Asperger-Syndrom

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Hallo,

Ich habe ein kleines Problem und hoffe, dass mir hier jemand helfen kann...
Ich bin schon seit ich denken kann Ein Einzelgänger. Ich habe nicht mit anderen Kindern gespielt, war in der Regel lieber für mich, habe unheimlich viele imaginäre Freunde gehabt und konnte als Kind keinerlei Augenkontakt halten. Auf der anderen Seite konnte ich bereits mit 4 Jahren fast fehlerlos vorlesen und mit winzigste Details merken. Da ich nie Probleme mit meiner Einsamkeit hatte, sind meine Eltern nicht zu Ärzten gegangen, sie glaubten, dass das von meinem Vater vererbt worden sei, der ebenfalls zurückgezogen ist, körperlichen Kontakt meidet und insgesamt sehr wenig soziale Kontakte pflegt. Das einzige, was sie störte: dass ich keinen körperlichen Kontakt wollte und auf nie auf dem Schoss sitzen blieb o.ä.

Als ich in die Grundschule kam fiel mir das erste Mal mein richtiges Problem auf, womit ich eigentlich zu kämpfen hatte: ich konnte die Gestik und Mimik meiner Mitmenschen nur schwer deuten. Es war wie mit einer rechts-links-schwäche, ich brauchte sehr lange, um die Handlungen anderer nachzuvollziehen, häufig schaffte ich es überhaupt nicht.
Und genau deswegen reagierte ich falsch, wenn jemand mich umarmen wollte, versteifte ich mich, sah weg und das lag nicht daran, dass ich den Menschen nicht mochte, sondern dass ich ein völliges Defizit hatte, wenn es um soziale Kontakte ging.

Nach zwei Jahren auf der Grundschule bemerkte meine Mutter, dass ich nicht mit anderen spielte, mich lieber alleine irgendwohin verzog und große Gruppen nicht mochte. Sie nahm mich mit zu einem Psychologen, der mich fast ein halbes Jahr beobachtet hat, aber ich stellte damals auf stur.weswegen der Psychologe sagte, wir sollten die Behandlung im nächsten Jahr fortsetzen, wenn ich zugänglicher wäre, was wir nie taten. Ich habe damals nicht mit ihm gesprochen, weil ich die handlung meiner Eltern abermals nicht nachvollziehen konnte.

Als ich in die weiterführende Schule kam, wurde es besser. Und daran hatte ich auch gearbeitet!
Ich habe irgendwann bemerkt, dass es an mir liegen musste und begann, mir Bücher mit typischen Reaktionen Jugendlicher durchzulesen, ich schaute mir unmegnen an Soaps an immitierte deren Handlungen. Ich übertrug dies auf das echte Leben, ich kopierte verschiedene Freunde, wenn es um Reaktionen ging, und es wurde allmählich besser. Ich hatte mir so verschiedene Rollen zusammengebastelt, die ich immer dann, wenn es nötig war, annahm.
Ich hatte zwar auswendig gelernt, verstand aber immer noch nicht, warum Menschen was taten. Vor allem Freude von Trauer zu unterscheiden fiel mir häufig schwer, genauso, zu erkennen, ob jemand sauer auf mich war.
Darum war ich auch mein Leben lang kein Aussenseiter, sondern ein einfacher Einzelgänger. Ich war immer ein Aussenstehender, der alles betrachtet und genau weiß, wo etwas falsch läfut und was man ändern kann, jedoch nichts tun konnte!!!
Dreieinhalb Jahre ging das gut, aber dann hatte ich einen Komplett-Zusammenbruch und lag zwei Wochen im Krankenhaus, in denen ich weder lesen, noch schreiben konnte, das passierte zweimal, ehe meine Depressionsphase begann. Ich hörte auf zu essen, zog mich gesellschaftlich wieder völlig zurück und andere Dinge, die ich hier nicht nennen will.
Ich wurde abermals zum Psychologen geschickt, weigerte mich aber diesmal gänzlich mit ihm zu sprechen, da ich seine Absichten nicht erkennen konnte.
Es wurde wieder besser, aber vor einigen Monaten hatte ich schon wieder so schlimme Depressionen und ich glaube, ich weiß, woran das lag: die ewige Anstrengung, zu sein, wie alle anderen.
Meine Unfähigkeit, jemandem vor allem in Konflikten in die Augen zu schauen, hielt sich bis heute.


