Isotonischen Elektrolyte-Drink selber machen

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Ich würde mir gerne einen isotonischen Elektrolyte-Drink selber machen. Die Sport-Drinks, die im Handel erhältlich sind, sind zum einen recht teuer und zum anderen erhalten sie oftmals Dinge, die ich nicht möchte (z.B. Fructose statt Maltodextrin) oder zuwenig Salz (fast überall zu geringer Natriumwert, wie man mir sagte).

Ich habe versucht, mir Rezepte dafür aus dem Internet zu holen, aber einige dieser Rezepte sind einfach schlecht oder ich finde widersprüchliche Dinge.
So wird mal dazu geraten, Schwarztee als Grundlage zu nehmen, während oftmals gerade von diesem Schwarztee abgeraten wird.

Wenn ich richtigen Tee (Schwarztee oder Grüntee) als Grundlage nehme - wie lange ist dann dieses Getränk im Kühlschrank lagerbar? Ich meine mal gehört zu haben, daß schwarzer oder grüner Tee nach einiger Zeit einen bitteren Geschmack bekommen soll. Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist und ob man das schmecken würde, wenn noch andere Dinge (wie Zucker) in den Tee gemischt werden.

Es geht eigentlich darum, ein isotonisches Elektrolyt-Getränk für einen Drogenentzug (Heroin/Methadon) herzustellen. Da man dann oftmals starke Schweißausbrüche hat, verliert der Körper mit dem Schweiß einiges an Elektrolyten, die natürlich wieder zugeführt werden sollen. Da ein Opiatentzug für Körper und Geist sehr anstrengend und erschöpfend ist, sollte es dem Körper möglichst an nichts mangeln.

Neben dem exzessiven Schwitzen, kommt es höchstwahrscheinlich auch zu Durchfall und vermutlich auch zu Erbrechen. Dadurch verliert der Körper weiter Flüssigkeit (und vermutet auch hier ebenso Nährstoffe).

Desweiteren sollte es bei der Einnahme des Getränkes möglichst nicht zu großen Blutzuckerschwankungen kommen (weil sich das negativ auf den Suchtdruck auswirken könnte und möglicherweise die Rückfallgefahr erhöht). Darum sollte man wohl Maltodextrin statt Dextrose einsetzen. Außerdem heißt es, daß man von Traubernzucker nur kurzfristig Energie bekäme, um danach dann wieder "in ein Loch zu fallen". Liegt das auch am Blutzuckerspiegel? Oder was ist die Ursache?
Wäre es eventuell sinnvoll, einen guten kaltgeschleuderten Honig als Süßungsmittel zu nehmen? Honig enthält ja auch noch viele gesunde Stoffe (Mineralien, Spurenelemente) und Enzyme. Oder hätte man hier das gleiche Problem mit dem Blutzucker?

Wäre eine Grundlage auf Tee-Basis OK oder ist richtiger Tee für isotonische Elektrolytgetränke nicht gut geeignet?

Spielt das Koffein im Tee eine Rolle?

Wäre es sinnvoller, keinen echten Tee, sondern Kamille oder Pfefferminze zu nehmen? Oder wäre etwas ganz anderes geeigneter als Grundlage?

Fruchtsäfte möchte ich ungerne nehmen, auch wenn vielleicht eine Art Apfelschorle auch gut guteignet wäre. Ich möchte aber, daß die fertige Mischung möglichst lange im Kühlschrank lagerbar ist (vielleicht 1 Woche). Tee ist da wohl besser...

Oder am besten vielleicht ein Pulver herstellen, was man dann schnell in einen Tee oder so einrühren kann. Das wäre wohl das Beste.

Dann denke ich, daß Maltodextrin rein sollt und kein Haushaltzucker oder Dextrose.

Kochsalz (Natriumchlorid) sollte vermutlich rein, weil der Körper mit dem Schwitzen ja viel Salz verliert. Oder wäre es besser, Natrium aus einer anderen Verbindung zu erhalten? Z.B Natriumhydrogencarbonat oder Natriumcarbonat?

