Kontra Atomkraft! Was sonst!

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08.07.09
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Habe soeben mit "VERIVOX" einen unabhängigen Stromvergleicher telefoniert, und wollte wissen welcher Anbieter "grünen Stroms" günstig ist, und für mich in Frage käme.

Daraufhin erhielt ich die Antwort, das es keinen reinen "grünen Strom" gibt. Jeder Stromanbieter kauft seinen Strom von allen möglichen Quellen ein.

Wer sich für "Ökostrom" entscheidet, fördert zwar die erneuerbaren Energien zu 100% mit seiner Abschlagszahlung, erhält aber immer ein Stromgemisch aus Wasserkraft, Photovoltaik, Atomkraft etc.

Also selbst wenn ab morgen alle Haushalte "Ökostrom" bezahlen, und damit die erneuerbaren Energien fördern, würden die AKW´s weiter betrieben werden.

Find ich enttäuschend :confused:

Gruß
Tanja
 
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11.01.10
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Dass die Atomtechnik unbeherrschbare und existenzielle Gefahren mit sich bringt ist überhaupt nicht neu. Gut wenn nun endlich mehr Leute dies erkennen und sich zu Wort melden.
Die Gefahren sind so brutal, dass es keine Rechfertigung geben kann, ob wir nun diesen Strom brauchen oder nicht.
Die Diskussion um Alternativen führt aufs Glatteis! Natürlich gibt es Alternativen, doch auch wenn es diese nicht gäbe, hätte niemand ein Recht, soche Gefahren in die Welt zu setzen!
Es gab eine Zeit vor AKW und es wird eine Zeit nach den AKW geben, das wird spätestens beim Ende des Kernbrennstoffs sein, in 40 bis 100 Jahren, je nach Expertenschätzung.
Kernenergie eine idiotische, unnötige, kurzfristige Episode mit Auswirkungen auf künftige Generationen, die vom "Segen" der Kernkraft weder profitieren noch mitreden konnten.
Die "friedliche Atomkraft" deckt nur ungefär 2,5 bis 5 % des weltweiten Endenergiebedarfs. - tant de misère pour un omelette :-((((( -
ALSO alles sofort abstellen!
 
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18.04.08
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Ist ja schon heftig, wie der Reaktorbetreiber in Tschechien reagierte.

So ungefähr; gut wenn die Deutschen die Atommeiler abstellen, somit würde sein Geschäft aufblühen....:eek:

Ich kann nur sagen "Boykottieren!!!" Nur WIR können das ändern!!!!

Wir nutzen schon immer Ökostrom und fahren damit sehr gut.


Viele Grüsse, Angie
 
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02.01.11
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Ich weiß nicht, ob diese Rede hier schon reingestellt worden ist.
Sie ist beachtlich und konsequent, ich habe sie gerne gehört:


 
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16.02.05
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Es muss unter höchster Gefängnisstrafe verboten werden, dass Banken und Großunternehmer die Politik bestechen.

?

Wo ist der Unterschied... wenn die Politiker gehen besetzten sie ihren leicht angestaubten Sessel in diesen Unternehmen wieder ! Hier muss gar nicht bestochen werden sondern die Lobbyisten kommen aus diesen Reihen oder legen sich in die frisch bezogene Bettwäsche wenn Sie aus der Politik aussteigen. Es gibt kaum sog. "Politiker" die man nach Ihrer Amtszeit (wenn Sie brav waren !) nicht in irgendeinem Vorstand wiederfindet. Dies war bis in die 80er Jahre übrigens nicht so... irgendwie waren die Politiker bis da noch Überzeugungsentscheider.

Ausserdem, wenn man für heimtückischen Mord hierzulande gerade mal 25 Jahre auf Bewährung bekommt... wie mag das Strafmass für Bestechung aussehen ? Die heimische Politikverdrossenheit (die auch noch von oben moniert wird!) kommt ja nicht von ungefähr. Ungeschoren werden Gesetze und Entscheidungen gegen den Willen des Volkes verabschiedet. Es existiert (mit offenen Augen betrachtet) eine Demokratie auf höchster Ebene aber keine aus dem Volk heraus.