Mittlerweile habe ich mich wieder völlig zurück gezogen.
Eines meiner Hauptprobleme war, dass keiner meine Denkweise nachvollziehen konnte.

Ich verfüge über eine Inselbegabung im Bereich logisches Denken und vor allem im Erkennen von Details. Durch meine Art, zu schlussfolgern, wurde mir sogar ein Frühstudium ermöglicht, da sie mich für ein Genie hielten, was meine Schulnoten nicht unbedingt widerspiegeln.
Mein zweites Problem:
Wenn ich einen Raum betrete, dann sehe ich ALLES, einfach alles und das ist wie ein Fluch, glauben Sie mir.
Ich kann jedes Detail sehen, binnen dem Bruchteil einer Sekunde erkennen, welche wichtig sind und weiß auch die Geschichte zu verschiedenen Details, durch logisches Schlussfolgern.
Ähnlich läuft es mit meiner gesellschaftlichen Unfähigkeit.
Letzlich wurde ich von mehreren Leuten scherzhaft darauf angesprochen, ob ich „Autist“sei. Aber mit diesem Begriff konnte ich nicht viel anfangen, ich wusste nur das, was jeder weiß: nicht gesellschaftsfähige Genies.
Ich stelle diese Frage, da ich genau weiß, dass ich nicht gesellschaftsfähig bin, anders als andere bin, mit großer Vorstellungskraft und einer eigenen Welt, in der ich lebe.
Mein Lehrer hat mich ihm zufolge schon ein deriviertel Jahr lang beobachtet und versucht, sich einen Reim auf mein Handeln und Denken zu machen, er sagte, ich sollte mich mal auf das „Asperger-Syndrom“ durchchecken lassen...aber was genau ist das? Die ungefähre Diagnose kenne ich natürlich. Aber weise ich wirklich diese Symptome auf?
 
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Hallo ManjanaLee,

ich finde Deine Schilderung packend und zugleich macht sie mich traurig. - Ich würde schon sagen, daß Asperger für Dich zutreffen kann.

Wenn Du im Forum in die Suche (oben rechts, orangener Balken) "Asperger" eingibst, findest Du viele Threads dazu, z.B. diesen:

http://www.symptome.ch/vbboard/ads-adhs-autismus/9645-asperger-syndrom.html

Mein Eindruck ist, daß Asperger oft mit "Hochsensibilität" zusammen geht:
http://www.symptome.ch/vbboard/umgang-stress/28361-seiten-hochsensibilitaet.html

Grüsse,
Oregano
 

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darleen

Hallo ManjanaLee

Es sieht ganz nach dem Asperger Syndrom aus , die Unterschiede zwichen dem frühkindlichen Autismus liegt darin das das Aspergerkind früh spricht und kommunikativ sein kann , wenn es denn will, deswegen wird die Asperger Diagnose oft angezweifelt , weil für Aussenstehenden Autismus immer mit Kommunikationstörungen assoziiert wird

ich schreibe mal Empfindungen und Dinge des Aspergers aus meiner Sicht , wie ich sie sehe und erfahren habe nicht allgemein gültig für Asperger

Asperger gibt es in vielen Variationen und Ausrichtungen und es hängt davon ab wie weit man sich * verbiegen* möchte, um in der Welt zurechtzukommen

man lebt quasi ein sogenanntes Doppelleben , das der zur Restwelt passenden Variante und sein konträr in jeder Hinsicht verlaufendes Eigenleben

durch sehr frühe Selbstreflektion kann man fast ein unkompliziertes Leben führen, wenn man einen guten Mittelweg findet und wenn man seinen Umfeld klarmacht das man Dinge anders auffasst und anders reagieren könnte, als erwartet

was man nie ablegen wird , sind die stückweise durchkommende Verhaltensweisen die eben nicht passen , trotz Bemühungen

