Botulismus, selten aber sehr gefährlich

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--- Anmerkung der Moderation ---

Das Thema wurde ab hier: #1.300 in Interview mit einer KI - auch auf Wunsch von Locke 38 - ausgelagert.

--- Ende Anmerkung ---



Er hat selbst Kichererbsen auf Vorrat eingekocht und dann unerhitzt gegessen. Botulismus entsteht meist aus selbst eingekochten Speisen, vor allem Hülsenfrüchten. Die Clostridien können sich nur unter Luftabschluss entwickeln. Das Gift wird durch Kochen zerstört. Das Gift ist das stärkste Nervengift. Zuerst konnte er seine Augen nicht koordinieren, dann nicht mehr bewegen, sondern musste den Kopf drehen. Dann waren die Lider gelähmt. Es folgte eine Lähmung der Zunge, dann des Schluckreflexes. Darauf bekam er die Magensonde. Trotzdem geriet Mageninhalt in die Lunge und er war in echter Lebensgefahr. Deshalb bekam er den Luftröhrenschnitt. Geistig ist er voll gegenwärtig und voller Zuversicht. Inzwischen erholen sich die Augen allmählich. Nur die Lider hängen knapp über den Pupillen. Die Zunge gewinnt an Bewegung zurück. Was das Schlucken betrifft, funktioniert die obere Speiseröhre wieder, aber über dem Magen staut es sich - Reflux. Im Augenblick wird er auf REHA behandelt. Er lernt gerade das Gehen wieder. Es besteht die Aussicht auf vollständige Heilung, aber es dauert Wochen und Monate. Weihnachten müssen ihn seine Kinder im Krankenhaus besuchen. Sie sind so lange bei der Exfrau, mit der er sich die Betreuung teilt.
 
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Durch die Tracheotomie kann er nicht sprechen. Ich habe ihm eine elektronische Schreibtafel gebracht, mit der er sich gut verständigen kann, vor allem, seit es mit dem Sehen wieder besser geht. Aber wir sehnen den Augenblick her, dass er wieder sprechen kann, wenn auch krächzend. Alles braucht viel Geduld, und die hat er. Er lächelt viel und macht Witze.
 
Danke für die Antwort! Dein Sohn hatte mit den Kichererbsen kein Glück, aber Du offenbar mit ihm. Bestell dem Helden, wenn auch unbekannter Weise, bitte meine Grüße!
 
Ist natürlich imponierend.. aber jemand der in so einer Situation verständlicherweise ängstlich oder verzweifelt ist, mit dem hat man als Mutter dann also Pech gehabt ? Sorry, aber finde den Kommentar seltsam. :oops:

Wünsche ihm weiterhin gute Erholung ..!
 
Botulismus betrifft in Deutschland nur 10-20 Fälle pro Jahr. Aber wenn es die eigene Familie betrifft, ist es sehr wichtig. Aber ich finde hier seit einiger Zeit nicht mehr die Möglichkeit, ein eigenes Thema zu eröffnen. Auch Anweisungen zum Gebrauch des Forums finde ich nicht mehr. Wenn die Moderation es in einen Thread „Botulismus, selten aber sehr gefährlich“ verlagern würde, wäre es mir recht.

Was das Glück mit den Kindern betrifft, ja das habe ich, auch mit meiner Tochter, die spontan einen Flug aus den USA umbuchte, als die Lage eskalierte. Sie wollte mit ihrer Familie erst am 21.12. kommen. Sie fährt nun täglich ins Krankenhaus, verhandelt mit den Ärzten und regelt alles. Sie will auch Mann und Kinder allein zurückfliegen lassen und bleiben, bis die Vorlesungen wieder beginnen. Sie ist Psychologie-Professorin mit Schwerpunkt Gerontologie. Wir alten Eltern wären momentan ohne sie hilflos. Mein Sohn, plötzlich aus dem normalen Leben gerissen zu einem Zeitpunkt, als er im Beruf zwar engagiert und begeistert, aber extrem gefordert war, begrüßt die Erfahrung, die ihm diese Zeit der erzwungenen Untätigkeit bringt.

