Buch Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett

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In einer Studie über neun Jahre konnten die Forscher des Flämischen Instituts für Biotechnologie, der KatholischenUniversität in Leuven und der Freien Universität Brüssel zeigen, dass „der starke Zuckerkonsum der Krebszellen zu einem Teufelskreis führt, der die Entwicklung und das Wachstum von Krebs ständig stimuliert.“, so der Studienleiter Johan Thevelein

Video Gefährlicher Warburg-Effekt: Industrieller Zucker erhöht Aggressivität von Krebs
Studie: Zucker kann Tumorwachstum anregen - Video - FOCUS Online

Fructose-1,6-bisphosphate couples glycolytic flux to activation of Ras
https://www.nature.com/articles/s41467-017-01019-z

Studie: Zucker macht Krebszellen aggressiver und regt das Tumorwachstum an

Studie: Zucker macht Krebszellen aggressiver und regt das Tumorwachstum an
 
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Der Warburg-Effekt ist leider tiefer wirksam, als es einfacher Zuckerentzug oftmals ausrichten kann. Außerdem gibt es auch den umgekehrten Warbug-Effekt. Und es gibt Krebszellen, die Fett lieben - bevor man eine ketogene Diät startet, erstmal den Tumor testen lassen.
 

Kate

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Hallo HarveyHealth
Außerdem gibt es auch den umgekehrten Warbug-Effekt. Und es gibt Krebszellen, die Fett lieben - bevor man eine ketogene Diät startet, erstmal den Tumor testen lassen.
Könntest Du bitte den ersten Satz etwas näher erläutern und zu beiden Aussagen die Quellen angeben? Das wäre hilfreich, das Thema ist ja sehr wichtig.

Gruß
Kate
 
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Warburh hat Recht mit seiner Hypothese über Krebs. Und zuviel KH, vor allem einfacher und raffinierter Zucker, sind ganz sicher verdammt übel. Aber leider können manche Krebsarten ihre (gesunden) Nachbarzellen so "versklaven", dass diese den Krebs weiter füttern - egal welche Nahrung zugeführt wird.

Grundsätzlich wird es auch schwer, den Glukosewert im Blut so weit abzusenken, dass Krebszellen tatsächlich aushungern.

Wer englisch kann, einfach mal reverse warburg effect googeln. Für alle anderen ein paar Links:

Metastasen: Der Palmöl-Rezeptor - DocCheck News

und

„Ketogene Diät“ gegen Krebs – mehr Schaden als Nutzen? | Aspekte einer ganzheitlichen Medizin



Artikel auf edubily:
„Reverse Warbug“ – der etwas andere Warburg-Effekt

Der „reverse Warburg effect“ beschreibt, dass sich Tumorzellen parasitär verhalten.

Fibroblasten der EZM verlieren im Zuge der Tumorentwicklung ein Protein namens Caveolin-1 (Cav-1). Dieses Cav-1 reguliert wesentliche Aspekte der Zellteilung und -vermehrung.

Heißt konkret, dass zunächst die Bindegewebszellen, die um die eigentliche Tumorzelle herum liegen, eine pathologische Veränderung aufweisen.

Ein Verlust von Cav-1 geht in diesen Zellen einher mit einem dramatischen Anstieg von oxidativem Stress, eine Veränderung hin zum anaeroben Stoffwechsel („Warburg-Effekt“) und einer daraus entstandenen mitochondrialen Dysfunktion, was diese Abwärtsspirale verstärkt.

Die eigentliche Tumorzelle, ausgehend vom Epithel, verhält sich dabei raffiniert, nutzt diese Veränderung aus und oxidiert die anfallenden Substrate aus dem fehlgeleiteten Stoffwechsel der Fibroblastenzellen, namentlich Pyruvat und Laktat, beides Abbauprodukte des Kohlenhydratstoffwechsels.

Der Punkt ist allerdings, dass die Tumorzelle des Epithels keinen anaeroben, sondern einen aeroben Stoffwechsel aufweist und sich von den (anaeroben) Fibroblasten lediglich beliefern lässt.

Diese Tumorzelle kann somit alle Substrate, die potenziell verwertbar sind (also Glukose, Laktat, Aminosäure, Ketone und Fettsäuren) verwenden, um sich im Körper entsprechend zu verteilen (Metastasierung)...

Ketogene Diät in der Krebsbehandlung - edubily.de


Englisch: https://www.karger.com/Article/FullText/375435

Brustkrebs scheint einer der Krebsarten zu sein, bei denen eine fettreiche Ernährung besonders schlecht ist:
https://www.bkk24.de/typo3/index.php?id=2672
 

Kate

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Hallo HarveyHealth,

danke erstmal - auch wenn ich die Links noch nicht lesen konnte und auch den Text noch nicht richtig "erfasst" habe. Werde ich versuchen, gelegentlich nachzuholen.

