Immer mehr Drogentote in den USA und in Europa

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... In den USA nimmt die Zahl der Menschen zu, die an einer Überdosis sterben. Nun hat die Drogenbehörde DEA vor einem gravierenden Anstieg des Drogenkonsums in den Vereinigten Staaten gewarnt.

Einem von der DEA am Montag veröffentlichten Bericht zufolge gab es von Januar bis August 2017 so viele Drogentote wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen.
...
Doch auch verschreibungspflichtige Medikamente bereiten den Ermittlern Sorge. Diese werden von der amerikanischen Bevölkerung öfter konsumiert als Heroin, Kokain oder die Partydroge MDMA. So starben die meisten Menschen nach dem Gebrauch eines verschreibungspflichtigen Medikaments an einer Überdosis.

Zudem steigt die Zahl der Heroin-Toten. Vor allem die Kombination von Heroin und dem Schmerzmittel Fentanyl steige und verschärfe das Problem. Denn das Schmerzmittel macht schneller abhängig als Heroin und ist hundertmal stärker als Morphium.

Auch in England grassiert die Sorge über Fentanyl:
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https://www.welt.de/politik/ausland...-toetet-in-USA-so-viele-Menschen-wie-nie.html

Nicht nur in den USA oder England gibt es ansteigende Drogenprobleme. Auch in Europa überhaupt sieht es nicht gut aus:

... Drogenabhängige fallen in Europa immer häufiger ihrer Sucht zum Opfer: 8441 Menschen starben 2015 an den Folgen einer Überdosis, fast die Hälfte von ihnen in Deutschland und Großbritannien. ...
Drogenreport 2017: Immer mehr Drogentote in Europa

Grüsse,
Oregano
 

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Purdue, der Hersteller des Opioids Oxycodon, wurde mittlerweile in den Staaten angeklagt und will nun Insolvenz anmelden, um den enormen Schadensersatzforderungen zu entgehen:

Die Einführung seiner Tabletten, habe Sackler auf einer Veranstaltung geprahlt, werde einen "Blizzard an Verschreibungen" auslösen - "so tief, dicht und weiß", dass er die Konkurrenz unter sich begraben werde.

Quelle: Purdue Pharma will sich offenbar vor Gerichtsprozessen drücken - SPIEGEL ONLINE
Für archäologisch Interessierte habe ich mal einen 20 Jahre alten Artikel aus dem Ärzteblatt ausgegraben, mit dem Oxycodon in Deutschland eingeführt wurde:

Die Gefahr einer Suchtentwicklung spiele bei Ausschluß von Patienten mit Suchtproblemen in der Anamnese und kontrollierter Abgabe so gut wie keine Rolle.

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/13998
 
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McKinsey hat offensichtlich auch dazu beigetragen, das Oxycontin noch besser in den Handel zu bringen. Jetzt ziehen sie sich zurück...

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Purdue hatte sich schon 2007 in einem Vergleich schuldig bekannt, das Suchtrisiko verharmlost zu haben, und stimmte einer Zahlung von rund 600 Millionen Dollar zu. Trotz angeblicher Läuterung rückte das Unternehmen aber offenbar nicht von der Praxis ab. Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts, sagte im vergangenen Jahr, Purdue habe Patienten, Ärzte und Öffentlichkeit über die Suchtgefahr des Mittels aus Geldgier getäuscht. So habe Purdue Ärzte dazu gedrängt, Patienten das Mittel in höherer Dosis und über einen längeren Zeitraum zu verschreiben.

McKinsey drängte laut Klageschrift gegen Purdue die Eigentümerfamilie Sackler, ein „klare Entscheidung“ zu treffen, den „Turbolader“ der Verkaufsmaschine einzuschalten. Die Verkaufsmannschaft sollte Ärzte öfter besuchen, rieten die Berater demnach. Die Ärzte sollten berzeugt werden, dass Oxycontin ihren Patienten „Freiheit“ und „Seelenfrieden“ bringe. Neue Verkaufstaktiken – so lautet die Einschätzung der McKinsey-Berater – könnten den Absatz von Oxycontin um 200 bis 400 Millionen Dollar steigern.

Laut Klageschrift soll McKinsey das Pharmaunternehmen auch nach Verschreibungsgewohnheiten von Ärzten gefragt haben, um herauszufinden, welche Ärzte es zu besuchen lohnt. McKinsey soll dazu gedrängt haben, dass sich die Vertriebsmitarbeiter auf die „produktivsten Opioid-Verschreiber“ konzentrieren, also auf solche Ärzte, die ohnehin schon viel Oxycontin verschreiben. Mit häufigeren Besuchen könnten diese Ärzte dazu bewegt werden, noch mehr Opioide zu verschreiben. An anderer Stelle heißt es, Purdue habe McKinsey beauftragt, Zahl und Umfang der Verschreibungen einzelner Ärzte „aktiv zu überwachen“.