Aber mal kurz zum Thema sollte doch längst aufgefallen sein das genau die Länder die so schön viele AKW´s haben auch relativ viele Atombömbchen haben. Aus diesem Grundgedanken sollte dem nachdenklichen Mitmenschen aufgefallen sein dass diese Länder zudem nicht explizit Urananreicherungstellen für Bömbchen haben sondern, dass, wenn ein Herr Ahamedischad ein ziviles AKW bauen will, gleich die IAEO gewehr-parrat steht und von militärischer Nutzung spricht. Ergo sind die vielen lieben AKW´s vermutlich im Dual-Use und werden ebenso für die militärische Verwendung dringend benötigt.
Ein Abschalten hätte kapitale logistische Folgen wenn wir weiterhin auf die scheinbar beliebten Atombomben setzen.

Die Parallelen zum BP "Unfall" letztes Jahr sind übrigens nicht zu übersehen. Es gibt scheinbar nur einen Sender der über die Geschehnisse berichtet, es wird verschwiegen, beschwichtigt, vertuscht soweit es geht und dann noch eine Live-Schaltung vom Hubschrauber auf die Unfallstelle wo man eh nicht mehr als ein paar Trümmer sehen kann. Das alles in einem angeblich hochtechnisierten Land wie Japan wo Honda seit Jahren mit Ihrer Robotik wirbt. Es ist irgendwie grotesk das eine Weltgemeinschaft es weder in Haiti noch an einem havarierten Containment hinbekommt in Windeseile die richtigen und besonnenen Vorschläge zu analysieren und zu realisieren. Dass Amerika sich jetzt eingemischt hat verwundert mich auch nicht denn im unglücklichsten Windfall weht der Dreck direkt an die Westküste der Staaten. Hier steht Eigennutz gegen angebliche Hilfsbereitschaft.

Kommen wir dann zum Schluss... es braucht vermutlich auch erstmal einen hellen Blitz am Horizont, in einem zivil genutzen Bereich dieser Erde, dass man mal kapiert dass auch diese "hochsicheren" Atombomben irgendwann mal marode werden und in Eigenverantwortung Ihrer Sinnbestimmung gar nicht so sicher sind wie die meisten Menschen annehmen.

Aber... das Traurige an der Sache... 5 vor 12 reicht den sog. Experten ohne Ahnung und Namen leider nicht aus und so muss erstmal was Dickes passieren bis der Angstschweiss die Verantwortlichen aus ihren vergoldeten Sesseln treibt.

Die Hoffung, wenn alle Ihre Steuern und die GEZ bezahlen, dass dann alles schon gut werden wird reicht bei weitem nicht aus um hierzulande noch was zu bewegen. Wer wirklich an Alternativen interessiert ist muss lesen, lernen und selber forschen. ... der Haken an der Geschichte ist, das man dabei über seinen Schatten springen muss und angebliche Fakten selber prüfen darf und muss. Das kostet Zeit, Geld und Nerven... und davon hat die eh schon ausgeglühte Generation um 40 nichts mehr übrig. Das haben die selbsternannten Versorger schon ganz gut im Griff mit Ihren Abgaben, Steuern und stetig schwelenden Preisen in alle Himmelsrichtungen.

Mit einer kleinen Vorschau auf das Wochende verabschiede ich mich dann mal.

1. Alle "wichtigen" Mitarbeiter wurden von der Betreiberfirma "Tapco" in Japan vom defekten Reaktorbereich abgezogen... übrig sind ein paar arme Schrauber deren Familien noch nicht mal eine lebenslange Versorgung zugesichert bekommen haben.
2. Die Gesamtsituation ist auch für die Dagebliebenen von Beton und Stahl verbaut und kann erst nach Räumung des Schutts gesichtet werden.
3. Die Verdampfungsenergie des eingesetzen "Kühlwassers" aus Löschfahrzeugen führt zur weiteren thermischen Verformungen der Gesamtsituation. Zudem erhöht Sie die Gesamtstrahlenbelastung der nahen Region.
4. wird sich rausstellen dass defekte Pumpen mit noch so viel Strom nicht laufen.