Das heißt nicht, dass Kinder mit weniger Initiative, weniger Lebensmut und Humor ihren Eltern nicht auch viel Freude machen können.
 
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Er hat die erste Nacht ohne Sauerstoffzufuhr verbracht, aber schlecht geschlafen. Das kann aber auch mit den Wunden von der Biopsie des Gehirns zu tun haben, vier für die Fixierung des Kopfes, eine für die Einführung der Kanüle für die Entnahme. Ein erster Befund zeigt wenig Zellen, was gegen einen Tumor, für eine Entzündung spricht. Weitere Ergebnisse werden in einigen Tagen erwartet. Die Veränderungen können ein Zufallsbefund sein, der nichts mit Botulinum zu tun hat. Es kann aber auch sein, dass der Botulismus eine Veränderung beschleunigt hat.
 
Da der Thread hierhin ausgelagert wurde, möchte ich meine Mahnung vom Anfang wiederholen:
Wenn nach schwerer Übelkeit im Anschluss an Nahrungsaufnahme nach Abklingen Augenprobleme auftreten, sollte unverzüglich ein Krankenhaus, möglichst mit Neurologie-Abteilung aufgesucht werden. Es kann Leben retten, denn das ist ein Hinweis auf Botulismus, der ohne Behandlung tödlich verlaufen kann. Bei meinem Sohn wurde wertvolle Zeit verschwendet. Er hat viel Glück gehabt, wird aber viel Geduld bis zur Genesung brauchen. Das Botulinum-Toxin zerstört die Synapsen, die Verbindung der Nerven mit den Muskeln, wodurch Lähmungen entstehen.Diese bilden sich nach Wochen bis Monaten zurück. Ist aber das Atemzentrum betroffen, bedeutet das wochenlange künstliche Beatmung. Das blieb meinem Sohn zum Glück erspart. Er bekommt nur noch zeitweise nichtinvasiv Sauerstoff zugeführt wegen der abklingenden Lungenentzündung. Seine Arme und Beine sind noch geschwächt. Er kann aber immer länger mit Begleitung und Gehhilfe durch die Flure gehen.
 
Er hat selbst Kichererbsen auf Vorrat eingekocht und dann unerhitzt gegessen. Botulismus entsteht meist aus selbst eingekochten Speisen, vor allem Hülsenfrüchten. Die Clostridien können sich nur unter Luftabschluss entwickeln. Das Gift wird durch Kochen zerstört. Das Gift ist das stärkste Nervengift.

er hat die Kichererbsen selbst eingekocht, was wahrscheinlich gut so ist, dann braucht sich keiner Vorwürfe machen.

Wie kann das passieren, was ist da falsch gelaufen beim Einkochen der Kichererbsen?
An was könnte das liegen, weiß das jemand von euch?

Gut zu wisssen, dass diese Clostridien beim Kochen zerstört werden, so geht man dann immer besser auf Nummer sicher, wenn man seine eingekochten Lebensmittel aufkocht, was ja bei Hülsenfrüchten meist geschieht, da sie weiter verarbeitet werden im Eintopf usw.

Ich freue mich @Locke 38 , dass dein Sohn auf dem Weg der Genesung ist und wünsche weiterhin alles Gute!

Schöne Grüße
Mara
 
Liebe Mara,

ich käme zwar nie auf die Idee mir Hülsenfrüchte selbst einzukochen, wobei das in den aktuelle Zeiten wohl wieder ein Thema sein kann! Ich konnte es zunächst auch kaum glauben, wie es nach dem Verzehr von an sich doch so als gesund geltenden pflanzlichen Lebensmitteln zu so einer fulminanten Reaktion kommen kann. Daher habe ich dazu mal perplexity ein wenig befragt. Das Problem scheint wohl einmal der hohe Eiweißgehalt von Hülsenfrüchten zu sein, da diese somit genau wie Fleisch und Wurscht ein ideales Substrat für Clostridien zu sein scheinen. Daher erfordert das Einkochen besondere Hitze oder man fermentiert sie vielleicht mithilfe von Milchsäurebakterien. Jedenfalls mögen Clostridien auch ein zu saures Milieu nicht. Das ist ja auch der Grund, warum sie sich nach Antibiotika-Therapien teilweise so ungehindert vermehren können. Ich kopiere Dir mal den Link zu Perplexity hier rein. Ich hoffe, Du kannst es lesen:


