Botulismus, selten aber sehr gefährlich

Botulismus reißt einen Menschen plötzlich aus seinem normalen Leben. Mein Sohn kam zum Glück mit nichtinvasiver Beatmung davon. Andere müssen wochen- bis monatelang künstlich beatmet werden, womöglich unter Narkose, wenn sie überhaupt überleben. Immerhin wird er durch einen Schlauch in den Magen ernährt, atmet über eine Kanüle am Hals, kann nicht sprechen sondern muss sich über eine Schreibtafel verständlich machen und hat wechselnde Probleme mit den Augen, ist aber geistig völlig klar und betrachtet seine Situation als Lehre für sein weiteres Leben. Heute geht es ihm offenbar wieder verhältnismäßig gut, auch mit den Augen. Meine Tochter ist gerade dort und wird berichten
 
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Heute geht es ihm besser. Allerdings verschlechtert das Gehtrainig die Sicht. Von der Gehirnbiopsie ist noch ein Bluterguss in der Nähe des Sehzentrums, der offenbar beim Training anschwillt. Er versucht jetzt den Kompromiss der richtigen Trainingsdauer und -Frequenz. Aber es geht deutlich aufwärts.
 
Mein Sohn hat eine Sprachnachricht geschickt. Mit Hilfe der Logopädin kann er jetzt sprechen, zwar noch mühsam, aber mit erkennbarer Stimme, obwohl die Ausatmungsluft von der falschen Seite an die Stimmbänder kommt. Das ist ein großer Schritt und eine Motivation für weiteres Training. Er soll nun statt der Nasen-Magensonde eine PEG, eine Magensonde durch die Bauchdecke bekommen, ein neuer Eingriff, aber auch ein Stück Freiheit, da er sich dann selbst versorgen kann. Eine REHA ist geplant.
 
Boah, das ist ja dramatisch, was mit Botulismus passieren kann.
das hatte ich so nicht auf dem Schirm.
Von Herzen gute Besserung für den Patienten.

Kichererben sind mir eigentlich sehr lieb in der Ernährung. Ich koche immer ein Kilo davon und friere in Portionen ein. Davon wird dann meist ein Curry zubereitet, also wieder gekocht, aber auch Hummus, also ohne nochmalige Erhitzung. Sollte ich das lieber nicht mehr machen?
Wie machen das die Menschen in den arabischen Ländern, wo Hummus deutlich präsenter ist als bei uns?

Neuerdings befasse ich mich mit MealPrep, also für paar Tage auf Vorrat kochen und in Gläsern unter Vakuum im Kühlschrank aufbewahren. Das Vakuum wird erzeugt durch ein Gerät, das auf das Glas aufgesetzt wird. Momentan steht im Kühlschrank WeißeBohnenEintopf.
Wenn es da Gefahrenpotential gäbe, wär das fatal.
Weiß da jemand Näheres?
 
Hallo silena,

das Bundesinstitut für Risikobewertung informiert ausführlich:


Grüsse,
Oregano
 
Boah, das ist ja dramatisch, was mit Botulismus passieren kann.
das hatte ich so nicht auf dem Schirm.
Dabei gilt der Fall meines Sohnes als leichte Vergiftung. Es hätte den Tod oder monatelange Beatmung zur Folge haben können.

Einfrieren von gekochten Kichererbsen ist kein Problem. Ungenügende Erhitzung mit anschließendem Vakuumverschluss schon. Die Clostridien mögen keinen Sauerstoff. Wenn eingefrorene Kichererbsen. Bohnen oder Linsen anschließend durcherhitzt werden, wird das Nervengift Botox zerstört.

Ich habe den Thread nicht aus Mitleidhascherei eröffnet, sondern weil die meisten nicht über diese Gefahr wissen. Die Fälle sind selten, aber wenn, sind auch „leichte“ Fälle ganz schön heftig und kosten Monate.
 
Die Krankheit meines Sohnes begann vor einem Monat. Es wird mindestens ein weiterer Monat vergehen, bevor er nur annähernd sein voriges Leben wieder aufnehmen kann. Zur Zeit sind seine beiden Kinder dauerhaft bei seiner Ex-Frau, statt wechselweise bei beiden. Das Geschehen greift also auch in das Leben dieser Menschen ein. Auch in seiner Firma schien er unentbehrlich zu sein. Sein Chef signalisiert, er solle sich ruhig mit der Genesung Zeit lassen, nachdem er nie schaffte, seine Überstunden abzubauen. Er sieht einen Sinn in diesem Schicksal. Vieles wird sich danach neu ordnen, Prioritäten werden neu sortiert. Wie werden die Kinder in die Verantwortung eingebunden? Welche Gewohnheiten werden verändert? Wie verändert sich das Verhältnis zu seiner Partnerin, die sich jetzt mit allen Kräften für ihn einsetzt? So schlimm es ihn erwischt hat, so scheint es einen Sinn in dem Ganzen zu geben. Im neuen Jahr wird er ein Anderer sein als bisher. Auch sein Weltbild wird Korrekturen erfahren. Deshalb ist er so positiv zu dem Geschehen eingestellt, dass ich ihn nur bewundern kann.Diese Krankheit wird ein Meilenstein in seiner Biografie. Es gibt ein Davor und, wie wir zuversichtlich sind, ein Danach.
 