das kann dann unverschämt ,unangenbracht , zu eng sehend , frech oder gar arrogant, besserwiesserisch und nervig auf die Restbevölkerung wirken

da man unbedingt Falsche Dinge --> Aussagen oder Verhaltensweisen von Anderen -- unbedingt korrgieren muss , fühlen sich oft die Anderen vorgeführt, was man ja eigentlich damit nicht bezwecken möchte , sondern es dient nur der Richtigstellung, und für den Asperger wäre das auch unmöglich , falsche Aussagen oder Verhaltesnweisen einfach so stehen zu lassen

das ist ein Ding der Unmöglichkeit

Augenkontakt :

bei mir ist das so ,da ich Menschen ständig studiere, (deshalb bin ich auch ein Soapfan) wegen des nicht einschätzen können der Mimik , fühlen sich die Anderen von mir beobachtet , wenn dann noch mein Anstarren dazu kommt , weil man den Augenkontkat halten möchte , wird Einem das oft als Provokation ausgelegt, da muss man dann einen guten Weg finden , das man nicht durch sein eingentlich harmloses Verhalten bei Anderen eine Fehlinterpretation auslöst

Umarmen/Körperkontakt :

Mensch die mich kennen wissen , das sie das vorher ansagen müssen , bei Anderen die das nicht wissen , müssen leider damit rechnen das ich sie leicht wegschubse, denn ich mag das überhaupt nicht, das Umarmen oder Angegrabbel , das werde ich richtig ungehalten , für mich macht das auch keine Sinn warum man sich ständig anfassen muss oder umarmen muss

komischerweise ist das bei meinem Kind --> auch Asperger-- anders , ihn kann ich umarmen und knuddeln und auch wenn er spontan knuddeln möchte, geht das

Inselbegabung/Intelligenz :

der Asperger verfügt über eine normale bis hin zum Bereich der Hochbegabung liegenden Intelligenz ,mit Inselbegabungen , was für die Schule aber nicht von Nutzen ist

dadurch wird der Asperger in der Schule unterschätzt und wenn die Lehrer das nicht herauskitzeln ,nicht erkennen oder nicht den Zugangspunkt finden , es auch bei Schul-Null-Interesse bleiben könnte

durch den in sich gekehrten introvertiert wirkenden Asperger , oder oft in die Ferne schweifender Blick wird dem Asperger oft Desinteresse seinem Gegenüber ausgelegt , auch in der Schule oder Beruf , der Asperger bekommt aber Alles mit was gesprochen wird , außer der Gegenüber beginnt zu schwafeln , da ist der Aperger dann schon gedanklich über alle Berge

als Asperger sollte man auch Dinge möglichst ablegen , in der Kommunikation zBsp: der Asperger neigt dazu Minderinfos zu kommunizieren seinem Gegenüber, weil er die Vorworte oder Anfangsdinge im kopf schon abgehakt hat, so das der Asperger mitten in den Infofluss verbal Dinge nweitergibt und der Andere nur Banhof versteht weil er garnicht weiß worum es eigentlich geht , weil der Anfang fehlt ,auch neigt der Asperger zu extremen Themensprüge wo der Andere nicht mehr mitkommt

kurzum , der Asperger ist gedanklich immer auf der Flucht

der Asperger neigt dazu alles zu analysieren und zu bewerten , mal einen Stein auf den Anderen lassen , ist nicht möglich , aber auch das ist zum Teil erlernbar , das lockerer anzugehen

der Asperger muss in allen Dingen einen Sinn sehen , unsinnige Dinge sind ihm ein Greuel

auch Lobhulderei/Lob der eigenen Person durch Andere ist einfach nur sinnfrei und gruselig :eek:

junge Asperger beziehen gesagte Dinge oft auf sich , können nicht filtern ,obwohl sie nicht gemeint sind , oder nur allgemeinverbindliche Aussagen getätigt wurden

sprich er zieht sich jeden Schuh an

Freundschaften/Spielverhalten :

das Aspergerkind/Jugendlicher/Erwachsener ist zwar oft mittendrin , aber nicht primär dabei , vorrausgesetzt das er neugierig ist, ist die Neugierigkeit nicht vorhanden bleibt er abseits , freiwillig

