Cortisol und blanke Nerven

Anne B.

Hier ein sehr interessanter Bericht zum Cortisol:



Blanke Nerven angeboren? Forscher untersuchen, warum manche Menschen ganz besonders anfällig für Stress sind


20.09.2000 von Franziska Beckmann

Stress macht nicht alle Menschen krank. Ob jemand andauernder psychischer und körperlicher Belastung standhält oder dabei krank wird, scheint in hohem Maße von einem Hormon im Blut abzuhängen: dem Cortisol. Allergien, Asthma und chronische Schmerzen werden einem Mangel an diesem Hormon zugeschrieben. Auch Depressionen sind offenbar auf eine Fehlregulation des Cortisols zurückzuführen. Psychologen und Psychiater versuchen jetzt herauszufinden, warum einige Menschen besonders anfällig für ein Cortisoldefizit sind und wie sich der Mangel am besten beheben lässt.

Cortisol ist eine dem Wirkstoff Cortison ähnliche Substanz, die in der Nebenniere gebildet wird. Den Beinamen "Stresshormon" trägt sie, weil sie normalerweise unter körperlicher oder psychischer Belastung vermehrt ausgeschüttet wird. Das Hormon passt in diesen Situationen die Körperfunktionen an die erhöhte Belastung an: Cortisol treibt Puls und Blutdruck in die Höhe und drosselt Verdauung sowie Immunsystem.

Menschen mit niedrigem Cortisol-Grundpegel gelingt es in Stress-Situationen meist nicht, ausreichend von dem Hormon zu mobilisieren. Eine Gruppe des Forschungszentrums für Psychobiologie und Psychosomatik an der Universität Trier konnte in Tests zeigen, dass der Cortisolspiegel von Personen mit Cortisolmangel bei andauernder psychischer Belastung immer weiter absinkt. "Solche Menschen sind besonders gefährdet, durch häufigen Stress krank zu werden", sagt der Direktor des Forschungszentrums, Dirk Hellhammer. Nach den Erkenntnissen des Psychologen verursacht der Cortisolmangel drei charakteristische Symptome: "Die Betroffenen leiden schnell unter körperlicher Erschöpfung. Auch seelisch sind sie nicht sehr belastbar - ihre Nerven liegen blank", sagt der Forscher. Zudem seien sie schmerzempfindlicher als Menschen mit normalen Cortisolwerten.

Zwillingspaare gesucht

Hellhammer und sein Team möchten nun herausfinden, wie es zu dieser Stress-Anfälligkeit kommt. Sie vermuten, dass ein zu niedriger Cortisolspiegel auch genetische Ursachen haben kann. Eine Studie an Zwillingen, in der die Menge des Stresshormons Cortisol im Körper gemessen wird, soll diese Frage klären helfen. Zurzeit sind die Trierer Forscher in der Vorbereitungsphase des Projekts und suchen noch geeignete Versuchspersonen.

Das Trierer Zentrum zählt in Deutschland zu den führenden Gruppen im Bereich der Stressforschung. Es war Hellhammers Arbeitsgruppe, die in den letzten Jahren nachweisen konnte, dass psychosomatische Leiden wie Allergien und Asthma und chronische Unterleibsschmerzen bei Frauen mit einem dauerhaft niedrigen Cortisolspiegel einhergehen. Kürzlich hat das Team um Hellhammer bei einer weiteren Krankheit Cortisolmangel nachgewiesen. Die Psychologin Andrea Geiss untersuchte Patienten, die sich einer Bandscheibenoperation unterzogen hatten. "Nach solchen Eingriffen leiden zwischen fünfzehn und dreißig Prozent der Operierten unter dauerhaften Schmerzen, für die sich keine körperliche Ursache finden lässt", sagt die Forscherin. Geiss fand heraus, dass Patienten, die vor der Operation einen niedrigen Cortisolspiegel im Speichel aufwiesen, nach dem Eingriff wesentlich öfter unter Schmerzen litten als Operierte mit normalen Werten des Hormons. Cortisolmangel scheint also auch erhöhte Schmerzempfindlichkeit zu provozieren.

