Hände und Beine pelzig

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22.10.19
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Hallo,

Ich bin eigentlich von Haus aus ein lebenslustiger Mensch mit vielen Interessen und liebe es Sport zu betreiben. Leider zwingt mich meine Krankheitsgeschichte (Taubheitsgefühl, Sprachstörungen, ständige Benommenheit, HWS-Beschwerden; Tinnitus etc…) in den letzten Jahren eher von Arzt zu Arzt zu rennen, als meinen Hobbies nach zu gehen.
Es ist einfach sehr schwierig eine richtige Diagnose zu erhalten. Der eine Arzt sagt, es könnte die Borreliose sein, der anderes Arzt (Neurologe im Krankenhaus) schließt dies aus. Nachdem ich in den letzten 30 Jahren eine Odyssee von Arztbesuchen hinter mir habe, möchte ich nun endlich herausfinden , warum ich jahrelang mit abwechselnden Symptomen zu kämpfen habe.

Vielen Dank schon mal für Eure Tipps. Hier dazu meine lange Krankengeschichte:



Momentane Beschwerden (August 2019):

Leichte Benommenheit; Taubheitsgefühl (pelzig) der ganzen linken und rechten Hand. Manchmal auch linker Unterarm. Ebenso ganzer linker Fuß. Mittlerweile auch Kribbeln /Brennen an den Händen und Füßen. Hände schmerzen. Das pelzige Gefühl betrifft nun nicht mehr nur den linken Mundwinkel, sondern manchmal auch den ganzen Mund. Weitere Beschwerden: Wortfindungsstörungen, Sprachstörungen, Tinnitus links


Krankheitsgeschichte



1970 Verkehrsunfall mit 3 Jahren: Gehirnerschütterung mit Bewußtlosigkeit und 4 Tage Koma

1978 Feststellen eines Beckenschiefstandes /Scheuermannsche Krankheit. Einseitige Einlagenerhöhung (Grund Rückenschmerzen)

1979 Sportunfall mit 12 Jahren: Bänderriss linkes Sprunggelenk

1979 bis 1984 Einsetzen von 14 Amalgamplomben, in dieser Zeit morgendliche Antriebsschwäche, Konzentrationsschwierigkeiten

1984 Sportunfall mit 16 Jahren: Gehirnerschütterung mit Bewußtlosigkeit und Nasenbeinbruch, danach starke Lichtempfindlichkeit

1988 Erster Geschlechtsverkehr. Ein paar Wochen später ein Abszess am Intimbereich. In dieser Zeit sehr infektanfällig, Lymphknoten in der Leistengegend angeschwollen. Mit 20 wegen Herzrhythmusstörungen aus der Bundeswehr entlassen.

1989 rezidive Pharyngytis mit eingehender Müdigkeit, Schlappheit. Nach mehreren erfolglosen Antibiotika-Behandlungen Mandeln entfernt. Halslymphknoten ständig angeschwollen, trockenen Mund mit Soor und einen hoher Gewichtsverlust, Ohren und Kiefer kälteempfindlich Herzrhytmusstörungen, Herzkklopfen sowie Knieschmerzen. Nach einem Jahr des Martyriums fand man dann eine Candida Albicans-Befall, der dann auch durch Tabletten und eine Diät (kein Zucker und Kohlehydrate) behandelt wurde


Ab 1994 Knieschmerzen und Meniskusoperation am linken Knie, Schmerzen verschwinden jahrelang nicht.


Ab 1997 erstmals Auftreten von Heuschnupfen (Gräser, Roggen); homöopathische Behandlung sowie Akupunktur zeigen keine Wirkung. Jahre später tritt erstmals leichtes Asthma während der Pollenphase auf
Ab 1997 Tennisarm, der sehr lange Schmerzen verursacht.


2002 plötzlich extreme Kopf-, Nackenschmerzen; Rückenschmerzen. So schlimm dass ich nur noch mit Schmerzmitteln zur Arbeit gehen konnte.
Im März 2003 operative Entfernung einer Fistel, muss anschließend im Juli noch mal operiert werden, seitdem beschwerdefrei.