Grupppen und Gruppendingen sind ihm ein Greuel

Freundschaften sind aber gut möglich , die dann auch von Bedeutung sind , Flüchtiges wird schnell abgelegt

allgemein neigt der Asperger dazu Menschen schnell fallen zu lassen , wenn er Verhaltensweisen an dem Anderen entdeckt , die nicht akzeptiert werden können ,die nicht kompatibel sind mit der eigenen Sichtweise , quasi Kompromislos

Asperger lassen sich nicht beeinflussen noch umkrempeln von Dingen oder Menschen , wenn sie nicht überzeugt werden können , das es sinnvoller wäre, als vorherige Dinge so weiterzuführen

Aperger sind vom Grundcharakter misstrauisch und hinterfragen ALLES , wirklich ALLLES, weil es könnte Heute ja schon anders sein als Gestern

der Asperger neigt dazu in falschen Momenten Heiterkeit auszusenden ,oder zu lachen , obwohl Traurigkeit angesagt wäre ,weil die Situation nicht gut ad hoc verarbeitet werden kann , das flacht aber im Laufe der Zeit ab --> vorrangeschrittenes Alter

der Asperger versteht oft allgemeinen Humor nicht , das man dann als Spaßbremsig auslegen könnte, wiederum findet der Asperger Spaß an Dingen , wo die Anderen nur mit den Kopf schütteln , auch neigt der Asperger in Allen Gefühlsregungen zu überreagieren , das betrifft dann auch albernes lustiges Verhalten , was auch bis zum Exzess gehalten wird , so das es Anderen auf den Keks geht oder gehen könnte

wiederumn hat der Jugendliche und kindliche Asperger eine erhöhte Neigung zu Selsbtmordgedanken und Untergangs-weltstimmung , Aspergerdiagnostiker weisen explizit darauf hin , das verliert sich aber im Erwachsenenalter oder sollte zumindest

für Asperger gibt es keine Graustufen, sondern nur Schwarz /Weiß
ob das erlernt werden kann oder ob ein Asperger das für sinnvoll ersieht entzieht sich meiner Kenntniss
denn ein bisschen tot, geht ja auch nicht

Einzelgängertum wird nicht als belastend empfunden , sondern als normaler Zustand und als eher angnehm

der Asperger kann auch gesellig sein , wenn er denn möchte, gezwungene Gesellschaften sind aber nicht so gut möglich , denn der Asperger könnte die Stimmung sprengen , das sich der Asperger ungern in Dinge reindrücken lässt, oder sich Dinge überstülpen lässt

der Asperger muss lernen , das er aufrechterhaltende *Schauspielereien* nicht zu sehr zu schaffen macht , deshalb braucht der Asperger möglichst so viele Rückzugspunkte wie es geht , wo er sein kann, wie er nun mal ist , es geht nicht lange gut, wenn er in Schule/Uni, Arbeitsplatz und dann noch im privatem Umfeld *schauspielern * muss, das wird zuviel auf Dauer

der Asperger neigt dazu , Räume fotographisch zu erfassen , Dingen Wichtigkeit zuzuorden und merkt sofort wenn auch nur eine Klitzekleinigkeit in dem Raum verändert wurde

ich selbst habe eine für mich geordnete Un/Ordnung die nicht verändert werden darf oder sollte , dann werde ich kopflos

auch müssen Dinge immer am gleichen Platz stehen gerade was die Arbeitswelt angeht , das darf nicht verschoben werden oder einen anderen Platz finden , angefangen von Stifthaltern bis hin zu größeren Objekten

es gibt noch so viele Dinge, die schrullig anmuten , aber wenn man dann mal so in die Runde fragt , sind wir alle irgendwie zum Teil schrullig oder eben etwas Monk , nur das die Anderen das besser verstecken können, es nicht bis zum Exsess zelebrieren

zum Thema Diagnose :