Hellhammers Befunde, denen zufolge nur bestimmte Personen auf Stress mit Krankheitssymptomen reagieren, werden durch Erkenntnisse der Trauma-Forschung gestützt. "Seit längerem weiß man, dass beim Entstehen der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) zu niedrige Cortisolwerte eine Rolle spielen", sagt Andreas Maercker, Mediziner und Psychologe an der Technischen Universität Dresden und Vorsitzender der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie. PTSD-Betroffene, so Maercker, begännen Wochen oder Monate nach einem belastenden Erlebnis unter Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen und sich aufdrängenden Erinnerungen zu leiden. "Untersuchungen haben mehrfach gezeigt, dass nach traumatischen Erlebnissen nicht alle Betroffenen an einer Belastungsstörung erkranken, sondern nur zwanzig bis dreißig Prozent von ihnen", sagt der Psychologe. "Messungen des Cortisolspiegels direkt nach dem belastenden Ereignis ergaben bei diesen Personen deutlich niedrigere Werte des Hormons als bei Betroffenen, die in der Folgezeit nicht an PTSD erkrankten."

Falls sich Cortisolmangel bei der Zwillingsstudie zumindest in einigen Fällen als genetisch bedingt herausstellen sollte, haben die Forscher die Hoffnung, eines Tages neue Angriffspunkte zur Behandlung der Cortisolmangels zu finden. Derartige maßgeschneiderte Medikamente, die an der Wurzel des Defizits ansetzen und den Defekt eines Gens ausgleichen, sind jedoch noch reine Zukunftsmusik. Vorerst können Ärzte bei der Therapie lediglich an den Symptomen ansetzen und beispielsweise das fehlende Hormon verabreichen. Doch auch diese Art der Behandlung steckt noch in den Kinderschuhen und wurde erst an wenigen Patienten erprobt. "In einer Studie haben wir kürzlich acht Frauen, die unter chronischen Unterleibsschmerzen litten und bei denen sich ein Mangel an dem Hormon nachweisen ließ, mit der synthetischen Form des Cortisol, dem Hydrocortison, behandelt", berichtet Christine Heim, Psychologin am Trierer Forschungszentrum. Die behandelten Frauen litten deutlich weniger unter Schmerzen als eine unbehandelte Kontrollgruppe. "In einer Studie testen wir derzeit, ob eine niedrigere Dosis ebenso wirksam ist", sagt die Forscherin.

Noch weit von klinischen Tests entfernt ist dagegen ein Medikament, das den Cortisolspiegel reduzieren soll. Wissenschaftler haben beobachtet, dass bei manchen Personen Stress den Pegel des Hormons dauerhaft erhöht. "Zahlreiche Studien belegen, dass depressive Patienten einen beständig erhöhten Cortisolspiegel aufweisen", sagt Sieglinde Modell, Forscherin am Münchener Max-Planck-Institut für Psychiatrie. Bei diesen Patienten werde im Gehirn ein bestimmter Botenstoff im Übermaß produziert, das "Corticotropin Releasing Hormone" (CRH)", erläutert Modell, die in der Arbeitsgruppe um Institutsleiter Florian Holsboer seit längerem die Vorgänge bei der Entstehung von Depressionen erforscht. Das CRH-Molekül bewirkt über eine Reaktionskette, dass die Nebenniere Cortisol ausschüttet (siehe Grafik). "Studien an Affen und auch an Menschen belegen, dass traumatische Erlebnisse in den ersten Lebensjahren - also Stress - die CRH-Überproduktion verursachen können, welche wiederum zu einem erhöhten Cortisolspiegel führt", so die Forscherin. Das CRH regt nicht nur die Cortisolproduktion der Nebennierenrinde an, sondern aktiviert auch bestimmte Hirnareale - vor allem den Blauen Kern und den Mandelkern. "Über die Erregung dieser Nervenzellgruppen ruft das CRH Symptome wie Anspannung, Angst und Traurigkeit hervor", erläutert Sieglinde Modell.

Wie die Trierer Forschergruppe so arbeitet auch das Team um Holsboer und Modell an Therapien, um den Cortisolhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. "Wir entwickeln Substanzen, welche sich gezielt an die CRH-Rezeptoren im Gehirn koppeln. Die Rezeptorzellen wären damit für das CRH blockiert - der Botenstoff kann seine Wirkung nicht entfalten", erläutert Modell. Die Forscherin dämpft jedoch die Erwartungen: "Bis die ersten Medikamente auf den Markt kommen, werden noch Jahre vergehen."