Im September 2003 ist über Nacht mein großes rechtes Zehengelenk angeschwollen. Es wurde geröntgt, aber es war unauffällig. Nach Gabe von Diclofenac ging zwar die Schwellung zurück, es blieben aber Steifigkeit und Schmerzen dieses Gelenks. Es wurde dann Mitte Juni 2003 erstmals festgestellt, dass ich Borrelioseantikörper in mir habe. Ein weitere Untersuchung auf Borelliose bleibt negativ.

Ab 2006 Regelmäßige Ostheopatiebehandlungen bringen allmähliche Besserung der Nacken- und Rückenschmerzen


Operation an den linken Beinvenen im Jahr 2008 (Vollnarkose)


September 2009 nach Volleyballspiel (Sturz auf den Kopf) habe ich am nächsten Tag eine Entzündung im rechten Schultergelenk, erst nach einer Cortison-Spritze im Dezember klingt diese Entzündung extrem langsam ab, flackert aber immer wieder auf. Im Dezember erstmals nachts Schwindelgefühle, Wortfindungsstörungen

Januar 2010 feststellen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit gegen Kasein (Milchprodukte) sowie Weizen und Roggen, Dinkel

11. Februar 2010 entstehen eines hochfrequenten Tinnitus nach vermutlichem Knalltrauma mit leichter Hyperakusis und mit Schwindel. Tinnitus besteht aus einem dauerhaften sehr hohen sirrenden Ton und einem unterlagerten tieferen Ton, den ich nicht immer höre. (Anmerkung: seit der Jugend empfindliche Ohren, habe damals in der Disco Ohrenstöpsel benutzt, Tinnitus nur selten nach Rockkonzerten und dann nur nachts, morgens war das Pfeifen immer weg)


Behandlung durch Trental nach starker Übelkeit und Schwindel abgebrochen;
2 Wochen Sauerstofftherapie mit Infusionen zeigen keine Wirkung.
Nach Einnahme von Prednisolon (Kortison) 4 Tage später Kreislaufzusammenbruch / mentale Erschöpfung, zittrige Hände, Herzklopfen, ständiges Durstgefühl. Diese Symptome lassen nach Abbruch der Medikation ein paar Tage später nach

Neurologe prüft manuell Befinden ab, neurologisch i.o.


1. März Besuch bei Psychotherapeutin. Beginn einer Verhaltenstherapie.
Diese wird nach 5 Sitzungen beendet, da sie mit mitteilt, dass ich trotz dieser schwierigen Gesundheitsgeschichte mental stark bin und sie mit dieser Therapieform kaum Verbesserung meiner gesundheitlichen Situation sieht


April 2010 Beginn Asthma (wegen Frühblühern), starker Reizhusten, die ganze Nacht
Ende April zusätzlich Infekt mit leichtem Fieber. Beginn eines Durstgefühls, Müdigkeit, Gewichtsabnahme


29.07.2010 CT der NNH, MRT u. Röntgen der HWS ohne größeren Befund


2. August plötzliche Schwellung im linken Grundzehengelenk


14. August 2010 Beginn der Behandlung der Mitochondriopathien, Umstellung der Ernährung auf ketogene Kost


8. September 2010 Nachts Schmerzen am linken Hüftgelenk, einen Tag später erneute starke Schmerzen im rechten Schultergelenk, morgendliche Benommenheit, Taubheit in den Händen

23. September. Besuch bei Zahnarzt: Diagnose: Verdacht auf hohe Amalgambelastung, da Amalgamentfernung ohne Schutzmaßnahmen durchgeführt wurde; ebenso sollte ein devitaler Zahn entfernt werden.

23. Februar Beginn der Ausleitungstherapie wegen Amalgam mit Dimaval. Aber ohne großen Erfolg


13. Juli 2011 Beginn der Behandlung bei Osteopathen
Manuelle Behandlung der Wirbelsäule.
Allmählich leichte Verbesserung der Beschwerden. Aufflackern der Schultergelenkschmerzen, die aber verschwinden.
Er empfiehlt kontrollierte Bewegung auf dem Crosstrainer



Weitere Untersuchungen bei Arzt im Januar ergeben, dass wohl doch ein Borrelienbefall vorhanden ist. Das erstmals verabreichte Präparat Milzpeptide hat eine positive Wirkung auf meine Benommenheit.

