Die Heiligkeit des Lebens wieder (an-)erkennen

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Hallo

Ich glaube an die Stille, sei es in der Meditation, im Gebet, im Gesang, in der Musik, und insbesondere in der Natur.

Ich glaube daran, dass es möglich ist (oder wäre), in allem das "Heilige" (wieder, oder auch neu) zu erkennen.

Ich habe grad ein Video entdeckt, welches diese Thematik, welche mich unglaublich wichtig dünkt,
überlebenswichtig für unsere ganze (vor allem westliche) Gesellschaft,
kurz und poetisch auf den Punkt bringt. Englisch, mit deutschen Untertiteln.

Einige Auszüge stelle ich unten rein. Falls jemand was dazu sagen mag ...

Die Geschichte verändern: mit Magie - Llewellyn Vaughan-Lee
https://www.youtube.com/watch?v=826nslfmHT0

Einige Zitate aus dem Video:

* * * * *
Zwanghafte Konsumsucht, die den Planeten zerstört.

In unserer Kultur glauben wir nicht an Magie,
wir glauben an eine rationale Welt.
Und dennoch ist das, was wir tun, völlig irrational.


Wir als Kultur haben gesagt, dass die innere Welt nicht existiert.
Dass Magie nicht existiert.

Die neue Geschichte ist eine ganz andere als die des Konsums
und der Gier und der Herrschaft über die Natur.
Die neue Geschichte ist eine Geschichte von
gegenseitiger Abhängigkeit und Verbundenheit.


Einheit ist keine Vorstellung.
Sie ist eine lebendige Wirklichkeit, eine lebendige Präsenz.
Sie hat mit dem Wesen des Lebens zu tun,
dem Wesen der Schöpfung.
(Beispiel „Heilige Geometrie“, z.B. in den islamischen Mustern.
Sie zeigen, wie die Welt miteinander verwoben ist.)

(Er erwähnt Thomas Berry, ich vermute er meint den hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Berry_(Theologe) )

Es gibt eine neue Geschichte, die darauf wartet, geboren zu werden.
Aber sie muss die magische, archetypische Dimension miteinschliessen.
Diese Energie aus der inneren Welt.


* * * * *
Das ist mir halt ein grosses Anliegen.
Dass die inneren Welten wieder ernst genommen werden.
Nur mit Hilfe dieses "inneren Wissens", glaube ich halt,
ist es möglich (wenn überhaupt), unsere westliche Welt
wieder "auf Kurs" zu bringen.
Ganz bestimmt nicht, wenn man so tut, als gäbe es das nicht!

Und es geht um Zusammenarbeit von innen und aussen,
von links und rechts, von westlich und östlich, südlich und nördlich,
von Natur und Mensch, "heilig" und "unheilig",
um Achtung vor dem Mysterium Leben.

Hm. Mal so spontan kurz zusammengefasst. :rolleyes:

Ymoja

Ps. Dieser L.Vaughan-Lee sagte mal, dass "Materie" von "mater", "Mutter" abstammt.
Und dass unsere Konsumsucht sowas wie "fehlgeleitete Weiblichkeit" sei,
das Zerstörerische der weiblichen Macht.
Mir leuchtet das irgendwie ein.
Also wenn die innere Schönheit der Frau, der Weiblichkeit, des Empfangenden,
dieser mystische, geheimnisvolle Aspekt nicht anerkannt wird,
das innere Wesen des Menschen (natürlich auch des Mannes!), das Schöpferische,
dann MUSS es sich doch anders Ausdruck verschaffen!
Haben wir mit den Hexenverbrennungen eben doch zu viel ausgerottet?

Gehts nun darum, das Rationale und das Mystische zu verbinden?
 
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Hallo! :)

In einem Forum was zu schreiben ist ja immer ein grosses Abenteuer.
;) Man weiss nie, was auf einen zukommt, wer reagiert, wie reagiert wird.
Das gilt natürlich auch für mich selbst! :)

Obiges, L.Vaughan-Lee ist ein Sufi-Sheikh, kommt also aus der Sufi-Tradition.
Hier auf seiner HP gibts ein riesiges Gratis-Audio-Archiv mit seinen Vorträgen, alles auf Deutsch übersetzt.
Es geht um den inneren (hier Sufi-) Weg, die inneren Welten.