Ich habe Empfehlungen von 300mg Natrium (und 33,3g Kohlenhydrate) pro 500ml gelesen. Aber ich habe andererseits gelesen, daß der Natriumverlust (natürlich von Person zu Person unterschiedlich) zwischen 460 bis 1840 mg Natrium pro Liter Schweiß liegen soll. Empfehlungen zur Natriumaufnahme bei intensivem Ausdauersport liegen scheinbar zwischen 500 und 1.000 Milligramm pro Stunde. Ich bin unschlüssig, was gut wäre.

Kaliumchlorid sollte wohl ebenfalls rein, um den Kaliumverlust auszugleichen. Oder welche Kaliumverbindung wäre am Besten geeignet?

Wäre ein Magnesiumsalz empfehlenswert? Wenn dann müßte das wohl Magnesiumcitrat sein, oder? Es dürfte keine Verbindung wie Magnesiumoxid sein, wo es Tage dauern kann bis der Körper das verwertet hat. Es soll dem Körper ja schnellstmöglich das wieder zurückgeben, was er verliert.

Was sonst noch? Worauf sollte sonst noch geachtet werden? Was muß da alles rein?

Welche Mischungsverhältnisse sind am sinnvollsten?

Da ein Opiatentzug schon verdammt heftig werden kann, schätze ich mal, daß die Flüssigkeitsverluste denen von Sportlern, die richtig Vollgas geben, gleichkommen könnten? Oder?

Hat jemand ein gutes Rezept oder gute Hinweise für mich? Danke.
 
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Hi,

also: bei einem selbstgemachten Elektrolytgetränk sollte man zuerst klären, wofür es gedacht ist. Ein Getränk für Sport ist nicht automatisch dasselbe wie eine Rehydratationslösung bei Durchfall oder Erbrechen.

Bei Sport geht es meist um Flüssigkeit, etwas Natrium und Kohlenhydrate für Leistung.
Bei Durchfall und Erbrechen geht es um Wasser, Natrium, Glukose und möglichst verlässliche Aufnahme im Darm. Das ist eher der Bereich der oralen Rehydratationslösung.

Gerade wenn Schwitzen, Durchfall und Erbrechen zusammenkommen, würde ich nicht zu kompliziert anfangen. Ein „Superdrink“ mit Tee, Honig, Magnesium, Kalium, Natron, Maltodextrin und Zusatzstoffen klingt zwar ausgefeilt, kann aber auch unnötig Probleme machen.

Rezept 1: Einfache Rehydratationslösung für Durchfall/Erbrechen

Für 1 Liter:

1 Liter Wasser
6 gestrichene Teelöffel Zucker
1/2 gestrichener Teelöffel Salz

Gut umrühren, bis alles gelöst ist. Schluckweise trinken, nicht literweise auf einmal.

Das ist die einfache Hausvariante, wenn keine fertige Elektrolytlösung verfügbar ist. Wichtig ist wirklich: gestrichene Löffel. Zu viel Salz kann problematisch sein, zu viel Zucker kann Durchfall verstärken. Wenn man es genauer haben will, sind fertige ORS-Beutel aus der Apotheke besser.

Die moderne WHO/UNICEF-ORS enthält pro Liter unter anderem Glukose, Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Natriumcitrat und hat eine reduzierte Osmolarität von etwa 245 mOsm/l. Das ist also etwas anderes als ein normaler Sportdrink. Die NHS empfiehlt bei Durchfall oder Erbrechen ebenfalls orale Rehydratationslösungen, um verlorene Flüssigkeit, Salze und Mineralstoffe zu ersetzen.

Rezept 2: Einfacher isotonischer Sportdrink

Für 1 Liter:

1 Liter Wasser oder milder Kräutertee
40 bis 60 g Maltodextrin oder Traubenzucker
1,5 bis 2,5 g Kochsalz
optional etwas Zitronensaft für den Geschmack

Das ergibt grob einen Kohlenhydratanteil von 4 bis 6 Prozent. Für längere körperliche Belastung ist das sinnvoller als ein völlig zuckerfreies Elektrolytgetränk. EFSA nennt für Kohlenhydrat-Elektrolyt-Lösungen einen Natriumbereich von etwa 20 bis 50 mmol/l, also ungefähr 460 bis 1.150 mg Natrium pro Liter, und eine Osmolalität von 200 bis 330 mOsm/kg. Im Sportbereich werden oft 4 bis 8 Prozent Kohlenhydrate und etwa 400 bis 1.100 mg Natrium pro Liter empfohlen.