Monatliche Spritzen mit Milzpeptiden, Adenosylcobalamin, Thymus bringt eine Verbesserung der Benommenheit.

Im Dezember 2013 erneuter Rückfall. Innerhalb zwei Wochen bis zur vollständigen Erschöpfung. Sehstörungen, starke Benommenheit, taube Hände, gelegentlich Gangunsicherheiten, Probleme bei der Blasenentleerung.


Febr. 2014 Abklärung der Sehprobleme beim Augenarzt ohne Befund

Juli 2014 bei Neurologe. MRT bringt keinen Befund

August 2014 Untersuchung über Dunkelfeldmikroskopie. Empfiehlt Therapie nach Enderlein mit einhergehender Hydro-Colon-Behandlung.

Oktober bis November 12 Hydor-Colon-spülungen. Erste Spülungen bringen Erleichterungen, danach wieder Rückfall in altes Muster.

April 2015 bei Endikrinologe. Außer leichter Östradiolerhöhung, ansonsten kein signifikanter Befund.

Juli 2015 bei Urologen. Nur unwesentliche Vergrößerung der Prostata. Benignes Prostatasyndrom (BPS)

August 2015 erneuter Rückfall, Spasmen nehmen extrem zu, Schwächezustand, große Konzentrationsprobleme, dieser Zustand dauert ca.8 Wochen, danach wieder allmähliche Besserung.


Juni 2016. Untersuchung auf effektive Mikroorganismen. Darm ist o.k, dafür aber Entzündungswerte unzureichend. Abklärung möglicher Amalgamsplitter im Kiefer


September 2016: Abklärung Amalgamsplitter im Kiefer durch hochauflösende CT Befund: Keine Amalgamsplitter, dafür jedoch Wurzelrest von alter Weiheitszahn-OP.

November 2016: chirurgische Revision der Zahnreste sowie Nico (Regio 15,18, 28,38,48; mit Ozon-/ und PRGF-Therapie). Der Zustand hat sich eher verschlechtert. Nun sind meine kleinen Finger wie früher wieder pelzig und die Benommenheit hat auch eher zugenommen.

Anfang Februar: Verdacht auf Borreliose
Ende 2017: Hyperthermie wegen Verdacht auf Borelliose (ohne Erfolg)

April 2017 Venen-OP am linken Unterschenkel. Dieses Mal verläuft die OP nicht zufriedenstellend. Sehr starke Schmerzen und auch sehr lange noch Missgefühl in der Narbenregion.

Ende Mai 2017 die Benommenheit hat die letzten Wochen abgenommen, dafür nun eine Pelziges Gefühl, wie nach dem ein Bein eingeschlafen ist.
Zuerst am linken Mundwinkel, danach an linken kleinen Fingern und Zehen des linken Fußes
Anschließend auch kleine Finger an rechter Hand.

August 2018: umfassende Neurologische Abklärung der Beschwerden an der Uni-Klinik Würzburg (auch MRT) leider ohne Befund.

Seit November 2018 Taubheitsgefühl ganze linke und rechte Hand. Manchmal auch linker Unterarm. Ebenso ganzer linker Fuß. Mittlerweile auch Kribbeln an den Händen und Füßen. Die Hände fühlen sich auch so an als ob ich stundenlang schwer mit Werkzeug gearbeitet hätte. Das Taubheitsgefühl betrifft nun nicht mehr nur den linken Mundwinkel, sondern teilweise auch halbe linke Gesichtshälfte.
Nach dem Aufwachen (noch im Bett) pulsiert oftmals die linke Gehirnhälfte sehr stark. Nach dem Aufstehen ist dieses Symptom jedoch vorbei.

