Bluttransfusion kann lebensgefährlich sein

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wer hat den Film gestern Abend gesehen?
Wurde doch das berichtet, worauf wir schon lange aufmerksam gemacht haben.

Blutspenden - die unerkannte Gefahr: Böses Blut - Fernsehen :: SWR Fernsehen :: betrifft: ... :: Startseite | SWR.de
Danke Dora für den Tipp!
Die Sendung ist wirklich sehr interessant.

Hier füge ich noch den direkten Link zur Sendung ein:

Video "Böses Blut - Kehrtwende in der Intensivmedizin" | Reportage / Dokumentation | ARD Mediathek

Dauer: ca. 45 Minuten

Es geht vor allem um die Thematik der bisher unbekannten Folgereaktionen im Zusammenhang mit dem Immunsystem. (Es geht ausdrücklich nicht um HIV, Hepatitis etc., sondern um die Reaktionen auf das Blut selbst, auch Eigenblut).

Ziel einiger Ärzte in D und USA: Bluttransfusionen so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig einsetzen. Und das spart nebenbei auch noch Geld.

Es gilt wohl nicht mehr die bisherige Praktik: Viel hilft viel - eher vielleicht sogar das Gegenteil.

Und dass auf Borreliose etc. nicht untersucht wird, ist leider dennoch so. Das wird dann sicher mal in 20 Jahren in einem ähnlichen Beitrag angedacht und angesprochen werden...

Grüße

hitti
 
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Datura

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Sehr, sehr guter, sehr interessanter Film, aber es geht, wie Hitti schrieb, nicht um mit Keimen verseuchtes Blut, diesbezüglich ist Blut ziemlich sicher.

Es geht darum dass Blut betrachtet werden muss wie eine "Mini"transplantation mit großen, negativen Einflüssen auf das Immunsystem.

Auch Eigenblut hat gravierende Nachteile (die Erys zerfallen), wenn es älter als 4 Tage ist - und eine Eigenblutspende macht ja nur Sinn, wenn der Körper genug Zeit hat, Blut herzustellen, also, das rausgezogene zu ersetzen.

Besonders betroffen macht mich, wie viele Krebspatienten bei Chemo Blut bekommen, was die Entstehung/schnelle Vermehrung von Metastasen befördert.

Und ein massenhaftes Umdenken ist nicht in Sicht (60 Krankenhäuser haben Interesse am neuen Blutmanagement - von 2000!).

Grüße von Datura
 
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Freesie

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am Montag lief ein sehr interessanter Film über die möglichen Gefahren bei Bluttransfusionen. Ich fand den Film sehr aufschlußreich und wichtig.
"Böses Blut - Kehrtwende in der Intensivmedizin"


Bluttransfusionen können Leben retten, keine Frage. Nach Unfällen und großen Operationen gleichen sie bedrohliche Blutverluste aus.

Immer mehr Analysen aber bestätigen: Bluttransfusionen können gefährlich sein. Lebensgefährlich.

Die Patienten ahnen davon nichts - und weder die Ärzte noch die Betreiber des Blutspende-Systems haben großes Interesse an Aufklärung. Die einen wollen mangels Alternativen nicht unnötig Panik schüren, die anderen sorgen sich um ihr Geschäftsmodell. Blutspenden werden auch in Zukunft für Notfälle gebraucht.

Die SWR-Dokumentation von Ulrike Gehring zeigt, dass dennoch ein Umdenken in der Intensivmedizin unausweichlich ist. Sie zeigt bisher unbekannte Risiken von Transfusionen auf und stellt eine Gruppe mutiger Ärzte vor, die gemeinsam an Alternativen arbeiten. Und dabei auf viele Widerstände stoßen.
Grüssle
Freesie
 
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Sehr, sehr guter, sehr interessanter Film, aber es geht, wie Hitti schrieb, nicht um mit Keimen verseuchtes Blut, diesbezüglich ist Blut ziemlich sicher.
Hallo Datura,

bist Du Dir bezüglich der Sicherheit sicher? Es werden doch "nur" bestimmte Keime untersucht. Und soweit ich weiß sind Borrelien, Chlamydien, EBV etc. nicht dabei. Ich lasse mich aber auch gerne weiter darüber informieren, stecke da nicht so drin.

Ich selbst hatte zumindest schon vor ca. 18 Jahren ein sehr ungutes Gefühl bei einer Blut-Transfusion mit 2 Beuteln "Erys"... Aber nun kann ich da auch nichts mehr dran ändern, bin aber für die Zukunft informierter.

LG

hitti
 
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Datura

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Sicher bin ich mir da nicht, nein.

Aber die anderen Spätfolgen finde ich viel heimtückischer. Und keiner weiß davon- bis jetzt.

Viele Grüße!
 