Was ist Stress? // Die Bezeichnung Stress (englisch für Druck, Belastung) bezeichnet eine Beanspruchung des Körpers, die durch körperliche oder seelische Reize ausgelöst werden kann, etwa Infektionen, Verletzungen, Freude, Ärger, Angst. Nicht jede Art von Stress macht krank; auch reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf Stress. Studien zeigen, dass vor allem solche Belastungen krank machen, die immer wieder auftreten und die der Betroffene als unkontrollierbar empfindet.

Gemessen wird Stress durch psychologische Verfahren, etwa mithilfe detaillierter Fragebögen, bei denen unter anderem nach Gefühlen von Ohnmacht und Kontrollverlust gefragt wird. Ebenso lassen sich körperliche Stress-Anzeichen messen, etwa Herzrate, Blutdruck, Schweißproduktion der Haut oder die Menge der Hormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin im Blut. (frb. )

Bei Stressreizen stimuliert der Hypothalamus mit der Substanz CRH die Hirnanhangdrüse, Corticotropin abzugeben. Corticotropin bewirkt in der Nebennierenrinde die Bildung des Stresshormons Cortisol, das ins Blut gelangt.

Ein erhöhter Cortisolspiegel signalisiert dem Gehirn, weniger Corticotropin auszuschütten.

Stressanfällige bilden zu wenig Cortisol, Depressive produzieren zu viel CRH. CRH löst dann in Hirnbereichen wie dem blauen Kern und dem Mandelkern Gefühle wie Angst und Traurigkeit aus.

Sind blanke Nerven angeboren? : Textarchiv : Berliner Zeitung
 
wundermittel
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achja, das Cortisol....*seufz*

leider kann auch eine "beständige Überproduktion" nicht vor Asthma und Allergien schützen, dafür wird es dann aber schwieriger zu behandeln :eek:)

Vor allem wenn zugeführtes Cortison zu einer "verschlimmerung" der Symptome führt - weil "zuviel" von etwas leider auch zu genau dem führen kann wogegen es helfen soll :eek:
In der Naturheilkunde ist das sogar ein lange bekannter Faktor, für die Schulmedizin gibt es sowas jedoch gar nicht :p)

Und wer betroffen ist - kann nur hoffen das seine Probleme nicht noch weiter verschlimmert werden :cool:

Liebe Grüße,
Cailly
 
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Moin Flowerpower,

wie beseitigt man eine 16jahre gedauerte PTSD - wenn einem immer nur begrenzte Stunden für Traumabearbeitung zustehen, während man dann wieder 2 oder mehr Jahre warten muss bis es weitergehen darf?

Wie geht man mit Retraumatisierungen aus "gleichgültigkeit" (durch Ärzte) um?

Da ist der chronisch erhöhte Cortisolspiegel der natürlich gar nicht sein kann - laut Ärzten - eher nebensache.
Da wird lieber gesagt das die "allergischen Symptome" ja nur "psychisch bedingt" sind, wogegen eh nix getan werden kann.

Ist ein Kampf der Don Quichote neidisch werden lassen könnte ;)

Liebe Grüße,
Cailly
 

Kate

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Liebe Cailly,

das hier:
Cailly schrieb:
wie beseitigt man eine 16jahre gedauerte PTSD - wenn einem immer nur begrenzte Stunden für Traumabearbeitung zustehen, während man dann wieder 2 oder mehr Jahre warten muss bis es weitergehen darf?

Wie geht man mit Retraumatisierungen aus "gleichgültigkeit" (durch Ärzte) um?

Da ist der chronisch erhöhte Cortisolspiegel der natürlich gar nicht sein kann - laut Ärzten - eher nebensache.
Da wird lieber gesagt das die "allergischen Symptome" ja nur "psychisch bedingt" sind, wogegen eh nix getan werden kann.
... ist ein ganz bitteres Kapitel unseres Medizinsystems. Gerade auch das, was Du im mittleren Absatz beschreibst. Wenn man gleichzeitig aus formellen Gründen auf einen Arzt angewiesen ist und nicht dauernd neue Ärzte "testen" möchte (mit den entsprechenden Risiken), kann man schon beinahe zerbrechen daran. Ich hoffe aber sehr für Dich, dass Du "zwischen" den erzwungenen 2-Jahres-Pausen (auch ein Unding und eine Ungleichbehandlung gegenüber Menschen mit körperlichen Symptomen) einen guten Therapeuten hast, der Dir wirklich helfen kann. Mit dessen Hilfe kannst Du es vielleicht auch schaffen, Dich soweit gegenüber unbekömmlichem Verhalten abzugrenzen, dass irgendwann die Retraumatisierungen ausbleiben.