Mein Vorschlag wäre gewesen das man den gesamten Block 4 mit einer Bor-Sandfüllung geschlossen hätte. Die einsetzende Glasschmelze hätte den Prozess wenigstens deutlich verlangsamt und ich habe gerade gelesen dass Sie es mit "normalem" Sand und einer Betondecke dann machen wollen.

Ärgerlich ist für die "Anleger" natürlich das der mögliche GAU dann am Wochende passiert und sie nicht wissen ob sie die Aktien halten oder verkaufen sollen... (schwarzer Humor!)

Was hier definitv fehlt und von hoch dotierten PR-Agenturen weltweit unter den Teppich gefegt wird sind Namen... reale Namen von Menschen die scheinbar aus niedrigen Beweggründen einen dermassen unpassenden Standort gewählt haben. Überall in Japan werden Städte mit Deichen gesichert... warum nicht auch wirklich sensible Bereiche wie wassernahe AKW´s ?

Bleibt die Frage ob wir morgen noch in der Lage sind ohne Hintergedanken einem Japaner die Hand zu schütteln und ob man nicht lieber doch einen Geigerzähler kauft bevor der nächste Toyota angeschafft wird.

Es bleibt jedoch die Hoffnung dass der Mensch schnell vergisst und verdrängt... denn unter gegebenen Umständen wäre eine Weltgemeinschaft aufgefordert Ihr Know-How in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen. Für eine popelige 1,5 km lange Stromversorgungsleitung hätten die Chinesen jedenfalls nicht 5 Tage bebraucht !

Leider gibt es hier nur einen Weg (der steinig und unbequem ist) aus der Lage... dieser heisst Eigenverantwortung, Selbstbestimmung und Handlungsbereitschaft. Solange wir jedoch von Paragraphen, Faulheit oder Beschäftigungstherapien und Berieselungsmaschinen davon abgehalten werden muss halt was Schlimmeres passieren damit die Leute aufwachen.
Mein Vorschlag wäre übrigens genau diese Leute die sich Experten nennen mit ihren ach so harmlosen Aussagen direkt zu konfrontieren. Wer meint dass Amalgam harmlos ist hat nichts anderes verdient. Wer meint dass AKW´s harmlos sind soll mit seiner Familie bitte direkt daneben wohnen müssen. usw. usw. unter dieser Bedingung würde die eine oder andere Aussage sicher noch mal genauer in Betracht gezogen und deutlich genaueren Kriterien unterworfen.

Wr kontrolliert eigentlich die Kontrolleure ?

Warten wir halt auf die Wirtschaftskrise... und wenn das nicht hift... es kommt bestimmt noch schlimmer !

Abschliessend möchte ich noch erwähnen das es weder einen Super- noch einen Mega- oder Ultra-GAU gibt. Was hier von den Medien verbreitet wird ist schlichtweg Humbug und zeigt worum es geht... Auflagen und Werbeplacement. Ebenso sind wir in diesen Medien in Bild und Wort einer selektiven Katastrophe ausgesetzt... Bilder von stehenden Städten oder funktionierender Infrastruktur werden einfach ausgeblendet und hinterlassen den schalen Geschmack dass ganz Japan irgendwie dem Untergang geweiht ist. Dass manch einer schwachen Seele hier ein Trugbild vorgegaukelt wird ist den Medienselektoren vermutlich garnicht bewusst und so verschanzen und jodieren sich schon die Ersten vor einer möglichen Katastrophe am anderen Ende der Welt die sie vermutlich gar nicht erreichen wird.

Was einen übrigens nicht davon abhalten sollte für den Katastrophenfall (kann ja auch mal was kleines sein, wie Stromausfall oder Versorgungsengpass) entsprechend gerüstet zu sein um mal ein paar Tage autarg durch zu kommen.