UND, wie ich grad eben bei der afro-amerikanischen Oshun-Priesterin Luisah Teish irgendwo gehört habe:
Es geht um die vertikale UND die horizontale Ebene.
Ich weiss nicht genau, wie sie es meint, aber so wie ich es verstehe und immer verstanden habe:

Die horizontale Ebene (man denke an den Horizont, also quer), das ist das Sichtbare, das Materelle, das "Trennende",
das Ich und das Du und die Sprache, also alles, was Ausdruck ist.

Die vertikale Ebene, da gehts nach innen. In die Höhe, in die Tiefe.
Oder wie es mein früherer spiritueller Meister, Osho, jeweils gesagt hat:
Wir sind uns gewohnt, von A nach B nach C etc. zu gehen.
Es gibt aber auch ein A1, A2, A3 ... unendlich!
Und ja, ich halte es für möglich und auch wichtig, dass unsere westliche Gesellschaft wieder anerkennt, dass es Menschen gibt, die sich vermehrt den inneren Welten widmen. Dass das nicht sogleich "psychisch krank" und "nicht normal" ist, wenn das jemand vertieft macht, weil er oder sie so quasi seinem "Seelenruf" folgt. Das ist mir auch ein ganz persönliches Anliegen! Drum dieser Thread. Geh ich hiermit von der (keinesfalls abgeschlossenen!) Vertikalen in die Horizontale.

Schreibend, mich ausdrückend lernend, so quasi.
(Wenns okay ist. Sonst hör ich wieder auf.)
 
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Na gut. Bevor ich (voraussichtlich) was von Luisah Teish noch hier reinstelle ...

(wer weiss besser, was in unserer Welt so sehr verloren gegangen ist, was unsere Welt so sehr dringend braucht, als Menschen,
die sich zutiefst mit ihrer ursprünglichen, naturverbundenen Tradition nicht nur auseinandergesetzt haben,
sondern diese regelrecht verkörpern?
Wo ich dieses "Blitzlicht" in deren Augen sehen kann,
wo mein Herz zutiefst in eine gewisse (Ur-) Schwingung kommt,
wenn ich ihnen zuhöre, ihnen zusehe?
)

... noch einen eigenen Text, den ich vorhin oben wieder rausnahm, bin mir nicht sicher,
obs schlau ist, so viel ;):rolleyes: "eigenen Gedankensalat" zu bringen:

Es braucht BEIDES. Es braucht einfach BEIDES. Und es gibt keine Norm!
Es geht nicht darum, wie viel jemand nur in die Vertikale gehen darf,
sonst wird er oder sie von der Gemeinschaft, von der Gesellschaft ausgegrenzt.
Das dünkt mich eine Missachtung der inneren Werte!

Und wenn die inneren Werte missachtet werden, sinds in allererster Linie immer die EIGENEN inneren Werte.
Also es geht um die Wertschätzung von sich selbst.
Denn: wie kann ich das (horizontale) Leben wirklich ehren und schätzen,
wenn ich doch gar nie gelernt habe, mich selbst zu ehren und zu schätzen?
Das lernen wir nicht wirklich in der Schule!
Und oftmals auch nicht mehr im Elternhaus!

Drum all diese spirituellen Wege, diese Traditionen, ja, im weitesten Sinne auch alle Religionen!
Nur, was mich halt eben dünkt:

:D Und hier spricht Ymoja, die Meeresgöttin :) :

Das Wasser muss immer neu und frisch aufbereitet werden!
Fliessen können! Abfliessen, zufliessen, rauf und runter,
weiter, immer weiter und weiter!


Drum finde ich enorm wichtig, dass diese alten Traditionen
von Menschen "neu belebt" werden, die mit dieser "Urkraft" in Verbindung sind!
Die eins sind mit dieser "Urkraft", und, wenn möglich,
dass diese Menschen somit auch all diese Traditionen,
all diese vielen, unglaublich vielen Wege, welche die Menschen gehen
und schon gegangen sind, wieder ehren und schätzen,
eben, ihnen wieder "Leben einflössen"!
Weil von vielen Menschen - auch von mir! -
werden die meisten Religionen und Traditionen ja als "starr" und "tot" erlebt!


Aber das sind sie nicht, wenn ihnen wieder Leben eingehaucht wird!
Und hier, dünkts mich halt: Ist jeder Einzelne gefragt.
Wo er oder sie grad steht.