Nun noch etwas zum Cortisol-Thema (danke Flowerpower für den interessanten Artikel). Ich verstehe es so, dass der (möglicherweise teils genetisch bedingte) Cortisolspiegel einen entscheidenden Einfluss darauf hat, ob sich - nach einem entsprechenden Erlebnis - eine PTSD entwickelt oder nicht. Siehe diese Textstelle:

auf Stress mit Krankheitssymptomen reagieren, werden durch Erkenntnisse der Trauma-Forschung gestützt. "Seit längerem weiß man, dass beim Entstehen der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) zu niedrige Cortisolwerte eine Rolle spielen", sagt Andreas Maercker, Mediziner und Psychologe an der Technischen Universität Dresden und Vorsitzender der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie. PTSD-Betroffene, so Maercker, begännen Wochen oder Monate nach einem belastenden Erlebnis unter Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen und sich aufdrängenden Erinnerungen zu leiden. "Untersuchungen haben mehrfach gezeigt, dass nach traumatischen Erlebnissen nicht alle Betroffenen an einer Belastungsstörung erkranken, sondern nur zwanzig bis dreißig Prozent von ihnen", sagt der Psychologe.
Demnach könnte es schon Sinn machen, hier auch körperlich anzusetzen und etwas für einen ausgewogenen Cortisolspiegel zu tun. So einfach scheint das allerdings nicht zu sein...

Liebe Grüße
Kate
 
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Moin Kate,

das mit den Untersuchungen bezüglich der PTSD gilt nicht für Kindheitstraumata - insbesondere nicht für langjährige Traumatisierungen.

Diese für sich genommen können zu besagtem Ungleichgewicht im Cortisolspiegel führen - also schon eine reale somatische Reaktion auslösen...

Während der Kindheit sind diese "Regelsysteme" nunmal leider noch stark zu beeinflussen *seufz* was zwar auch in den Fachkreisen bekannt ist, jedoch nunja es bleibt eines der schwierigsten Vorurteile das "nicht sein kann, was nicht sein darf".

Was mich(meine PTSD) betrifft, nein ich habe keinen Therapeuten, schon gar keinen guten.
Ich habe vor ca. 3 Jahren den ersten "Zwangsabbruch" in einer Phase gehabt wo es wirklich extrem heftig war. Gerade waren die meisten "Traumatischen Erlebnisse" schön hochgeholt und bekannt - da kam das "Stop" von der KK.
In diesen 3 Jahren ging es dann nur noch darum irgendwie alles immer wieder so weit in den Dampfkessel zurück zu schieben das er nicht explodierte - dabei hatte ich nur 1x monatlich Termine bei einer Psychiaterin/Psychiater - und mitlerweile traue ich mich aufgrund meiner schlechten somatischen Verfassung auch nicht mehr da nochmal ran zu gehen, schon gar nicht mit dem Wissen das mir dieses Dilemma wieder passieren kann.

Was den Cortisolspiegel selbst betrifft, so ist ein Mangel zumindest eingeschränkt noch "Behandelbar" durch gabe von Cortison. Jedoch bei einer Überproduktion die nichtmal als solche angesehen wird - da ist man verloren und verkauft, dafür gibt es noch nichts. Aber vielleicht finden die in Trier ja was ;)
Nur nie die Hoffnung aufgeben - ist zwar wirklich schwer mit chronischen Depressionen, aber nicht Unmöglich :)

Liebe Grüße,
Cailly
 

Kate

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Hi Cailly

das mit den Untersuchungen bezüglich der PTSD gilt nicht für Kindheitstraumata - insbesondere nicht für langjährige Traumatisierungen.

Diese für sich genommen können zu besagtem Ungleichgewicht im Cortisolspiegel führen - also schon eine reale somatische Reaktion auslösen...
Hast Du da irgend eine Quelle? Bist Du Dir sicher, dass für diese Aussage

"Seit längerem weiß man, dass beim Entstehen der posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) zu niedrige Cortisolwerte eine Rolle spielen"
nur Menschen mit "erwachsenen Traumatisierungen" untersucht wurden?

