Die Superkräfte der Musik | ARTE

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Macht Musik den Menschen besser? Tatsächlich ist Musik sehr viel mehr als Unterhaltung oder Kunst: Eine internationale neurowissenschaftliche Verhaltensstudie belegt eindeutig den wohltuenden Einfluss von Musik auf Körper, Geist und Seele in jeder Lebensphase – vom Fötus bis ins hohe Alter

Die positiven Effekte von Musik sind nicht von der Hand zu weisen. Sie entspannt oder pusht, sie wirkt zum Beispiel auch gegen Stress und Schmerzen und erleichtert den Spracherwerb. Musizieren hilft bei Lese-Rechtschreib-Schwäche und außerdem in der Suchttherapie. Obendrein kann es zwischenmenschliche Beziehungen verbessern. Eine neurowissenschaftliche Studie geht den Ursprüngen dieser Superkräfte auf den Grund, die im menschlichen Gehirn verankert sind. Neurowissenschaftler, Gynäkologen und Kognitionspsychologen erläutern ihre zuweilen extrem originellen Forschungsmethoden. In Dijon beispielsweise gibt es musikalische Experimente in einer Säuglingsstation: Dort singt eine Sopranistin Frühgeborenen vor und gibt den jungen Eltern jede Menge Tipps für Wiegenlieder. Erstaunliche Resultate zeigen auch Initiativen zur musikalischen Früherziehung in einem französischen Kindergarten. In Kanada beweist ein musikalisch unterlegtes Speeddating, welchen unbewussten Einfluss Musik auf Gefühle haben kann, und in Leipzig erfand ein Forscher ein Fitnessgerät, das den Motivationseffekt von Musik beim Sport zur Suchttherapie einsetzt. Offenbar gibt es für Musik sogar Potenzial bei der Behandlung von Demenzpatienten und der Vorbeugung von Gedächtnisverlust, wie ein Projekt mit regelmäßigen Gesangsstunden in einem Altersheim nahelegt. Welche biologischen und neurologischen Phänomene löst Musik beim Menschen aus? Welche Mechanismen spielen sich bei Musikimpulsen im Gehirn ab? Diese mitreißende musikalische Wohlfühldokumentation verdeutlicht, dass Musik sehr viel mehr ist als ein einfacher Zeitvertreib oder eine künstlerische Aktivität wie jede andere: Musik ist nichts weniger als die Universalsprache der Menschheit.
 
Meine letzten 10 Jahre als Lehrerin an einer Grund- und Hauptschule hatte ich Vorbereitungsklassen mit ausländischen Schülern, die Deutsch lernen sollten, zum Teil aber auch Lesen und Schreiben. Ich habe mit ihnen viele deutsche Lieder gesungen, was ihren Lernprozess stark förderte. Singend konnten sie Wörter korrekt aussprechen, die ihnen zuvor Probleme bereiteten. Außerdem war durch das Singen vorwiegend gute Laune in der Klasse. Bei deutschen Erstklässlern erfand ich Verse zu Buchstaben und Zahlen, die wir zusammen sangen. Die Kinder lernten dadurch deutlich leichter. Dass im Teil-Lockdown vor allem der Musikunterricht entfiel, war ein Fehler. Musik und Kunst haben eine Bedeutung, die von den Schul-Politikern nicht erkannt wird. Sie können für schwache Lerner die Brücke zu den Kernfächern bilden. Mit meinen Kindern habe ich vom ersten Lebenstag an gesungen, beim Stillen, beim Füttern, auf dem Wickeltisch. Manchmal saß mein Mann dabei, wenn ich Schlaflieder sang, und ihm fielen auch die Augen zu.
Ich habe einmal eine Studie gelesen. dass Musik auch günstigen Einfluss auf Pflanzenwachstum haben soll. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich. Dass Musik im Kuhstall den Milchertrag erhöhen soll, halte ich auch für denkbar.
 
Für unsere Vorfahren war die ganze Natur beseelt, in allem wohnten Geister, mit denen man über Musik kommunizieren konnte. Dieser Film erkundet das klangliche Universum der Urmenschen:

 
... dass Musik auch günstigen Einfluss auf Pflanzenwachstum haben soll.
Dazu erzählt auch das Buch "Das geheime Leben der Pflanzen" von Peter Tompkins und Christopher Bird:

... etwas. Ich habe die Augabe von 1977 in den 80ern "verschlungen".

Dieser Thread passt hier auch:

Gruß
Kate
 
Ich habe die Augabe von 1977 in den 80ern "verschlungen".
Ich auch! Im 8.Kapitel „Pflanzen als Musikkritiker und Blitzableiter“ werden Versuche der Organistin und Sängerin Dorothy Retallack beschrieben, in denen sie Kürbispflanzen klassischer Musik, andere Rockmusik aussetzte. Die Pflanzen wuchsen zum Lautsprecher hin, der Klassik ausstrahlte, versuchten aber, der Rockmusik auszuweichen.
 
Gut, dass Du das so parat hast und offenbar war meine Erinnerung richtig:
Da gab es doch schon in den 70ern(?) ein Buch "Das geheime Leben der Pflanzen"? Dass deren "Vorlieben" eher "klassisch" und harmonisch sind, erinnere ich auch.

Gruß 🌿
Kate
 
Offenbar waren es die Schlagzeuge, die den Pflanzen bei der Rockmusik missfielen. Ließ man die weg, wurde die Musik von den Pflanzen akzeptiert.
 
Akzeptieren und mögen sind aber auch noch zweierlei Schuh... Mochten sie nicht JS Bach besonders? Das könnte ich jedenfalls nachvollziehen... ;) Ich habe das Buch noch, aber gerade keine Muße zum nachschauen.

Gruß
Kate
 
Rhythmen beeinflussen den Herzschlag und den Hirntakt, damit können Pflanzen gar nichts anfangen. Interessant ist aber, dass harmonische Schwingungen offenbar von allen Pflanzen und Tieren geschätzt werden, sogar wenn sie gar keine Ohren haben. Kann es sein, dass Harmonien direkt auf Zellebene einen Effekt haben? :unsure:
 
Tiko mags offensichtlich lieber harmonisch 😀



oder auch nicht;)

 
Meine weiteren Nachforschungen haben überraschend ergeben, dass es die Katzen waren, die den Menschen das Musizieren beigebracht haben. So hatten sie damals gleich ein bisschen Unterhaltung, als sie beschlossen, sich Menschen als Haustiere zu halten. :geek:
 
Im Ernst: Ich glaube wirklich, dass die Jagd der Ursprung der Musik ist. Wer die Sprache der Tiere nachahmen konnte, konnte seinen Jagderfolg beträchtlich steigern und seinen Clan gut ernähren. Und war somit ein Superheld seiner Zeit mit großer Nachkommenschaft. Das dürfte der menschlichen Evolution einen starken Schub gegeben haben, denn vor über 660.000 Jahren haben einige genetische Änderungen stattgefunden, die uns erst zu Musikern machten.

Vor dem Instrumentenbau kam die Stimme, und die allein schon ist ein Wunderwerk: Ein Natursynthesizer, mit dem sich beliebige Tonfolgen und Geräusche simulieren lassen. Dazu ein hochentwickeltes Nervensystem, das diesen Synthesizer zu bedienen wusste ...

Auch wenn Darwin den Zweck der Musik nicht erklären konnte, ist seine Theorie doch mächtig genug, um auch dieses Rätsel zu lösen. :cool:
 
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