Kaufsucht

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hallo,

ich sah nur, dass diese sucht noch nicht vertreten ist.
ich dachte, ich starte mal ein kapitel dazu.

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 

oli

Ich bin nicht kaufsüchtig, dennoch merke ich manchmal, dass ich etwas nervös werde, wenn ich einen Tag nichts - noch so kleines - gekauft habe. Dann bekomme ich das Gefühl, dass ich mir was "gönnen" müsste.

Irgendwie hat Geld eine magische Anziehungskraft. Wenn man es in den Händen hält und die Scheine zählt und so, ist das ein eigenartiges Gefühl. Da kann das Konto noch so sehr im Minus sein: Bargeld fasziniert und hat - wie Drogen im weitesten Sinne auch - eine unglaubliche Kraft !

Versucht mal, ganz bewusst einen Tag überhaupt nichts zu kaufen. Wer in der Stadt wohnt, kennt all die Versuchungen am Dönerstand, Kiosk, Zeitungsladen usw.

Habe das schon ein paar Mal gemacht und finde es immer wieder spannend, was sich bei diesem Boykott für ein Gefühl einstellt.
 

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Lukas

So was... bei mir ist es umgekehrt.
Ich werde nervös, wenn ich etwas kaufen muss, um die Weiterexistenz zu sichern. Für anderes ist sowieso kein Geld da, ja bei weitem nicht einmal für wirklich alles Lebensnotwendige...
 

oli

Naja, also ich meine auch eher sowas wie:
- Dose Cola kaufen (anstatt Leitungswasser zuhause trinken)
- Belegtes Brötchen (anstatt zuhause was kochen)
- Zeitung am Kiosk (anstatt im Netz lesen)
- Kaffee im Café, anstatt zuhause brühen

Bei großen Sachen entscheide ich meist nach langer Bedenkzeit dagegen, sie anzuschaffen.
Der obige Beitrag hört sich extrem an, das kommt aber m.E. eher daher, weil ich ein sehr bewusster "Konsument" bin. Ich merke also recht schnell, wenn ich "sündige".
 
Themenstarter
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hallo oli,

bei mir ist es so: wenn ich weg gehe, nehme ich immer meinen proviant mit. knäggebrot, zwieback, apfel, karotten, fenchel, citrone und endivie-salat. das ist immer dabei. dazu noch wasser.
die dinge befinden sich in meinem rucksack.
wenn ich dann unterwegs hunger bekomme, bin ich so erschöpft und kann mich vor schmerzen und damit sich das korsett nicht verrutscht, fast nicht bewegen.
so muss ich also ins migros gehen, wenn ich was essen will. weil es ist nicht gut, wenn ich nur ein paar scheiben trockenes knäggebrot zum frühstück um etwa 9 bis 11 uhr esse, und dann bis abends 20 uhr nicht mehr esse, weil ich zu erschöpft bin, um es überhaupt zu tun.

wenn ich traurig bin, dann kaufe ich mir auch eher etwas, als wenn ich ausgeglichen bin. so habe ich mir ein kissen mit styroporkügelchen drinnen gekauft, um mich zu trösten. das kissen nehme ich jetzt immer mit und brauche so die halskrause weniger. also hat es sich gelohnt.
heute fuselte mir leider des anzug des kissens auf, weil es am klebeverschluss des korsetts hängen blieb. das macht mich total traurig, weil es noch so neu ist und ich meine sachen gerne lange schön lasse.
nun weiss ich nicht, ob da ein suchtpotential zum zug kommt. ich würde mir am liebsten ein neues kissen kaufen, und dieses zerfuselte weiter geben. weil ich aber nicht so viel geld habe und ich eh schon das scbhönste dieser kissen ausgesucht habe und die anderen nicht so schön sind, kann ich es eh nicht nachkaufen. jetzt bin ich einfach traurig, aber ich weiss nicht, ob ich jetzt entzugserscheinungen bekomme.

sucht ist ein kompliziertes kapitel.