Zur Umrechnung:
1 g Kochsalz enthält etwa 390 mg Natrium.
2 g Kochsalz liefern also ungefähr 780 mg Natrium.

Rezept 3: Milder Entzugs-/Schwitzdrink ohne Koffein

Für 1 Liter:

1 Liter Kamillen-, Melissen- oder Pfefferminztee, abgekühlt
20 bis 30 g Maltodextrin oder Zucker
1,5 bis 2 g Kochsalz
optional 0,5 g Kaliumchlorid, aber nur wenn keine Nierenprobleme und keine kaliumsparenden Medikamente im Spiel sind
etwas Zitronensaft nach Geschmack

Das wäre für mich die vernünftigere Variante, wenn jemand stark schwitzt, unruhig ist, schlecht schläft und nicht noch zusätzlich durch Koffein gepusht werden soll. Schwarztee oder Grüntee würde ich in so einer Situation eher nicht als Basis nehmen. Koffein kann Unruhe, Herzklopfen, Schlafprobleme und Zittern verstärken. Genau das braucht man im Entzug ungefähr so dringend wie einen Presslufthammer im Schlafzimmer.

Was ist mit Honig?

Honig klingt natürlicher, ist aber für diesen Zweck nicht automatisch besser. Er enthält vor allem Zucker, darunter Glukose und Fruktose. Für eine kontrollierte Rehydratationslösung ist Haushaltszucker oder Glukose/Maltodextrin berechenbarer. Honig kann man geschmacklich verwenden, aber ich würde daraus keine therapeutische Elektrolytformel machen.

Was ist mit Maltodextrin?

Maltodextrin schmeckt weniger süß und ist für Sportgetränke praktisch. Es ist aber nicht automatisch „blutzuckerschonend“. Je nach Produkt kann es den Blutzucker ebenfalls deutlich erhöhen. Der Vorteil liegt eher in Geschmack, Löslichkeit und Verträglichkeit bei höheren Kohlenhydratmengen.

Was ist mit Kalium und Magnesium?

Kalium kann sinnvoll sein, besonders bei Durchfall oder starkem Schwitzen. Aber Kalium ist kein Spielzeug. Vorsicht bei Nierenerkrankungen, ACE-Hemmern, Sartanen, Spironolacton und anderen Medikamenten, die Kalium erhöhen können.

Magnesium würde ich nicht zwingend in den Drink mischen. Magnesiumcitrat kann bei empfindlichen Menschen den Darm zusätzlich antreiben. Bei Durchfall also eher ungünstig. Wenn Magnesium gebraucht wird, dann lieber separat und vorsichtig dosiert.

Was ist mit Natron?

Für so einen Drink würde ich normalerweise Kochsalz nehmen, nicht Natron. Natron liefert zwar Natrium, verändert aber auch die Säure-Basen-Situation im Magen-Darm-Trakt. Für Rehydratation ist das nicht die erste Wahl. Die WHO-Rezeptur arbeitet mit Natriumchlorid, Kaliumchlorid und Natriumcitrat, nicht mit einer beliebigen Natronmischung.

Haltbarkeit

Ich würde so ein Getränk nicht eine Woche im Kühlschrank lagern. Das ist unnötig riskant. Selbstgemachte Rehydratationslösungen besser frisch zubereiten und im Kühlschrank höchstens 24 Stunden aufbewahren. Alberta Health Services gibt für selbstgemachte ORS ebenfalls an: im Kühlschrank bis zu 24 Stunden, bei Raumtemperatur 12 Stunden.

Mein Fazit

Für Sport: Wasser, 40 bis 60 g Kohlenhydrate, 1,5 bis 2,5 g Salz pro Liter.

Für Durchfall/Erbrechen: lieber eine echte ORS aus der Apotheke oder die einfache Zucker-Salz-Lösung.

Für Schwitzen im Entzug: milder Kräutertee, etwas Salz, moderate Kohlenhydrate, kein Koffein, keine Experimentierküche.

Und wenn starkes Erbrechen, Durchfall, Kreislaufprobleme, Verwirrtheit, Herzrasen, sehr wenig Urin oder starke Schwäche dazukommen, ist das kein Bastelprojekt für Elektrolytpulver mehr. Dann muss Flüssigkeit und Elektrolythaushalt sauber überwacht werden.

Viele Grüße
 
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