Erfolgsbericht Candida

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Hallo Leute,
um mich kurz vorzustellen: Mein Name ist Chela, ich bin 33 und lebe im Raum Zürich.
Nach sieben langen Jahren finde ich nun meine Gesundheit wieder und dies dank euch.

Ende 2001 wurde ich krank.
Alles fing an, als ich eines Tages bei der Arbeit sehr starke Schmerzen in der Brust spürte. Diese wurden so extrem, dass ich einen Arzt anrief. Leider war es Samstag und so erreichte ich nur den Notarzt, einen Herzspezialisten. Als ich meine Beschwerden schilderte, meinte er nur, ob ich den ernsthaft glaube, mit 25 Jahren ein Herzproblem zu haben. Ich erwiderte, dass ich gar nichts glaube, sondern unerklärliche Schmerzen habe. In der Praxis machte er ein EKG, meinte es sei alles in Ordnung und schickte mich nach Hause. Da es mir besser ging, tat ich das auch.
Einige Tage später lag ich nachts im Bett, als die Schmerzen zurück kamen, auch bekam ich nur schwer Luft. Nach einer Weile beruhigte sich das ganze wieder. Wieder einige Tage später bekam ich auf einmal stechende Schmerzen im Unterleib. Da diese über Tage nicht besser wurden, ging ich zum Hausarzt.(am 15.Sept.01) Als ich ihm alles schilderte, erwähnte ich leider auch, dass mir das ziemlich Angst mache. Sofort war für ihn ohne Untersuchung klar, dass dies wohl psychischer Natur sei. Seit dem 11.September haben viele Frauen Ängste, so seine Aussage. Nun, ich kann euch sagen, die Gabe der Hellsichtigkeit habe ich nicht und meine Schmerzen kamen eindeutig vor diesem schrecklichen Ereignis.
Die folgenden Monate waren schlimm. Starke Unterleibsschmerzen, ständige Müdigkeit. Ausserdem verbrachte ich täglich Stunden auf der Toilette. Der Hausarzt hatte auf mein Begehren einen Bluttest durchgefüht. Dieser zeigte eine hohe Anzahl weisser Blutkörperchen. Ein Entzündungszeichen.
Ich bekam Antibiotika, fühlte mich nicht besser. Die Testwerte stiegen. Ich bekam ein weiteres Antibiotika. Gleiches Ergebnis. Dies wiederholte sich fünf mal.
Ich litt an grausamen Krämpfen und hatte entweder Durchfall oder Verstopfung mit ständigem Stuhldrang. Ich ging oft zum Hausarzt, obwohl er keine weiteren Untersuchungen anstellte. Ich flehte ihn förmlich an mir zu helfen. Er meinte, ich könne ja eine Darmspiegelung machen, dies sei aber unangenehm. Ich versicherte ihm dies sei mir egal, und so meldete er mich an. In drei Monaten sei ein Termin frei, meldete er mir. Er habe aber noch ein neues Medikament gegen: Zitat "diffuse Bauchschmerzen bei Frauen". Da machte es endlich klick bei mir und ich verliess die Praxis.
Mein neuer Arzt machte als erstes einen Ultraschall des Bauchraumes. Er meinte ich habe eine Darmentzündung und müsse eine Spiegelung machen. 3 Tage später geschah dies. Kein Ergebnis. Die Schmerzen kamen und gingen.

Kurz darauf, bei der Jahresuntersuchung beim Frauenarzt, glaubte dieser eine Zyste am Eileiter zu sehen. Also ab ins Spital, Bauchspiegelung. Als ich nach der Op erwachte wurde mir mitgeteilt: Keine Zyste, aber beide Eileiter seien völlig vernarbt und somit verschlossen. Der linke sei dick angeschwollen und mit Flüssigkeit gefüllt gewesen. Ich könne keine Kinder empfangen.
Mein Frauenarzt schloss daraus, dass ich wohl eine Clamydien Infektion hatte. Der Test war zwar negativ, trotzdem mussten mein Mann und ich die Medikamente nehmen.