Wegen Cortisol würd' ich nochmal bei Bieger schauen. Er behandelt Neurostress ja ausschließlich mit körpereigenen und pflanzlichen Substanzen. Ich hab's im Moment nicht auf dem Schirm... :eek:)

Grüße
Kate
 
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Eines kann man offensichtlich tun, um das Cortisol in normalere Bereich zu bringen: Lärmvermeidung während der Nacht:

Was viele Menschen nicht wissen: Nachtlärm stellt auch dann ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar, wenn er nicht zum Aufwachen führt. Denn gerade während des Schlafens reagiert unser Körper auf Lärm. Mit einem Unterschied: während wir schlafen kommt es schon bei niedrigen Schallpegeln zu Stressreaktionen, d.h. zu erhöhten Hormonausschüttungen, für die im wachen Zustand ein viel lauteres Geräusch nötig gewesen wäre. Die Folge: Eine chronische Cortisolerhöhung; sie bedeutet ein erhöhtes Risiko für Magen-, Darm- und Herzkreislaufkrankheiten.
Hauptseite Schalldämmlüftung, Ventomaxx, Schalldämmlüfter, Lärm, Schall, Schalldämmung, Lärmpegel, Lärmimmission,
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Bei unterschiedlicher Lärmbelastung von wachen Personen können drei verschiedene Streßreaktionstypen unterschieden werden: Bei extremer Lärmbelastung (Pegel größer 120 dB(A)) Freisetzung von Cortisol aus der Nebennierenrinde, bei ungewohnter Lärmbelastung mit hohen Pegeln (etwa 100 dB(A)) Freisetzung von Adrenalin aus dem Nebennierenmark, bei gewohnter Lärmbelastung (zum Beispiel Arbeitslärm mit 100 dB(A)) Freisetzung von Noradrenalin aus den Synapsen des sympathischen Nervensystems [2].
......
Besonders wichtig ist, daß chronische Lärmbelastung zu keiner vollständigen Gewöhnung, sondern in vielen Fällen zu einer chronischen Erhöhung verschiedener Streßhormone führt. Während des Schlafs konnten bei noch geringeren Lärmpegeln akute Streßreaktionen nachgewiesen werden. Die Untersuchungen von Streßreaktionen während des Schlafs wurden in Zusammenarbeit des Instituts für Wasser-, Boden- und Lufthygiene des Umweltbundesamtes mit Herrn Dr. Maschke, Institut für Technische Akustik der Technischen Universität Berlin, durchgeführt.
.......
Streßreaktionen bei akuter und chronischer Lärmbelastung

Uta
 
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Moin Kate,

nein leider habe ich keinen Link - weil es eben in diesem Bereich der kinlichen traumtischen Belastungen gar keine Untersuchungen gibt....

Allerdings dürfte dies:
"Studien an Affen und auch an Menschen belegen, dass traumatische Erlebnisse in den ersten Lebensjahren - also Stress - die CRH-Überproduktion verursachen können, welche wiederum zu einem erhöhten Cortisolspiegel führt"
dem recht Nahe kommen ;)

Liebe Grüße,
Cailly
 

Kate

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Da hast Du recht, Cailly :D Schwierig, so einen langen und recht komplexen Artikel im Kopf zu behalten :eek:)

Danke Uta, der Link ist auch interssant :)

Grüße
Kate
 

Anne B.

wie beseitigt man eine 16jahre gedauerte PTSD - wenn einem immer nur begrenzte Stunden für Traumabearbeitung zustehen, während man dann wieder 2 oder mehr Jahre warten muss bis es weitergehen darf?

Hallo Cailly,

ich kenen deine Geschichte nicht und hoffe, dass ich dir nicht zu nahe trete. Aber ich, selbst mehrfach traumatisiert und vierjährigem Extremstalking ausgeliefert, halte nichts von Traumatherapie ! Sorry, aber m. E. kann man dadurch das traurige Kapitel der Vergangenheit nicht wirklich abschließen, es wird ja, wie du selbst geschrieben hast, immer wieder vorgeholt. Man durchlebt es also noch einmal. Wozu also sich den ganzen Schmerz antun? Ich habe eine kurze Therapie gemacht und von meiner Psychologin immer wieder nur gehört: "Sie sind o. k.! Sie haben nichts falsch gemacht!" Viel mehr hat sie nicht gesagt. Das hat mir wirklich geholfen.