Ich möchte übrigens noch eine durchaus positive Botschaft rüberreichen auch wenn diese sicher von einigen falsch interpretiert wird. Dieses Erdbeben war eine gute Sache (nicht die Folgen !) weil damit der Insel das Damoklesschwert des seit jahren von Geologen angekündigten Grosserdbebens genommen wurde. Dass irgendwann in naher Zukunft mal sowas passieren würde war Allen bewusst und nachdem es jetzt passiert ist, werden schon bald so einige Leute in Japan für ein paar Jahre oder Jahrzehnte aufatmen können sofern Sie die Reaktorgeschichte und die Versorgungslage in den Griff kriegen.

Solange also Geld, Gier und Angst die Welt regiert wird man es schwer haben Entscheidungen auf Sachverstand durchzusetzen.
 
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09.09.08
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Wuhu,
?
...
Abschliessend möchte ich noch erwähnen das es weder einen Super- noch einen Mega- oder Ultra-GAU gibt. Was hier von den Medien verbreitet wird ist schlichtweg Humbug und zeigt worum es geht... Auflagen und Werbeplacement. Ebenso sind wir in diesen Medien in Bild und Wort einer selektiven Katastrophe ausgesetzt... Bilder von stehenden Städten oder funktionierender Infrastruktur werden einfach ausgeblendet und hinterlassen den schalen Geschmack dass ganz Japan irgendwie dem Untergang geweiht ist. Dass manch einer schwachen Seele hier ein Trugbild vorgegaukelt wird ist den Medienselektoren vermutlich garnicht bewusst und so verschanzen und jodieren sich schon die Ersten vor einer möglichen Katastrophe am anderen Ende der Welt die sie vermutlich gar nicht erreichen wird.
ja, da ist ein bisschen was Wahres dran: Michael Schano, österr. KTM-Manager in Tokio (READY TO RACE --KTM JAPAN-- bzw KTM.com - Ready to Race - KTM-Sportmotorcycle AG), vorgestern Nacht live am Telefon in der Zeit im Bild SPEZIAL sinngemäß: "... vor allem EU-Seite bringt Hysterie nach Japan ... Polarisierung ..." -> noch 6 Tage online zu sehen/hören: ORF TVthek: ZIB Spezial 02:49 - 16.03.2011 02:49 Uhr

Was einen übrigens nicht davon abhalten sollte für den Katastrophenfall (kann ja auch mal was kleines sein, wie Stromausfall oder Versorgungsengpass) entsprechend gerüstet zu sein um mal ein paar Tage autarg durch zu kommen.
...
Eben, es muss kein Erdbeben oder "abstürzendes" Flugzeug sein...
... -> vgl Vattenfall in Schweden 2006 (!) Kernkraftwerk Forsmark -> hier sprach der ehemalige Konstrukteur Lars-Olov Höglund ENTLARVEND darüber -> DasErste.de - hart aber fair - Japans Tragödie, Deutschlands Angst - Kommt jetzt das endgültige Atom-Aus?
...
 
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04.08.10
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Ich weis nicht warum wir Deutschen immer gleich in Hysterie ausbrechen. Bis Japan waren unsere Atomkraftwerke sicher und jetzt sind sie es plötzlich nicht mehr. Wir können, wenn wir unsere Werke abschalten die Welt nicht retten. Nicht einmal uns selbst. Es muss weltweit darüber nachgedacht werden wie man aus der Atomkraft herauskommt. Aber so lange bei uns jeder " Weltverbesserer"
jede Biogasanlage und jedes Speicherbecken ablehnen kann,nach dem Motto " Lieber guter Florian, verschon mein Haus zünd andere an" sind wir noch nicht reif für eine Veränderung.
 
