Heute ZDF 21:00: Streit um Zappelphilipp-Arznei - 4 Kinder tot

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frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/1/0,1872,1001633_idDispatch:8192490,00.html

Auf der obigen Site findest Du rechts den Zugang zur ZDF-Mediathek, dort kannst Du kostenlos den kompletten Film nochmal am PC über Internet schauen.

Hier ist ein Sammelfaden über Die Gesetze der Pharma-Industrie zum stöbern ...

LG Runaway
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo allerseits,

Runaway hat den Link mit weiteren Infos ja schon eingestellt - danke! Es ging um mehr als um Strattera - um die unglaublichen Machenschaften der Pharmaindustrie insgesamt. Auf der o.a. Seite kann man übrigens auch die Sendung anschauen.

Das Nachfolgende wurde in der Sendung zu Strattera gesagt (auch aus dem obigen Link):

Tom ist ein guter Schüler. Doch in der 5. Klasse beginnt es, Tom verändert sich. Er ist unruhig im Unterricht, lässt sich schnell ablenken, schwatzt ständig mit anderen Schülern, hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Eine Lehrerin informiert die Eltern und empfiehlt ihnen, zum Arzt zu gehen: Irgendetwas stimme mit dem Jungen nicht.
"Es wurde immer schlimmer"
Der Arzt diagnostiziert bei Tom schließlich ADHS, eine so genannte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung - auch bekannt als Zappelphillipp-Syndrom. Er verschreibt dem Jungen anfangs Ritalin, später bekommt Tom Strattera. Der heute 17-Jährige erinnert sich: "Dann kamen wir halt zu den Tabletten, ohne uns darüber informiert zu haben, was sie wirklich für Wirkungen haben."
Mehr zur Dokumentation:
Das Pharma-Kartell - Wie Patienten betrogen werden
Jahrelang geben die Eltern Tom Strattera. Zwar kann ihr Sohn sich jetzt wieder besser in der Schule konzentrieren, doch Tom zieht sich zunehmend in sich zurück. Das Medikament habe ihn runter gezogen, sagt Tom heute. "Am Anfang war's noch okay, aber im Endeffekt wurde es dann immer schlimmer."
Tom hatte Selbstmordgedanken
Strattera habe seine Persönlichkeit, sein Selbstvertrauen zerstört und Gefühle, wie Freude, Trauer oder Schmerz völlig ausgeschaltet. "Man geht innerlich zu Grunde", so Tom. In dieser Zeit habe er sogar über Selbstmord nachgedacht. "Zum Schluss habe ich mich gefühlt, wie wenn man an der Klippe steht und nur noch überlegt: springen oder nicht. Viel hat da nicht mehr gefehlt."
Seit 2005 ist das Medikament Strattera des Pharmaunternehmens Lilly in Deutschland auf dem Markt. Es soll helfen, bei Kindern und Jugendlichen mit dem sogenannten Zappelphillipp-Syndrom hyperaktive Phasen tagsüber zu dämpfen. Tausende Kinder nehmen das Präparat in Deutschland, weltweit sind es sogar etwa 3,5 Millionen. Lilly macht seit Jahren Riesenumsätze mit der ADHS-Arznei - obwohl Experten seit langem vor den gefährlichen Nebenwirkungen warnen und fordern, das Präparat vom Markt zu nehmen.
ZDFSchaaber: Nebenwirkungen stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.Nebenwirkungen und Todesfälle
"Strattera wird eingesetzt im Prinzip bei gesunden Kindern, die sind nur zappelig, unruhig, können sich schlecht konzentrieren, das hat oft keinen Krankheitswert", sagt der Patientenbeauftragte im Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen, Jörg Schaaber, gegenüber Frontal21. Seiner Einschätzung nach sei es sehr fragwürdig, Kinder mit solch stark wirksamen und hochriskanten Medikamenten zu behandeln. Das stehe in keinem Verhältnis zu dem äußerst zweifelhaften Nutzen.

Seit der Einführung von Strattera hat es insgesamt 234 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit dem Medikament gegeben, darunter Herzschwäche, Hörstürze und Suizidgedanken - allesamt bei Kindern und Jugendlichen. Das belegen interne Unterlagen aus dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, die dem ZDF vorliegen. Laut Behörden-Liste kam es sogar zu vier Todesfällen - darunter ein dreijähriges Kind. Ein fünfjähriger Junge erlitt einen Herzinfarkt, ein Zwölfjähriger bekam einen Gehirnschlag, ein Sechzehnjähriger nahm sich das Leben.
ZDFSchönhöfer: "Das sind Substanzen, die gefährlich sind.""Diese Substanzen wirken wie Speed"
"Diese Substanzen wirken, wie wir früher sagten, wie Amphetamine oder nach dem neueren Sprachgebrauch, wie Speed", erklärt der Pharmakologe Professor Peter Schönhöfer vom pharmakritischen Newsletter "arznei-Telegramm". Das sind Substanzen, die gefährlich sind, weil sie einen übererregten Zustand auslösen und dazu gehört auch die Selbstaggression, also der Suizid", so Schönhöfer gegenüber Frontal21.


So musste Lilly bereits 2005 Ärzte vor Suizid fördernden Nebeneffekten bei Strattera in einem so genannten Rote-Hand-Brief, einer für Pharmahersteller verpflichtenden Information zu Arzneimittelrisiken, warnen. Darin heißt es: "Patienten und Eltern/Erziehungsberechtigte sollten auf das Risiko Suizidale Verhaltensweisen und mögliche Anzeichen und Symptome hingewiesen werden." Trotzdem sieht Lilly bis heute keinen Anlass, Strattera vom Markt zu nehmen. Viele Ärzte verschreiben das Medikament gegen ADHS weiter an Kinder und Jugendliche.
Zitat
„Ich habe mich nicht besser gefühlt, ich habe mich vielleicht konzentrierter gefühlt, aber der Rest ist auf der Strecke geblieben.“
TomMehr Schaden als Hilfe
Wenn er das Positive und das Negative vergleiche, sagt Tom heute, habe Strattera ihm mehr Schaden zugeführt, als dass es ihm wirklich geholfen hätte. "Ich habe mich nicht besser gefühlt, ich habe mich vielleicht konzentrierter gefühlt, aber der Rest ist auf der Strecke geblieben." Nur schwer sei er damals von dem Medikament losgekommen, schließlich habe er Hilfe bei einem Psychologen gesucht.
Seine Eltern, so Tom, hätten gar nicht gewusst, was Strattera für ihren Sohn bedeutet habe. Tom stellt fest: "Ich würde das meinen Kindern nie geben".

Die Hervorhebung ist von mir. Genau das, was dort beschrieben wird, müssen zwangsläufig die Nebenwirkungen sein (u.a. wird der Sympathicus aktiviert - überaktiviert ) - früher oder später - später stellt nur niemand mehr einen Zusammenhang her - ist ja normal, dass heute viele einen Hörsturz, Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen bzw. depressiv sind.

Viele Grüße
Erika
 

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