke für Deinen Hinweis auf den Spiegel. War mir bisher noch nicht bekannt....
 
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Hallo James,
nein, ich lache nicht – eher das Gegenteil.

Ist die Niere von den Medis kaputt gegangen?

Nachdem nun sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Generalstaatsanwaltschaft festgestellt hat, dass bei meinem Vater keine Behandlungsfehler gemacht wurden, habe ich nun eine Petition an den Bundestag geschickt, damit die abklären, ob das Gutachten der MHH ein Gefälligkeitsgutachten war.

Wie kann man sich noch an die Politik wenden? Was kann ich noch unternehmen?

Bei denjenigen, die Deinen Wicki betrachtet haben, waren bestimmt auch einen Menge unwissende Ärzte ! Der Gutachter der Staatsanwaltschaft hat sich sein Wissen über den Pseudomonas a auch bei Wikipedia besorgt und per copy und paste fast eins zu eins in sein „fachwissenschaftliches Gutachten“ kopiert. Deshalb konnte der arme auch nicht wissen, dass man von P. a. auch eine Sepsis bekommen kann – das steht bei Wikipedia nicht drin.

Er hätte wohl lieber bei Dir abschreiben sollen!

Lg Silke
 

James

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Hallo Silke,

es gibt ein Programm welches Plagiate raus filtert. Man kommt dann doch ins Staunen, wie oft und auch WO Inhalte unserer Seiten erscheinen. Da es mir jedoch um Information geht, habe ich überhaupt nichts dagegen....im Gegenteil!

Kurzversion meiner Geschichte:
Die Niere ist durch ein falsch angesetztes Haltesystem bei einer Bauch-OP kaputt gegangen. es wurde nicht nur der Harnleiter, sondern der gesamte Nierenkelch zerfetzt. Die Rekonstruktion gelang letztlich nicht, Urin kam in den Bauchraum. Bei der Aufregung hat man dann vergessen das Bein wieder an den Blutkreislauf anzuschließen. Die Folge war ein Kompartmentsyndrom und letztlich das Absterben der Zehen. Dann erst kam noch MRSA als Patengeschenk dazu...
Zur Politik:
Ich habe damals was über den Bund machen wollen und hatte sowohl Glück (eine Fraktion nahm das Thema auf) und Pech (es war die Linke....und wurde abgeschmettert).
Bei den Medien hatte ich mehr Glück, sowohl einige Print-Medien als auch TV-Produktionsfirmen habe ich mit Material versorgen können, es ist sogar ein ganzer Thementag bei ARTE (2-sprachig D/Fr) daraus entstanden. Zwar insgesamt kleine Erfolge, aber besser als nichts.
Momentan habe ich ein echtes Problem. Man bekommt so gut wie keinen Betroffenen vor die Kamera, da so eine Infektion ähnlich wie Aussatz oder Syphillis vor Nachbarn, Freunden und Arbeitgeber verheimlicht wird und ich als "Vorzeigepatient" nach der 100.Aufnahme mich selbst als nicht mehr glaubwürdig betrachte. Ist schon komisch....Du hast Dich bei einer meiner Suchen ja gemeldet....die Redaktion wollte aber sicher einen selbst Betroffenen...trotzdem Danke
Mit Behandlungsfehlern und den Wegen, die Patienten beschreiten können beschäftige ich mich über eine Arbeitsgruppe von Betroffenen und Fachleuten, wobei gerade Hygienefehler das problematischste Gebiet sind aber eben nicht mehr aussichtslos!!! Da hat sich in den letzten Jahren zum Glück doch grundsätzlich was für Betroffene geändert.
 
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In der letzten Nacht hatte ich einen bösen Albtraum:

Mehrere Regierungsmitglieder – darunter auch Mutti Merkel – wurden im Krankenhaus mit fiesen Krankenhauskeimen infiziert. Daraufhin ging eine Welle der Empörung durch Deutschland und es wurde sofort ein neues Gesetzt erlassen, dass die Verseuchung von Patienten mit Krankenhauskeimen in Krankenhäusern unter Strafe stellt.

Später wurden sämtliche Daten der elektronischen Krankenkassenkarten der Regierungsmitglieder – auch die von Mutti Merkel - in der New York Times veröffentlicht. Daraufhin ging eine Welle der Empörung durch Deutschland und die elektronischen Krankenkassenkarten wurden sofort verboten.

Der Albtraum muss irgendetwas mit Mutti Merkels Handy zu tun gehabt haben ……..
 
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