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14.05.05
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Österreich verfügt selber über kein einziges Atomkraftwerk, importiert aber ca. 6% Strom aus Atomkraft. Sicher, Österreich hat die Möglichkeit, Energie aus Wasser zu nutzen und macht das Gott sei Dank auch, auch wenn es dagegen eine große Anzahl von Gegnern gibt, die die Landschaft schützen wollen.
6 % erscheinen für mich vermeidbar, würde jeder, nicht nur der Kleinabnehmer, besonders die Wirtschaft endlich einmal wirtschaftlich denken und handeln.
Aber ich bin auch der Meinung, daß viele Tropfen auf den heißen Stein in Summe besser sind als keine.
Ich benötige keine elektrische Zahnbürste, Zahngesundheit hat auch mit Ernährung zu tun, und keine elektrische Zahnbürste bügelt Ernährungsfehler aus.
Ich benötige Licht zum Arbeiten, nicht als Dekoration.
Ich benutze die Kraft meiner Hände, um Jalousien aufzuziehen, ein Garagentor zu öffnen, etc.
Und wenn ich die Möglichkeit habe, meine Wäsche auf der Leine zu trocknen, dann tu ich sie nicht in den Trockner.

Ich denke, daß jeder Einzelne von uns dazu beitragen kann, daß wir weniger Energie benötigen, und damit eben die aus der Atomkraft.

Und wenn wir uns einig wären und in den Geschäften, in denen wir oft einkaufen, unser Unwollen darüber artikulieren würden, daß die Kosten der 24 Stunden-Beleuchtung ja uns Kunden verrechnet werden, würde die Geschäftsleitung im besten Fall vielleicht einmal darüber nachdenken.

Lg
 
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04.01.07
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Die Atomkraft wird nicht beherrscht. Wir kennen die Risiken seit Jahrzehnten, aber hohles Geschwätz dominiert die Entwicklung. Das ist jedoch kein Merkmal der Atomkraft, das ist ein Merkmal des Menschen.

Ich wünsche den Japanern, daß sie weiter existieren können.

Viele Grüße
Baffo
 

nicht der papa

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18.11.09
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Wir hatten heute in der Mittagspause eine kleine Diskussion. Da sagte doch einer meiner Kollegen tatsächlich die Grünen hätten der Laufzeitverlängerung auch zugestimmt.
Wie kommt er auf das schmale Brett?

Ich nehme dies zum Anlass hier die namentliche Abstimmung www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/20101028_energie1.pdf
und die Drs. 17/3051, 17/3409 und 17/3453 zu den Änderung des Atomgesetzes einzustellen.

https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/030/1703051.pdf
https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/034/1703409.pdf
https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/034/1703453.pdf
 
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30.01.11
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pascha
unsere Atomkraftwerke sind nicht sicher und waren es auch nie,informiere dich mal was hier in deutschland schon alles an unseren Atomkraftwerken passiert ist.
Man hat es uns verschwiegen.



Liebe Grüße

Grille
 

nicht der papa

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Ich finde auch die
Änderungsanträge der Grünen abgelehnt In namentlicher Abstimmung lehnte der Bundestag 24 Änderungsanträge von Bündnis 90/Die Grünen zur elften Änderung des Atomgesetzes ebenso mehrheitlich ab (17/3486, 17/3487, 17/3488, 17/3489, 17/3490, 17/3491, 17/3492, 17/3493, 17/3494, 17/3495, 17/3496, 17/3497, 17/3498, 17/3499, 17/3527, 17/3531, 17/3532, 17/3533, 17/3534, 17/3535, 17/3536, 17/3537, 17/3538, 17/3539) wie drei Änderungsanträge der Fraktion zur zwölften Änderung des Atomgesetzes (17/3528, 17/3529, 17/3530). Keine Mehrheit fanden bei Enthaltung von SPD und Grünen auch Entschließungsanträge der Linksfraktion (17/3439) sowie von Bündnis 90/Die Grünen (17/3485), dem neben den Grünen noch Die Linke zustimmte.
Deutscher Bundestag: Laufzeitverlngerung von Atomkraftwerken zugestimmt
ganz interessant.
Denn daraus gehen auch viele Details hervor.

So kann man 3488 entnehmen, dass es in Biblis B schon über 400 meldepflichtige Zwischenfälle gab.

3489, dass es in Brunsbüttel schon rund 460 meldepflichtige Zwischenfälle gab.
2007 führte ein Kurzschluss zur Reaktorschnellabschaltung. Beim Wiederanfahren gab es erneut eine Panne. Dem Betreiber Vattenfall sind damals eklatante Mängel bei der Betriebsführung und bei der Information der zuständigen Behörden nachgewiesen worden. So wurde eine Mängelliste mit 707 Punkten öffentlich, die nach einer routinemäßigen Sicherheitsüberprüfung im Jahr 2001 nicht umgesetzt worden waren.

