Meiner Meinung nach, Beton rein bis es überschwappt und Kunstwerk drauf schreiben oder direkt daneben ein 1500 Meter tiefes Loch graben und den ganzen Reaktorkern mit allem sonstigen Müll da reinschmeissen.
Da ist sie wieder, Deine Ignoranz:
Ein Endlager ist nicht einfach ein tiefes Loch, sondern eines, das auf 100'000e Jahre gesichert ist gegen Austreten von Spaltprodukten und Strahlung. Aber im Grunde hast Du recht: Das Zeug muss von der Erdoberfläche verschwinden, aber NACHHALTIG, wie das in Lucens oder Greifswald geübt wird!
Auch wenn das hier scheinbar einigen Mitlesern missfällt sollte man langsam zur globalen Erkentnis kommen das diese Technologie nicht sonderlich menschenfreundlich ist und damit global abgeschafft gehört.
Da hast Du vollkommen recht.
Man kann zwar die Schwebeteilchen aus dem Wasser fischen aber nicht das Wasser selber dekontaminieren. D.h. das Wasser ist und bleibt radioaktiv egal wie oft und durch welche Filtersysteme man es schicken wird !
Das "Wasser selbst" ist nicht radioaktiv. Es sind die darin gelösten radioaktiven Stoffe. Ich sehe nicht ein, wieso es nicht möglich sein soll, diese abzutrennen. Nötigenfalls eben mit neu zu entwickelnder Technologie.
Jedenfalls würde auch das ins-Meer-Schütten dieses Wassers bedeutend weniger Radioaktivität freisetzen, als Dein Hauruck-Vorschlag zur Entsorgung des ganzen Reaktors im freien Fall, was ja eine vollständige Öffnung des Continments bedingen würde, an dessen Boden sich wahrscheinlich der ganze geschmolzene Reaktorkern in unkonntrollierbarem Zustand befindet. Und das Wasserproblem hättest Du damit ohnehin nicht gelöst.
Fakt ist, dass in Fukushima ein unhaltbarer Zustand entstanden ist, der die Menschheit über Jahrzehnte beschäftigen wird. Ob man gegen oder für Kernenergie sei, ob man mit grotesken Vereinfachungen polemisiere oder bereit sei, die Sache in ihrer ganzen, langfristigen Tragweite anzuschauen, ändert dabei nichts.
Vor dem Hintergrund der multiplen Reaktorkatastrophe von Fukushima erscheinen die Sicherheitsvorstellungen der Sicherheitsbehören, Betreiber und Hersteller von Reaktoren geradezu kindisch, hier am Beispiel der
Richtlinie für schweizerische Kernanlagen - HSK-R-40/d - März 1993
"Gefilterte Druckentlastung für den Sicherheitsbehälter von Leichtwasserreaktoren,
Anforderungen für die Auslegung"
https://www.ensi.ch/fileadmin/deutsch/files/R-040_D.PDF
Stellvertretend für die lange Reihe von krass optimistischen Fehlannahmen zitier ich mal diese hier:
- Autarkie der Instrumentierung für ca. 100 Stunden.
- Funktionsfähigkeit des Systems auch bei Ausfall der nicht zum System gehörenden elektrischen Einrichtungen.
In Fukushima ist bis heute die Stromversorgung nicht wieder hergestellt, also ein vielfaches der Auslegungszeitraumes für die in der Richtlinie vorgesehenen Nachrüstungsmassnahmen. Eine solche Nachrüstung bestand an den Reaktoren von Fukushima zwar ohnehin nicht, hätte aber, so ist zu befürchten, eine schwerwiegende Havarie auch nur verhindern können, wenn dabei der Tsunami als Auslegungsgrundlage berücksichtigt worden wäre.
Deshalb bleibt die Forderung:
Die AKWs müssen vom Netz.
Das "Restrisiko" bleibt auch bei "best praxis" in Betrieb und Nachrüstung untragbar.
Mit dem Abschalten ist es allerdings noch nicht getan, wie der leere 4. Reaktor von Fukushima zeigte: Das Abschalten ist nur ein erster Schritt einer jahrzehntelangen Kette von Massnahmen bis zur "sicheren" Endlagerung.
Das ist an die Hand zu nehmen, solange die Gesellschaften in den Betreiberländern noch einigermassen stabil und sich der Gefahr bewusst sind. Sonst drohen ungeahnte Gefahren für (ahnungslose?) Menschen künftiger Generationen.
Mit Hauruckmethoden à la Mike kriegt man das nicht in den Griff, siehe Asse!
Strahlende Grüsse
Puistola