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
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Was ist Kaufsucht?

Es ist der innere Zwang, kaufen zu müssen, die ständige Wiederholung der Kaufhandlung. Suchtkriterien sind: Kontrollverlust, Zwang zur Wiederholung, Dosissteigerung, Entzugserscheinungen wie etwa Schweißausbrüche, Zittern, innere Unruhe, Depressionen.

Anfangs glaubt die Süchtige, durch materielle Dinge Anerkennung zu finden. Später löst nur noch das Kaufen selbst kurze Glücksmomente aus - das Gefühl, bedeutend zu sein. Danach folgt der Absturz in tiefe Depressionen. Der Süchtige lügt und kapselt sich ab.
http://www.palverlag.de/Kaufsucht.html

Dies nur, um erst einmal klar zu stellen, was Kaufsucht in etwa ist.

Uta
 
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hi,

ist das kaufsucht, wenn ich nach dem kaufen ein schlechtes gewissen habe und meinen kauf versuche zu gerechtfertigen?
ich denke immer, ich darf das jetzt nicht kaufen, weil ich zu wenig geld habe. aber dann habe ich halt doch lust auf was leckeres zu essen oder möchte meinen neffen was kaufen oder will mich mal mit einer single trösten, wenn ich traurig bin oder so.

viele liebe grüsse von shelley :lolli:
 

Anne B.

Hallo Shelley,

wichtig ist, ob du so finanziell über die Runden kommst. Viele Menschen kaufen täglich sehr viele Sachen die sie eigentlich gar nicht brauchen. Bei den meisten Menschen ist es nur nicht schlimm, weil sie genug Geld haben und es deshalb gar nicht auffällt.

Ich kenne das aber auch, was du schilderst, das habe ich aber vor ein paar Jahren ablegen können. Ich kaufe nur noch Dinge, die ich wirklich brauche. Mein Motto ist inzwischen, die Dinge so gut wie möglich zu pflegen, damit ich nicht ständig etwas ersetzen muss. Diese Einstellung war einfach plötzlich da, über Nacht quasi. Na ja, es ist so ähnlich wie mit deinem Kissen...

Am Essen spare ich nicht. Wenn ich mal unterwegs auf etwas Appetit und wirklich richtigen Hunger bekomme, dann kaufe ich es mir einfach. Schließlich möchte ich an Gewicht zunehmen. Und es ist mir dann ehrlich gesagt sogar auch ziemlich schnuppe, ob es dann Bio ist oder nicht, weil Bio halt nicht immer und überall verfügbar ist. Es ist für mich auf alle Fälle dann in solchen Momenten 10x besser, als gar nichts zu essen. Und ich genieße es :popcorn: .

Wie gesagt, entscheidend ist deine finanzielle Situation, ob du das Gefühl hast, das Geld gleite dir sinnlos aus den Händen und ob du dich überhaupt an den gekauften Dingen freuen kannst.
Dass du dich selbst und andere Menschen hin und wieder beschenkst finde ich völlig in Ordnung und unheimlich wichtig für das Seelenheil.

Viele Grüße
Anne
 
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hallo,

ich habe gestern gesehen, dass ich fast kein geld mehr habe.
das hat mich so voll doll gefrustet - besonders auch die tatsache, weil ich nicht sparen kann, dass ich zu ex libris ging, um meinem bruder ein buch zu kaufen, welches ich ihm schenken will. er hat zwar erst im januar geburtstag, doch ich konnte nicht mehr warten, weil ich aus frust einfach was kaufen wollte.

den gedanken hinter dieser handlung kenne ich nicht konkret. ich vermute herum, was es für ein gedanken war. irgendwie könnte es aber sein, dass gar kein gedanke dahinter steckte.

ich will fragen:
ist das kaufsucht?
oder was ist das?

danke für die information!
viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
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