3490, dass es in Isar1 schon über 270 meldepflichtige Zwischenfälle gab.
Das AKW Isar 1 war in jüngster Zeit auch Gegenstand verschiedenster unabhängiger Untersuchungen (Intac Hannover, Büro für Atomsicherheit, Institut für Risikoforschung Wien).
Unabhängig voneinander kamen sie zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Diese Ergebnisse wurden in einem internen Bericht des TÜV für das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in weiten Teilen bestätigt.
Eine wesentliche Schwäche dieses Reaktortyps ist die Auslegung des Reaktorgebäudes. Die Stahlbetonwände sind relativ dünn und bieten daher wenig Schutz gegen Angriffe von außen oder Flugzeugabstürze.
Besonders gefährlich ist Isar 1, da das Brennelementelagerbecken sich außerhalb des Sicherheitsbehälters weit oben im Gebäude, quasi direkt unter dem Dach befindet. In diesem Lagerbecken ist mehr langlebige Radioaktivität gesammelt, als im eigentlichen Reaktor. Schon eine Zerstörung dieses Lagerbeckens hätte eine katastrophale Verseuchung zur Folge.
Wie anfällig dieser Reaktortyp ist, zeigt aber auch eine Auswertung der Arbeitsverfügbarkeit der deutschen AKWs: Sämtliche Reaktoren vom Typ SWR 69 sind hier im untersten Drittel zu finden. Die hohe Störanfälligkeit lässt sich aber auch an den vielen „meldepflichtigen Ereignissen“ ablesen. Sie treten bei der Baulinie 69 etwa doppelt so häufig auf, wie bei den neu-
eren Reaktoren in Deutschland.
Ein besonderes Problem stellen in Isar 1 die seit den 1990er Jahren immer wieder auftretenden Risse bzw. Rissanzeigen an Rohrleitungen und Armaturen dar. Risse können Ausgangspunkt für schwere Störfälle sein. Trotz eines umfangreichen, aber keineswegs vollständigen Austauschprogramms von Rohren und Armaturen treten die Risse immer noch auf. Auch die Ursachen, d.h. wann, warum und wo diese Risse auftreten, sind nicht vollständig geklärt.

3491, dass es im Krümmel schon über 300 meldepflichtige Zwischenfälle gab.
Obwohl erst seit 1984 im kommerziellen Betrieb, gehört das AKW Krümmel technisch zu den Altanlagen in Deutschland und weist erhebliche nicht nachrüstbare Auslegungsdefizite auf. Der Reaktor ist annähernd baugleich zu den wesentlich älteren AKW Brunsbüttel, Isar 1 und Philippsburg 1. Das Kraftwerk ist nicht hinreichend gegen einen Flugzeugabsturz gesichert.
Zuletzt kam es zu einer Pannenserie in den Jahren 2007 und 2009 mit Reaktorschnellabschaltungen nach einem Trafobrand.