Jedenfalls scheint eine differenzierte Betrachtung nötig und es gibt womöglich kein Patentrezept für die Ernährung bei jeder Art Krebs.

Gruß
Kate
 
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Leider ist das so. Es gibt viele, denen es mit Low/no carb besser geht. Ich kenne auch jemanden mit einem Gehirntumor und jemand mit einer Art "zittern im Kopf", bei denen das sehr hilft. Aber es ist kein Allheilmittel.

Es gibt auch genau gegensätzliche Aussagen zur allgemeinen Ernährung bei Krebs: Aushungern (sprich fasten), was aber auch den Körper und damit das Immunsystem schwächt. Oder eben gut essen (viel Vitamine, Mineralien...) und damit gleichzeitig die Krebszellen stärken.

Das einzige was sicher ist, ist in der Vorbeugung möglichst viel richtig machen. Und hoffen bzw glauben, und zwar an das Gute.
 
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Was passiert eigentlich beim „reverse Warburg effect“, wenn man diese anaeroben Unterstützerzellen vernichtet? Verhungern dann die aeroben Krebszellen oder rekrutieren die sich sofort neue Helferlein?
 
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Interessante Frage! Ich vermute mal, dass das niemand ausprobiert hat, denn du tötest damit das umliegende Gewebe.
 
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Wenn dieses Gewebe auf der dunklen Seite der Macht steht, habe ich kein Mitleid mit ihm. :D
 
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Wer natives Kokosöl benutzt, um wegen einer Krebserkrankung in Ketose zu kommen bzw. damit in Ketose bleiben will, sich aber Sorgen macht, wegen der aktuellen Diskussion über Kokosöl, kann in einer News von Dr. Strunz Hinweise auf Studien und Bewertung von Professor Ulrike Kämmerer, nachlesen die belegen, dass Kokosöl keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem hat und dass sich keinerlei Hinweise für eine schädliche Wirkung von Kokosöl auf die Blutfette von Patienten und Probanden ergeben
https://www.strunz.com/de/news/ist-kokosoel-gift.html

Weitere Informationen auch hier im Forum
https://www.symptome.ch/vbboard/ernaehrung/138002-reine-gift-professorin-warnt-kokosoel.html
 
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In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau vom 24. Juli 2019 mit dem Titel
„Krebs und Ernährung: Ketogene Diät und Intervallfasten schaden eher“ bezeichnete die Onkologin Jutta Hübner Ketogene Diät bei Krebs als „schädlich“.
https://www.fr.de/wissen/krebs-ketogene-diaet-intervallfasten-schaden-eher-ernaehrung-12850909.html

Die Frankfurter Rundschau veröffentlichte dazu jetzt einen Gastbeitrag von Prof. Ulrike Kämmerer

Ketogene Diät bei Krebs: Es gibt keinen Grund, davor zu warnen
https://www.fr.de/wissen/ketogene-diaet-krebs-ernaehrung-nicht-tumor-sehen-12878357.html
 
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03.04.18
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Prof. Ulrike Kämmerer
Ketogene Diät bei Krebs: Es gibt keinen Grund, davor zu warnen
https://www.fr.de/wissen/ketogene-diaet-krebs-ernaehrung-nicht-tumor-sehen-12878357.html

Es gibt aber auch keinen Grund, eine ketogene Diät unreflektiert bei Krebs anzuwenden.

Wie von Harvey Health bereits ganz richtig angemerkt und wie im ersten Link von der Onkologin Jutta Hüber ebenfalls schon ausgeführt, nutzen Krebszellen auch Keton-Körper (und selbst Aminosäuren) als Energiequelle.

Beispielsweise nutzen Prostatakrebs und B-Zell-Lymphome die Fettsäureoxidation als Hauptquelle der Energieproduktion. (https://www.nature.com/articles/s41419-018-0313-7)


Weiterhin:

"More specifically, we show that administration of 3-hydroxy-butyrate (a ketone body) increases tumor growth by ∼2.5-fold, without any measurable increases in tumor vascularization/angiogenesis. Both 3-hydroxy-butyrate and L-lactate functioned as chemo-attractants, stimulating the migration of epithelial cancer cells. Although L-lactate did not increase primary tumor growth, it stimulated the formation of lung metastases by ∼10-fold. Thus, we conclude that ketones and lactate fuel tumor growth and metastasis, providing functional evidence to support the "Reverse Warburg Effect"."
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/3708579/


Je nach Krebsart kann eine ketogene Ernährung also nach hinten losgehen -im schlimmsten Fall wird der Krebs befeuert und / oder andere effektive Therapieformen werden ignoriert.
 
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