Eine Weile ging es mir besser, dann kam alles zurück. Also, zurück zum Frauenarzt. Wieder ab ins Spital, Bauchspiegelung. Der Rechte Eileiter war diesmal gefüllt. Er wurde entfernt. Aber, Wunder über Wunder, der linke sei Narbenfrei. Ich solle mich beeilen mit Kinder kriegen.
Ich hatte zwar weiterhin einige Wc-Probleme. aber sonst ging es mir ziemlich gut.
Mein Mann und ich eröffneten ein neues Geschäft im Gastgewerbe und fast ein Jahr lang ging alles ganz gut. Auf einmal war ich wieder stundenlang ans Klo gefesselt. Der Arzt glaubte an eine Darmgrippe. Doch es wurde nicht besser. Ich bekam ohne Grund Herzrasen, litt ständig an Kopfschmerzen. Eines Tages bekam ich lauter kleine Pusteln an den Händen. Eine Dermatologin machte einige Hauttests und stellte einige Allergien fest. Aber mit keinem der genannten Stoffe, ausser Nickel, war ich irgendwie in Kontakt getreten.
Ich zog mich aus dem Kundenbetrieb zurück und war nur noch fürs Büro zuständig um dem Kontakt mit Nickel zu entgehen. Zuhause umwickelten wir alle Türfallen aus Metall mit Isolierband, aber die Allergie wurde immer heftiger.
Ich war unterdessen in der Dermatologie der UniKlinik Zürich. Dort kriegt man bei jedem Besuch einen neuen Arzt vorgesetzt, was die Behandlung nicht vereinfacht. Ich bekam Kortison-Salben, pinkfarbene Tinkturen, später Kortison-Tabletten und schliesslich die Bade-/Lichttherapie. Meine Hände wurden immer schlimmer. Ich hatte Pusteln mit dem Durchmesser eines 1Fränklers. In allen Farben von gelb über rot und blau bis schwarz, die brutal weh taten. Ich bekam zwei Blutvergiftungen und konnte fast gar nichts mehr anfassen.
Irgendwann hatte ich Glück, eine Angestellte der Drogerie meinte ich solle doch einmal eine Darmkur machen, denn die meisten Allergien hingen igendwie mit dem Darm zusammen. Nach dem Motto: "Nützts nüt, so schadets nüt" nahm ich die empfohlenen Mittel. Meine Allergien wurden sofort besser. Ich brach die Behandlung in der Dermatologie ab. Meine Allergie heilte und verschwand. :bang:
Aber eben... Ich bekam ein gigantisches Atherom unter der Brust. Es war so stark entzündet, dass ich notoperiert wurde. Zwei Tage nach der Op, zuhause, bekam ich auf einmal Darmblutungen. Während mehrer Stunden krümmte ich mich vor Schmerzen und im Schnitt alle 10 Minuten kam erneut Blut aus meinem After. Mein Mann brachte mich zum Arzt. Dieser gab mir einige Tabletten und die Blutungen hörten auf. Er schickte mich zu einem Spezialisten. Dieser tippte auf Morbus Crohn oder ähnliches. Also wieder einmal eine Darmspiegelung. Ergebnis: alles in Ordnung.
Nun ja, die Durchfälle, bis zu 40 am Tag, erzählten mir etwas anderes.
Ich verlor alle Kraft und schleppte mich nur noch dahin. Der grösste Witz aber war, ich nahm an Gewicht zu. Lactose Intoleranz wurde festgestellt. Die Ernährungsumstellung brachte keine Besserung.
Ich hatte ständig Unterleibsschmerzen und wenn ich trotzdem mit meinem Mann schlief, hatte ich jedesmal höllische Qualen danach.
So ging ich wieder zum Frauenarzt. Er meinte, wir müssten noch eine Bauch- und eine Gebärmutterspiegelung machen. Dabei wurden aber nur einige Verwachsungen festgestellt. Die Ärztin im Spital (die im Übrigen zuerst mit dem Krankenblatt einer anderen Patientin mit fast gleichem Namen zu mir kam.) meinte es sei vielleicht ja psychisch. :schlag:
Ich verneinte wütend und meinte, immer wenn Ärzte nicht weiter wissen kommt die Antwort.
Ach, vielleicht sei es ja auch eine Stoffwechselkrankheit.