3492, Mit über 400 meldepflichtigen Zwischenfällen ist Neckarwestheim 1 nach Brunsbüttel der Pannen-anfälligste Reaktor in Deutschland. Die Grüne Bundestagsfraktion hat eine Studie zu den Risiken von Neckarwestheim 1 erstellen lassen, die folgende Ergebnisse geliefert hat:
Es treten deutlich mehr Fehler in Neckarwestheim 1 auf als im Nachbarblock
Neckarwestheim 2. Insbesondere im Bereich der Ereignisse mit Alterungsrelevanz liegt die Anzahl der Ereignisse bei Neckarwestheim 1 um den Faktor 4 höher als beim Nachbar-Reaktorblock Neckarwestheim 2. Das Notstromsystem musste im Schnitt fünfmal so oft anspringen.
Das Personal wird wesentlich stärker mit radioaktiver Strahlung belastet. Im Jahr 2006 war die Jahresbelastung aller Mitarbeiter in der Summe rund fünfmal höher als in der jüngeren Vergleichsanlage.
Der Reaktor ist gegen Störfälle generell wesentlich schlechter geschützt, weil sein gesamtes Sicherheitsdesign veraltet ist. Es besteht ein vergleichsweise erhöhtes Risiko, dass Sicherheitssysteme im Störfall ausfallen. Die Sicherheitssysteme und - komponenten sind räumlich und verfahrenstechnisch nach dem heutigen Stand der Technik nicht hinreichend unabhängig voneinander.
Insbesondere bei Lecks oder Rissen in Rohrleitungen ist das Risiko unbeherrschbarer Ereignisabläufe im Vergleich mit neueren Atomkraftwerk hoch. Es kann z. B. schneller zu Rissen in den Rohren kommen und auch das Risswachstum ist schneller.
Die Notstromversorgung ist schlechter gesichert als in der jüngeren Vergleichsanlage. Die Zahl und auch die Zuverlässigkeit der vorhandenen Notstromdiesel, die zur Reaktorkühlung benötigt werden, sind geringer.
Bei einem Störfall verfügt der Reaktor über vergleichsweise geringe Kapazitäten an Kühlmittel und Kühlpumpen sowie über ein nicht sicheres System von Sicherheitsventilen.
Sicherheitsdesign und Brandschutz entsprechen nicht mehr dem Stand der Technik.
Neckarwestheim 1 ist nur den Absturz eines kleineren Militärfliegers (Starfighter) geschützt, der Absturz eines größeren Passagierjets wie A340, A380 und Boeing 747 würde eine Katastrophe auslösen.

3493, dass es in Phillippisburg 1 schon über 330 meldepflichtige Zwischenfälle gab.
Die Technologie von Philippsburg 1 stammt noch aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts (Siedewasserreaktor Baulinie 69 wie Isar 1 und Brunsbüttel). Bei dem Reaktor besteht ein erhöhtes Risiko, dass radioaktiver Dampf entweicht, z. B. bei einem Rohrbruch.
Philippsburg 1 ist nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert, selbst der Absturz eines Leichtflugzeugs könnte die viel zu dünne Außenhaut zerstören und eine Katastrophe auslösen.
Am 20. Mai 2010 sagte Umweltminister Röttgen dazu im FAZ-Interview „Drei [Atomkraftwerke] haben keinen Schutz gegen Flugzeugabstürze. Die Kraftwerke müssen etappenweise auf den Stand der Nachrüsttechnik gebracht werden.“ Philippsburg 1 ist eines dieser drei AKWs. Bis vor dem Spitzentreffen im Kanzleramt am 5. September sah der BMU-Entwurf für die Atomgesetz-Novelle vor, nachträgliche bauliche Schutzmaßnahmen vorzuschreiben. Die geplante Regelung wurde aber ersatzlos gestrichen.

3494- Der Druckwasserreaktor Unterweser entspricht dem technischen Stand der 1970er Jahre. Es fehlt ein ausreichend dicker Sicherheitsbehälter, der bei einem Unfall eine zusätzliche Barriere gegen das Austreten von Radioaktivität wirkt. Die Kuppel besteht lediglich aus 80 cm dickem Stahlbeton, der den Reaktorkern gegen den Absturz eines „Starfighters“, also eines leichten Kampfjets, sichert. Seit Inbetriebnahmen gab es rund 330 meldepflichtige Zwischenfälle im AKW Unterweser, das sind ca. 10 pro Betriebsjahr.
 
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26.03.10
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Mal davon abgesehen wie oder ob unsere deutschen Atompfeiler sicher sind ... Atomkraft ist NIE sicher und NIE völlig zu kontrolieren ! Das sollte uns mal allen klar sein ! Ich persönlich verfalle nicht in diese Panik wie viele Deutsche ! Nur es wird trotzdem mal Zeit umzudenken ... nicht nur in Sachen Atomkraft .. sondern wir brauchen ein Umdenken des Umdenkens .. falls das jemand versteht ! Wir brauchen keine kompromisse .. wir brauchen klare Entscheidungen! Wir brauchen keine fauligen Ausreden .. wir brauchen klare ehrliche Fakten .. besonders bei solchen brisanten Themen !