Für Einen selbst eventuell nicht so relevant , für andere Stellen eher eine Wichtigkeit

als Apserger ist es oft so, das bei größeren Themen man sich verzettelt oder extrem vom Thema abweicht , und quasi den Faden verliert,
deswegen muss er Dinge, gerade im sprachlicher Kommunikation ad hoc erledigen, ein Aufschieben wird ungern akzeptiert, dadurch probiert man Andere zu zwingen Zeitnah zu reagieren, eine Ungeduld macht sich breit , denn vergeht zuviel Zeit dazwichen könnte man dann erst recht den Faden nicht mehr wiederfinden , oder das Thema verliert extrem an Interesse

Auch ist der Asperger auf ein Feedback angwiesen , steilschweigendes Abnicken ist nicht gerade befriedigend

Ob ich jetzt so direkt am Thema bin was dich interssiert weiß ich nicht , und es gibt noch viele Dinge zu betrachten beim Asperger , aber ich habe den Faden im Moment verloren :rolleyes:

nur noch zum Abschluss: desto älter man wird, desto einfacher wird es als Asperger mit der Welt klar zu kommen

man sollte das nicht als Belastung empfinden , sondern das Beste daraus machen und man ist ja nicht alleine damit , und durch immer mehr zugänglicher Informationsflut ist es für die Restwelt auch nichts mehr so Neues und dadurch von besserer Akzeptanz und besserer Umgang damit zu erwarten, für die Zukunft

liebe grüße darleen :wave:

hier noch ein Link

http://www.letsgetfreaky.de/artikel/das-asperger-syndrom
 
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Hallo,
danke für deine Antwort.
Ich bin vor allem im Akkustikbereich sehr sensibel, was das betrifft. Ich habe auf Hinweise Bekannter hin heute eine Psychotherapeutin besucht und sie sagte, dass sie der Meinung ist, dass ich Aspie wäre, sie den Verdacht aber noch erhärten will.
vielen dank!
 
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Liebe Darleen,

vielen Dank für deine auführliche Antwort!
Du hast recht, am schlimmsten ist es für mich, wenn etwas anders läuft, als es soll. Ich habe in meinem Kopf feste Uhrzeiten, wann ich was mache, wer diese durcheinander bringt (insofern ich nicht selbst nach reiflicher Überlegung etwas ändere) muss mit ansehe, wie ich komplett Panik schiebe.

vor allem wenn es um das Hinterfragen verschiedener Dinge geht: wenn ich nicht ungefähr weiß, wie der Lichtschalter funktioniert, kann - ich - ihn - nicht - benutzen!! >.<

ich lass wirklich nichts, wie es gehört, für mich sind schnelle Reaktionen wichtig, und wenn jemand nicht genau so reagiert, wie ich es mir angelernt habe (als ich begann, die bücher zu lesen u.ä.), dann geht gar nichts mehr -.-

danke dir, ich bin froh, dass mir jemand helfen konnte!

Lg Manjana
 

darleen

Liebe Darleen,

vielen Dank für deine auführliche Antwort!
Du hast recht, am schlimmsten ist es für mich, wenn etwas anders läuft, als es soll. Ich habe in meinem Kopf feste Uhrzeiten, wann ich was mache, wer diese durcheinander bringt (insofern ich nicht selbst nach reiflicher Überlegung etwas ändere) muss mit ansehe, wie ich komplett Panik schiebe.
Liebe ManjanaLee , bitte :)

ich kenne keinen Menschen der öfter auf die Uhr guckt --> Zeitkontrolle-- als mich :D
sobald in den Zeitabläufen Etwas nicht hereinpasst , oder drucheinander ist , werde ich schlicht weg hippelig

aber es gibt Schlimmeres

vor allem wenn es um das Hinterfragen verschiedener Dinge geht: wenn ich nicht ungefähr weiß, wie der Lichtschalter funktioniert, kann - ich - ihn - nicht - benutzen!! >.<
OH jeh ,:mad: das stelle ich mir schwierig vor im flüchtigen Alltagsgeschehen , extrem bremsend