Liebe Grüße
Latschen-Kiefer
 
Das Tückische ist, dass Clostridien kein Gas bilden, der Deckel eben nicht aufgewölbt ist. Möglicherweise war auch geräucherte Forelle Auslöser der Vergiftung. Aber die selbst eingekochten Kichererbsen bei reduzierter Temperatur sind wahrscheinlicher. Möglicherweise auch beides. Dumm, dass das zuerst aufgesuchte Krankenhaus die Proben nicht weitergegeben bzw. analysiert hat. Am Ergebnis allerdings ändert sich nichts. Sicher wird mein Sohn keine selbst eingekochten Kichererbsen mehr essen. Ein Glück, dass seine beiden Kinder nichts davon bekommen haben. Inzwischen hat das Robert Koch Institut eingesandte Blutproben analysiert und Botulismus bestätigt, nach fast 2 Wochen.
 
Liebe Locke,

vielen Dank trotz allem, dass Du diese wichtigen, wenn auch sehr unschönen Erfahrungen, hier teilst! Man hat das ja häufig gar nicht im Hinterkopf, wie schnell solche Lebensmittelvergiftungen lebensbedrohlich werden können! Gerade auch wenn man neue Dinge probiert. Besonders auch in dieser Generation, wo viele das Kochen nicht wirklich fundiert beherrschen, weil die Eltern beide gearbeitet haben oder warum auch immer, ist es umso wichtig auf diese Dinge ausdrücklich hinzuweisen!

Liebe Grüße und trotz allem schon mal ein schönes und besinnliches Fest!
Latschen-Kiefer
 
Wie gesagt ist Botulismus selten. Aber man sollte die Risiken kennen und bei ersten Anzeichen richtig auf den Notfall reagieren, nicht abwarten sondern sofort Hilfe suchen. Übertriebene Angst wäre nicht hilfreich. Wer selbst einkocht sollte sich auf Obst beschränken oder Gemüse sauer einkochen. Säure mögen die Clostridien nicht.
 
Locke, danke für Deine Hinweise! Wichtig ist auch, die Herkunft und somit die Behandlung der Hülsenfrüchte vor der Ernte zu beachten! In nördlicheren Anbaugebieten (z.B. Kanada usw.) werden die Felder offensichtlich nochmal kurz vor der Ernte gespritzt, um ein Abtrocknen zu erreichen. Dadurch werden aber auch gesunde Bakterien getötet und man verschafft auf diese Weise genau auch wieder Sporenbildnern wie diesen Clostridien einen Überlebensvorteil.

Ich stelle im Anschluss nochmal die meine Fragen bei Perplexity dazu ein und ein Video, welches ich gestern zu Glyphosat gesehen habe, falls ein tieferes Interesse zum Thema besteht:



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oder hier:

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Dr. Hackenberg hat auch an diesem Buch mit gearbeitet:

 
Clostridium Botulinum ist auf vielen Lebensmitteln, ohne bei älteren Kindern und Erwachsenen Krankheit zu verursachen. Sonst wäre die Botulismus viel häufiger. Bei meinem Sohn kam zusammen, dass er oft Kichererbsen auf Vorrat einkochte und erstmals mit geringerer Temperatur experimentierte. Das ist gründlich schief gegangen. Er wird es nicht mehr tun, wenn er erst mal aus dem Krankenhaus raus ist, was dauern kann.
Bei Säuglingen kann Honig fatal wirken. Dir Botox-Mengen im Honig schaden älteren Kindern und Erwachsenen nicht, wohl aber Kindern unter einem Jahr, weil ihr Mikrobiom noch nicht voll ausgebildet ist.
 