Als Behörden den Handel mit starken Schmerzmitteln eindämmen wollten, soll McKinsey empfohlen haben, sich dagegen zu wehren. Als der Verkauf über Amerikas zweitgrößte Apothekenkette Walgreen einmal stockte, weil deren Management offenbar Zweifel an der Verschreibungspraxis hochdosierter Opioide hatten, sollen die Unternehmensberater empfohlen haben, Druck auf das Management der Apothekenkette auszuüben. Und in längerfristiger Perspektive soll McKinsey laut der Anklageschrift geraten haben, einen Direktversand aufzubauen, damit Purdue hoch dosiertes Oxycontin verkaufen konnte, ohne dass Apotheken im Weg stehen.
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News | XING

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Wie MaxJoy schon geschrieben hat:
... Aus den Presseberichten geht hervor, dass sich der Hersteller von Opioid-Schmerzmitteln über den Umweg einer Insolvenz in weiten Teilen aus der Verantwortung ziehen und Schadensersatzzahlungen reduzieren wollen. Demnach müssten im Falle eines Insolvenzverfahrens dann Insolvenzrichter mit den Klägern eventuelle Vereinbarungen aushandeln, was unterm Strich weniger Kosten für Purdue verursachen würde. Die US-Pharmafirma Purdue steht spätestens seit dem Ausbruch der Opioid-Epidemie in den USA im Kreuzfeuer der Kritik und ist mit mehr als tausend Klagen überzogen worden. Hauptvorwurf der Klageseite ist es, dass Purdue angeblich die negativen Folgen seiner Opioid-Produkte jahrzehntelang systematisch heruntergespielt habe. Die Sackler-Familie soll übrigens nicht nur an Opiod-Schmerzmitteln bestens verdient haben, sondern auch an Mitteln, die die Sucht nach Opioiden verhindern sollen. In den USA sterben zurzeit täglich 130 Menschen an einer Überdosis durch opioidhaltige Drogen. Das sind fünfmal so viele wie im Jahr 1990.

Purdue Pharma: Oxycontin-Firma der Milliardärs-Familie Sackler: Rettung über Insolvenz? | wallstreet-online.de - Vollständiger Artikel unter:
https://www.wallstreet-online.de/na...illiardaers-familie-sackler-rettung-insolvenz ...
Grüsse,
Oregano
 
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Und nun erweitert Purdue sein 'erfolgreiches' Geschäftsmodell nach China, mit genau den gleichen Methoden, die in den USA zur größten Opiatsuchtepidemie aller Zeiten geführt haben:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/u...erzmittelabsatz-in-china-voran-a-1297372.html

Jeder schwarze Kleindealer wird in den USA jahrelang weggesperrt, aber weiße Milliardäre und die Ärzteschaft dürfen sich offensichtlich alles erlauben. Der "Drug War" läuft also schlussendlich auf eine Fortsetzung der Opiumkriege hinaus - Hauptsache die Kohle stimmt.
 
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Cannabis wird ja von der amerikanischen Bevölkerung nicht wirklich als Droge angesehen (ich meine, da müssten ja auch Alkohol und Zigaretten als Drogen angesehen werden) - aber ich finde ja, dass all das der Einstieg in die "Drogenwelt" ist...man denkt sich, das könnte man auch mal ausprobieren, weil das vorherige ja nicht sooo schlimm war...und irgendwann landet man dann bei den ganz harten Sachen und plötzlich hagelt es Tote...aber das kann natürlich auch daran liegen, dass sich heutzutage viel mehr Drogen leisten können als noch früher.
 
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CBD hat überhaupt keine Rausch- und Suchtwirkung und fällt auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. (y)

Die amerikanische Bevölkerung mag zwar traditionell ein entspanntes Verhältnis zu Cannabis haben, aber die Cannabisprohibition, also Verbot und Verfolgung, ist eine Erfindung amerikanischer Politiker aus den 1930er Jahren. Nach dem Scheitern der Alkoholprohibition waren 4000 Drogenpolizisten plötzlich arbeitslos und wurden flugs auf Cannabis angesetzt (in der Praxis hauptsächlich auf die schwarze Bevölkerung). :poop:

Ich kenne keinen, bei dem Cannabis eine Einstiegsdroge war. Hierzulande sind Zucker, Alkohol und Nikotin häufig schon im Kinderalter der Einstieg in den lebenslangen Drogenkonsum. Alle drei machen süchtig und stehen ganz oben auf der Todesliste der gefährlichsten Drogen. :unsure:
 
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