ich lass wirklich nichts, wie es gehört, für mich sind schnelle Reaktionen wichtig, und wenn jemand nicht genau so reagiert, wie ich es mir angelernt habe (als ich begann, die bücher zu lesen u.ä.), dann geht gar nichts mehr -.-
Hat mich Früher auch aus der Gedanken-Bahn geworfen , Heute nicht mehr, nur das wieder aus dem Kopf lassen --> abhaken --ist nicht so einfach, eben da es anders lief als erwartet, deswegen eben keine abgeschlossene Sache
und das Zeitnahe , das ist mir extrem wichtig , ich kann nicht warten , überhaupt nicht
danke dir, ich bin froh, dass mir jemand helfen konnte!
bitte sehr :) ich finde das immer schwierig wie man einem Asperger helfen sollte, wenn man zwar auch Asperger ist , aber eben nicht identisch und so kann es passieren das man richtig schön aneinder vorbeiredet/schreibt :rolleyes:
ala Monolog , ist mir jedenfalls schon passiert

dann mal alles Gute für deine Psychotherapiebesuche :)

berichte bitte wie es weiter ging

liebe grüße darleen :wave:
 
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Hallo ManjanaLee

Willkommen bei uns im Forum :)

Ich bin selber nicht "richtig" von Asperger betroffen, habe aber gewisse Züge davon. Darum sehe ich mich manchmal als ein bisschen in der Mitte und hoffe ein wenig "übersetzen" zu können manchmal.

Deine Geschichte klingt für mich wie Asperger & Hochbegabung. Wenn man diese Sachen hat sind andere "Probleme" wie Depression recht häufig. Ich vermute aber, dass bei den meisten Menschen die Depression weg gehen würde, wenn sie ihren eigenen Weg im Leben gefunden haben.

Ich finde es super, dass du versucht hast deine Mitmenschen zu verstehen. Ich musste einige Dinge auch jetzt im Erwachsenenalter lernen. Deinen Schilderungen zufolge hast du wohl aber zu fest versucht dich anzupassen, was dir dann auch wieder Schwierigkeiten bereitet hat. Ich denke ein gesundes Mittelmass würde dir am Ende helfen. Also versuchen gewisse Verhalten zu lernen aber auch zu verstehen wo du anders bist und anders sein möchtest.
Lebe dein eigenes Leben. Wenn für dich Geräusche sehr stark ablenken, dann suche dir eine seeeeehr ruhige Wohnung. Wenn dich Gegenstände ablenken, dann dekoriere deine Wohnung halt nicht. Suche dir einen Arbeitsplatz wo dies auch möglichst so einrichten kannst etc... Nur weil die meisten Menschen anders leben heisst es nicht, dass du auch so leben musst!
Das gleich gilt für deinen Beruf. Versuche einen Beruf zu finden, wo du deine Talente und Interessen brauchen kannst. Ich gehe davon aus du hattest nie vor Kellernerin zu werden, da dort viel unvorhergesehenes passiert und man viel mit Leuten interagieren muss. Aber vielleicht wäre Detektiv etwas für dich? Überlege was dir gut gefällt und wo du dich nicht so viel verstellen musst.

Bezüglich den körperlichen Aspekten kann ich noch raten auf Allergien zu achten. Seit ich keine Milch mehr trinke kann ich viel besser mit Menschen interagieren oder umgekehrt wenn ich den welche erwische werde ich sehr abwesend, träumerisch und es fällt mir schwer mich in sie hinein zu versetzen.
Seit ich Weizen weglasse bin ich viel gelassener, brauche weniger Regeln. Beispielsweise brauche ich weniger Gepäck wenn ich Reise wei ich weniger Anst habe, dass etwas unvorhergesehenes pasiert und ich plötzlich dieses oder jenes aus dem Koffer brauche.
Du findest im Forum viele Informationen darüber. Also Allergien, Belastungen mit Schwermetallen, Vitaminmangel etc. können Asperger-Probleme hervorrufen oder verstärken.