Geistige Anstrengung, vor allem langes Sprechen verschlimmert meist die Symptome


Seit März 2018 manchmal auch Brennen an den Händen. Die Lippen sind nun komplett pelzig, die Sprachprobleme haben zugenommen.

April 2018 Liquor-Untersuchung; keine aktive Borelien oder andere Erreger nachweißbar.

Juli 2018 Training an der HWS-Maschine bringt keine Besserung der Symptome.

Febr. 2019 Heilpraktiker vermutet weiterhin die Boreliose als Ursache. Nosodentherapie und hochdosiertes Vitamin C bisher ohne Erfolg

Mitte August 2019 nochmalige Zunahme der Beschwerden. Probleme den linken Unterschenkel zu koordinieren, Zunahme der Pelzigkeit an Händen und Füßen, Arme jucken. Erstmals richtige Schmerzen an den Händen.


Momentane Aktivitäten:

Jeden Tag ca. 45 Minuten Cross-Trainer oder 1 Stunde Fahrradfahren und oder Schwimmen. Jeden Tag mindestens 10 Minuten autogenes Training, Hanna-Somatics; Blackrole-Training

Essen:

Glutenfrei, viel Gemüse und Obst (bio); wenig Fleisch (nur bio, kein Schwein), kein Zucker, keine Milch
 
Beitritt
05.10.17
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863
Hallo Kalli-Forum,

HWS und auch Amalgan (bzw. Quecksilber) können im Körper Nitrosativen-Stress verursachen.
Daraus kann Oxidativer-Stress entstehen. In Kombiantion mit Sauerstoff-Radikalen, die verstärkt bei körperlicher Belastung entstehen können, kann Peroxinitrit entstehen.
Was ist nitrosativer Stress?
Während die Begriffe „freie Radikale“ und „oxidativer Stress“ mittlerweile sehr verbreitet sind, und Antioxidantien sich großer Beliebtheit erfreuen, ist Nitrosativer Stress bisher erstaunlicherweise noch recht unbekannt – obwohl ihm gesundheitlich fast die gleiche Bedeutung zukommt.

Auch Nitrosativer Stress ist eine Form von oxidativem Stress, jedoch sind es hier nicht Sauerstoff-Radikale, die den Organismus belasten, sondern eine überschießende Produktion von Stickstoffmonoxid-Radikalen (chemisch: NO). Durch das Überangebot von NO-Radikalen und die vermehrte Bildung von gefährlichen Folgeprodukten wie dem hochgiftige Peroxinitrit können Zellen, Membranen und DNA geschädigt werden und eine ganze Reihe von Krankheiten und Symptomen entstehen. (1, 2)

Das ist wichtig
Nitrosativer Stress erzeugt chronische Krankheiten
Vitamin B12 hilft Nitro-Stress zu bekämpfen
Hydroxocobalamin ist die wirksamste Form
Quelle: https://www.vitaminb12.de/nitrosativer-stress/

Bei nitrosativem Stress benötigt der Körper u.a. massiv mehr B12 zum Ausgleich.

Ich würde mal folgendes Buch lesen: "Das HWS-Trauma" von Dr. med. Bodo Kuklinski empfehlen u.o.
"Mitochondrientherapie die Alternative" von Dr. med. Bodo Kuklinski u. Dr. Anja Schemionek

Alles Gute
 
Beitritt
18.02.12
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436
Oh weh... das ist ja eine heftige Leidensgeschichte.
Du fängst mit dem Unfall und dem Koma mit 3 Jahren an. Hast du da irgendwie Zugang zu dem damals erfolgten Therapien bzw. genauen Diagnosen bekommen?
 
Beitritt
20.09.14
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1.588
Hallo Kalli-Forum,

es wäre zudem hilfreich, wenn Du hier Laborwerte einstellen würdest. Vielleicht fällt uns da etwas auf.
Gibt es da Nährstoff- oder Leberwerte?

Wurde das Kribbeln an den Extremitäten vom Neurologen abgeklärt? Bei mir entstand das durch Vitamin B-Mangel (HPU).
Wurde bei Dir schon HPU abgeklärt?

Gruss
Hans
 
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