Antidepressiva und Gewichtszunahme

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Eine mögliche Nebenwirkung bei der Einnahme von Antidepressiva ist die Gewichtszunahme.
Es kommt hier aber darauf an, WELCHE Medikamente man nimmt.

...
Man sollte dabei keinesfalls die Problematik verharmlosen oder kleinreden, denn tatsächlich können (bestimmte !) Medikamentengruppen mit einer Wirkung am zentralen Nervensystem AUCH eine Veränderung von Appetit und Essverhalten mit beeinflussen und so zu einer Gewichtszunahme beitragen.

Allerdings :
nicht das Medikament allein steuert oder beeinflusst das Essverhalten. Wieviel oder wie wenig man isst, wird letztlich von einer ganzen Vielzahl von Einflussfaktoren bestimmt. So kann natürlich auch die zugrundeliegende psychische Problematik oder eine Veränderung des Appetits im Verlauf einer Erkrankung eine Rolle spielen.
Nicht alle Medikamente führen in gleichem Ausmass zu Veränderungen des Essverhaltens. - Spricht man eine Gewichtszunahme unter der Behandlung an, lassen sich häufig (praktisch immer) gute Alternativen bzw. Hilfe finden
dennoch sollte man IMMER NUTZEN und RISIKEN einer Behandlung gegeneinander abwägen.

Antidepressiva
Längst nicht alle Antidepressiva (Medikamente u.a. zur Behandlung von depressiven Verstimmungen oder auch Angststörungen) führen zu einer Gewichtszunahme.
Ob und in welchem Ausmaß der Appetit beeinflusst wird, hängt von der unterschiedlichen Beeinflussung der Botenstoffe bzw. der Andockstellen im Gehirn (Rezeptoren) ab.
Welche Medikamente führen also zu keiner Gewichtszunahme bzw. allenfalls minimalen Beeinflussungen?
...
Ohne Umschweife muss man feststellen, dass sog. Antipsychotika (Neuroleptika), die man u.a. in der Behandlung der Schizophrenie einsetzt, häufig zu einer Veränderung des Appetits bzw. des Essverhaltens, Wassereinlagerungen bzw. in der Folge zu einer Gewichtszunahme führen kann.

Auch wenn dies lange eher von den Pharmafirmen verharmlost wurde, sind besonders unter Olanzapin (Zyprexa ®) bzw. Clozapin etwa 10 bis 40 Prozent der Patientinnen betroffen. Dabei ist unklar, ob dieser Effekt dosisabhängig auftritt.

Besonders beim Zusammentreffen mit weiteren Risikofaktoren (z.B. bereits erhöhtes Gewicht bzw. Body-Mass-Indes, Bluthochdruck, pathologische Glukosetoleranz) kann dies sehr gefährliche Auswirkungen haben.

Allerdings unterscheiden sich nun die verfügbaren Antipsychotika / Neuroleptika in dem Risiko einer Gewichtszunahme unter der Behandlung.....
Gewichtszunahme durch Antidepressiva und Neuroleptika - Welche Medikamente machen dick ?

Wenn schon Antidepressiva genommen werden, sollte man dies meiner Meinung nach unbedingt mit dem Arzt besprechen und sich aber auch gleichzeitig gut selbst informieren. Wenn dann nämlich das "Kind in den Brunnen gefallen ist", sprich die Nebenwirkungen einschl. eventueller Abhängigkeit schon eingetreten sind, wird es oft sehr schwierig.

Grüsse,
Oregano
 
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Anscheinend wurde die Gewichtszunahme früher nicht wirklich als ernst zu nehmende Nebenwirkung gesehen. Das hat sich geändert, weil eben nicht nur das Gewicht sich verändern kann sondern auch metabolische Faktoren, die letztlich auch zur Entwicklung eines Diabetes Typ 2 führen können:

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Erst in jüngster Zeit setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine durch Psychopharmaka induzierte Gewichtszunahme erhebliche metabolische und kardiovaskuläre Gesundheitsrisiken birgt und die Therapie-Compliance zudem stark beeinträchtigen kann (5, 11).
Psychopharmaka zählen zu den meist verordneten Medikamenten überhaupt und müssen oft über viele Monate, oft auch Jahre und Jahrzehnte, eingenommen werden. Gewichtssteigernde Wirkungen sind dabei keineswegs auf wenige Substanzen beschränkt; wenngleich die Effekte quantitativ erheblich variieren, sind sie eher die Regel als die Ausnahme (58). Psychopharmaka werden in großem Umfang auch von Ärzten außerhalb des nervenärztlichen Fachgebietes verordnet. Dies unterstreicht zusätzlich die breite klinische Relevanz der durch Psychopharmaka induzierten Gewichtszunahme.
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Deutsches Ärzteblatt: Gewichtszunahme unter Psychopharmakotherapie (08.08.2005)

Das kann ja ein Teufelskreis werden: Viele Diabetiker entwickeln im Lauf ihrer Krankheit Depressionen. - Wenn dann evtl. noch Psychopharma verschrieben werden, die wiederum das Gewicht hochtreiben und damit den Diabetes schwerer zu behandeln macht: ein Teufelskreis.

Grüsse,
Oregano
 

Bei Depressionen kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Eine Depression ist ein Symptom, welches eine Ursache hat. Das alleinige Wissen, warum man depressiv ist, hilft nur bedingt, weil dies ein bewusster Prozess ist und das Problem nicht löst. Aber die im Unterbewusstsein gespeicherten Emotionen und belastenden Ereignisse, die zur Depression geführt haben, können mittels der aufdeckenden Hypnosetherapie gelöst werden.

Die Hypnosetherapie ist ein natürlicher Weg zu mehr Eigenstärkung, zur Wiederherstellung der Balance und zur Lebensfreude.
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