Und, ja, mich dünkts schon: es gibt "Wegbereiter".
Einer von denen ist der obige Sufi-Sheikh L.Vaughan-Lee.
Eine andere, die mir bei den Ymoja-Recherchen auf Youtube
aufgefallen ist, ist die Oshun-Priesterin Luisah Teish.
Ich hab schon mehrere Videos von ihr angefangen zu übersetzen.
Leider versteh ich nicht so gut Englisch und kann auch schlecht an einem Projekt dran bleiben.
Dazu kommt, dass diese Yoruba-Tradition uns im Westen eher fremd ist.
Und ich will auch nicht sagen, dass es darum geht, sich das anzueignen.
Aber was ich bei ihr sehen kann:
Sie schafft es, diesen Voodoo-Glauben wieder dahin zu stellen,
wo er ursprünglich war.
Und Hand aufs Herz:
Wurde und wird nicht JEDE Religion schon missbraucht???


Also was es braucht, das sind doch "fähige Leute"!
Überall! In jeder Religion, in jeder Kultur, in jeder Richtung.
Natürlich nicht nur in der Spiritualität, überall!

Und unter "fähig" verstehe ich eben diese Integration vom "Vertikalen" ins "Horizontale".
Zumindest bei mir, als Mensch, merke ich, dass es darum geht.
Und ich kann sehen, wie es Menschen gibt, die das auch machen.
Die mir da also "vorausgehen".

Eben. :rolleyes: Drum ists für mich so eine Art "schreibend, mich ausdrückend lernen".
Danke, dass ich hier schreiben darf. :)

Ymoja
 
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Hier mal eine gelungene musikalische Umsetzung, mit (vermut ich mal) der Sprech-Stimme von Luisah Teish

(Philosophie, wenn das Weibliche, das Heilige, das Mystische da wieder drin Platz haben darf, wenn sie wieder lebendig werden soll, dann MUSS Musik da einfach auch rein! *find*):

Oshun Song - BlackNotes Libation


Yeye,Yeye,Yeye Oshun
Yeye,oohh,Yeye,ooohh,Yeye
 
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"Philosophie" (ich schreibe hier unter ""Weltanschauung", "Philosophie"):

Was immer der Duden Trockenes darüber sagen mag, hier stimme ich lieber mit Wikipedia überein:

Philosophie bedeutet: Liebe zur Weisheit.

Oder wenn schon Duden, dann so:
Duden | phi*lo-, Phi*lo-, vor Vokalen und vor h phil-, Phil- | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft
Philo:
Wortbildungselement mit der Bedeutung »Freund, Verehrer (von etwas), Liebhaber, Anhänger; Liebe, Verehrung, Neigung (zu etwas), wissenschaftliche Beschäftigung«
Zu "Sophie" hab ich spontan mal dies hier gefunden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sophia_(Vorname)
Sophia: Sophia (Σοφία, Griechisch für „Weisheit“) ist ein weiblicher Vorname. Ursprünglich bezeichnet er die Tugend oder göttliche Weisheit, später trugen diverse Heilige diesen Namen.
GÖTTLICHE Weisheit!!!

Ich fand schon immer himmeltraurig, wie dieses "Göttliche" aus unseren "Philosophie-Stuben", respektive aus vielen zeitgemässen Philosophiebüchern, aus den Lehrstühlen vielleicht ja eh :)p) man belehre mich eines Besseren! :)) rausgesperrt wurde. Ja, grad AUCH und vielleicht sogar insbesondere von Frauen! Philosophieprofessorinnen!

Was ich denn unter "göttliche Weisheit" respektive "Liebe zur göttlichen Weisheit" verstehe? Eben DAS! Was ich hier doch mache!!! Mich selbst einbringen! Wo soll diese "Liebe zur göttlichen Weisheit" denn sein, wenn nicht in mir selbst? UND in den andern! UND in den Worten! Klar! Einfach überall!

Wenn man liebt. Vielleicht plötzlich so richtig fest mit Haut und Haaren verliebt ist. Also liebt. Ists dann nicht plötzlich so, dass man einfach ALLES liebt?
Oder zumindest berührt einen plötzlich Vieles nicht mehr, was ... ja ... man könnte fast sagen: Es nicht wert ist. Es gibt dann also sowas wie eine "Werteverschiebung"!

:) So irgendwie. Mein ich.

Liebe. Liebe zur Weisheit. Innen. Aussen.