Da hast Du natürlich recht, dieses akute Krankheitsbild wie bei Deinem Sohn ist wahrscheinlich eher selten und wird vielleicht auch nicht so häufig diagnostiziert. Du sagtest ja, dass es bei Deinem Sohn auch eine Weile gedauert hat, bis sie auf diese Zusammenhänge gekommen sind.

Dennoch versuche ich mich biologisch und nachhaltig zu ernähren, auch wenn man diesen Herbiziden heutzutage wahrscheinlich gar nicht mehr entkommen kann. Ich erinnere mich schon vor Jahren, dass sie auch bei Personen mit Bio-Ernährung Glyphosat im Urin gefunden haben.

Aber viele leiden heute unter Verdauungsbeschwerden und einer Fehlbesiedelung des Darms oder Magensäure-Schwäche. Und auch dieser Personenkreis ist anfällig für einen vermehrten Befall mit Clostridien! Ich frage mich manchmal, warum ich Hülsenfrüchte nicht besonders gut vertrage. Und warum ich auch Milch und Joghurt aus Molkereien wie z.B. diesen hier: https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/keine-qual-milch-in-exquisa-weihenstephan-co
die ihre Tiere konventionell halten und mit Silage füttern nicht mag und nicht vertrage. Für mich kristallisiert sich dabei auch immer mehr heraus, dass all diese Lebensmittel vermehrt auch mit Clostridien belastet sind.

Die Videos oben sind natürlich reißerisch betitelt. Es gibt Leute, die das von vorn herein abschreckt. Ich schaue mir aber immer an, wer dabei zu Wort kommt und was er zu sagen hat und das finde ich interessant und es deckt sich auch mit meinen Beobachtungen an mir selber.

In offiziellen Quellen existiert kein chronischer Botulismus, aber schau Dir mal die Rinder sogar in vielen "Freilaufställen" an. Häufig können einige ihre Zunge nicht richtig koordinieren und sind die ganze Zeit irgendwie am Schlecken oder so etwas. Bevor es bei mir so weit kommt, passe ich lieber auf! 🐮😉

Hier ein Video auf Französisch, wo sie auch bspw. vor Linsen aus Kanada warnen, weil diese noch kurz vor der Ernte mit Herbiziden behandelt werden:

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Inzwischen ist mein Sohn aus der Intensivstation auf die Überwachungsstation umgezogen, ein großer Fortschritt. Das Gehen klappt immer besser, aber er hat noch Kabel zur Überwachung der Vitalfunktionen und muss deshalb für jeden Gang Hilfe haben. Er bekommt bald ein Gerät, mit dem er trotz Tracheotomie sprechen kann. Eine Logopädin soll ihn in die Anwendung einführen. Die Ausatmung geht dann nach oben über die Stimmbänder.. Die Augenlider hängen immer noch. Die Zunge ist beweglicher, aber das Schlucken klappt noch nicht. Also weiterhin Magensonde und Atmen über den Hals.
 
Ich wünsche Deinem Sohn weiterhin Besserung und alles erdenklich Gute!

Danke auch für Deinen Bericht - vielleicht hilft er dem einen oder anderen, so etwas zu vermeiden.
 
Sie meisten, denen ich davon erzähle, haben noch nicht davon gehört. Dabei ist es so wichtig, bei den ersten Anzeichen zu reagieren. Jetzt bleibt nur noch, die verbleibenden Funktionen zu trainieren. Als ich meinen Sohn heute mit meiner Tochter und meiner Schwester besuchte, war er von intensivem Gehtraining erschöpft, aber wie immer heiter gelassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich wünsche auch gute Besserung für deinen Sohn @Locke 38 und halte uns doch bitte auf dem Laufenden, wenn du das auch möchtest.

Schöne Grüße
Mara
 

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