Ich habe über die Krankheit meines Sohnes in verschiedenen Threads geschrieben, bei CDL und Wunderheilen heute. Hier nun ein Update:
Er ist immer noch im Krankenhaus. Neben dem Botulismus hat sich eine Diagnose ergeben, die als hoffnungslos gilt. Die Auffälligkeit im Gehirn hat sich als Gliablastom herausgestellt und wurde letzten Freitag operiert. Es konnte jedoch schnell und problemlos ganz entfernt werden.

Ein Teil seiner Augenprobleme waren durch den Tumor, der im Sehzentrum lag, bedingt und haben sich seither gebessert statt, wie befürchtet, verschlechtert. Der Botulismus, so schlimm er ist, hat bewirkt, dass der Tumor in einem ungewöhnlich frühen Stadium entdeckt wurde, in dem es noch eine Heilungschance gibt.

Die nervlichen Ausfälle durch Botox bilden sich allmählich zurück. Es besteht die Hoffnung, dass die Tracheotomie und die Magensonde bald entfernt werden können. Aber nun sind Bestrahlungen und Chemotherapie angesagt, um Rezidive des Tumors zu vermeiden. Er hat diesen Maßnahmen zugestimmt, obwohl er an Selbstheilungskräfte glaubt.

Er musste versprechen, während Bestrahlung und Chemo kein CDL anzuwenden. Möglicherweise kann er während der Behandlung zuhause wohnen, so lange er nicht allein ist. Eine zeitweise Rückkehr ins Elternhaus ist denkbar. Wir würden ihn gern aufnehmen, wenn er nicht mehr schwer pflegebedürftig ist. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Er beginnt gerade, sich selbst aufzurichten und zu stehen.

Bis zum selbstständigen Leben ist noch ein weiter Weg. Aber er hofft schon, bald zu seiner Arbeit zurückkehren zu können, die ihm viel Freude macht.
 
Seit gestern kann mein Sohn wieder normal atmen. Das Tracheostoma wurde entfernt. Nun geht es darum, wieder normal essen zu lernen, damit ihm die Magensonde entfernt werden kann. Bis dahin ist er doch eine lange Zeit des Tages an einen Schlauch gefesselt, da ihm die Nahrung und die Chemotherapie langsam zugeführt werden. Leider ist durch das Glioblastom das linke Blickfeld dauerhaft zerstört. Es gibt zwar Übungen, die das zu einem gewissen Grad kompensieren können, auch Brillen, die durch Prismen einen Teil des verlorenen Gesichtsfeld einblenden können. Aber er wird mindestens auf lange Sicht nicht Auto fahren können.
Er drängt jetzt darauf, schon während Bestrahlung und Chemo in eine REHA zu kommen und von dort zur Bestrahlung gefahren zu werden. Er kann dort die Botox-Folgen besser auskurieren. Die Chemo kann nach Enfernung der Magensonde auch oral eingenommen werden.

Die Ärzte haben bis jetzt keinen Fall gehabt, bei dem Botox und Tumor zugleich behandelt werden mussten. Deshalb gibt es da keine Routine.
 
Er ist immer noch im Krankenhaus, wird an 5 Tagen der Woche bestrahlt und erhält Chemotherapie durch Infusion. Er kann aber inzwischen selbst essen. Die Chemotherapie soll in den nächsten Tagen durch Tabletten ersetzt werden. Die Botulismusfolgen gehen zurück. Die Magensonde soll demnächst entfernt werden. Er trainiert nun so viel wie möglich, um seine Muskeln wieder aufzubauen Da er über 10 kg abgenommen hat, braucht er nun viel mehr Nahrung, als die Krankenhauskost anbietet. Was den Sichtfeldverlust betrifft, hat sich eine erfreuliche Wende ergeben. Im linken Auge ist das verlorene linke Feld weitgehend zurückgekommen, allerdings je nach Tageszeit schwankend. Auch im rechten Auge scheint sich etwas zu bewegen. Da sich die Sicht während der Bestrahlung verschlechtert, soll er nun Weihrauch bekommen, was das Ödem durch die Therapie mindern soll. Er war heute sehr froh über seine Fortschritte. In ca. 3 Wochen soll er in die Reha. Es bleibt immer noch die Bedrohung durch die Diagnose Glioblastom. Aber er hat gute Chancen, einer der wenigen zu sein, die diesen Tumor mehrere Jahre überleben, durch die Früherkennung und seinen vorherigen Fitnesszustand.
 

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