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Dora

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Sorry, vor diesem Problem stand ich bereits vor zwei Jahre.
Im Februar 2013 sollte die OP in Homburg vollzogen werden.

Ich musste für das Risiko von Fremdblut sogar unterschreiben.
Nur ich wurde wieder einmal zurück geworfen und konnte gar nicht
die OP machen lassen.

Jetzt wollte Mainz das Problem lösen, weigert sich jedoch
wegen der große Gefahr mit meiner Thrombopenie.

Diesbezüglich habe ich meinen Prozess wegen Therapieübernahme
in diesem Jahr verloren und die zweite Instanz wies das Urteil
vom Sozialgericht Speyer zurück!

Würde man die Patienten auf Keime untersuchen,
hätte man einen genauen Krankheitsverlauf und könnte dort
ansetzen wo es erforderlich ist.

Leider sind wir da noch viel zu weit entfernt und chronisch Kranke
müssen darunter weiter leiden.

Wünsche einen schönen ersten Advent und eine Gute Zeit.
 
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Sorry, vor diesem Problem stand ich bereits vor zwei Jahre.
Im Februar 2013 sollte die OP in Homburg vollzogen werden.
Darf ich fragen, was für eine OP das sein sollte bzw. was das Problem nun genau für Dich in dem Fall ist?
Ich finde das sehr interessant, kann mir aber mit den Angaben noch kein genaues Bild von der Problematik machen.

Problem ist die mögliche Keimbelastung in den Blutkonserven?

Was wolltest Du per Gericht erreichen?

LG

hitti
 
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James

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Leider kann man in Situationen geraten, wo man weder Fragen stellen noch Risiken abwägen kann. Bei mir eskalierte förmlich während einer OP die Situation, sodass weder meine Eigenblutspende noch die Vorräte im Krankenhaus ausreichten obwohl ich die häufigste Blutgruppe in D. habe. So holte ein Rettungshubschrauber weitere Konserven heran und ich denke, dass mir dadurch das Leben gerettet wurde. Heute, 10 Jahre später habe ich weder Auswirkungen (bis auf Vernarbungen durch die Kanülen) der Blutübertragungen noch Spätschäden entdecken können. Wenn ich damals die Wahl gehabt hätte eine Blutkonserve unbekannter Herkunft oder eben keine zu erhalten hätte ich mit Sicherheit das Leben gewählt. Zugleich bin ich aber der Auffassung, dass man bei den Spendern mehr Aufmerksamkeit auf Keimbelastung legen sollte. In wie weit das möglich und durchsetzbar ist weiß ich einfach nicht. Ich vermute, dass sich einfach nur zu wenig Spender melden und so eine Auswahl verhindern. Ich habe mein Blut untersuchen lassen und das Ergebnis war : "als Spender ungeeeignet"! Den Grund hat man mir nicht mitgeteilt ... was ich angesichts meiner Erfahrungen echt bedauert habe.
 
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Leider kann man in Situationen geraten, wo man weder Fragen stellen noch Risiken abwägen kann.
Hallo James,

das mit den heiklen Situationen wird auch gar nicht in Frage gestellt!
Hast Du die Sendung angesehen?

Es geht darum, Blutkonserven dort zu vermeiden, wo es geht und nur dann welche einzusetzen, wenn sie unbedingt notwendig und lebensrettend sind. Blutkonserven also nicht mehr nach dem Motto "Viel hilft viel".
Ähnlich wie mit Antibiotika, es kommen einfach langsam auch die nicht so positiven Seiten zum Vorschein.

Und ich denke auch nicht, dass es an einer geringen Anzahl von Blutspender/innen liegt, sondern wirklich an der Untersuchung auf Keime, die nur sehr selektiv für einige wenige durchgeführt wird. Es kostet eben...

Aber das Hauptthema bei der "Klinikaktion" in D und den USA ist wie gesagt nicht die Keimbelastung, sondern die Bluttransfusion als solches. "Wie viele kleine Transplantationen", es sind einfach Fremdeiweiße, auch Eigenblut wird wohl nicht mehr verwendet.

Grüße

hitti
 
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James

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Hallo hitti,

wir sind da völlig einer Meinung und auch ich befürworte, dass man Blutkonserven nur im Nofall erhalten sollte. Die Art und Anzahl der Untersuchungen bestimmt der Gesetzgeber. Nach meiner Meinung liegt dort das Hauptproblem, denn dass Hersteller alle nur erdenklichen Kosten sparen wollen ist ja kein Geheimnis...

Den TV-Beitrag habe ich mir nicht ansehen können, über das Internet gehen bei mir noch keine Videos (Satellitenverbindung). Ich hoffe, dass ich bis zum Jahreswechsel DSL bekomme.
 