Genau das ist es was mich so "ankotzt" an der Wirtschafft und Politik ! Genau wie es in Japan war .. der eine sagt alles im grünen Berreich .. dann sagt der andere nee die Schmelze hat schon eingetreten .. dann kommt wieder genau das Gegenteil ... ja nöö ist doch nichts passiert .. also bitte .. kann mir doch keiner erzählen das dies alles nur auf mangelnden Informationsfluss zurückzuführen ist ! ;)

Und über den Beitrag über mir. Das ist doch sowas von Eindeutig und klar ... sicher haben wir laut Angaben " hohe " Sicherheitsstandarts in Deutschland ... ich möchte nur nicht wissen wie HOCH diese auch zu werten sind !!
 
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26.09.10
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"Ich frage mich immer nur, warum die Menschen scheinbar nicht in der Lage sind
sich die schlimmsten Szenarien wirklich vorzustellen, bzw.
dementsprechend zu handeln."
" Die Menschen" ist aus meiner Sicht ein zu pauschaler Begriff und mir ist klar was Du damit zum Ausdruck bringen wolltest. Wenn einige nicht ihr bisheriges Wissen und die daraus resultierenden Horror-Szenarien zumindest in Frage gestellt und in Abwägung des persönlichen Risikos gesagt hätten "...was soll`s, das Leben ist lebensgefährlich und endet meistens so oder so mit dem Tod!", würden wir heute noch in Höhlen wohnen und das Feuer als todbringende Gefahr fürchten. Und diese Eigenschaft schlummert doch eigentlich in jedem von uns. Sonst würden wir nicht trotz tausender Verkehrstoter jeden Tag ins Auto steigen. Ich will sagen, Risikobewertung ist prinzipiell erstmal positiv und zwingend notwendig, solange sie dazu dient risikoärmeren Lösungen für erkannte Gefahren zu suchen.
Wir sind uns alle darüber einig, das Atomenergie nicht die Lösung für eine sichere Zukunft ist. Aber aus meiner Sicht wird viel zu oft und voreilig "Abschalten" gerufen. Warum verwenden wir so selten die Kraft, die wir in das Verteufeln und prinzipielle Ablehnen verschwenden, für die Suche nach sofort oder zumindest schnell praktikablen Lösungen. Da landen wir dann bei dem Problem, das nach wie vor die wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen finanziell zu schlecht ausgestattet sind um tatsächlich ergebnisoffen zu forschen. Solange RWE, EnBW usw. die Hauptsponsoren der naturwissenschaftlich-technischnischen Bereiche an Hochschulen und Universitäten sind, dürfen wir uns nicht darüber beschweren das nicht ernsthaft nach unter Umständen sehr kostspieligen Lösungen zur Senkung des "Restrisiko" geforscht wird.
In Deutschland werden ca. 23% des Energiebedarfes durch Atomstrom gesichert. Das bedeutet im Umkehrschluss, wenn wir bereit und in der Lage sind täglich 4 Stunden ohne jede elektrische Versorgung zu leben, dann können wir sofort den Stecker ziehen. Aber da das kaum was wird, sollten wir endlich nach politischen Lösungen suchen, die nicht nur lautes Säbelrasseln sind. Wir entscheiden an der Wahlurne und wahrscheinlich werden wieder genügend Stimmen für den bequemen Weg (egal ob der schwarz-gelb oder irgendeine andere Färbung hat) zusammen kommen. Und das ist aus meiner Sicht das eigentliche Dilemma unserer Zeit. Veränderungen- ja natürlich, aber fangt bitte bei den Anderen an und lasst mir meine bequeme Gemütlichkeit.
 
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Dora

in memoriam
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05.07.09
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Warum gibt es Rund um die AKWs soviele Krebserkrankte?


Frau Ditfurth hat es im Nachtcafe erwähnt.

www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198
 
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