Liebe Grüsse,
Johanna :wave:
 
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25.03.14
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hallo Johanna,

danke für deine Antwort!
das Zwischenmenschliche ist sehr schwierig für mich, ich habe mich zu sehr in die anderen hineinversetzte, ohne sie wirklich zu verstehen, da hast du recht. Meine Depressionen gehen hoffentlich weg, sobald ich einen Weg gefunden habe, diese Andersartigkeit zu leben, und das in einem gesunden Maße.

Allergien habe ich, ich bin auch Vegetarierin. Ich denke ich werde versuchen, nach und nach bestimmtes wegzulassen und dann schauen, welche Wirkung das hat.
Mit körperlichen Kontakten habe ich Probleme und das wird sich auch nicht ändern, das weiß ich. Aber ich hoffe, dass die Psychologin, an die ich mich gewendet habe, mir weiterhelfen kann! Im Moment spricht sie von "deutlichen Asperger-Symptomen", aber sie will den Verdacht komplett erhärten und sichergehen, dass da nicht noch etwas anderes ist. Das würde wohl irgendwie häufig bei Aspies auftreten.
Ich habe heute das erste mal wieder mit meiner Mutter darüber gesprochen, bis die Psychologin mir die Diagnose gegeben hat, wollte sie mir nicht zuhören. Jetzt weiß sie es und hofft aber noch, dass es nicht stimmt...was, wie sie weiß, eigentlich ebenfalls ausgeschlossen ist.

Vielen Dank!

Lg Manjana
 
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10.01.04
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Hallo Manjana,

Johanna hat den Zusammenhang von Stoffwechselstörungen und Asperger-Autismus schon angesprochen. Hier wird mehr dazu geschrieben:

...
Dem entsprechen eigene Beobachtungen, dass gluten- und caseinfreie Ernährung (also ohne Eiweiß aus Getreiden und ohne Kuhmilcheiweiß) zu erstaunlichem Aufholen von Entwicklungsrückständen und akzeptablem Gedeihen autistischer, oft hoch- oder spezialbegabter Kinder führen kann.
Des Weiteren wiesen von mir veranlasste Untersuchungen des Urins von drei schwer autistischen und zahlreichen hyperaktiven Kindern mit autistischen Zügen auf Kryptopyrrol in allen Fällen auf eine Pyrrolurie hin (1). Diese entsteht bei vermehrtem Anfall von Pyrrolen, die anstatt durch den Darm über den Urin ausgeschieden werden, und zwar in einem Komplex mit Zink und Vitamin B 6. Bei exzessiven Zink- und Vitamin-B-6-Verlusten oder -Mangel können neurologische und psychiatrische Auffälligkeiten entstehen; diese sind bei entsprechender Substitution vermeidbar. Die Symptome der Pyrrolurie verstärken sich nach meinen Beobachtungen bei Gluten- und Caseinbelastung und verringern sich bei deren Entzug. Daher kann man vermuten, dass neben weiteren Angriffspunkten pathogene Casein- oder Glutenabbauprodukte zu einem vermehrten Anfall von Pyrrolen führen, beispielsweise durch Hämolyse oder beeinträchtigte Gallebildung.
...
Deutsches Ärzteblatt: Das Asperger-Syndrom: Stoffwechselstörungen als Auslöser (20.10.2000)

Grüsse,
Oregano
 
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09.08.06
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Hallo Manjana

Mit körperlichen Kontakten habe ich Probleme und das wird sich auch nicht ändern, das weiß ich. Aber ich hoffe, dass die Psychologin, an die ich mich gewendet habe, mir weiterhelfen kann!
Was ich noch fragen wollte:
Ist es für dich ein Problem, dass körperliche Kontakte für dich schwierig sind? Oder ist es eher so, dass du körperliche Kontakte nicht magst, aber weil es "normal" ist du denkst, du müsstest es auch mögen?

Als Erwachsener gibt es nicht so viele Situationen wo körperliche Kontakte "notwendig" sind. Okay, wenn man eine Liebesbeziehung führt vielleicht schon.
Gut ist vielleicht, wenn man jemandem zur Begrüssung die Hand geben kann. Und wenn man vom Arzt untersucht werden muss.
Aber Umarmungen finde ich muss man nicht unbedingt haben und akzeptieren.

Liebe Grüsse,
Johanna
 

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