Mein Sohn ist zur Zeit wieder bei uns. Nach der OP im Juli hatte sich eine Entzündung der Wunde ergeben. Die Heilung nach der 2. OP im bereits operierten und bestrahlten Gebiet ist problematisch. In einer neuen Operation wurde nun das 2 mal geöffnete Schädelstück entfernt. Es fehlt nun an der Stelle und wurde durch Polsterung mit Muskel- und Fettgewebe gesichert. Zur Zeit gibt es keine Therapie des Tumors, da er noch folgsam Antibiotika nimmt, aber parallel CDL und CISS. Bei CISS nahm er bis zu 8 Tropfen, ein bisschen viel. Das war wohl ein Grund für Übelkeit, aber auch die Operation. Im Augenblick hat er den Eindruck, dass das Immunsystem auf den Tumor reagiert. Am Donnerstag soll die Chemotherapie nach der Vorgabe des Labors in Kalifornien beginnen, bei dem Material aus der OP ausgewertet wurde. Bei einer Studie in Zürich, bei der sehr gute Heilerfolge erzielt werden, steht er auf der Warteliste, hat aber keine Zeit zu warten, da das letzte MRT zeigt, dass der Tumor wieder wächst. Bleibt noch die teure Impfung in Tübingen. Da sollte er infektionsfrei und stabil sein. Es ist also alles offen.
Seit gestern hat er den Eindruck, dass das Immunsystem den Tumor angreift, was bei einem von über 1000 Patienten vorkommt. Er hat sich stundenlang selbst behandelt, was seltsame Effekte hervorruft. Nächsten Donnerstag ist er zur Kontrolle im Krankenhaus. Vielleicht gehört er ja zu den wenigen spontan Geheilten. Man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Ich werde, wenn etwas mehr Klarheit herrscht, einen Thread Glioblastom öffnen. Hätte mein Sohn zu Anfang gewusst, was er heute weiß, hätte er von
Anfang an anders entschieden. Das Stupp-System wird allgemein als Goldstandard angesehen, obwohl es nur für einen Teil der Patienten passt. Telozolomid war in seinem Fall wenig hilfreich, da es bei methylierten Zellen kaum hilft, aber das Immunsystem ausbremst.