Nun ja, Zuhause googelte ich "Stoffwechselkrankheit" und kam zufällig auf Sympthome.ch .
Ich las hier einen Bericht eines jungen Mannes, dessen Geschichte mir ziemlich bekannt vorkam. Er litt an Candida albicans. Ich las weitere Bericht zu diesem Thema und konnte es nicht fassen.
Ich hatte eine Nachuntersuchung beim Frauenarzt. Also sprach ich mit ihm über Candida.
Klar, das haben sie schon seit Jahren, meinte er.
Ich war baff. Wie bitte? Ich hatte seit Jahren wiederkehrend Scheidenpilz, den ich zwar immer wieder behandelte, aber ohne grossen Erfolg. Ich wusste nicht, dass das Candida war und ich wusste auch nicht, was dieser blöde Pilz so alles anrichten kann.
Mein Arzt verschrieb mir Diflucan für zwei Wochen. Die Besserung war frappant. Als die zwei Wochen allerdings um waren, kamen die Beschwerden sofort zurück.
Nun nehme ich die Tabletten seit gut drei Monaten in schwächerer Dosierung. Zusätzlich ernähre ich mich völlig Zuckerfrei, wie im Wiki empfohlen. Meine Durchfälle, die Kopfschmerzen, die Krämpfe, die Unterleibsschmerzen, die ständige Müdigkeit...alles weg. Zudem habe ich dreizehn Kilo abgenommen. In neun Wochen werden wir einen neuen Versuch starten das Medikament abzusetzen.

Ich kann den Gründern dieser Seite und allen die hier schreiben gar nicht genug danken. Ich geniesse jeden Tag, den ich schmerzfrei erleben darf. Zwar muss ich bald nochmal operiert werden, da ich einen gutartige Geschwullst in der Brust habe, die raus muss, aber das ist wenigstens etwas greifbares.

also: DANKE !!! :kiss:
 
wundermittel
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Danke Chela, :)

für deinen ausführlichen Bericht. Wenn ich so etwas lese dann weiß ich ehrlich gesagt nicht wie die Ärzteschaft so blind sein kann. Fünf Antibiotika-Kuren, einfach auf Verdacht. Da fällt mir echt nichts mehr ein.

Ich kenne aber ähnliche Fälle. Wenn man nicht selbst seine eigenen Diagnosen stellt, weil man diese und jene halt typischen Symptome bei sich entdeckt, dann hat man unter Umständen einen langen Leidensweg vor sich.

Ich drückte dir jedenfalls ganz fest die Daumen, das der Candida sich verabschiedet.

Grüsse von Juliette
 

admin

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Hallo Chela

Es freute mich sehr, Deinen Erfolgsbericht zu lesen.
Weisst Du noch, von wem der Beitrag hier im Forum stammte, den Du über Google fandest? Es würde dem Verfasser sicherlich ein tolles Gefühl geben zu wissen, dass sein Schreiben jemandem die Gesundheit zurückgebracht hat.

Und so wird es vielleicht auch mit Deinem Erfolgsbericht sein. Vielleicht findet ihn hier jemand im Forum oder via Suchmaschine und schon hast Du selbst einem anderen Menschen geholfen ... ohne dass Dir das eventuell bewusst ist.

Umso wichtiger ist es zu betonen, dass jeder von uns wichtige Erfahrungen macht, die für andere Menschen wichtig sein könnten ... und dass es niemals schlecht sein kann, diese festzuhalten.


Vielen Dank, Chela, dass Du uns an Deiner Freude hast teilhaben lassen und Dich gemeldet hast. :)

Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute!

Gruss, Marcel
 
regulat-pro-immune
Themenstarter
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08.09.08
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Hallo Juliette, vielen Dank für Deine guten Wünsche. Ich glaube fest an eine schmerzfreie Zukunft.

Hoi Marcel, leider weiss ich nicht mehr, welchen Bericht ich damals las. Habe seitdem öfter versucht ihn wiederzufinden, aber ohne Erfolg. War aber ehrlich gesagt auch schon lange nicht mehr hier.:eek:)

Werde öfter mal reinschauen. Vielleicht kann ja auch ich jemandem helfen und so etwas an Euch zurück geben.Mir hat schon extrem geholfen zu erfahren, dass auch andere Patienten von Ärzten überhaupt nicht ernst genommen werden. Dies verlieh mir die Stärke, solchen Vertreter dieser Zunft auch mal klar die Meinung zu sagen und mir einen besseren zu suchen.

LG Chela
 
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