Wie geht man mit Retraumatisierungen aus "gleichgültigkeit" (durch Ärzte) um?

Wenn ich mal sehr enttäuscht werde (eher selten mittlerweile), dann gehe ich meistens in die Kirche, zünde ein Licht an und bitte Gott darum, diesen Menschen zu helfen, wieder für das Schöne im Leben empfänglich zu werden. Klingt zwar einfach und kindlich, hilft aber. Und das ist die Hauptsache. Anmerkung: Ich habe nachweislich keine Psychose ;).

Ich glaube, dass man die posttraumatische Belastungsstörung längst auch röntgenologisch sichtbar machen kann. Nach meiner Auffassung liegt u. a. auch eine Fehlfunktion der Amygdala im Gehirn vor, die auch durch Traumata erworben sein kann.
Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen ein.

Die Amygdala beeinflusssen damit maßgeblich den Gehirnstoffwechsel bzw. den Energiehaushalt des gesamten Körpers. Angst (entsteht im Gehirn) und Cortisol als Stresshormon (jedoch produziert in der Nebenniere) hängen nachgewiesen eng zusammen.

Und hier die Steuerungsmechanismen:

Der zentrale Kern der Amygdala erhält den Großteil der Efferenzen des basolateralen Komplexes und sendet seinerseits Efferenzen an:

den seitlichen Hypothalamus zur Aktivierung des Sympathikus,
den retikulären Kern (Formatio reticularis) zur Verstärkung von Reflexen,
den Nucleus motorius des Nervus trigeminus und Nucleus motorius des Nervus facialis zum Auslösen von ängstlichen Gesichtsausdrücken
den Nucleus parabrachialis zur Stimulierung der Atmung
den Nucleus paraventricularis des Hypothalamus zur Stimulierung der ACTH-Ausschüttung in der Hypophyse (stress response, „Stressantwort“)
den Nucleus dorsalis des Nervus vagus zur Beeinflussung des Magen-Darm-Trakts und
den Locus caeruleus, den Nucleus tegmentalis lateralis dorsalis sowie die Area tegmentalis ventralis (VTA) zur Produktion der Neurotransmitter Acetylcholin, Adrenalin und Dopamin. Dies erhöht die Vigilanz und die Aufmerksamkeit.

Hier alles Wesentliche zur Amygdala:

Amygdala - Wikipedia

Mein MRT vom Kopf weist übrigens genau an dieser Stelle entzündliches oder ehemals entzündliches Gewebe auf! Ein Bild kann ich bei Interesse gerne hier einstellen.


Ich wünsche dir schöne und ruhige Weihnachtsfeiertage!

Liebe Grüße, Anne
 

Kate

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... und hier noch ein Link zu einem Beitrag von Anne in der Nachbarrubrik "Stress allgemein": https://www.symptome.ch/vbboard/stress-allgemein/14618-ernaehrung-stress.html#post120422.

Da geht es um Ginseng, zu dem supersmart.com (eine Bezugsquelle dafür) schreibt:
Aus westlicher Sicht ist das Ginseng ein Adaptogen: es hilft dem Organismus, sich körperlichem oder psychologischem Stress anzupassen. Es wirkt so, indem es die Produktion von Kortisol, ein schädliches Hormon, dessen Vorhandensein stressbedingt ist, kontrolliert.
(Ginseng 500 mg - SuperSmart)

Dass Kortisol nun grundsätzlich schädlich ist, stimmt wohl nicht, es hat ja Funktionen im Körper und Menschen mit zu niedrigem Spiegel geht es auch nicht gut. Aber dieser Text klingt so, als könnte dieser Stoff Menschen mit zu hohem Spiegel helfen...

Alles Gute, Cailly :)
Kate
 
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Serotonin-Autoantikörper

Im Zusammenhang mit den viel gespriesenen Wirkungen von Ginseng ist dieser Artikel auf jeden Fall lesenswert. Wobei die darin beschriebene Studie mit dem Ergebnis, daß Ginseng gar keine festgestellte Wirkung hat, nicht gerade groß war. Immerhin doppelblind im Gegensatz (heißt es da) zu Studien, die Ginseng Wirksamkeit zugeschrieben haben.
Cortisol und eine evtl. steigernde Wirkung durch Ginseng wird im Zusammenhang mit dem Studien-Ziel nicht erwähnt.