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Freesie

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Hallo James und alle interessierten,

die Sendung wird wiederholt.
Mi, 3.12.2014 | 11.45 Uhr | EinsPlus
Do, 4.12.2014 | 8.45 Uhr | EinsPlus
Grüssle
Freesie
 
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James

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Hallo Freesie,

danke für die Info...klappt bei mir morgen Mittag:)
 
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Dora

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Hallo, sorry, dass ich mich so spät melde.

@James freue mich, dass Du noch da bist.

@Hitti, ich muss dringend einen Zahnherd entfernt bekommen.
Hatte in Homburg im letzten Jahr bereits einen Termin.
Ich musste sogar unterschreiben wegen der Blutzufuhr, da ich eine ganz schlimme
Thrombozytopenie habe.

Ich konnte gesundheitlich diesen Termin nicht wahr nehmen und musste das Ganze verschieben.

Dieses Jahr hatte ich durch meinen Sohn eine Menge Schwierigkeiten und kaum Zeit an mich zu denken. Bei der Routine Untersuchung hat jetzt mein Zahnarzt gesagt, dass es endlich Zeit wäre zu Handeln.

Leider besteht Mainz jetzt auf Klärung der Thrombozytopenie und so wird sich das Ganze bis Januar verschieben.

Inzwischen besteht der Verdacht einer chronischen KPU die ich ein Leben lang mit mir herum geschleppt habe. Es würde auf jeden Fall die Ungereimtheiten in meinem Leben, endlich einen Antwort geben.
Das Gespräch mit dem Arzt habe ich am 9 Dez. in Saarbrücken.

Es besteht auch der Verdacht einer Gluten Intoleranz.

In diesem Jahr wird mit Sicherheit nix mehr groß geschehen.

Da ich bei der Schulmedizin austherapiert bin, muss ich meine Therapie und Medikamente alles selbst bezahlen. Der Alternative Weg wird schlichtweg nicht anerkannt. Ich bin eindeutig auf eine Behandlung mit Orthomolekular Medizin angewiesen. Der Richter hat sich im Prozess, wegen Kostenübernahme über die Tatsachen und Gutachten von einem Dr. aus Hermeskeil hinweggesetzt.

L.G.
 
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James

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Habe die Wiederholung der Sendung eben erst sehen können.
Uff..das muß man erst mal verdauen...
Einen Teil der möglichen Risiken bei Bluttransfusionen kannte ich, nicht jedoch die Spätschäden.
Leider hatte ich keinen Notizblock zur Hand noch die Möglichkeit zur Aufzeichnung, sonst hätte ich doch einige Zahlen zur Verfügung.
Momentan überlege ich, wie wir das gehörte einem größeren Patientenkreis übermitteln.
 
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James

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Hallo Oregano,

danke für die Hinweise zumal ich Material für eine Wiki-Seite (analog zu Antibiotika) sammle. Ich halte das Thema für extrem wichtig und meine, dass die Risiken einer breiten Öffentlichkeit nicht bekannt sind. Ich selbst habe (notwendiger Weise!) Bluttransfusionen in 2-stelliger Höhe bekommen müssen, ohne je über Risiken aufgeklärt zu werden (was in Notsituationen zwar nicht möglich ist aber bei geplanten Op`s Standard sein sollte).
Nach den Informationen, die ich bisher habe ist eine Eigenblutspende sinnlos weil:

1. das Blut mit der Zeitdauer zwischen Entnahme und Gabe die gleichen Risiken entwickelt wie Fremdblut und
2. die Menge eben nicht in kurzer Zeit durch den Körper ersetzt wird. Es fehlt dann während der Op.
Bei mir wurde mein Eigenblut in so kurzer Zeit unbrauchbar dass die Situation dadurch nur verschlechtert hat....(Op an der Aorta, Y-Prothese, Unterschenkel-Amputation und geplatzte Hauptschlagader im verbliebenen Bein).
 
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Hallo James,

ich finde dieses Thema sehr wichtig und muß gestehen, daß mir nicht klar war, wie risikoreich eine Bluttransfusion - auch mit Eigenblut - sein kann. Eigentlich sollte dieser Thread irgendwo als "Wichtig!" hingestellt werden.

Die Eigenblutspende wird ja Wochen vor der Op abgenommen eben weil der Patient die Zeit haben soll, um das Blut wieder aufzufüllen.

Grüsse,
Oregano
 

James

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eben...nach Wochen unterscheidet sich Eigenblut (abgesehen von HIV, Hepatitis...) eben NICHT mehr von den Risiken betrachtet von Fremdblut, das Immunsystem reagiert gleich, die Fließfägigkeit wird genau so behindert, und bei den Spätrisiken scheint auch kein Vorteil zu erwachsen. Das ist der Grund, warum sich immer mehr Kliniken von der Eigenblutspende abwenden.
 
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