Z.B. spüre ich viel Weisheit bei Luisah Teish.
Sie berührt MEINE Weisheit.
Sie bestätigt in so Vielem, was sie sagt, ganz genau das,
was ich selbst immer schon fühlte!
(Jetzt ganz unabhängig von ihren religiösen Ritualen, Göttern und alles, gell!
Auch wenn mir natürlich klar ist, dass das alles bei ihr DIE Grundlage ist, insbesondere für ihre grosse Stabilität (welche bei mir nicht da ist, vermutlich, weil ich nicht die Chance hatte, mich innerhalb einer so sehr gefestigten und doch sehr lebendigen Tradition zu entwickeln, wie sie es hatte)
 
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Es gibt ein wunderschönes Interview mit Luisah Teish, in 7 Teilen.

:D Am liebsten würde ich natürlich ALLES übersetzen und hier reinstellen.
Aber das ginge wohl zu weit, ausserdem soll dies ja kein Luisah Teish-Thread werden. Sondern es geht mir schon ums Prinzip. Und ein Aufzeigen (und gemeinsam Rausfinden), wie sehr unterschiedlich man da rangehen kann und wie es immer auf Dasselbe raus kommt. Und zwar genau dann, wenn ... ja, ich sag am liebsten: Wenn ich dieses "Blitzen in den Augen" erkennen kann (bei ihr jetzt). Oder wenn ich mich zutiefst berührt fühle, einfach von Wort und Geste, weil ich so eine unglaubliche Übereinstimmung darin erkennen kann (bei ihr und auch beim Sufi-Sheikh anfangs. Und natürlich noch bei vielen mehr, aus andern oder auch gar keinen Traditionen, mal schauen, ob ich hier noch mehr Leute "mit mir nehme", nehmen kann.).

Ich zitiere unten einfach mal einige Sätze aus dem Video, von mir auf Deutsch übersetzt.

Growing up in New Orleans; Learning from Elders; Connecting with Spirit (Part 1/7)


In diesem ersten Teil erzählt sie, wie sie aufgewachsen ist, von den “Älteren” gelernt hat und sich mit dem "spirit", am liebsten würde ich sagen "mit der göttlichen Weisheit" verbunden hat.

Sie sagt u.a., alle Zitate von Luisah Teish, ich hoffe, ich hab das alles einigermassen richtig übersetzt:
Ich akzeptierte nie „spirituelle Diktatur“. Ich war nie bereit, solche Autoritäten zu akzeptieren.
Was immer mir begegnete, was ich nicht fühlen konnte: damit komm ich nicht klar!
My sister!!!
So war ich also nie bereit, eine Spiritualität anzunehmen, die von mir verlangt, meinen Verstand (Mind) aufzugeben und nicht fähig zu sein, verständlich zu kommunizieren und zu geniessen.
Ich erforschte viele Sachen. Ich wurde im (?) Tempel initiert, wo man alte ägyptische Spiritualität studiert. Ich ging durch ein kleines (Stadium?), da wird die grüne Tara besungen. Ich machte das Medizinrad mit Sun Bear. Ich tanzte mit den Hare Krishnas, (?) etc.
Sorry, mein Englisch ist wie gesagt nicht so gut, drum hab ich nicht alles verstanden. Aber es kommt durch, dass sie sich durchaus "umgesehen" hat. Also "Horizonterweiterndes" gemacht hat.
Was mir ganz klar wurde: dass es universelle Gesetze gibt. Dass die unterschiedlichen Traditionen verschiedene Bezeichnungen haben mögen. Über diese universellen Prinzipen. Sobald ich das Prinzip verstanden habe hinter dem, was eine Gruppe macht, und es gibt den Leuten Kraft, dann FÜHLT man es! Es muss sich gut anfühlen! Das ist für mich sehr wichtig. Ich bin nicht der Typ, der lange leidet.
Genau!!! Man FÜHLT es!!!
Wie ist es eigentlich mit "Philosophie"???
Fühlt sich nicht bereits schon dieses Wort für die meisten "trocken" und ja, richtig "spröde" an???
Eben!
Drum würde ich dem gerne wieder mehr Leben einhauchen! :)
Mein inneres Kind ist nicht unterdrückt. Es hat eine gute Zeit mit Ritualen und Geschichten erzählen und sich gut anziehen und Sachen schreiben und kochen und all das.
:idee: Sehr lehrreich, sehr hilfreich, das zu hören!!! :)

Man kann hier schon reinschreiben, gell.
Und dann sehen wir ja dann, ob und wie es hier weitergeht.
Ansonsten hätt ich noch sehr viele Ideen, was hier reinstellen. :)

Ymoja
 
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