Although ginseng contains some chemicals which probably have an impact on human physiology (most notably the 'ginsenosides,' which are known chemically as glycosylated steroids - steroids with ring-like sugar structures attached), the exact mechanism by which ginseng might influence human performance is unknown. One popular idea is that ginseng increases the production of cortisol, a key 'anti-stress' hormone released by the adrenal glands. Another theory is that ginseng might enhance the ability of muscles to extract oxygen from the blood.
....
Ginseng

Mit meinen schwachen Chemie-Kenntnissen lese ich da most notably the 'ginsenosides,' which are known chemically as glycosylated steroids - und verstehe "Steroide", zu denen ja auch das Kortison gehört, oder?
kortison.jpg

Gruss,
Uta
 
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Kate

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Hallo Uta :)

Uta schrieb:
Cortisol und eine evtl. steigernde Wirkung durch Ginseng wird im Zusammenhang mit dem Studien-Ziel nicht erwähnt.

Ich habe das hier

Es wirkt so, indem es die Produktion von Kortisol, ein schädliches Hormon, dessen Vorhandensein stressbedingt ist, kontrolliert.

eher so verstanden, dass es den Cortisol-Spiegel oder vielleicht dessen "Stress-Peaks" zu senken vermag :confused:

Grüße
Kate
 
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Ob sorum oder andersherum: es steht gar nichts dazu da :):confused:...

Wobei mir schon auch auffällt, daß die Werbung für Ginseng ausgesprochen häufig kommt, was ja immer ein bißchen verdächtig ist. Viel Werbung hat ja leider nicht "viel Wirkung".

Es gibt übrigens zwei verschiedene Pflanzen, die als Ginseng auf dem Markt sind:
Die Wurzel erinnert an eine menschliche Gestalt. Medizinisch verwendet werden die getrockneten Wurzeln der 4 bis 7 Jahre alten Pflanzen. Je nach Bearbeitung unterscheidet man zwei Sorten, der weiße Ginseng wird geschält, gebleicht und dann getrocknet. Beim roten Ginseng wird die frisch geerntete Wurzel mit Wasserdampf behandelt und anschließend getrocknet. Nach Herkunftsland werden die Sorten eingeteilt in Chinesischer (aus Wildvorkommen oder Kulturanbau), Koreanischer oder Japanischer Ginseng, wobei dem koreanischen die größte Bedeutung zukommt. Unter Sibirischen Ginseng versteht man die Wurzel einer anderen Pflanze, der Taigawurzel, der amerikanische Ginseng stammt von der Pflanze Panax quinquefolius.

Ginseng, Anwendung, Dosierung, Wirkung, Panax ginseng C.A. Meyer

ginseng_wurzel.jpg


Gruss,
Uta



Grüsse,
Uta
 
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@Flowerpower

welche art der Therapie richtig oder hilfreich ist, dürfte vom Betroffenen abhängen und auch davon wie der Betroffene es selbst empfindet.

Mir jedenfalls würde eine solche Therapie wie du sie beschreibst irgendwie gar nichts bringen - was nutzt es mir zu wissen das ich nichts falsch gemacht habe, wo ich mit den Folgen den Rest meines Lebens werde leben möchte...

für mich wäre es nunmal wichtig überhaupt erstmal alles "sortiert zu bekommen" - alles ( das Erlebte und die Splitter in mir die dadurch entstanden sind) zu einem ganzen zusammen zu fügen - und dann eben es zu "verarbeiten" - da könnte Verständniss vermutlich helfen, aber ich rechne nicht damit.

An Gott glaube ich schon sehr lange nicht mehr, wenn es ihn gäbe wäre er entweder extrem gleichgültig oder sadistisch - da glaub ich lieber das es solch ein "höheres Wesen" gar nicht gibt.

Was die somatischen Spätfolgen von traumatisierungen betrifft - ich weiß das da immer mehr entdeckt wird, aber ich mag mich nicht noch mehr damit auseinandersetzen. Es läßt sich eh nichts davon rückgängig machen und solange es nicht von den Fachleuten respektiert wird, nutzt es mir eh nix.

