Von ähnlicher Bedeutung wie die Nieren sind die zahlreichen Drüsensysteme des Verdauungsspparates. Besonders die Galle spielt als Ausscheidungsorgan für Arsen, Antimon und Schwermetalle, wie Blei, Quecksilber, Kupfer, aber auch für aromatische Substanzen, Terpene, Ätherische Öle, Farbstoffe, Narkotika, eine wichtige Rolle. Bei der hohen Bedeutung der Leber als gift— speicherndes und entgiftendes Organ ist dies leicht verständlich.
Wie es scheint, befördern alle das parasympathische Nervensystem erregenden Stoffe die Entleerung der Galle, dagegen werden die Bildung und die Sekretion der Galle in der Leber durch spezifische gallentreibende Stoffe, vor allem durch Gallensäure selbst, angeregt. ( -> Rizinusöl )
Die Lieberkühnschen und Brunnerschen Drüsen des Darmes sezernieren nicht nur die Verdauungssäfte, sondern wirken auch als Ausscheidungsorgan für Stoffwechselabfälle und körperfremde Stoffe im weitesten Sinne. Nicht nur alle Schwermetalle, Arsen, Jod, sondern auch Alkaloide und andere pflanzliche Gifte , ja, selbst tierische Gifte und Bakterientoxine werden durch diese Drüsen in den Verdauungskanal entleert. Diese Ausscheidungsvorgänge beschränken sich jedoch keineswegs auf bestimmte drüsige Organe, Die Ausscheidung von Giften aus dem Blut- und Säftestrom des Organismus erstreckt sich auf alle Abschnitte des Verdauungskanals. Sie beginnt schon in den Schleim- und Speicheldrüsen der Mundhöhle und endet in den Drüsen des Mastdarms. Auch der Magen besitzt die Funktion eines Ausscheidungsvorganges. Durch das lneinandergreifen von Resorption, Ausscheidung, Rückresorption usf. kann es zu einem verwickelten Kreislauf der Gifte kommen. Die Anreicherung der Gifte in den Ausscheidungsorganen ist die Ursache von Schädigungen an solchen Stellen.