Liebe Grüße,
Cailly
 

Anne B.

Hallo Cailly :),

stimme dir zu und möchte auch noch einmal klarstellen, dass ich nicht glaube, dass man für ein glückliches Leben unbedingt die Kirche und den Glauben an Gott braucht. Es hängt natürlich immer vom Einzelfall ab und ich wünsche dir sehr, dass du bald mit deiner Wunschtherapie die Möglichkeit bekommst, wieder Eins zu werden.

Für das Energieniveau und die Stresstoleranz des Körpers kann man im Zusammenhang mit Cortisol jedoch trotzdem etwas tun, denke ich: alle Stoffe, auf die man allergisch reagiert, in der Nahrung und auch im Wohnumfeld (insbesondere am Schlafplatz !) oder möglicherweise auch in den Zähnen (Amalgam) versuchen zu meiden. Das hat mir jedenfalls auch eine Menge gebracht.

Liebe Grüße, Anne
 
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Moin Flowerpower,

tja das mit dem Meiden ist leider gar nicht so einfach....

bei mir sind es Nahrungsmittel - bei Hartz IV Satz ist da nichts mit meiden, sonst reicht das Geld nicht und hungern werde ich sicherlich nie wieder!

Ja und die Nickelteile im Mund will auch keiner Austuaschen, vielleicht wenn ich es selbst bezahlen könnte, aber auf Kassenkosten? Nö, das hat doch keinerlei Auswirkungen auf meine Gesundheit wenn ich so viel Nickel im Mund hab bei einer Nickelallergie die immer stärker wird.... das macht doch rein gar nichts, ist doch schon über 10 Jahre drin und da ich noch lebe kann das ja gar nicht so schlimm sein.... *sorry ist keine Ironie, sondern so sieht es tatsächlich aus*

Liebe Grüße,
Cailly
 
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Morgens kreist besonders viel Kortisol im Blut. Die Extraportion des Stresshormons macht fit für den Tag. Das gilt besonders nach einer einsamen Nacht.
Von FOCUS-Online-Autorin Christiane Fux

Kortisol bringt am Morgen Körper und Geist auf TourenNach dem morgendlichen Hoch sinkt der Wert der natürlichen Muntermacher im Tagesverlauf normalerweise immer weiter ab.

Mit wie viel Stress im Blut wir in den Tag starten, hängt aber auch stark von der Stimmung am Vorabend ab. Das fanden Emma K. Adam und ihre Kollegen von der Northwestern University heraus, als sie die Kortisolwerte im Blut von 156 älteren Menschen dreimal täglich an drei aufeinanderfolgenden Tagen auswerteten.

Kortisol statt Koffein
Dabei zeigte sich, dass die Werte des Stresshormons umso höher waren, je bedrückter die Studienteilnehmer zu Bett gegangen waren und je einsamer sie sich gefühlt hatten. Und das aus gutem Grund: „Die Stresshormone geben einem den nötigen Schwung, um trotz Seelentiefs den Tag anzupacken“, erklärt Studienleiterin Emma K. Adam. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für positive soziale Erlebnisse – und die Einsamkeit schwindet.

Menschen, die grundsätzlich mit sehr niedrigen Kortisolwerten in den Tag starten sind schneller müde und erschöpft – eine mögliche Erklärung für chronische Müdigkeit.

Stress ist überlebenswichtig
Tatsächlich hat Stress zu Unrecht einen schlechten Ruf: Stresshormone wie Kortisol und Adrenalin mobilisieren die Energiereserven des Körpers. In Gefahrensituationen kann der Mensch so effektiver mit Flucht oder Angriff reagieren. Die chemischen Powerlieferanten dienen aber offenbar auch dazu, aus der Lethargie eines seelischen Tiefs herauszufinden. „Kortisol hilft uns, auf belastende Erlebnisse zu reagieren und etwas gegen sie zu unternehmen”, sagt die Wissenschaftlerin. Kurz gesagt: „Das Hormon ist überlebenswichtig.“ Schwankungen der Hormonwerte helfen dabei, die unterschiedlichen Anforderungen zu bewältigen, mit denen wir in unserem Alltag konfrontiert sind.

Dauerstress hingegen ist tatsächlich ungesund....
Körperchemie: Stresshormone gegen Morgentief - Stress - FOCUS Online

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Uta
 
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